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Rügen: Reisebericht mit vielen Bildern

Bereits letztes Jahr fiel die Entscheidung, den diesjährigen Urlaub auf Rügen zu verbringen. Meine bisherigen Urlaubserfahrungen mit der Familie beschränken sich auf viele Reisen an die Nordsee, den Timmendorfer Strand, den Starnberger See und Bodensee. Daneben habe ich auch schon ein paar Städtereisen unternommen wie z.B. nach Berlin, Hamburg oder London und war auch schon in der Türkei.

Da die Große nun schon 19 Jahre alt ist, sollte dies der letzte Familienurlaub werden und in Abstimmung mit Partnerin und Kindern, wurde mein Vorschlag einstimmig angenommen.

Mit 3 Kindern ab 12 Jahren reißt ein Familienurlaub ein beträchtliches Loch in die Kasse. Deswegen kamen Fernreisen auch bisher nicht in Betracht, da für 2 Wochen mit Übernachtung in einem ordentlichen Hotel mindestens 4000 EUR zu veranschlagen sind. Außerdem finde ich, dass man in Deutschland auch einen schönen Urlaub verbringen kann, sowohl am Meer als auch in den Bergen – wenn das Wetter mitspielt.

So war klar, dass wir uns in Rügen eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus mit mindestens 3 Zimmern anmieten wollten. Nach langer Suche schien der kleine und beschauliche Ort Glowe im nördlichen Teil der Insel am geeignetsten zu sein, zumal dort die Angebote wesentlich günstiger waren als in den bekannteren Ostseebädern Binz oder Sellin. Dort bekamen wir für knappe 1200 EUR, eine modern eingerichtete 3 Zimmer Ferienwohnung, die nur 50 Meter vom nahezu 8 km langen Strand entfernt war. Der kleine Ort hat gerade einmal 1200 Einwohner und kaum Hotels oder touristische Attraktionen zu bieten und der extrem lange Sandstrand mit einem ausgedehnten FKK Bereich erstreckt sich bis nach Juliusruh, nahe dem Kap Arkona. Hier ist selbst an heißen Tagen kein Gedränge und nach fast 100 Metern reichte mir das Wasser lediglich bis ans Kinn, so dass auch Familien mit kleinen Kindern dort bedenkenlos baden können. Da wir es gerne ruhig haben, und auch den ein oder anderen Ausflug in die Umgebung machen wollten, passte das also sehr gut.

Jetzt hieß es erst einmal zu warten, denn vom Herbst 2010 bis Anfang Juli 2011 war noch lange hin.

Am 2.7 ging es dann los. Die Stauprognosen für die fast 900 km lange Strecke waren nicht sehr gut. Wir fuhren daher schon um 6 Uhr los und kamen nach ca. 11 Stunden und einigen Pausen in Glowe an. Die kürzeste Strecke geht über Kassel, Hannover, Hamburg (A5/A7/A20) und war trotz kritischer Stauprognosen nahezu verzögerungsfrei zu befahren. Lediglich nach der Rügenbrücke in Stralsund dauerte es fast 2 Stunden, bis wir in Glowe ankamen. Hier kann ich jedem nur empfehlen gleich hinter der Brücke auf die Landstraße Richtung Garz/Putbus abzubiegen und ein paar Mehrkilometer in Kauf zu nehmen. Die Strecke durch die dicht bewachsenen Alleen ist zudem deutlich reizvoller als die B96.

Leider war der erste Tag sehr verregnet und auch in Glowe begrüßten uns viele, dicke Wolken. Dennoch packten wir erst einmal die Koffer ins Haus und verschafften uns einen ersten Eindruck von der “Schaabe”, dem langen Sandstrand. Meine neue Kamera bekam jedoch erst am nächsten Tag ihren ersten Urlaubseinsatz:

Die Schaabe in Richtung Kap Arkona

 

Strandkörbe kann man hier für 7 EUR am Tag mieten

 

Ein feiner Sandstrand, aber Algen muss man hinnehmen

 

Ein Blick in die andere Richtung nach Glowe

Nachdem wir am zweiten Tag den Strand und die nähere Umgebung erkundeten, waren wir sichtlich erfreut, dass sogar gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Discounter vorhanden war, der aufgrund der Bäderverordnung sogar sonntags geöffnet hatte.

Glücklicherweise hatten wir uns im Vorfeld einen guten Reiseführer von Marco Polo besorgt, der uns auf allen Ausflügen ein stetiger Begleiter war:

Da wir uns nicht immer selbst versorgten, gingen wir auch das ein oder andere Mal ins  Restaurant oder besuchten einen Schnellimbiss. Besonders gut gefiel mir die kultige Fischbude mit dem Namen “De Rökerkierl”, wo man für 7 EUR eine große Portion leckeren Backfisch mit hausgemachten Kartoffelsalat bekommt. Hier aßen wir einige Male und waren sehr zufrieden. Selbst die Kinder, die eigentlich selten Fisch mögen, waren vom Backfisch sehr begeistert. Diese Empfehlung erkundeten wir eigenständig und wäre es durchaus wert, auch im Marco Polo Erwähnung zu finden. Wir besuchten aber auch das “Fischerhus”, wo ich die Fischpfanne sehr empfehlen kann. Es ist allerdings eher ein teures Restaurant. Daneben gibt es noch einen Italiener, das “La Taverna”. Hier orderten wir einmal eine Pizza zum mitnehmen, die zwar riesig groß war, jedoch geschmacklich und optisch nicht so sehr überzeugte.

Nun aber wieder zu den Ausflügen. Am dritten Tag regnete es leider immer noch und wir entschieden, dass Ozeaneum in Stralsund zu besuchen. So bekam ich auch die Rügenbrücke noch einmal genauer vor die Linse:

Ganz schön lang
und ebenso hoch

Das Parkhaus im Ozeaneum war voll belegt und nachdem ich sehr lange in der Schlange stand, verlor ich die Geduld und fuhr die Straße am Kanal einfach ein paar hundert Meter weiter und fand am Seitenstreifen eine kostenlose Parkmöglichkeit, von der aus man knapp 10 Minuten Fußweg bis zum Ozeanum benötigt. Als wir dann ankamen, war ich ein wenig geschockt:

So lange wollten wir dann doch nicht warten

Die Schlange vor der Kasse war noch länger als die der Autos vor dem Parkhaus und sie wurde auch nach 15 Minuten nicht kürzer. Vermutlich war es drinnen einfach zu voll. Deswegen entschieden wir, stattdessen einen Stadtbummel in Stralsund zu unternehmen, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Wir schauten uns die üblichen Sehenswürdigkeiten an wie z.B. das Rathaus, die Marienkirche, das Dielenhaus, die Fußgängerzone etc. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch ein interessantes, älteres Gebäude, das wohl mal um einen Baum herum gebaut werden sollte und mit allerlei Kleinkram bestückt war. Der Garten erinnerte ein wenig an ein Gruselkabinett und ich konnte bis heute nicht herausfinden, um was genau es sich da handelte. Im Anschluss schlenderten wir noch am Frankenteich entlang, wo wir einen schönen Ausblick auf die Marienkirche hatten. Stralsund ist auf jeden Fall einen Tagesausflug wert, auch bei schlechtem Wetter.

Der folgende Tag sah dann auch in dieser Hinsicht deutlich besser aus. Die Sonne schien durchgehend. So unternahmen wir am Mittag einen Ausflug zu einer der Touristenattraktionen, dem Königsstuhl im Nationalpark Jasmund. Dort kann man die sog. Stubbenkammer besichtigen, die Umgebung der markantesten Kreidefelsen von Rügen. Spaziert man an den Hochuferwegen oberhalb der Kreidefelsen entlang, hat man fast den Eindruck, sich in einem südlichen, mediterranen Land zu befinden und nicht auf Rügen. Hierzu muss man wissen, dass Rügen überwiegend aus Kreidekalk besteht, der vor vielen Jahren an die Erdoberfläche gedrückt wurde. Schon der Maler Caspar David Friedrich war so beeindruckt von den Kreidefelsen, dass er sie in einem Bild verewigte.

Zum Königsstuhl gibt es viele verschiedene Wege. Man kann in der Altstadt in Sassnitz parken und von dort die 10 km zu Fuß unterhalb oder oberhalb der Felsen (oder Beides) gehen oder stellt den Pkw in Hagen ab und nutzt den Bus. Wir nutzen die 3. Möglichkeit, die in unserem Reiseführer empfohlen wurde und parkten in Lohme. Von dort aus gingen wir die 3 km mal am Ufer am steinigen Strand entlang oder oberhalb durch den Buchenwald bis hin zum Königsstuhl. Auch hier konnte ich einige schöne Fotos schießen.

Allerdings war ich zunächst über den hohen Eintritt für die Aussichtsplattform entsetzt: 6 EUR sollte der pro Person kosten. Auch die anderen Besucher auf der Plattform meckerten lautstark darüber. Anstatt zu meckern schaute ich mich also erst einmal um, was denn noch so geboten wurde. Im Hauptgebäude des Nationalparkzentrums wurde ich dann fündig. Neben einem kurzen Film gab es dort auch eine Erlebnisausstellung über mehrere Etagen. Man sucht sich dabei zuerst ein Motto aus wie z.B. Abenteuer, Neugier, Schönheit etc., bekommt einen Kopfhörer, der Texte und Musik je nach Standort entsprechend dem gewählten Motto wiedergibt (der Informationsgehalt ist unabhängig vom Motto) und kann selbständig die Ausstellung erkunden und erfährt eine Menge über die Geschichte und Entstehung der Insel und des Nationalparks. Dabei gibt es unzählige Exponate bis hin zu einem Eisberg zum anfassen. So kann man dort noch Stunden verbringen, wenn man möchte. Berücksichtigt man das Alles, ist der Eintrittspreis dann doch schon gerechtfertigt.

Nachdem wir wieder zu Fuß nach Lohme wanderten, verbrachten wir noch einige Zeit am Strand in Glowe und ich traute mich das erste Mal in das 17-18 Grad kalte Ostseewasser. Es kostet schon Einiges an Überwindung, sich komplett in die Fluten zu stürzen. Ist man erst einmal drinnen in der Ostsee, spürt man die Kälte nicht mehr und das Wasser am Ufer kommt einem sogar recht warm vor, fast wie in der Badewanne ;-)

Nach dem selbst gekochtem Abendessen gab es, wie an jedem sonnigen Abend, die obligatorischen beiden Kugeln Eis im Eiscafé Arkonablick.

Der fünfte Tag, Mittwoch, war wieder sehr bedeckt und wir chillten einfach nur, spielten, lasen und schauten fern, es gab ja auch noch die Frauenfußball WM 2011.

Für den kommenden Tag war ein Ausflug nach Sellin geplant, natürlich mit Besichtigung der Seebrücke und der Wilhelmstraße mit den vielen, schönen Villen. Von dort aus sollte es dann mit dem rasenden Roland nach Göhren und wieder zurück gehen. Beim rasenden Roland handelt es sich ebenfalls um eine der vielen Attraktionen für Touristen. Angetrieben von echten Dampflokomotiven, die sicher nicht besonders umweltfreundlich sind, verkehren die Züge der Bäderbahn stündlich zwischen Putbus und Göhren mit lediglich 30 km/h. Auch hier wird den Touristen wieder kräftig in die Tasche gegriffen. Für die wenige Minuten dauernde Strecke zwischen Sellin und Göhren mussten wir inkl. Rückfahrt mit 5 Personen fast 15 EUR ausgeben. Für die gesamte Strecke wären sogar 74 EUR fällig gewesen, weswegen wir uns auf die günstigste Tarifzone beschränkten. Auch in Göhren ist alles auf Tourismus ausgelegt und nahezu jedes 2. Gebäude in der Fußgängerzone ist ein Restaurant oder Souvenirshop.

Der 7. Tag (Freitag, 08.07.2011) gehörte wieder dem Strand und es war trotz warmen Wetters nicht wirklich viel los. Am nächsten Tag sollte ich die Erklärung dafür finden. Die Wassertemperatur erreichte auch heute kaum die 19 Grad Marke, aber man gewöhnt sich nach einiger Überwindung daran.

Für den Samstag, also Tag 8, planten wir einen Ausflug zum Kap Arkona mit anschließendem Strandbesuch in Glowe, da das Kap Arkona nur wenige Autominuten von Glowe entfernt ist. Da man nicht direkt bis zum Kap Arkona fahren darf, musste man ca. 3 km entfernt davon auf einem großen Parkplatz parken. Manche beschwerten sich auch hier über die Preise (lediglich 3 EUR), aber wenn ich mein Auto in Frankfurt für einen Tag auf einem Parkplatz abstelle, zahle ich ein Vielfaches davon. Die Straße nach Arkona verläuft parallel zur Schaabe und war nahezu durchgehend auf beiden Seiten über mehrere Kilometer voller parkender Autos auf dem Randstreifen. Hier waren also all die Strandbesucher gut verteilt auf 8 Kilometer. Vom Parkplatz fuhren alle paar Minuten umweltfreundliche, gasbetriebene Minibahnen zum Kap Arkona und dem Fischerdorf Vitt. Wir entschieden zu laufen und sahen einige interessante Dinge, die wir auf der Fahrt sicher nicht so wahrgenommen hätten. Angefangen beim Helene-Weigel-Haus bis hin zum letzten Imbiss am Ortsausgang von Arkona, wo es Weizen to go für 1,90 EUR gab. Am Kap Arkona gibt es 2 Leuchttürme und einen Peilturm. Möchte man sie besichtigen muss man in JEDEM Turm 3 EUR bezahlen, d.h. 45 EUR bei 5 Personen für alle Türme bzw. 15 EUR für einen einzigen Turm. Das war uns entschieden zu teuer und hier zählt auch nicht das Argument der Instandhaltung. Es gibt z.B. auf Borkum auch einen Leuchtturm, wo der Zugang nicht einmal die Hälfte davon kostet. Dafür war die Besichtigung des Kap Arkona kostenlos. Es wird auch Nordkap genannt, obwohl es nicht der nördlichste Punkt Deutschlands ist. Hier gingen wir zuerst den Hochuferweg bis zum Abstieg bei Gellort entlang, wo man den Siebenschneiderstein bewundern kann, den viertgrößten Findling Rügens. Direkt am steinigen Ufer wanderten wir – schon von deutlich weniger Touristen frequentiert - bis zur Königstreppe, wo wir wieder hinaufstiegen. Leider konnte ich meine Kinder nicht mehr dazu bewegen, auch noch bis zum Fischerdorf Vitt zu gehen, so dass wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Am Tag 9 erfüllte ich meinem Sohn den Wunsch, endlich einmal nach Binz zu fahren, weil seine Klasse dort im nächsten Jahr die Abschlussfahrt verbringt. Binz ist auch eine typische Touristenstadt im Bäderstil. Der Strand war total überfüllt. Dafür gab es dort schöne Bäderarchitektur zu bestaunen. Parken sollte man am besten auf dem Parkplatz Zentrum. Das ist nicht weit weg und kostet deutlich weniger als an den Parkscheinautomaten. Im Anschluss besuchten wir noch das Hafenfest in Sassnitz. Hier hatte Joey Kelly sein Segelschiff vor Anker liegen. Man konnte dort eine 4 Stunden Tour zum günstigen Preis buchen mit Musikkapelle. Wäre es nicht schon so spät gewesen, hätten wir dieses Highlight gerne mitgenommen.

Aufgrund des schlechten Wetters am Folgetag entschieden wir kurzfristig, einen Ausflug in den Schlosspark nach Putbus zu unternehmen. Das Schloss gibt es allerdings nicht mehr, es wurde von der DDR Führung gesprengt. Der Park selbst besteht aus schönen, alten Bäumen aus aller Welt. Für die Kleinen gibt es auch ein sehr großes Wildgehege. In der Schlosskirche war während unseres Besuches ein umfangreicher Bücherverkauf, d.h. man konnte gegen eine freiwillige Spende gebrauchte Bücher erwerben. Die Länge der Wege im Park beträgt über 10 km, so dass man dort einige Stunden wandern kann. Sehenswert ist auch der sog. Circus, ein Rondell mit einem Obelisken im Zentrum, genauso aufgebaut wie einer der heute modernen Verkehrskreisel, umgeben von zahlreichen klassizistischen Gebäuden, die alle in weiß gestrichen sind. Da der Regen langsam nachließ, fuhren wir noch nach Bergen, um im “Puk up’n Balken” zu Abend zu essen. Dieses gemütliche und liebevoll eingerichtete Restaurant bietet solide Küche zu akzeptablen Preisen. Vorher sahen wir uns aber noch etwas in Bergen um. Für die Kleinen gibt es dort eine Sommerrodelbahn und einen Kletterpark. Gleich daneben besuchten wir den nach dem Historiker und Dichter Ernst-Moritz-Arndt benannten Aussichtsturm, von dem man eine atemberaubende Sicht in alle Himmelsrichtungen hat. Der Eintritt kostete hier übrigens nur 1,50 EUR pro Person. Im Sommer ist es allerdings sehr warm, da der Turm mit einer Glaskuppel abgedeckt ist. Dafür kann man dann auf eine der 3 Aussichtterrassen ausweichen. Auf dem Rückweg schauten wir noch bei der Marienkirche vorbei, dem ältesten Gebäude auf Rügen.

Nach so vielen anstrengenden Ausflügen verbrachten wir am Dienstag ausschließlich am Strand. Das war auch gut so, denn ab Mittwoch sollte es nur noch regnerisch und bedeckt sein. Das Strandwetter war somit endgültig vorbei und am letzten regenfreien Abend erkundeten wir die Landschaft östlich vom Hafen in Glowe und fanden dort völlig unerwartet, ebenfalls einige Kreidefelsen vor.

Der letzte Sonneuntergang
Der letzte Sonnenuntergang
Hier sieht man den Hafen im Hintergrund
Hier sieht man den Hafen im Hintergrund
Auch in Glowe gibt es Kreidefelsen
Auch in Glowe gibt es Kreidefelsen
Der Leuchtturm am Kap Arkona
Der Leuchtturm am Kap Arkona

Die nächsten 3 Tage regnete es überwiegend. So verbrachten wir noch etwas Zeit in Glowe und nutzten die wenigen regenfreien Stunden für einige Spaziergänge. Einen Tag verbrachten wir in Lietzow im Bücherbahnhof. Das ist ein altes Bahnhofsgebäude, das liebevoll mit einer Unmenge an Antiquariat ausgestattet wurde. Sachbücher, Kinderbücher, Thriller, Schallplatten, historische Postkarten, etc. findet man hier in verschiedenen Räumen vor. Alles ist liebevoll ausgestattet mit gemütlichen Sitzecken zum Lesen und wir fanden alle genug Lesestoff für den Rest unseres Aufenthalts und darüber hinaus.

Am vorletzten Tag besuchte ich mit meiner Kleinen noch einmal die Kreidefelsen bei Sassnitz (Die großen hatten keine Lust mehr zum Wandern). Wenn man ganz durch Sassnitz durchfährt in Richtung Altstadt bis hin zum Ortsausgang, gelangt man an einen gebührenpflichtigen Parkplatz, von dem aus man in wenigen Minuten zum steinigen Ufer gelangt. Nach ca. 6-7 km würde man über diesen Weg auch den Königsstuhl erreichen können. Wir gingen nur die Hälfte des Weges, bis fast keine Touristen mehr dort waren und sammelten Treibgut und Fossilien als Souvenir. Teilweise regnete es kräftig und die nicht passenden Schuhe waren weiß mit Kreide bedeckt. Badeschuhe wären eindeutig die bessere Wahl für diesen Ausflug gewesen. Nachdem ich heute las, dass dort ein riesiges Stück Fels aus der Wand herausbrach und immer noch unklar ist, ob nicht doch Menschen verschüttet wurden, bereitet mir das schon ein unangenehmes Gefühl. Meine Fotos sind somit auf jeden Fall einzigartig, da die Felsen so heute gar nicht mehr aussehen.

Für den Tag unserer Abreise wurden Rekordstaus prognostiziert. Wir fuhren wieder relativ früh gegen 6 Uhr los und kamen bereits um 15 Uhr zu Hause an. Staus gab es eine Menge, aber alle auf der Gegenfahrbahn, so dass wir auch die Rückfahrt staufrei hinter uns brachten.

Fazit:

Beim ersten Urlaub auf Rügen möchte man natürlich all die bekannten Touristenattraktionen sehen. Das kann durchaus das Bild von Rügen verfälschen. Deswegen haben wir versucht, die Wege dorthin meist zu Fuß zurückzulegen und entdeckten dabei auch weniger stark von Touristen frequentierte schöne Gebiete. Für einen reinen Badeurlaub ist die Entfernung von nahezu 900 km für viele zu hoch, da man den auch in Holland oder an der Nordsee verbringen kann. Das Wetter war meistens schön und selbst bei stark bedecktem Himmel regnete es nur an einem Tag wirklich durchgehend. Viele Attraktionen wie z.B. Rügenpark, Dinosaurierland, Tierparks etc. sind nur mit kleinen Kindern wirklich interessant und bezahlbar. Insgesamt fand ich es für diesen Sommer mit meist weniger als 20 Grad im Schatten zu kühl und hätte mir wärmeres Wetter gewünscht. Den meisten meiner Familienmitglieder gefielen die Urlaube an der Nordsee besser, insbesondere wegen den Gezeiten. Ich finde jedoch, dass Rügen und die Ostsee auch ihre Vorteile haben. So hat man hier nicht das Problem, bei Ebbe nicht baden gehen zu können und die Landschaft ist wesentlich abwechslungsreicher. Eine Wiederholung wird es in Form eines Familienurlaubs nicht mehr geben, jedoch könnte ich mir vorstellen, Rügen noch einmal im Herbst zu besuchen und die Insel von einer anderen Seite kennen zu lernen, abseits der Ziele, die von Touristen häufig besucht werden.

Zur Nachlese erwarb ich vor einigen Tagen noch einen schönen Bildband zu Rügen. Meine selbst geknipsten Bilder sehen dagegen wirklich schlecht aus:

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