Testbericht MDA Compact V (HTC Touch Diamond 2)

Es gibt ja diverse Portale im Netz, wo man tlw. gegen Entgelt Test- oder Erfahrungsberichte veröffentlichen kann. Deswegen werde ich hier sicher keine große Leserschaft erreichen. Trotzdem möchte ich einen Versuch starten und meinen Erfahrungsbericht von einem meiner Meinung nach genialen Handy – oder neudeutsch Smartphone – genau hier veröffentlichen: Es hört auf den Namen „HTC Touch Diamond 2“ und wurde von mir in der T-Mobile Variante als „MDA Compact V“ gekauft. Dazu habe ich den „Tarif Combi Flat M“, der eine komplette Flatrate für Telefonie und Datentransfer beinhaltet. Nur Gespräche ins Netz anderer Mobilfunkbetreiber sind kostenpflichtig. Der Tarif ist eigentlich optimal, wäre da nicht der Nachteil, dass ein Anruf beim Kontoservice von T-Mobile unter der Kurzwahl 2000 mit satten 29 Cent pro Minute berechnet wird!

Aber nun zum Handy: Das MDA Compact V hat so ziemlich alles, was man sich von einem „Smartphone“ wünscht. Kamera, Navigation, WLAN, MP3-Player, Video player, email-Client, Spiele, etc. Die genauen technischen Daten kann man diversen Quellen im Netz oder anderen Testberichten entnehmen. Dies hier soll ja ein Erfahrungsbericht werden und ich nutze sicher nicht alle Features, die andere verwenden. Sollten sich während der Nutzung noch neue Erkenntnisse ergeben, werde ich diesen Beitrag natürlich aktualisieren. Und damit das Alles etwas ordentlicher aussieht und der Überblick nicht verloren geht, gibt’s eine numerische Gliederung:

1. Technische Daten:

Die kompletten technischen Daten hier aufzulisten würde den Rahmen sprengen und eher langweilen. Wer die braucht, findet sie auf den Herstellerseiten im Netz. Für den Interessierten sollte dies reichen:

  • Abmessungen: ca. 53*108*13,7 mm (Ein bisschen länger als eine Zigarettenschachtel und nur halb so dick. Außerdem sicher gesünder, solange man nicht Dauertelefonierer ist ;-) )
  • Gewicht: Nur 118 Gramm (Wer schon mal 100 Gramm Wurst an der Fleischtheke im Supermarkt gekauft hat weiß, dass dies fast nichts ist)
  • Displaygröße: 3,2 Zoll (wie bei einer guten Digitalkamera)
  • Touchscreen (Will aber eher hart rangenommen als gestreichelt werden, weil er sonst nicht reagiert)
  • Akkuleistung: 1100 mAh (Für 2 Tage ausreichend, wenn man es häufig nutzt)
  • Standbyzeit: 500 Stunden (Habe ich noch nie probiert)
  • Gesprächszeit: 5,5 Stunden (Wer nur telefoniert, braucht kein solches Handy)
  • UMTS mit HSDPA und HSUPA (soll heißen: Es ist mit 7,2 MBit sehr schnell, schneller als mein DSL-Anschluss, oder?)
  • Betriebssystem: Windows Mobile 6.1 (von M********)
  • Prozessor und Speicher intern: 528 MHz und 512 MB ROM/288 MB RAM
  • Speicher extern: bis mind. 32 GB per microSD oder microSDHC
  • Bluetooth
  • WLAN mit 54 MBit
  • Kamera: 5 MP
  • Radio
  • Lagesensor
  •  TouchFLO 3D Oberfläche

2. Lieferumfang:

Im Lieferumfang gibt es immerhin ein Ladegerät, USB-Kabel, Displayschutzfolie, Handytasche, Ersatzstift; Software CD, Anleitung, Kurzanleitung und natürlich das MDA Compact V in einer sehr edlen schwarzen Pappschachtel mit Magnetverschluss.

3.  Bedienoberfläche:

Die Bedienung ist m.E. das wichtigste bei einem Handy. Ich hasse nichts mehr, wenn ich ewig nach Einstellungen suchen oder ständig im Handbuch nachsehen muss. Ich erwarte von einem Smartphone, dass man es intuitiv bedienen kann. Hierfür wurde wohl die TouchFLO Oberfläche entwickelt. Normalerweise ist es so, dass man mit Windows Mobile eben ein kleines Windows Betriebssystem mit all seinen Nachteilen erwirbt. In meiner Schreibtischschublade liegt noch ein Compaq PDA, der mit einer älteren Windows Mobile Version ausgestattet ist. Die Bedienung war nicht wirklich intuitiv und schon gar nicht komfortabel.

Nach dem Einschalten sieht man am oberen Bildschirmrand eine schmale Statusleiste mit allen wichtigen Infos zum Systemstatus bzw. was gerade aktiv ist wie WLAN, UMTS, Akkuzustand, Aktive Programme und kann sofort darauf zugreifen, ohne sich durch endlose Menüs durch hangeln zu müssen.

Am unteren Bildrand ist eine schmale „Laufleiste“, durch die man mit Druck auf den Touchscreen und anschließendem, horizontalen Schieben navigieren kann. Dort sind Kontakte, email, Nachrichten, Kalender, Wetter, Einstellungen etc. abgelegt.  Zwischen diesen beiden Leisten befindet sich der Platz für die Anwendungen. Das einzige was man von Windows nach dem Einschalten sieht ist das „Start“-Icon und die Windows Taste. Betätigt man diese Taste, sieht man die Symbole für alle wichtigen Funktionen wie z.B. Kontakte, Organizer, Word, Excel, Einstellungen, Internet, Kamera, Navigation etc. Klickt man auf eines der vielen leeren Symbole, kann man andere installierte Anwendungen hinzufügen, so dass man nur noch das sieht, was man wirklich braucht. Mit dem Touchscreen kann man dann einfach den Bildschirm vertikal nach oben wegschieben, um so weitere installierte Anwendungen auszuwählen. Erst wenn man in diversen Einstellungen in die Details gehen möchte, kommt man wieder auf die bekannten Windows Reiter. Daneben gibt es noch 4 Tasten, mit ganz simpler Funktion: Hörer abheben, auflegen, zurück und die Windows-Taste. Durch den Lagesensor wird die Darstellung auf dem Display immer mitgeführt, d.h. horizontal oder senkrecht dargestellt, je nachdem wie man das Handy gerade ausrichtet und welche Anwendung man benutzt. Durch Doppelklick auf das Display werden Fotos oder Webseiten automatisch vergrößert. Noch eleganter ist der berührungsempfindliche Schieberegler unterhalb des Displays. Durch Schieben des Fingers oder Stift über die Fläche kann man die Ansicht stufenlos vergrößern oder verkleinern. Insgesamt ist die Bedienung sehr gut durchdacht und man kommt prima zurecht, ohne dass man nur einen Blick ins Handbuch werfen muss.

4. Touchscreen:

Der Touchscreen kann mit den Fingern oder dem Stift bedient werden. Bei vielen Geräten ist der Stift nur getrennt vom Gerät aufzubewahren. Hier gibt es einen kleinen „Schacht“ am Gerät, wo man den Stift einfach reinschieben kann. Sobald man den Stift rauszieht, schaltet sich auch das Display ein. In vielen Testberichten wird der resistive Touchscreen als Nachteil gewertet, gegenüber den neueren und teuren kapazitiven Displays. M.E. kann man das so nicht stehen lassen. Beide Displaytypen haben ihre Vor- und Nachteile, so kann man z.B. bei den kapazitiven Displays gar keinen Stift benutzen.

5. Musikwiedergabe:

Das Smartphone kann alle möglichen Dateitypen wiedergeben bis hin zu MP3. Die Qualität mit dem beiliegenden Kopfhörer ist akzeptabel. Leider gibt es nur eine USB-Buchse, wo alles angeschlossen wird, so dass man keine gewöhnlichen Kopfhörer mit 3,5 mm Klinke anschließen kann. Auch gleichzeitiges Laden und Musik hören funktioniert nicht. Dafür gibt es aber mittlerweile für ein paar Euros kleine Docking Stations zu kaufen, in denen alle Anschlüsse enthalten sind, die man braucht.

Das integrierte Radio kann sogar RDS, funktioniert aber nur bei angeschlossenem Kopfhörer.

6. Telefonieren:

Zum Telefonieren benutze ich das Gerät zugegebenermaßen selten. Die Sprachqualität ist sehr gut. Schaltet man jedoch auf den externen Lautsprecher, ist der Klang relativ „blechern“. Mit meiner externen Freisprecheinrichtung im Auto und dem Headset ist der Klang auch akzeptabel.

7. Kamera(s):

Die Kamera hat 5 Megapixel und bei guten Lichtverhältnissen auch eine gute Qualität. Ein Videolicht oder Blitz fehlen, so dass im Dunkeln keine guten Bilder möglich sind. Auch schnelle Objekte lassen sich nur unscharf einfangen. Für ein paar Fotos zwischendurch bei guten Lichtverhältnissen reicht es aber aus. Die Videos ruckeln beim Abspielen, aber für perfekte Videos und Bilder braucht man halt auch eine richtige Video- oder Digitalkamera, was dieses Gerät nicht ist und nicht sein will. Besonders gut finde ich, dass 2 Kameras integriert sind. Deswegen habe ich natürlich auch gleich Videotelefonie per UMTS ausprobiert. Die Qualität ist hier natürlich sehr bescheiden, was aber bei allen Geräten so ist, da die 2. Kamera eine deutlich geringere Auflösung hat.

8. Spiele:

Neben den Standard Microsoft Spielen gibt es noch das Spiel „Teeter“, bei dem man eine Kugel durch ein Labyrinth steuert und dabei Löchern ausweichen muss. Gesteuert wird das Spiel nur durch die Neigung des Handys über den integrierten Lagesensor. Vor vielen Jahr(zent)en gab es mal ein ähnliches Spiel, wo man eine Metallkugel durch ein Holzlabyrinth steuerte. Dies ist quasi die digitale Variante.

9. Verbindungen

Ins Netz kommt man mit vielen Wegen: WLAN, UMTS, GPRS. Das Gerät sucht automatisch die günstigste Variante heraus, d.h. wenn man zu Hause ist, wird das WLAN verwendet und unterwegs eben UMTS (HSDPA). Als Browser hat man die Wahl zwischen Opera oder Internet Explorer. Natürlich nutze ich Opera, weil der doch deutlich besser zu bedienen ist. Die Geschwindigkeit ist jedoch nicht immer optimal. Normalerweise soll die Übertragungsrate maximal 7,2 MBit ermöglichen. Obwohl bei mir zu Hause per WLAN mit meinem DSL-Anschluss nur 3 MBit zur Verfügung stehen, ist die Übertragung manchmal deutlich schneller. Das liegt eben daran, dass die Bandbreite Schwankungen unterliegt. Sind nämlich mehrere Benutzer im gleichen Empfangsbereich Online, wird die maximale Bandbreite aufgeteilt und bei den immer günstiger werdenden Flatrates könnte das bald ein Problem werden.

Ansonsten macht Browsen mit dem Gerät richtig Spaß und ich hätte nicht gedacht, dass man sich mit einem so kleinen Display relativ gut im Netz zurechtfindet.

10.  Fazit

In meinen Augen ein tolles Handy, das einer „eierlegenden Wollmilchsau“ schon sehr nahe kommt. Die Grundsatzfrage, welchem Betriebssystem man den Vorzug gibt, ist auf jeden Fall Geschmackssache. Ich habe Erfahrungen mit Symbian und Windows Mobile und mir gefällt Windows Mobile besser. Es gibt Unmengen an Programmen. Heute habe ich z.B. etwas gesucht, das mir als Trainingshilfe beim Joggen nutzt und habe das Programm „Sporty PAL“ gefunden. Dieses Programm zeichnet mit Hilfe von GPS die Trainingsstrecken beim Joggen, Radfahren, Inliner fahren etc. auf und stellt diese mittels Google Maps auf einer Karte dar. Nach Eingabe der physischen Daten kann man sich sogar den Kalorienverbrauch berechnen lassen. Selbst GPS Tagging wird unterstützt, indem man an verschiedenen Stationen Fotos machen kann und man so über Google Maps den genauen Standort des Fotos wiederfindet.

Wer also gerade auf der Suche nach einem neuen Smartphone ist und nicht unbedingt ein iPhone möchte, sollte sich dieses Gerät einmal genauer anschauen.

Hier noch ein Nachschlag vom 01.08.2009:

Ich habe den MDA Compact V jetzt im Urlaub ausgiebig testen können. Dabei ist mit aufgefallen, dass in unserem Ferienhaus der Empfang nur sehr schlecht war. Anrufe kamen teilweise gar nicht an. Mit meinem uralten Nokia 6230i war der Empfang deutlich besser. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass beim MDA Compact V der SAR Wert höher ist, hätte ich damit einen besseren Empfang erwartet.

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