Erfahrungsbericht Testbericht Samsung Galaxy S4 I9505 und Vergleich mit dem Samsung Galaxy S3 LTE I9305

Nachdem ich schon zufriedener Besitzer des Samsung Galaxy S3 LTE i9305 bin und mir ein neues Diensthandy aussuchen durfte, fiel meine Entscheidung auf das aktuelle Samsung Galaxy S4.

Über das Samsung Galaxy S3 LTE hatte ich im vergangenen Jahr schon einen ausführlichen Testbericht geschrieben und einen Vergleich mit dem iPhone 5 durchgeführt. Zudem hatte ich eine Anleitung zum Tausch des Mittelteils erstellt, die sich großer Nachfrage erfreute.

Dieses Mal möchte ich den Vergleich jedoch auf das Galaxy S3 LTE beziehen, da mir das interessanter erscheint, zumal nur das iPhone 5S ein fairer Konkurrent wäre und mir derzeit nicht zur Verfügung steht.

Nicht zuletzt möchte ich auch einen Blick auf die LTE-Leistungsfähigkeit werfen, da ich mittlerweile eine Datenflatrate mit LTE-Option besitze.

1. Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehört alles, was man für den Start so braucht:

  • Samsung Galaxy S4 i9505
  • USB-Ladegerät mit USB Ladekabel
  • Headset mit Zubehör
  • Akku
  • Anleitung

Die Lieferung erfolgt dieses Mal in einem schicken Karton in Holzoptik.

Samsung Galaxy S4Das Smartphone selbst ist von allen Seiten mit Schutzfolie beklebt,

Samsung Galaxy S4so dass es absolut kratzfrei beim Kunden ankommt.

Samsung Galaxy S4

2. Technische Daten

Folgend möchte ich die wichtigsten technischen Daten aufführen. Dazu habe in Klammern und blau einmal die Daten meines Samsung Galaxy S3 LTE dokumentiert, um ein Gefühl für die Weiterentwicklung zu bekommen. Einen solchen Vergleich in der Form auf die wesentlichsten Punkte beschränkt, konnte ich im Netz nicht finden.

  • Maße (HxBxT):  137 mm  x 70 mm x 7,9 mm (136.6 mm  x 70.6 mm x 8.6 mm) (H/B/T)
  • Gewicht: 130 g (133 g)
  • Betriebssystem: Android 4.2.2 (Android 4.1.2)
  • Prozessor: 4 x 1900 Megahertz mit 2 GB RAM (4 x 1400 Megahertz mit 2 GB RAM)
  • Netze: GSM, UMTS, LTE (GSM, UMTS, LTE)
  • max. Bereitschaftszeit/Gesprächszeit bezogen auf 3G: 370 /17 Stunden (511 / 10,5 Stunden) Ohne Nutzung Navigation/WLAN/Spiele/Internet etc.
  • Akkukapazität: 2600 mAh (2100 mAh)
  • Display-Auflösung: 1920 x 1080 Pixel  (5 Zoll) 1280 x 720 Pixel (4,8 Zoll)
  • Bedienung: kapazitiver Touchscreen
  • Anschlüsse: Micro-USB und 3,5 mm Klinke
  • Schnittstellen: WLAN (802.11a/b/g/n/ac), Bluetooth 4.0, Infrarot, NFC (WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth 4.0)
  • GPS (Software): Google Maps Navigation, zus. Navigon Select bei T-Mobile (Die T-Mobile Version ist abgespeckt und beinhaltet keine 3D-Karten oder Spurassistent)
  • interner Speicher: 16-64 GB
  • Wechselspeicher microSDHC mit bis 64 GB
  • SAR-Wert: 0,28 W/Kg (0,342 W/kg) (Beides sehr gute Werte!)
  • E-Mail-Client: POP3/IMAP4 (z.B. für T-Online Posteingang: popmail.t-online.de; Postausgang: smtpmail.t-online.de)
  • Kameraauflösung Vorne: 1920x 1080 Pixel (2 MP)1280 × 960 Pixel (1,3 MP)
  • Kameraauflösung Hinten: 4128 x 3096 Pixel (13 MP) 3264 x 2448 Pixel (8 MP)
  • Videoauflösung: 1920 x 1080 Pixel mit 30 fps
  • Fotoleuchte: ja
  • Mediaplayer (Formate): MP3, M4A, OGG, WMA, WAV, MIDI, 3GP, H.263, MPEG-4, H.264, WMV, DivX, XviD, FLV
  • UKW Radio: nein

3. Die wesentlichen Unterschiede im Blick

Trotz geringerer Abmessungen wurde die Displaydiagonale von 4,8″ auf 5″ erhöht, erkennbar am schmäleren Rand. Die Auflösung beträgt nun Full-HD mit 1920 X 1080 Pixeln. Freilich ist der wahrnehmbare Unterschied zur bisherigen Auflösung bei Videos in 1080p-Qualität gering. Das etwas hellere Display erhöht noch einmal geringfügig die Lesbarkeit bei Tageslicht. Optimal ist die Lesbarkeit dann aber immer noch nicht.

Das Android Betriebssystem ist zwar aktueller als beim S3, hängt aber auch von der Freigabe des jeweiligen Mobilfunkanbieters ab. Spätestens wenn beide Smartphones das in Kürze erscheinende Update auf Android 4.3 erhalten, herrscht hier wieder Gleichstand.

Auch die Auflösung der Kamera wurde massiv gesteigert von 8 MP auf 13 MP. Ob der Pixelwahn wirklich auch mit einer Bildverbesserung einhergeht, muss das Galaxy S4 im Test beweisen.

Dem Quadcore Prozessor wurde noch einmal eine höhere Taktrate von 1,9 GHz spendiert. Ob die ohnehin schon flüssige Bedienung damit noch besser wird?

Trotz höherer Akkukapazität ist die theoretische Standby-Zeit kürzer als beim Samsung Galaxy S3, die Gesprächszeit hingegen, fällt deutlich üppiger aus. Dies sind jedoch nur Herstellerangaben und ein Test unter Realbedingungen sollte deutlich aussagekräftiger sein.

„Totgesagte leben länger“ könnte man denken, wenn man in der Spezifikation die Infrarot-Schnittstelle entdeckt. In der Tat ging der Trend in letzter Zeit eher dazu, diese Schnittstelle wegzulassen. Nun erlebt sie eine Wiedergeburt im Samsung Galaxy S4, was mir nur Recht ist, denn bereits mit meinem Sony Xperia Tablet S nutze ich die Infrarotschnittstelle zur Bedienung meines Heimkinos.

Auch in der Bedienung wurden einige Verbesserungen vorgenommen. Mit Air Gesture lässt sich das Galaxy S4 durch Gesten vor dem Display steuern. Ähnlich wie mit dem Schweben der Maus in Microsoft Betriebssystemen, erhält man mit dem schwebenden Finger Zusatzinformationen, ohne den Touch Screen zu berühren. Mit Smart Pause stoppen Videos, wenn man den Blick vom Display wendet und Smart Scroll soll das Scrollen auf Webseiten nur durch Kopfnicken nach oben oder unten ermöglichen. All diese Features sind zunächst deaktiviert, was vermuten lassen könnte, das Samsung selbst nicht so viel Vertrauen darin hat. Deswegen habe ich auch diese neuen Möglichkeiten ausprobiert, um festzustellen, ob es wirklich die Bedienung erleichtert oder es sich nur um ein verspieltes Gimmick handelt.

Ansonsten sieht die Oberfläche von Android auf dem ersten Blick nicht viel anders aus. In den Einstellungen muss man nicht mehr durch eine lange Liste scrollen, sondern es wurde eine Einteilung in Untermenüs vorgenommen, über deren Sinnhaftigkeit man geteilter Meinung sein kann.

4. Vergleich wichtiger Benchmarks

Ich bin jetzt nicht unbedingt Fan von theoretischen Benchmarks, jedoch kann man damit schon ungefähr ein Gefühl für die Leistungssteigerung bekommen, so dass ich einfach mal ein paar Tests durchgeführt habe.

Quadrant Standard Edition:

Galaxy S3 Benchmark lte

Links sieht man den Benchmark des S4 und rechts den des S3. Der Benchmark des S4 fällt mehr als doppelt so hoch aus. Das kam mir verdächtig vor und bestätigte sich nach etwas Recherche:

Da Samsung im Galaxy S4 einen Benchmark Booster eingebaut hat, sind die Werte mit Vorsicht zu genießen!

Im Vergleich mit gängigen Spielen wie z.B. Need for Speed Wanted konnte ich keinen signifikanten Unterschied feststellen. Mit beiden Smartphones kann ich dieses grafisch anspruchsvolle Spiel ohne Bildruckler flüssig spielen.

4Gmark:

Hierbei handelt es sich um eine Benchmark-App, welche die Netzqualität und Geschwindigkeit testet. Auch hier sind die Werte mit Vorsicht zu genießen. LTE/4G ermöglicht zwar Datenraten von derzeit bis zu 100 MBit/s, jedoch teilen sich die Nutzer einer Funkzelle die Datenrate, so dass die tatsächliche Performance deutlich niedriger ausfallen kann.

Galaxy S3 Benchmark lteMein Samsung Galaxy S3 (rechts) arbeitet zwar im G4-Netz, jedoch ohne vertragliche LTE-Option. Die Geschwindigkeit des S4 (links) im LTE Netz ist fast doppelt so hoch. Das merkt man auch, da der Seitenaufbau beim Surfen im Netz deutlich flüssiger von statten geht.

Der komplette Test mit 4Gmark misst auch die Performance in einer Browsersitzung, wobei hier der Samsung Benchmark Boost aus meiner Sicht keinen Einfluss mehr hat und damit die Werte realistisch sein sollten.

Galaxy S3 Benchmark lteAuch hier schneidet das Galaxy S4 mit 7382 Punkten im Vergleich zum Galaxy S3 mit 4175 Punkten deutlich besser ab.

5. Verarbeitungsqualität und Design

Auf dem ersten Blick könnte man den Eindruck gewinnen, wieder ein Galaxy S2 in der Hand zu halten, da die beim S3 bemängelten Rundungen, die mich nicht gestört haben, etwas kantiger geworden sind.

Samsung Galaxy S4Manche mögen ja die verbauten Plastikteile bemängeln. Das Polykarbonat fühlt sich jedoch nicht billig an und auch wenn man das Gehäuse etwas härter anfasst knarzt und wackelt nichts. Durch die feine Rautenstruktur erhält das S4 noch einmal eine etwas edlere Optik als sein Vorgänger. Je nach Lichteinfall glänzen die Linien etwas metallisch, wodurch das Galaxy S4 auf der Rückseite mehr silbrig als schwarz aussieht.

Samsung Galaxy S4Der seitliche Rahmen sieht sehr metallisch aus, besteht aber doch aus Kunststoff. Lediglich der Einschaltknopf und die Wipptaste für die Lautstärke bestehen tatsächlich aus Metall.

Der Rahmen ist verschwindend schmal geworden, was der Displaygröße zu Gute kommt.

Samsung Galaxy S4Was mir gar nicht gefällt ist, dass die Kamera wieder aus dem Gehäuse steht. Sicher, das ist bei der geringen Dicke nicht zu vermeiden, aber wie schon beim Galaxy S3 geht dies bei einem Sturz auf Kosten des Kameraglases. Daher sollte man sich unbedingt eine Schutzhülle zulegen, bei der das Kameraglas unterhalb der Oberfläche liegt.

Das Abnehmen des Akkudeckels gelingt zwar flott, bringt dann aber doch den Billigplastikeindruck in den Vordergrund. Anfangs hatte ich auch hier Bedenken, dass der durchbiegende Deckel Schaden nimmt, wenn man ihn entfernt. Aber aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit dieser Smartphone-Serie weiß ich, dass die Sorge unberechtigt ist.

Das Display ist mit dem neuen Gorilla® Glas 3 ausgestattet, welches schon bei der Vorgängerversion durch extreme Stabilität glänzte. Zahlreiche YouTube Nutzer haben schon versucht, ihr Galaxy S4 Display mit dem Schlüsseltest zu zerkratzen. Erfolglos.

Das Display selbst ist heller, kontrastreicher, klarer und besitzt eine noch höhere Farbtreue als beim Galaxy S3. Bei Sonnenlicht spiegelt es immer noch stark, was die Ablesbarkeit beeinträchtigt.

Hier einmal alle Galaxy-Smartphones im Überblick. Welches davon sieht am besten aus?

Samsung Galaxy S4 S3 S2 S1So komme ich zu dem Schluss, dass auch das Galaxy S4 trotz Plastikgehäuse sehr gut und stabil verarbeitet ist. Das Design wirkt trotz Kunststoff edel und fühlt sich auch so an.

6. Display

Ich war ja schon vom Display des Samsung Galaxy S3 begeistert, aber das Display des Samsung Galaxy S4 übertrifft die Darstellungsqualität seines Vorgängers noch einmal deutlich.

Bisher dachte ich, auf FullHD verzichten zu können. Aber im Vergleich kann man den Unterschied zwischen 1920 X 1080 Pixel und 1280 X 720 Pixel sehr deutlich erkennen. Der Text ist wesentlich schärfer, weniger verpixelt und die Konturen wirken nicht so verwaschen wie beim Galaxy S3. Das hatte mich bisher nicht gestört, da ich es nicht besser kannte. Lediglich beim iPhone 5 mit dem Retina Display fiel mir auch die bessere Displayqualität auf, aber es gab damals keine Android Alternative. Das Samsung Galaxy S4 kann es nun in Sachen Displayqualität endlich auch mit dem iPhone 5 aufnehmen.

Samsung Galaxy S4Die höhere Ausleuchtung ist im Vergleich (links das S3, rechts das S4) deutlich zu erkennen. Das Super-AMOLED Display zeigt wesentlich sattere, aber auch knalligere Farben und ist noch einmal etwas heller als das Display des Galaxy S3. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist dieser Unterschied aber nur minimal zu erkennen.

Insgesamt übertrifft das Display des Galaxy S4 meine Erwartungen.

7. Inbetriebnahme

Nach Einsetzen der Micro-SIM Karte und dem Akku war das Samsung S4 für den ersten Start vorbereitet.

Bei der Überprüfung des verfügbaren, internen Speichers war ich nicht wenig überrascht, gerade mal nur 9 GB freien Speicher vorzufinden. Tatsächlich ist es so, dass das Samsung Galaxy S4 nahezu 7 GB für das Betriebssystem und andere interne Zwecke verwendet. Ganz schön happig, wie ich finde und 2 GB mehr als beim Galaxy S3, aber dank des MicroSD-Kartenslots kann man günstig um bis zu 64 GB aufrüsten.

Da mir 9 GB entschieden zu wenig sind und ich meine Daten auch auf andere Geräte portieren möchte, besorgte ich mir noch eine günstige 32 GB-Speicherkarte von Transcend:

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Für nicht einmal 20 EUR bekommt man so 32 GB Speicher in guter Qualität, wenn man den 4,6/5 Sternen der Amazon Rezensenten Glauben schenken darf.

Während der Akku aufgeladen wurde konnte ich gleich Einiges ausprobieren, wie z.B. die Prüfung auf neue Updates. Beim S4 handelt es sich um eines der ersten Smartphones, das mit dem neuen Android 4.2.2 Betriebssystem ausgeliefert wurde. Das ist aber schon einige Monate her und so wurde mir auch gleich ein Update angeboten, welches jedoch nicht die Android Version erhöht hat. Da es nur ca. 40 MB groß war handelt es sich wahrscheinlich um ein betreiberspezifisches Update von T-Mobile. Veränderungen konnte ich keine feststellen.

Obwohl es sich bei mir um ein gebrandetes T-Mobile Gerät handelt, merkt man das nur beim Einschalten am T-Mobile Logo und an der ein oder anderen T-Mobile App wie z.B. T-Mobile HotsSpot oder das T-Mobile Kundencenter. Das störte mich aber nicht, da ich diese Apps sowieso nutze und später manuell installiert hätte.

Die Einrichtung von T-Online Mail, Facebook, Google-Account, WLAN-Zugang war in weniger als 20 Minuten erledigt. Dazu noch die fehlenden Apps installiert (aber nicht mehr alle, denn Aufräumen musste auch mal sein) und unnötige Apps wie z.B. Chaton oder joyn deinstalliert.

Der integrierte Videoplayer spielt immer noch alles ab, was ich ihm so an Videos vorlege. Dennoch habe ich den MX Player installiert, weil mir die Bedienung mittlerweile besser gefällt.

Natürlich reichen die vorinstallierten Apps nicht aus und es mussten noch mehr her:

  • AndFTP (Zugriff auf mein Blog)
  • WordPress (Zur mobilen Blogverwaltung)
  • Öffi (Unverzichtbar im öffentlichen Nahverkehr)
  • TuneIn Radio wegen des fehlenden Radiomoduls
  • Dolphin Browser
  • bacoo (Nützlich beim Einkaufen zum Preisvergleich)
  • WhatsApp

Alle Apps funktionieren tadellos, aber auch nicht deutlich schneller als bisher.

Eigentlich wollte ich mit dem Galaxy S4 mein Sony Tablet als Infrarot Fernbedienung für mein Heimkino ablösen. Leider fand ich keine App, die nur einen annähernd so guten Bedien- und Einrichtungskomfort bietet, wie die integrierte Sony App meines Xperia Tablet S.

8. Bedienung im Vergleich zum S3

Auf dem ersten Blick sind die Unterschiede zum Galaxy S3 nicht erkennbar. Beide verwenden Android 4.

Die Unterschiede liegen im Detail und an der Anzahl der Features, bei der das S4 noch einmal kräftig zugelegt hat wie z.B. Air Gesture, Smart Pause und Smart Scroll. Schiebt man die Statuszeile hinunter, sieht man deutlich mehr Menüpunkte, als beim S3. Hinzugekommen sind Screen Mirroring, WLAN-Hotspot, S beam, NFC, Air View, Gesten, Fahrzeugmodus, Smart Stay, Smart Pause, SMart Scroll, Flugmodus und Sync, Ganz schön verwirrend, oder?

Einiges davon ist neu, andere Menüpunkte gab es schon beim S3, nur an anderer Stelle.

Bei NFC handelt es sich um eine neue Schnittstelle. NFC steht für Near Field Communication und wie der Name schon sagt, werden damit Daten auf sehr kurzen Strecken über Funk übertragen, was meist im Zahlungsverkehr zum Einsatz kommt. Diese gibt es auch schon beim Galaxy S3, nur wurde sie hier als Schnellzugriff konfiguriert.

S Beam gibt es ebenfalls schon beim Galaxy S3 und wird zum Austausch von Verbindungsdaten über NFC verwendet als Vorbereitung zur WiFi-Direct Datenübertragung. Dabei handelt es sich um keinen wirklichen Standard, sondern ein von Samsung entwickeltes Feature.

Zur Nutzung des Galaxy S3 oder S4 als Access Point, kann man dies jetzt über den Schnellzugriff aktivieren. Das hatte mir beim Galaxy S3 gefehlt, da ich unterwegs gerne mit meinem Tablet Online gehe und dabei die Mobilfunkverbindung meines Smartphones nutze.

Der Fahrzeugmodus kann nun auch über den Schnellzugriff konfiguriert werden. Dies vermeidet die Notwendigkeit, dass Smartphone während der Fahrt anzufassen, da es z.B. verschiedene Informationen vorliest und sprachgesteuerte Wahl ermöglicht.

Mit Sreen Mirroring lässt sich der Smartphone-Bildschirm per integrierten MHL-Port und bei entsprechendem Kabel auf den heimischen Flachbildschirm übertragen (Bei Samsung TVs klappt das sogar ohne Kabel!):

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Auch hier ist die Integrierung als Schnellzugriff sinnvoll.

Daneben wurden noch zahlreiche andere, bereits bekannte Zugriffe wie Flugmodus, Sync, etc. in das Schnellstartmenü implementiert.

Kommen wir zu den Neuigkeiten. Air View ermöglicht es, mit einem über dem Display schwebenden Finger, zusätzliche Aktionen durchzuführen. Mit der Vorschaufunktion werden so z.B. beim Schweben mit dem Finger über einem Termin weitere Informationen angezeigt. Mit der Webseiten-Vergrößerung wird der Bereich unter dem schwebenden Finger vergrößert. Das funktioniert jedoch nur bei dem integrierten Browser, nicht mit alternativen Varianten wie z.B. Dolphin.

Die Gesten-Funktion ermöglicht das Ausführen bestimmter Aktionen mittels Gesten. So blättert man dann nicht mehr mit einem Wisch über den Screen in einem Album, sondern wischt mit der Handfläche einfach von links nach rechts über dem Display, um zum nächsten Element zu gelangen.

Smart Scroll ermöglicht das Scrollen in Webseiten in Abhängigkeit von der Position des Kopfes. Schaut man nach unten, wird nach unten gescrollt, schaut man nach oben, wird nach oben gescrollt. Leider funktioniert dieses Feature nicht überall. So kann man es bei den meisten alternativen Browsern wie Dolphin etc. gar nicht verwenden und auch bei vielen anderen Listen wie dem Posteingang oder der Kontaktliste funktioniert es nicht.

Mit Smart Pause soll die Wiedergabe eines Videos pausieren, sobald man den Kopf vom Display abwendet. Das funktioniert zuverlässig, sofern man die bereits mitgelieferten Apps verwendet. Bei Verwendung eines alternativen Players wie z.B. dem beliebten MX Player verweigert es seinen Dienst.

Smart Stay gibt es auch schon beim Galaxy S3 und funktioniert relativ zuverlässig. So spart man Energie, da das Display nur solange eingeschaltet bleibt, wie man es anschaut.

Insgesamt haben mich die neuen Features nicht wirklich überzeugt. Sie funktionieren teils nur mit den integrierten Apps und selbst dann nur bei optimalen Bedingungen. Stimmen z.B. die Lichtverhältnisse nicht, ist mit Smart Scroll kaum vernünftig zu arbeiten. Deswegen habe ich alle Features nach einer kurzen Testphase wieder deaktiviert.

Ich finde die Anzahl der Schnellzugriffe etwas überfrachtet. Gerade bei den unausgereiften Gesten-Featues, die man vielleicht nur einmal ausprobiert, hätte man sich das sparen können. So mutiert die Schellzugriffsleiste eher schon zu einer Langsamzugriffsleiste, weil man erst mal durch 21 Menüpunkte scrollen muss. Beim Galaxy S3 sind es nur 10 Symbole. Aus meiner Sicht hätte die Erweiterung auf 15 Schnellzugriffe vollkommen genügt. Dafür gibt es nun die Möglichkeit oben rechts eine Listenansicht zu aktivieren, bei der man dann alle 21 Punkte auf einem Blick sieht.

Samsung Galaxy S4Bei der Kamera wurden neben einer höheren Auflösung auch einige Features implementiert. So lassen sich Front. und Rückkamera zeitgleich benutzen, um z.B. ein Bild des Fotografen mit aufzunehmen. Dazu gibt es noch verschiedene, weitere Effekte und die Möglichkeit, Umgebungsgeräusche zu den Fotos aufzunehmen.

9. Sprach- und Audioqualität

Eine der wesentlichsten Disziplinen eines Smartphones. Man möchte damit ja telefonieren oder Audiodateien hören. Die integrierten Lautsprecher klingen schon sehr gut in Relation zur Größe. Steckt man jedoch das Headset ein, um ein paar Musikstücke zu hören, ist der Klang sehr ernüchternd. Irgendwie fehlt überall der Bass und es liegen klangliche Welten zwischen den kleinen, mitgelieferten In-ear Hörern und meinen bisherigen Hörern. Das hatte ich auch nicht anders erwartet, da es schon beim Galaxy S3 so war.

Für normale Telefongespräche reicht der mitgelieferte Hörer aber aus. Bei dem geringen SAR-Wert von nur 0,28 W/kg darf man aber auch nahezu unbesorgt das Smartphone ans Ohr halten. Da die Größe fast identisch mit dem Galaxy S3 ist, muss man sich beim Telefonieren auch nicht umgewöhnen.

Die Sprachqualität empfinde ich beim S4 subjektiv besser als beim S3, was möglicherweise an der verbesserten Filtetechnologie liegt. Die Stimmen der Gesprächspartner klingen klar und deutlich.

10. Bild- und Videoqualität

Die Bildqualität hat sich gegenüber den Vorgänger Galaxy S3 noch einmal stark verbessert und kommt schon sehr nahe an die von kleinen Kompaktkameras heran. Freilich taugt das Galaxy S4  nicht für schnelle Schnappschüsse, aber bei nicht ganz so flinken Objekten erspart es die Mitnahme einer Kompaktkamera.

Die Farben erscheinen beim S4 etwas kräftiger als beim S3, besonders Hauttöne werden aus meiner Sicht noch etwas natürlicher dargestellt. Besonders stark ist der Unterschied bei wenig Licht wie z.B. in Innenräumen. Hier sind die Bilder des S4 deutlich besser .Trotz der höheren Pixelauflösung bietet das S4 in der 100% Ansicht jerdoch nicht merklich mehr Details als das S3.

Auch mit LED-Licht punktet das Galaxy S4 deutlich vor dem S3. Die Bilder in Innenräumen sind wesentlich homogener ausgeleuchtet.

Videos werden weiterhin nur in FullHD mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Damit lassen sich schon ansehnliche Videos drehen, die selbst auf dem heimischen Flachbildschirm gut aussehen. Meine wenigen Testvideos waren zudem ruckelfrei und ohne Artefakte. Natürlich darf man auch hier bei schlechten Lichtverhältnissen keine Wunder erwarten.

11. Akkulaufzeit

Beim Galaxy S3 stimmten Praxis und Theorie kaum überein. Meine Erfahrungen in den ersten Tagen waren ernüchternd. Meist war der Akku nach 1 Tag intensiver Nutzung leer. Die kurze Laufzeit am Anfang war sicher meinem Nutzerverhalten geschuldet. Schließlich möchte man alles genau ausprobieren und schon alleine deswegen ist natürlich auch die Displaybeleuchtung nahezu permanent eingeschaltet.

Beim Samsung Galaxy S4 ist zwar ein stärkerer Akku verbaut, jedoch benötigt dieses Smartphone aufgrund seiner höheren Leistung auch mehr Energie. So hat das Galaxy S4 bei der Akkulaufzeit nur einen geringen Vorsprung.

Im Dauerbetrieb mit Spielen, WLAN und fast ständig eingeschaltetem Display schaffte das S3 bei mir ca. 6 Stunden, bis der Akku geladen werden musste. Beim S4 machte der Akku nach ca. 7 Stunden schlapp. Natürlich ist das nicht als wissenschaftlicher Vergleich zu sehen. Im Energiesparmodus und mit wenig Internetnutzung schafften beide ca. 2-3 Tage, wobei auch hier das S4 einige Stunden länger durchhielt.

Um es mit einem Zahlenwert auszudrücken, wage ich zu behaupten, dass die Akkulaufzeit des  Galaxy S4 etwa 10 % länger ist als beim Galaxy S3. Für ein Smartphone mit dieser Ausstattung ein durchaus zufriedenstellender Wert.

12. Navigation und GPS

Zur Navigation ist bereits „Google“ installiert. Beim T-Mobile Modell noch zusätzlich „Navigon Select“, eine abgespeckte Navigation des Herstellers „Navigon“ bei der man gegen Bezahlung weitere Features dazu buchen kann wie z.B. die 3D-Navigation oder einen Fahrspurassistenten. Tippt man auf „Navigon Start“ wird man allerdings zunächst aufgefordert, das Kartenmaterial herunterzuladen. Da diese Daten bis zu mehrere Gigabyte groß sein können, benötigt man hierzu eine WLAN-Verbindung. Selbst da dauerte der Download bei mir fast 30 Minuten. Alternativ kann man mit der kostenlosen Software „Navigon Fresh“ die Kartendaten direkt am PC auf eine externe Speicherkarte laden. Die Navigation mit „Navigon“ gefällt mir deutlich besser als mit „Google“. Die Kartenansicht und Sprachausgabe sind bei „Navigon“ ebenfalls besser.

Ich habe Navigon schon auf dem Samsung Galaxy S3 ausgiebig genutzt und konnte keinen Unterschied zum Galaxy S4 feststellen. Das Auffinden der aktuellen Position beim Einschalten von GPS dauert bei beiden Smartphones etwa gleich lang.

13. Nützliches Zubehör

Da gibt es eine ganze Menge Dinge, die man kaufen kann. Nicht alles davon macht aber Sinn. Das erste was ich mir bestellt habe, war eine Silikonschutzhülle, um das Smartphone vor einem Sturz zu schützen, speziell das sehr empfindliche Kameraglas.

Ich kann diese Hülle hier empfehlen, die ich mir mittlerweile auch für mein Galaxy S3 gekauft habe:

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Die Vorteile auf einem Blick:

  • Das Material der Hülle ist so dick, dass es über das Kameraglas hinaussteht. So bleibt dies bei einem Sturz unversehrt.
  • Die Hülle passt wie angegossen und umschließt alle Seiten komplett, inklusive ca. 3 mm auf der Vorderseite, so dass selbst ein Sturz auf das Display meist folgenlos bleibt.
  • Für alle Anschlüsse wie Lautsprecher, Kamera, LED, MiniUSB, Kopfhörer, Infrarot und Mikrofon sind ausreichend große und sehr passgenaue Aussparungen vorhanden.
  • Die Einschalttaste, sowie die Tasten für die Lautstärkeregelungen liegen zwar unter dem Gummi, lassen sich aber leichtgängig bedienen.
  • Die Hülle gast keine unangenehmen Gerüche aus, wie viele Billigmodelle
  • Die Rückseite hat hauchdünne Noppen, die einen angenehmen Grip verleihen, was beim Originalcover nicht so ist.

Weiterhin besorgte ich mir noch eine Tasche mit Gürtelclip und Schlaufe zur Befestigung an der Hose, weil ich es leid war, mein Smartphone unterwegs aus der engen Hosentasche oder meinem Rucksack zu fummeln.

Die Tasche kann mit dem Clip eingehängt oder mittels Gürtel an der Schlaufe befestigt werden, die einen Druckverschluss besitzt. Für optimale Sicherheit kann man auch Clip und Schlaufe gleichzeitig am Gürtel befestigen.

Besonders praktisch ist die schmale Nut unterhalb der Tasche, wodurch man das Smartphone von unten schnell aus der Tasche herausdrücken kann. Selbst mit der Silikonschutzhülle passt das Galaxy S4 noch hinein!

Die Klangqualität des mitgelieferten Headsets ist nicht besonders toll. Bässe sind kaum zu hören und sie klingen irgendwie künstlich. Obwohl dies bei allen In-Ear Kopfhörern ein Problem ist, gibt es bessere, wenn man bereit ist, auf die Steuerung der Lautstärke über den Kopfhörer zu verzichten:

Über ein USB On-the-go Kabel lassen sich sogar externe Laufwerke wie z.B. ein Memory Stick als Datenträger am Galaxy S4 einbinden. Dazu muss der Datenträger aber im Format FAT32 formatiert sein. Danach schließt man diesen an die USB Buchse des USB On-the-go Kabel an und schon kann man auf die Inhalte des Datenträgers zugreifen.

Bei mir funktionierte das folgende Kabel von DELOCK einwandfrei

Wer kein Auto mit Bluetooth Audiosystem sein eigen nennt, kann einen Bluetooth Transmitter zum Anschluss an den Zigarettenanzünder verwenden. Der Technaxx FMT 400 FM Transmitter bietet sogar noch weitere Features wie

  • SD/MMC Kartenslot
  • USB Slot zum Laden
  • Display zur Anzeige des aktuellen Titels
  • Line-In Eingang für externe Geräte
  • Fernbedienung (Könnte man am Lenkrad befestigen)
  • Schwanenhals zur optimalen Positionierung

Die nachfolgende MicroSDHC-Karte leistete schon in meinem Galaxy S3 LTE gute Dienste und läuft auch problemlos im Galaxy S4. Obwohl der interne Speicher 16 GB beträgt, verbleiben davon nur 9 GB, also 2 GB weniger als beim Galaxy S3. Den Rest verbraucht das Smartphone samt Betriebssystem und installierter Apps.

Daher lohnt sich die Aufrüstung um 32 GB mit dieser Karte von SanDisk für günstige 17 EUR:

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Oder sollen es doch lieber gleich 64 GB sein?

Wer hat es nicht schon mal erlebt, dass unterwegs oder im Urlaub der Akku leer und keine Steckdose verfügbar war? Dazu gibt es mittlerweile recht kompakte Lösungen wie den EasyAcc mit 12000 mAh. Da der interne Akku eine Kapazität von 2600 mAh besitzt, kann man mit diesem kompakten Energiepack den Akku des Galaxy S4 nahezu 4 Mal aufladen!

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann sich mit dem numbi-Akku einen etwas stärkeren Energielieferanten besorgen. Mit 2900 mAh und 4,9 !  Sternen bei den Amazon Rezensenten scheint er zu halten, was der Hersteller verspricht.

Wer schon ein Galaxy S3 bzw. Galaxy S3 LTE besitzt, wird keine bahnbrechenden Veränderungen feststellen, bis auf die Kamera und das sehr gute Display. Die neuen Features bei der Bedienung des S4 habe ich mittlerweile nahezu alle deaktiviert, da ich sie nicht mehr nutze. Ebenso enttäuschend ist die Funktionalität der verfügbaren Fernbedienungs-Apps. So vermute ich, dass die Alltagstauglichkeit dieser Neuerungen erst mit der nächsten Generation zu erwarten ist.

Da selbst beim Samsung Galaxy S3 noch eine Unterstützung bis zu Android 5 sicher sein soll, gibt es nicht unbedingt einen zwingenden Grund, vom Galaxy S3 auf das Galaxy S4 zu wechseln.

Steht jedoch die Neubeschaffung eines Smartphones oder der Umstieg von einem älteren Modell an, halte ich das Galaxy S4 für die zukunftssichere und damit auch bessere Wahl und im Augenblick wohl auch das beste Android Smartphone auf dem Markt.

P.S. DAS könnte Euch auch interessieren. Mein Testbericht zur QI Drahtlos Ladestation von Aukey fürs Smartphone.