Kategorie-Archiv: PC

Erfahrungsbericht Testbericht Lenovo Helix Convertible mit vielen Bildern

Obwohl ich mir vor einigen Wochen das Medion Akoya P2214T zugelegt hatte, besitze ich nun ein Lenovo ThinkPad Helix. Mein auf 400 EUR begrenztes Budget ließ mich zunächst einen Vergleich mit dem Acer Switch 10 und dem Medion Akoya P2214T durchführen. Das Akoya P2214T gewann diesen mit Abstand und eigentlich hätte ich zufrieden sein können, hätte Amazon nicht im Rahmen seiner Osteraktion das Lenovo ThinkPad Helix 10 für 499 EUR angeboten. Die ThinkPad Modelle kenne ich schon aus meinem beruflichen Umfeld. Sie sind bekannt für ihre gute Qualität. Nicht umsonst bauen viele Firmen auf die ThinkPad-Reihe.

Bisher arbeite ich mit einem Lenovo T520 mit einem i5-Prozessor der 2. Generation (Sandy Bridge), 256 GB SSD und 4 GB RAM. Mit über 3 kg Gewicht ist dieses nur bedingt für unterwegs geeignet. Das Notebook kommt bei mir hauptsächlich als MIDI-Sequenzer für mein Digitalpiano, zur Finanzverwaltung, zur Video- und Bildbearbeitung, zum Lernen und nicht zuletzt als Office- und Surf-Rechner zum Einsatz.

Das Medion Akoya P2214 ist kein schlechtes Gerät und für den günstigen Preis von 349 EUR eine gute Wahl. Es besitzt dem Preis entsprechend einige Nachteile, wie z.B. die doch recht labbrige Tastatur, einen nicht sehr flotten Atom Prozessor, einen microSD-Kartenleser, der nur USB 3.0 beherrscht und nicht zuletzt auch Probleme mit Ghosting beim Display.

Ich hatte sehr viel über Convertibles recherchiert und mir wurde schnell klar, dass leistungsfähige Geräte ein kleines Vermögen kosten. Egal ob Microsoft Surface Pro 3, Lenovo Yoga 2 oder 3 oder das Dell Inspiron 7000. Man ist fast immer ab ca. 800 EUR aufwärts dabei. Dennoch fehlt es den meisten der teuren Geräte an Konnektivität. Meist gibt es nur einen einzigen USB Anschluss, der zudem oft noch zum Laden verwendet wird. Ich verstehe bis heute nicht, wieso viele dies als Vorteil sehen. Mir ist ein separater Ladenschluss wie bei herkömmlichen Notebooks wichtiger, da das Laden darüber meist viel schneller von statten geht, als über den USB-Anschluss. Lediglich die Nutzung einer mobilen Powerbank ist als Argument denkbar. Nur ist damit wieder zusätzliches Gewicht verbunden.

So kam es, dass ich an einem der letzten Wochenenden beide Geräte auf dem Tisch liegen hatte und damit genug Gelegenheit, sie miteinander zu vergleichen und die Entscheidung für das Aldi Medion Akoya P2214T fiel.

Weshalb ich nun vom Medion P2214T auf das Lenovo ThinkPad Helix umgestiegen bin, wird sich beim Lesen dieses Blogbeitrags schnell aufklären.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist im Vergleich zum P2214T erst einmal ernüchternd gering. Alles ist gut verpackt und Tablet-Einheit und Tastatur-Dock befinden sich als 2 getrennte Einheiten im Karton. Nachdem man die Tablet-Einheit und das Tastatur-Dock aus dem Karton befreit hat, finden sich eine Kurzanleitung und ein Adapter von Mini-DisplayPort auf VGA. Etwas ungewöhnlich, aber vor dem Hintergrund im Business normal, denn viele arbeiten noch mit VGA-Umschaltern, wenn mehr als ein Rechner an einem Monitor betrieben werden. Der Digitalisierstift ist separat verpackt.

Technische Daten und Leistung

Obwohl es sich eigentlich um ein Auslaufmodell handelt, ist diese Variante des Lenovo Helix lt. Karton im Dezember 2014 produziert worden und unterscheidet sich etwas von der ursprünglichen Konfiguration bei Erstvorstellung:

  • Betriebssystem: Windows 8 Pro 64-Bit-Edition
  • Prozessor / Chipsatz: CPU: Intel Dual Core i5 (3. Gen.) 3337U / 1.8 GHz Max. Turbo-Geschwindigkeit: 2.7 GHz
  • Speicher RAM: 4 GB ( mitgelieferter Speicher ist angelötet ), nicht erweiterbar, DDR3L SDRAM, Geschwindigkeit: 1333 MHz / PC3-10600
  • Hauptspeicher: 128 GB SSD, Schnittstelle: SATA 6 Gb/s
  • Display Typ: 29.5 cm ( 11.6″ ) – IPS (10-Punkt-Multi-Touch), Auflösung: 1920 x 1080 ( Full HD ), 16:9
  • Besonderheiten: Umgebungslichtsensor, VibrantView, glänzend, Corning Gorilla-Glas, WideView, One Glass Solution, 10-Punkt-Multi-Touch
  • Grafikprozessor: Intel HD Graphics 4000
  • Kameras: Auflösung (MP): 5 Megapixel (Rückseite), 2 Megapixel (Vorderseite)
  • Ton: Stereolautsprecher , Stereo-Mikrofon
  • Tastatur: Digitalisierer, Touchpad, TrackPoint, Digitalstift liegt bei
  • Kommunikationsformen: Drahtlos: 802.11n, Bluetooth 4.0 Drahtlos-Controller: Intel Centrino Advanced-N 6205S mit 3G UND UMTS (D.h. GPRS, WCDMA, HSPA, HSPA+)
  • Navigation mit GPS
  • Akkus: 2 Stück (Einer im Dock, einer im Tablet), Betriebszeit: Bis zu 6 Stunden im Tablet, 10 Stunden gesamt
  • Schnittstellen: USB 2.0 ‘ Mini DisplayPort ‘ Kopfhörer-/Mikrofonkombinationsbuchse ‘ Dock ‘ 2 x USB 3.0 ( am Tastatur-Dock ) ‘ Mini DisplayPort ( am Tastatur-Dock )
  • Gehäusematerial: Polykarbonat-ABS, Magnesiumlegierung
    -Sicherheit: Trusted Platform Module (TPM 1.2) Security Chip
  • Zubehör im Lieferumfang: Enthaltene Kabel: Mini DisplayPort-VGA-Kabel; Netzteil
  • Gewicht: Tablet: 858 Gramm (Nachgewogen), Gesamt 1,7 kg

Im Lenovo Helix werkelt mit dem mobilen i5-Prozessor, trotz 3. Generation, eine wesentlich flottere CPU. Die SSD ist im Vergleich zu den eMMCs in vielen anderen Modellen deutlich schneller im Datendurchsatz und austauschbar.

ssd lenovo helix benchmark

Zudem ist ein Wacom-Digitizer verbaut. GPS und 3G gehören ebenfalls zum Standard. Auch wenn es sich nur um 3G und nicht 4G (LTE) handelt, sind dank UMTS (HSPA) immer noch sehr schnelle Datenraten von über 20 MBit möglich. Zudem bekommt man mit Windows 8 Professional ein deutlich umfangreicheres  Windows mit dem BitLocker, EFS oder Hyper-V Virtualisierung nutzbar sind. Mit letzterem kann man z.B. ein virtuelles Ubuntu Betriebssystem innerhalb von Windows 8 Professional installieren.

Verarbeitungsqualität und Design

Da das Lenovo Helix ursprünglich in der niedrigsten Konfiguration nicht unter 1700 EUR zu haben war, ist klar, dass es sich hier um ein hochqualitatives Business Convertible handelt.

Lenovo Thinkpad Helix

Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Die Tastatur gibt nicht nach wie beim Medion P2214T. Auch das Touchpad und der rote Trackpoint, der als Mausersatz dient, sind absolut angenehm zu bedienen.

Lenovo Thinkpad Helix

Das war auch der Punkt, wo mir klar wurde, dass ich das ALDI Gerät wieder zurückgebe. Der Dockmechanismus ist ähnlich dem von Medion, allerdings kann man hier das Tablet verkehrt herum aufsetzen und es so wieder schließen und das Gerät auch mit Tastatur als Tablet benutzen. Es ist dann zwar schwerer, aber im Zug oder Bus finde ich das praktisch, da man es dann auf den Schoß legen kann.

Lenovo Thinkpad Helix

Die Verarbeitung dieses Mechanismus wirkt wesentlich besser als beim Medion Convertible. Hier wackelt es bei weitem nicht so viel und das Scharnier besteht zudem aus Metall.

Der Öffnungswinkel ist mit 115 Grad nicht sehr groß, was auch von Kritikern bemängelt wurde. Wenn man aber nicht gerade im Stehen davor arbeitet, ist das aufgrund des sehr guten Blickwinkels kein Problem.

Lenovo Thinkpad Helix

Die Rückseite der Tablet-Einheit ist absolut fest und es lässt sich nichts eindrücken. Dies mag zunächst verwundern, da man äußerlich viel Kunststoff erkennt. Tatsächlich besteht der Rahmen aus einem Magnesium und bei den Kunststoffen handelt es sich um Carbon- und Glas-Fiber-Material.

Ausstattung und Konnektivität

Hier ist das Lenovo Helix für seine Größe sehr gut ausgestattet. Wie das P2214T enthält es 2 USB-Buchsen im Tastatur-Dock, aber im Gegensatz zum Medion Convertible handelt es sich  bei beiden Anschlüssen um USB 3.0 Anschlüsse. Dafür befindet sich in der Tablet-Einheit nur ein USB 2.0 Anschluss und ein Kartenleser ist gar nicht vorhanden.

Lenovo Thinkpad Helix

Die hinten liegenden USB-Anschlüsse sind manchmal etwas unpraktisch, wenn man z.B. mit dem Gerät auf dem Schoss arbeitet.

Zum Anschluss an den PC-Monitor setzt Lenovo auf gehobene Standards. Daher findet man keine Multimedia-Anschlüsse wie HDMI, sondern Mini-DisplayPort-Anschlüsse. Die gibt es gleich doppelt, einen im Tastatur-Dock und einen in der Tablet-Einheit. Die DisplayPort Schnittstelle ist der HDMI-Schnittstelle weit überlegen. Sie ermöglicht höhere Auflösungen, größere Kabellängen und höhere Datenraten. HDCP ist aber ebenfalls möglich, genauso wie alle wichtigen Tonstandards. Der Anschluss an einen TV mit HDMI-Anschluss ist jedoch kein Problem, wenn man sich für wenige EURO einen passenden Adapter besorgt:

Da Tablet-Einheit und Tastatur-Dock jeweils einen eigenen Akku besitzen, befindet sich dort auch jeweils ein separater Ladeanschluss für das beiliegende Netzteil.

Alle Anschlüsse in der Tablet-Einheit lassen sich nur im abgedockten Zustand benutzen, da sie sich  an der Unterseite befinden.

Lenovo Thinkpad Helix

Dort sieht man auch den kleinen Einschub für eine SIM-Karte. Wer eine Micro-SIM besitzt, braucht noch einen zusätzlichen Adapter.

Display und Touchscreen

Das Display bildet Farben sehr natürlich ab und die Blinkwinkelstabilität ist IPS-Panel-typisch sehr gut. Selbst wenn man ganz von der Seite darauf schaut, nehmen Helligkeit und Kontrast nur wenig ab. Das befürchtete Ghosting konnte ich bisher überhaupt nicht feststellen.

Durch Einsatz von Corning Gorilla Glas sollte das Displayglas demnach recht stabil und kratzfest sein. Daher liegt hier auch nicht, wie beim Medion, ein Schutzvlies bei, welches man beim Transport zwischen Display und Tastatur legen muss.

Die Bedienung des Touchscreens mit dem Finger funktioniert tadellos. Es reagiert auch zuverlässig bei einer Berührung in den Randbereichen. Neben den Fingern ist dank des Wacom Digitalisierers auch die Stiftbedienung möglich.

Lenovo Thinkpad Helix

Beim Acer Switch 10 kam ich damit weniger gut klar, so dass ich hier keine großen Erwartungen hatte. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Das Schreiben funktioniert hier wirklich fast wie auf Papier und dank der 256 Druckstufen, ist die Schrift auch vergleichbar mit Handschrift, wo die Strichstärke auch druckabhängig variiert. Mit OneNote lassen sich so wunderbar handschriftliche Notizen erstellen. Im Vergleich zum Medion P2214T wird beim Lenovo Helix der Stift in der Tablet-Einheit untergebracht. Da gehört er m.E. auch hin.

Das Display spiegelt stark, leider, wie auch die meisten anderen seiner Art. Damit muss man wohl leben. Dafür ist die Helligkeit relativ hoch einstellbar, so dass man diesen Nachteil im Freien einigermaßen kompensieren kann.

Bedienung

Die Bedienung des Lenovo Helix macht einfach nur Spaß. Egal, ob man mit der Tastatur schreibt oder den Digitalisierstift benutzt, alles reagiert zuverlässig und präzise. Als Mausersatz kenne ich schon lange den kleinen, roten Trackpoint, eine Art Mini-Joystick, der die Maus druckabhängig bewegt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr missen. Das Touch-Klickpad mag den ein oder anderen stören. Ich machte damit schon beruflich beim Lenovo L540 Bekanntschaft und hatte es schon einige Male verflucht. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und wenn man es einmal beherrscht, damit zu arbeiten, ist es auch kein Problem mehr.

Das Ausdocken des Tablet ist trotz fehlendem Magnetverschluss einfach: Nachdem man den kleinen Schieber an der Seite eindrückt, kann man das Tablet abnehmen, auch ohne vorher “Sicher Hardware entfernen” auszuwählen. Beim  Einsetzen genügt ein geringer Druck und schon sitzt es wieder fest. Da die Tastatur-Dock 2 identische, gegenüberliegende Kontaktbuchsen besitzt,

Lenovo Thinkpad Helix

kann das Tablet auch um 180 Grad versetzt aufgesteckt werden, so dass man ein riesiges Tablet mit darunter liegender Tastatur hat. So muss man nicht umständlich die Tastatur irgendwo verstauen, wenn man nur das Tablet benutzen möchte.

Da man die Tablet-Einheit völlig autark benutzen kann, ist die Verwendung an einem USB-/HDMI-Monitorumschalter mit einer vollwertigen Desktop-Tastatur und einem externen Monitor kein Problem. So nutze ich z.B. zu Hause oft nur das Tablet, welches über einen USB-Hub an meinem USB-Tastatur- und USB-HDMI-Monitorumschalter angeschlossen ist.

Einrichtung

Da noch Windows 8 Professional installiert ist, sollte zunächst das 3,6 GB große Update auf Windows 8.1 durchgeführt werden.

Ein BIOS-Update kann auch nicht schaden.

Dazu kann man sicher das ein oder andere SW-Tool entfernen. Norton Antivirus lief bei mir nicht sauber und brachte ständig Fehlermeldungen. Da mir auch nicht klar war, ob es sich um eine Testversion handelt, deinstallierte ich es. Der Windows Defender sollte ausreichen. Office 365, welches ca. 360 MB benötigt, kann man ebenfalls getrost entfernen.

Da man mit Windows 8.1 Professional auch die Möglichkeit der Festplattenverschlüsselung mit Bitlocker erhält, nutzte ich diese auch, da dies auch hardwareseitig unterstützt wird und die Performance darunter nicht merklich leidet.

Variabilität

Hier befinden wir uns in der Domäne eines Convertibles. Es soll in allen möglichen Positionen nutzbar sein.

Lenovo Thinkpad Helix

Das Lenovo Helix besitzt zwar kein 360° Scharnier, dafür kann man aber das Tablet um 180 Grad versetzt andocken. Entweder als Big-Size Tablet oder

Lenovo Thinkpad Helix

im ZeltmodusLenovo Thinkpad Helix

oder klassisch mit dem Tastatur-Dock als Ständer, wie bei einem digitalen Bilderrahmen:

Lenovo Thinkpad Helix

Beim Medion P2214T funktioniert der Lagesensor nur im ausgedockten Modus. Das Lenovo Helix dreht den Bildschirm immer mit, egal ob das Tablet eingedockt ist oder nicht.

Klang

Die kleinen Lautsprecher, die sich unten am Tablet befinden, erkennt man zwar kaum, aber sie klingen wesentlich besser, als die bisher von mir getesteten. Die Basswiedergabe ist nicht sehr stark, aber der Raumklang und die Kanaltrennung sind extrem gut.

Akkulaufzeiten

Ähnlich wie beim Medion P2214T, sind auch beim Lenovo Helix 2 Akkus verbaut. Einer in der Tablet-Einheit und ein anderer im Tastatur-Dock. Auch hier besitzt der Akku in der Tablet-Einheit eine höhere Priorität und wird zuerst geladen. Damit aber nicht genug. Selbst wenn man gerade kein Ladegerät zur Hand hat, wird der Tablet-Akku beim eindocken vom Akku aus dem Tastatur-Dock geladen, solange dieser noch genug Kapazität besitzt. So dient der Tastatur-Dock sozusagen als mobile Powerbank.

Bisher schaffte der Akku bei mir im Mischbetrieb ca. 9 Stunden. Dabei entfallen ca.  5 Stunden auf das Tablet.

Ich  habe herausgefunden, dass es auch die Möglichkeit gibt, den Akku über eine mobile Powerbank zu Laden:

Mit dem passenden Adapter

kann man das Lenovo Helix ca. 2 Mal unterwegs aufladen.

Kann bzw. konnte ich meinen Desktop oder mein Notebook ersetzen?

Das konnte ich schon mit dem Medion P2214T bejahen, da für die wenigsten meiner Aufgaben, wie Briefe schreiben, Surfen, einige Bilder bearbeiten, ein leistungsfähiger HighEnd Rechner nötig ist. Selbst auf dem Medion P2124T lief meine Sample Software problemlos. Da das Lenovo Helix deutlich leistungsfähiger als ein Acer Switch 10 oder Medion Akoya P2214T ist, sollte der Notebookersatz kein Problem sein. Lt. diverser Tests wären auch ältere Spiele in niedrigen Auflösungen spielbar.

Tipps & Tricks

Zusätzliche Infos:

Es gibt ein Servicehandbuch welches man hier findet. Dort ist genau beschrieben, wie man Festplatte oder Akku austauschen kann.

Ubuntu auf dem Helix:

Man kann Ubuntu installieren. Bei mir war die Installation der Version 14.10 kein Problem. Out of the Box funktioniert schon recht viel, aber nicht alles.  Eine Bildschirmtastatur konnte ich z.B. nicht finden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Installation.

  • Auf USB-Stick installieren bzw. von USB-Stick starten: Dazu muss man das ISO-Image auf einen USB-Stick bringen. Mit dem Tip bei chip.de bekam ich das problemlos hin.
  • Direkt auf Festplatte parallel zu Windows installieren: Habe ich noch nicht probiert.
  • Unter Hyper-V installieren: Meine bevorzugte Installation und funktioniert unter Windows 8.1 Professional reibungslos. Hierzu muss man die Virtualisierungsoptionen im BIOS freischalten und kann danach Hyper-V unter “Programme und Features” nachinstallieren.

ubuntu hyper-v lenovo helix

Mehr Speicherplatz auf der SSD erhalten:

Es gibt zahllose Partitionen unter Windows 8 und speziell bei Lenovo sind es mindestens 6 davon. Bei einer davon, handelt es sich um eine Wiederherstellungspartition von ca. 12 GB Größe. Wenn man unter Windows nach “Wiederherstellungslaufwerk erstellen” sucht, bekommt man die Option angeboten, die Wiederherstellungspartition auf einen USB-Stick zu verschieben. Dieser muss komplett frei sein, da er als Boot-Medium konfiguriert wird. Sobald alle Daten darauf kopiert wurden, bekommt man angeboten, die Wiederherstellungspartition zu löschen. So hat man 12 GB mehr freien Speicher.

Laute Lüfter:

Anfangs waren meine Lüfter ständig im Betrieb. Aber nach einem BIOS Update laufen sie kaum noch und wenn, sind sie kaum zu hören. Wer dennoch Probleme hat, kann sich das Tool TPFan Control hier herunterladen (Version 0.62). Damit kann man den Lüfter des Lenovo Helix über eine INI-Datei steuern, d.h. man kann genau vorgeben, bei welcher Temperatur der Lüfter in welcher Lüfterstufe aktiv sein soll. Eine genaue Beschreibung findet man hier im eigenen Wiki-Artikel. Es gibt auch noch andere Tools. Eine Übersicht erhält man hier.

Multimonitorbetrieb/Dockingstation:

Da ich an einem meiner Arbeitsplätze noch alte 19“ Monitore mit VGA Anschluss und DVI-Eingang betreibe, war es für mich natürlich interessant herauszufinden, ob man die fehlenden Anschlüsse kompensieren kann. Die Antwort lautet ja, man kann. Mit dem Etekcity USB-to-VGA/DVI/HDMI-Adapter konnte ich problemlos einen Monitor mit VGA- oder DVI-Eingang anschließen.

Ebenso kann man auch die reine Tablet-Einheit über den USB 2.0-Anschluss an einen Hub anschließen und so ebenfalls mit dem Umschalter an einem „normalen“ Monitor und einer „normalen“ Tastatur betreiben, wie einen gewöhnlichen Desktop-Rechner, nur mit etwas weniger Leistung. Spinnt man den Gedanken jetzt weiter und sucht ein wenig im Netz, findet man auch die ein oder andere USB-Docking-Station mit integriertem VGA-/DVI-/HDMI-/LAN/USB-Hub, so dass man diese einfach nur in einen der USB-Ports steckt und sofort alle Verbindungen zur Verfügung hat.

Aktuell verwende ich z.B. einen solchen Hub mit 3 USB-Anschlüssen und einem LAN-Anschluss.

HooToo® USB 3.0 3 Port Hub Netzwerkadapter für Notebooks, Ultrabooks und Tablets

Preis: EUR 27,99

4.7 von 5 Sternen (862 Kundenrezensionen)

3 gebraucht & neu schon ab EUR 27,99

Fazit

Das Lenovo ThinkPad Helix ist für mich die berühmte, eierlegende Wollmilchsau und es macht mir unheimlich viel Spaß, damit zu arbeiten. Man kann es als Tablet benutzen, als Notebook mit Tastatur, als digitalen Bilderrahmen, als Desktop-PC über Umschalter. Aufgrund des recht geringen Gewichts lässt es sich zudem überall einsetzen. Ich habe es fast immer bei mir. In öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Hause auf der Couch zum Surfen, als Medienzentrale für den Fernseher, als Desktop- und Notebook-Ersatz in meinem Büro, im Urlaub oder bei Freunden, um schnell mal ein paar Bilder zu zeigen. Durch seine kompakten Abmessungen und Konvertibilität, lädt es gerade dazu ein, überall eingesetzt zu werden. Nicht zuletzt kommt es natürlich auch in Verbindung mit meinem Digitalpiano als digitale Samplestation zur Anwendung.

Zudem stimmten bei mir Preis und Leistung. Derzeit kostet es mit ca. 699 EUR deutlich mehr, als ich gezahlt habe, aber es lohnt sich, den Preis zu beobachten, da es sicher auch wieder güsntiger zu haben sein wird.

Fakt ist, dass die wenigsten Nutzer selbst dieses Notebook wirklich voll auslasten können, so dass es schon für viele ein Desktop- und Notebook Ersatz sein kann, sofern man keine aktuellen Spiele nutzt oder keine Profi-Videobearbeitung betreibt mit z.B. Tools von Adobe.

Daher kann ich dieses Notebook fast uneingeschränkt empfehlen.

GD Star Rating
loading...
GD Star Rating
loading...