Erfahrungsbericht zum BenQ W1080ST Kurzdistanz DLP Projektor mit vielen Bildern

Obwohl ich mit den Sony 46NX715 schon einen guten LCD TV besitze, träumte ich schon lange von einem Projektor, um ein wirklich großformatiges Bild ins Wohnzimmer zu zaubern. Bisher waren solche Geräte kaum zu bezahlen und kosteten bei entsprechend hoher Lichtstärke von 2000 ANSI-Lumen und mehr meist einige Tausend EUR. Dies hat sich in letzter Zeit grundlegend geändert. Teilweise sind 3D-fähige FullHD-Beamer schon für wenige Hundert EUR zu haben. Vergleicht man den Preis mit dem, was z.B. ein 80″ Monitor aktuell kostet, liegen dazwischen sprichwörtliche Welten, zudem ein Projektor auch problemlos mehrere 100″ darstellen kann. Warum also viel Geld für einen noch größeren Fernseher ausgeben? Aber zunächst einmal sollte man die Anforderungen klären. In meinem Fall waren diese relativ klar:

  • Große Bilddiagonale von ca. 100 Zoll.
  • Flexibler Einsatz in Wohn- und Schlafzimmer, sowie im Hobbykeller und auch im Garten.
  • Optisch unauffällige Lösung, d.h. kein Beamer mitten im Raum an der Decke und auch keine feste Leinwand, die das Wohnzimmer verschandelt.
  • Anschluss von Spielekonsolen wie z.B. die Xbox360.
  • Möglichst großes Bild bei möglichst kurzer Distanz.
  • FullHD und 3D

Mit einem 46″ LCD TV ist 3D nicht wirklich optimal, wenn man zwischen 3 und 3,50 m entfernt sitzt. Der Effekt verpufft sozusagen, weil der Sitzabstand zu groß ist und selbst wenn man sich nahe davor setzt, fühlt es sich einfach nicht so an wie im Kino. Das Gehirn merkt den Unterschied! Daher war nach ein paar Filmen in 3D auf meinem 47″ LCD die Begeisterung schnell wieder verflogen. Mit der Nintendo Wii und mehreren Spielern ist auch der geteilte Bildschirm bei 4 Spielern bei einem 47″ TV äußerst klein. Auf einer 100″ Leinwand wäre jedes der 4 Spielfenster größer als auf meinem jetzigen LCD-TV! Im Hobbykeller am PC großformatig zocken oder im Schlafzimmer einen Film zu schauen wäre toll, aber dort jeweils einen großen LCD TV hinzustellen eine teure Angelegenheit. So wäre ein Projektor die optimale Lösung, überall im Haus ein tolles Bild mit einer riesigen Bilddiagonalen darzustellen. Ach ja, natürlich gab es auch ein Budget: Der Gesamtpreis inkl. Zubehör durfte 1000 EUR nicht überschreiten! Zuerst kam der wohl beliebteste Projektor am Markt, der BenQ W1070 in Betracht. Dieser hat aber für mich den Nachteil, sehr weit von der Leinwand entfernt stehen oder an der Decke hängen zu müssen. Damit war das Thema Flexibilität nicht abgedeckt. Zufällig fand ich dann heraus, dass das Model W1080ST von BenQ mit dem zuvor genannten nahezu identisch ist, jedoch eine Weitwinkellinse besitzt, die es ermöglicht, den Beamer selbst bei großen Diagonalen, extrem nahe an der Leinwand aufstellen zu können, so dass man sich z.B. mit der Nintendo Wii austoben kann, ohne dass es Schatten auf die Leinwand wirft. Besonders hilfreich für die Berechnung des Abstandes war für mich die Seite von projectorzentral. Hier kann man seinen bevorzugten Beamer eingeben und den optimalen Abstand oder die Größe der Leinwand ermitteln. Damit findet man schnell heraus, welche Leinwandbreite für die gewünschten Räumlichkeiten optimal ist, ohne lange irgendwelche Handbücher studieren zu müssen. Nachdem ich mich ausreichend informiert hatte, bestellte ich mir also den BenQ 1080ST, den derzeit einzigen Beamer mit FullHD, 3D und Kurzdistanztechnik. Da es zu diesem Projektor schon zahlreiche Testberichte mit Messwerten etc. gibt, möchte ich mehr auf meine Erfahrungen eingehen und sehe den Bericht eher als Gesamtprojekt inkl. Dokumentation von aufgetretenen Problemen und deren Lösung.

1. Lieferumfang

Ich bestellte den Projektor bei Amazon, weil er dort am günstigsten zu bekommen. Die Prozedur stellte sich als etwas kompliziert heraus, da der erste gelieferte Beamer schon deutliche Gebrauchsspuren aufwies. Im Zeitalter des flexiblen Widerrufsrechts leider unvermeidlich. Den angebotenen Preisnachlass lehnte ich ab und bestellte ein Austauschgerät, bei dem es sich äußerlich um ein scheinbar neues Gerät handelte. Ein Blick ins Service-Menü zeigte jedoch, dass die Lampe schon einige Stunden im Betrieb war. Schwierig für einen Händler, denn der kann und will ja bei einer Rücksendung nicht unbedingt ins Service-Menü schauen. Also wieder reklamiert und im Hinblick auf die nun nicht mehr gegebene Verfügbarkeit von Ersatzgeräten den angebotenen Preisnachlass akzeptiert. Wie dem auch sei, fühle ich mich bei Amazon als Kunde doch recht gut aufgehoben, da Reklamationen ernst genommen werden und der Support schnell reagiert. Was bekommt man für knappe 800 EUR? BenQ W1080ST

  • Den BenQ W1080ST
  • Beleuchtete Fernbedienung mit Batterien
  • Kurzanleitung
  • Ausführliches Handbuch auf CD
  • Netzkabel
  • KEINE 3 D-Brillen!
  • Eine schöne Tasche zum Transport des Beamers mit Ablagefach für Fernbedienung und Zubehör.

BenQ W1080ST Da die 3D-Brillen selten beim Lieferumfang eines 3D-fähigen Gerätes dabei sind, kann man das auch hier verschmerzen.

2. Technische Daten

Hier erwähne ich nur die wesentlichen Daten, die für mich kaufentscheidend waren und nicht überall unter den technischen Daten gelistet sind:

  • Full HD 1080p
  • 3D inkl. Transmitter
  • Lichtstärke: 2000 ANSI-Lumen
  • Farbrad mit 6 Segmenten (Vermindert Regenbogeneffekt)
  • 2 HDMI Eingänge
  • Mini-USB-Eingang zur Steuerung von Präsentationen mit dem PC
  • VGA-Eingang
  • Komponenteneingang
  • S-Video Eingang
  • FBAS-Video- und Audioeingang
  • Analoger Audioausgang
  • Integrierter Lautsprecher
  • Kurzdistanzlinse
  • Maximale Leinwandgröße: 5,969 m Diagonale bei mind. 5,949 m Abstand (bezogen auf 16:9 Format)
  • 12 Volt Trigger (zur Steuerung von z.B. Beleuchtung)
  • Abmessungen: 31,2 x 24,4 x 10,4 cm
  • Gewicht: 2,8 kg

BenQ W1080ST Ein digitaler, optischer Ausgang für den Ton wäre wünschenswert gewesen. Zudem fehlt im Gegensatz zum W1070 eine Lensshift-Funktion, die ich aber nicht vermisse. Unterschiede zwischen BenQ W1070 und BenQ W1080ST Auf dem ersten Blick scheint der Unterschied nur in der Kurzdistanzprojektion zu bestehen. Es gibt aber noch mehr Unterschiede:

  • Der W1080ST besitzt kein Lensshift!
  • Der W1080ST besitzt eine deutlich größere Projektionsfläche mit einer Diagonalen von 7,620 m bei mind. 4,566 m Abstand (Bezogen auf 16:9 Format)

3. Verarbeitung und Design

Optisch gefällt mir der BenQ W1080ST sehr gut. Gerade wenn man Geräte in schwarzer Klavierlackoptik nicht mehr sehen kann, ist der W1080ST eine richtige Augenweide. BenQ W1080ST Alle Kanten sind schön abgerundet und die silberfarbenen Seitenteile harmonieren sehr gut mit der glänzenden, weißen Oberseite. BenQ W1080ST Die Abmessungen sind sehr kompakt und das geringe Gewicht von weniger als 3 kg kommt dem Wunsch nach Mobilität sehr entgegen. BenQ W1080ST Die Verarbeitung ist trotz ausschließlicher Verwendung von Kunststoffen aus meiner Sicht sehr hochwertig und gelungen. Bei genauerem Betrachten, fiel mir eine Kerbe an der Linse auf:BenQ W 1080ST Ich dachte zunächst an einen Einzelfehler, aber nachdem ich mir eines der Produktbilder auf der Homepage angeschaut habe, konnte ich dort die gleiche Kerbe an der gleichen Stelle erkennen. Auf die Bildqualität hat dies keinen Einfluss, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dadurch Staub in die Linse eindringen kann. Daher habe ich den Hersteller kontaktiert, der sich dieser Fragestellung angenommen hat. Diese Kerbe sei produktionsbedingt und entsteht, wenn der Produktionsroboter die Linse einsetzt und tritt nur bei Kurzdistanzprojektoren auf. Es handele sich weder um einen Serienfehler, noch um einen Defekt und es könne dort auch kein Staub tiefer in das Gerät eindringen. Zudem habe diese Kerbe absolut keinen Einfluss auf die Darstellungsqualität. Mit dieser Aussage kann ich leben. Dass der BenQ W1080ST für den mobilen Einsatz konzipiert wurde, zeigt sich auch im mitgelieferten Zubehör. Eine praktische Tasche erlaubt es, den Beamer überall hin mitzunehmen und ihn bei Nichtgebrauch staubsicher zu verstauen. BenQ W1080ST Praktisch: Die Tasche lässt sich weit öffnen BenQ W1080ST

4. Bedienung

Die Bedienung kann entweder über die Fernbedienung oder über die Drucktasten direkt am Gerät erfolgen. Da man den Raum i.d.R. abdunkeln wird, ist eine beleuchtete Fernbedienung unumgänglich. Der Druckpunkt der Tasten auf dem Gerät selbst, wie auch auf der Fernbedienung ist sehr gut und präzise. Die rote Hintergrundbeleuchtung der Fernbedienung ist gewöhnungsbedürftig und etwas kontrastarm. Die Übertragung der Codes auf meine lernfähige One for All URC 7962 stellte kein Problem dar. So bin ich auch nicht mehr auf die rote Hintergrundbeleuchtung der beiliegenden Fernbedienung angewiesen. BenQ W1080ST Die Steuerung über mein Sony Tablet Xperia S funktionierte ebenfalls auf Anhieb und ohne Schwierigkeiten. Das Menü ist sehr übersichtlich und man findet sich auch ohne Anleitung schnell zurecht. Benq W1080ST Menü Hier können zahllose Einstellungen vorgenommen werden, von der einfachen Einstellung der Helligkeit bis hin zum kompletten Farbmanagement der einzelnen Primärfarben. Benq W1080ST Menü Benq W1080ST Menü Manchmal kann es hilfreich sein, einen Blick ins Service Menü zu werfen. Z.B. um die tatsächliche Nutzungsdauer der Lampe zu ermitteln. Die Werte im Menü können zurückgesetzt werden, die im Service-Menü jedoch nicht. Hierzu navigiert man in das Info-Menü ganz rechts Benq W1080ST Menü und drückt abwechselnd schnell hintereinander Hoch-Runter-Hoch-Runter-Hoch-Runter und dann Enter. Im Punkt 6 des Service-Menüs findet man dann die tatsächliche Betriebsdauer der Lampe, sogar aufgeschlüsselt nach den jeweiligen Betriebsarten wie „Normal“ oder „SmartEco“ Wichtig: Änderungen im Service-Menü können zu dauerhaften Problemen oder Schäden führen. Dafür übernehme ich mit meinem Tipp natürlich keine Gewähr!

5. Aufstellung, Leinwand, Sitzabstand

Die meisten Besitzer befestigen ihre Beamer an der Decke. Je nach Leinwandgröße steht hierfür – abhängig vom Zoomfaktor des Beamers – nur ein bestimmter Bereich zur Anbringung zur Verfügung. Hierzu erst einmal ein paar Grundlagen: Lensshift: Lensshift dient dazu, das Bild nach links, rechts, oben oder unten zu verschieben. Viele preiswerte Beamer besitzen gar kein Lensshift, andere nur die vertikale Lensshift-Funktion oder gar Beides. Keystone-Korrektur: Auch Trapezkorrektur genannt, dient dazu, beim Beamer eine Fehlaufstellung auszugleichen, wenn dieser nicht exakt rechtwinklig zur Projektionsfläche aufgestellt werden kann. Dies erkennt man an einer trapezförmigen Verzerrung  des Bildes. Die Trapezkorrektur wirkt sich negativ auf die Bildqualität aus, da das Bild hierzu umgerechnet werden muss. Bei der Anbringung an der Decke mit einem Deckenhalter wird der Beamer verkehrt herum montiert.

My Wall H16-1WL Deckenhalterung Beamer (Belastbarkeit 15kg, Deckenabstand: 225mm) weiß
Preis: EUR 19,62
9 neu von EUR 19,620 gebraucht
Hier ist eine Lensshift-Funktion besonders wichtig,  da man so den Beamer „grob“ montieren und das Ausrichten auf die Leinwand erst später darüber und in Verbindung mit der Keystone-Korrektur vornehmen kann. Der W1080ST besitzt – im Gegensatz zum W1070 – KEINE vertikale Lensshift-Funktion! Das war für mich kein Problem, da ich den Beamer ja mobil einsetzen und damit nicht an der Decke montieren wollte. Zur besseren und stufenlosen Ausrichtung, besorgte ich mir noch einen passenden Tischhalter, den Vogels EPT 6525, über den ich einen ausführlichen Testbericht inkl. Aufbauanleitung geschrieben habe (Der Aufbau ist nicht ganz trivial). Das erleichtert die Ausrichtung ungemein und sieht auch wesentlich besser aus, als ein Stapel Zeitschriften. Als weitere Einstellmöglichkeiten sind der ausziehbare vordere Standfuß, sowie einer der herausdrehbaren hinteren Füße zu nennen. Damit lassen sich der Projektionswinkel und die Bildhöhe einstellen, falls die Unterlage nicht eben ist. Der richtige Sitzabstand ist natürlich eine nicht zu unterschätzende Fragestellung. Bei einem FullHD-Beamer wird allgemein die 1,5 fache Breite der Leinwand empfohlen, um den Tennisballeffekt zu vermeiden, der zu Verspannungen führen kann, weil man nicht die ganze Leinwand überblickt und den Kopf ständig drehen muss, wie es eben bei einem Tennisspiel der Fall ist. Ich hatte mir zuerst den Beamer gekauft und an einer Wand verschiedene Bildgrößen ausprobiert. So findet sich aus meiner Sicht am besten die richtige Bildgröße. Große Bildschirmdiagonalen wirken in der Theorie schon gewaltig, können einen in der Praxis aber fast schon erschlagen. Ich wollte zuerst eine 3 Meter breite Leinwand ordern, überlegte es mir dann aber nach einigen Tests anders und entschied mich für die Variante mit 2,2 Meter. Da ich ca. 3,5 m von der Leinwand entfernt sitze, war eine Breite von ca. 2,2 Meter optimal für mich. Zudem sollte die Leinwand mobil sein, so dass eine Deckenbefestigung ausschied. Gerade hier ist die Qualität wichtig, denn die Leinwand sollte natürlich auch mehrere Auf- und Abbauten problemlos überstehen. Nicht zuletzt stellt sich noch die Frage des richtigen Formats. 16:9? 21:9? oder 1:1? Wer richtig viel Geld zur Verfügung hat, besorgt sich eine Multiformatleinwand. In meinem Fall, musste ich mich für ein Format entscheiden: 16:9 ist im TV gängig, jedoch besitzen die meisten Blu-rays das sog. Cinemascope-Format 21:9. Zudem muss man sich dann auch die Frage stellen, ob man sich nicht vielleicht gleich einen Beamer besorgt, der auch 21:9 unterstützt. Nur wird es dann richtig teuer. Also schalten wir einen Gang zurück: 21:9 und 16:9 unterscheiden sich bei gleicher Höhe in der Breite, d.h. ein 21:9 Bild wirkt einfach gewaltiger und cineastischer, wohingegen es im Format 16:9 an Breite fehlt. Behält man die Breite bei, muss die Höhe reduziert werden, um das 21:9-Bild auf einer 16:9-Leinwand wiedergeben zu können (Im Kino wird die Höhe beibehalten, die Breite nicht, wie man leicht erkennt, wenn sich zu Beginn eines Filmes im 21:9 Format der Vorhang noch etwas weiter öffnet). Daher erscheinen im 21:9 Format auf einem 16:9 TV oder einer 16:9 Leinwand die schwarzen Balken oben und unten, so wie es früher beim 16:9 Format auf einem 4:3 Röhrenfernseher der Fall war. Am besten für alle Anwendungsfälle ist aus meiner Sicht somit das 16:9 Format. Man kann damit 21:9 oder 4:3 mit Balken darstellen, die man bei Bedarf auch maskieren kann. Um nun den Kontrast möglichst gut hinzubekommen, besitzen hochwertige Leinwände eine Maskierung, d.h. eine 16:9 Leinwand enthält einen schwarzen Rand. Wird nun auf dieser Leinwand ein 21:9 Bild dargestellt, sollte man den Bereich der schwarzen Balken maskieren, damit der Kontrast möglichst hoch bleibt. Dies ist z.B. mit einem entsprechenden Stück dunklen Stoff (Seide) möglich, den man mit einem Magneten an der Leinwand befestigt. Noch ein wichtiger Punkt ist der Gain-Faktor, also die Verstärkung der Helligkeit durch reflektierende Bestandteile in den Leinwandmaterialien. Im 2D-Betrieb reicht bei diesem Beamer ein Faktor von 1,0 völlig aus. Da das Bild im 3D-Betrieb an Helligkeit verliert, gibt es auch Empfehlungen, eine Leinwand mit einem höheren Gain-Faktor von z.B. 1,5 einzusetzen. Ein höherer Gain-Faktor hat aber auch Nachteile. Durch die reflektierenden Materialien, die in solchen Leinwänden eingesetzt werden, verringert sich die Helligkeit je nach Betrachtungswinkel, d.h. das Bild kann an bestimmten Positionen sogar dunkler werden. Da ich häufiger 2D- als 3D-Filme schaue, entschied ich mich für eine Leinwand mit dem Gain-Faktor 1. Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte fiel meine Entscheidung auf die mobile 16:9 Leinwand von Celexon: Sie besitzt ein schwarzes Gehäuse und einen schwarzen Rand, was einem guten Kontrast zuträglich ist. Celexon Stativleinwand Bei einem 21:9 Film richtet man einfach den Beamer neu aus und maskiert oben den freibleibenden Bereich. Fertig. Die Höhe der Leinwand ist variabel und der Aufbau in weniger als einer Minute erledigt: Nach Ausklappen der Füße, zieht man die Leinwand einfach aus und hängt sie oben in die passende Position des Halters.  Image031 Durch die verschiedenen Positionen, kann vorab eine grobe Keystone-Korrektur vorgenommen werden. Wem das nicht reicht, der kann noch eine zusätzliche Halterung mit noch mehr Positionen ausfahren. Zuerst habe ich mich gefragt, wozu das gut ist. Aber wenn man z.B. die Leinwand erhöht aufstellen muss, auf einer Steigung oder man einfach nur auf dem Boden sitzt, kann man die Leinwand kippen und den Beamer etwas schräg nach oben stellen, um ein perfektes Bild zu bekommen, ohne dabei die verlustbehaftete Keystone-Korrektur am Beamer verwenden zu müssen. Leinwand Keystone Celexon Hinten besitzt die Leinwand mehrere Einstellmöglichkeiten. Löst man die Rändelschraube, kann man sie in der Höhe verstellen. BenQ W1080ST Der Aufbau ist somit denkbar einfach: Ständer ausklappen, Leinwand nach oben ausziehen und in den Bügel einhängen, Höhe mit der Rändelschraube einstellen und durch Lösen der Arretierung am Tragegriff ganz nach unten ausziehen und dort in der Position fixieren. Celexon Stativleinwand Ist man fertig, klappt man die Leinwand zusammen und „versteckt“ sie z.B. so wie ich neben dem Schrank an der Wand. Die mobile Leinwand hat noch einen Vorteil. Wie man auf dem Bild sieht, sieht man nichts. Die Front- und Centerlautsprecher befinden sich oben auf der Schrankwand. Mit einer fest installierten Leinwand hätte ich jetzt ein größeres Problem. In diesem Fall nicht: BenQ W1080ST Nachdem die Leinwand etwas eingerollt wurde, blieb genug Platz für die Tonübertragung. Lediglich die Fernbedienung meiner Heimkinokomponenten erwies sich als etwas problematisch, da diese sich immer noch hinter der Leinwand befanden. Zudem lässt sich so auch der Aufstellort des Beamers flexibel wählen. Nach Verschiebung der Leinwand nach rechts, konnte ich den Projektor in gerade einmal ca. 1.60 Meter Abstand Entfernung auf dem Wohnzimmertisch positionieren. BenQ W1080ST Es gibt bei diesen günstigen Leinwänden oft das Problem der sog. Wellenbildung, wenn der Stoff nicht richtig gespannt oder zu dünn ist. Bei mir zeigten sich einige kleine Wellen. Störend wirken diese sich meist nur bei Kameraschwenks aus. Natürlich kann man eine Leinwand deswegen zurückschicken, aber die Erfahrungswerte von Benutzern aus diversen Foren haben mir gezeigt, dass auch Ersatzlieferungen davon betroffen sein können und es in dieser Preisklasse fast schon ein Glücksspiel ist, eine absolut wellenfreie Leinwand zu bekommen. Wirklich wellenfrei ist nur eine von allen Seiten unter Spannung liegende Leinwand wie eine Rahmenleinwand, die man sich auch selbst bauen kann. Celexon Stativleinwand Zieht man die Leinwand ca. 1-2 Stunden vor der Vorführung aus, können die Wellen etwas zurückgehen, da sich das Material dann bereits an die Umgebungstemperatur angepasst hat. Hilfreich kann auch die Anbringung eines kleinen Gewichts sein. Bisher haben mich die noch wenigen, kleinen Wellen kaum gestört und die Leinwand macht insgesamt einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck. Es kommt wie bei vielen solchen Themen auch darauf an, wie man Dinge ausblenden kann oder sich darauf konzentriert. Wenn ich einen spannenden Film schaue, nehme ich weder Wellen noch Geräusche des Projektors war. Das alles ist jetzt sicher nicht extrem professionell, aber in meiner Situation die beste Variante. Sicher kann man einen Beamer an der Decke befestigen, eine Wand entsprechend streichen oder eine passende Leinwand an der Decke montieren. Aber all das geht auf Kosten der Mobilität. Mir war es besonders wichtig, die Leinwand schnell mal in den Hobbykeller oder in das Schlafzimmer oder auf die Terrasse zu schaffen. Dafür braucht man eine mobile Leinwand, deren Tragegestell eine gute Qualität besitzt, so dass ihr auch häufiges Auf- und Abbauen nichts ausmachen.

6. Einrichtung und Anschluss an’s Heimkino

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, der richtige Aufstellort gefunden und die passende Leinwand installiert ist, kommen wir zur Einrichtung des BenQ W1080ST. Viel gibt es dazu aber gar nicht zu sagen, denn der W1080ST liefert dank ISFccc (Imaging Science Foundation) , genau wie der W1070, bereits „out of the box“ ein traumhaft natürliches und kontrastreiches Bild. Der W1080ST stellt automatisch die für den jeweiligen Aufstellungsort passenden Parameter für Kontrast, Schärfe und Farbwiedergabe ein. D.h. anschließen, einschalten, ausrichten und schon kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Das Ausrichten auf dem Tisch war kein Problem, da der Beamer dort schnell rechtwinklig zur Leinwand positioniert werden kann, so dass nur noch eine minimale Keystone-Korrektur nötig war. Der Anschluss an meinen AV-Receiver stellte aber eine kleine Hürde dar, da dieser nur einen HDMI-Ausgang besitzt und der Fernseher ja für das normale Tagesprogramm weiterhin genutzt werden sollte. Ein HDMI-Umschalter eignet sich nur für den Anschluss mehrere Geräte an einen HDMI-Eingang. Möchte man aber mehrere Geräte an einen HDMI-Ausgang anschließen, benötigt man eine HDMI-Matrix, sofern man nicht jedes Mal das Kabel manuell umstecken möchte.

Zur HDMI-Matrix von LIGAWO habe ich einen eigenen Testbericht geschrieben. Der integrierte Verstärker ist besonders bei langen Wegen zum Beamer hilfreich und durch den integrierten Toslink-Ausgang kann man den Ton unabhängig von der Eingangsquelle zum AV-Receiver führen. So machen selbst 2 x 5 Meter HDMI-Kabel, verbunden mit einer HDMI-Doppelkupplung, keine Probleme. Der Beamer selbst hat einen eingebauten Lautsprecher, der sogar erstaunlich gut klingt. Nicht schlechter als in so manchem LED-TV. Der Nachteil eines so hellen Beamers ist natürlich, dass er eine entsprechende Geräuschkulisse verbreitet. Im SmartEco-Modus ist diese noch moderat und nur in leisen Sequenzen wahrnehmbar. Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht: Am Anfang fällt es noch auf, aber spätestens nach 2-3 Filmen höre ich den Beamer nicht mehr.

7. Bildqualität 2D

Ich hatte schon den ein oder anderen Beamer aus der Firma zum Testen zu Hause, wobei auch durchaus hochwertige Geräte dabei waren. Der BenQ W1080ST legt hier definitiv eine Schippe drauf. Wie man auf dem unteren Bild erkennen kann, ist das Bild selbst bei Tageslicht und seitlichem Lichteinfall sehr gut zu erkennen. BenQ W1080STLediglich bei direkter Sonneneinstrahlung, reichen die 2000 ANSI-Lumen des BenQ W1080ST nicht mehr aus, um ein sichtbares Bild zu erhalten. An Public Viewing bei Tageslicht im Garten ist so natürlich nicht zu denken, denn da braucht man Lichtstärken im Bereich von mehreren tausend Lumen. Nicht umsonst werden bei professionellen Events LED-Leinwände eingesetzt. Selbst bei eingeschaltetem Licht war das Bild sogar im SmartEco-Modus noch perfekt zu erkennen. Problematisch ist also wirklich nur Sonnenlicht, besonders wenn es von der Seite und direkt auf die Leinwand einfällt. Der erste Test fand dann auch pünktlich zum Eröffnungsspiel der Fußball WM 2014 statt: BenQ W1080ST Da die meisten TV-Sender noch in 720p übertragen und damit mit einer Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten, ist ein Sitzabstand von 3 Meter hier schon grenzwertig. Hatte ich den Unterschied zwischen HD und FullHD bisher an meinem LCD-TV kaum bemerkt, spielt er hier eine sehr große Rolle, zudem die Technik des Projektors ja auf die native Auflösung von 1920 X 1080 Bildpunkten ausgelegt ist und der Projektor bei 720p entsprechend interpolieren muss. Die Bildqualität selbst hat mich absolut überzeugt. Besonders die vielgelobte Tatsache, dass man für ein natürliches, scharfes, kontrastreiches und plastisches Bild keine Kalibrierung vornehmen muss. Einschalten, Ausrichten und schon hat man ein perfektes Bild, sofern die Lichtverhältnisse passen. Die in einigen Tests beschriebene, ungleichmäßige Helligkeitsverteilung, konnte ich nicht feststellen. Auch die Schärfe ist bis an die Bildränder konstant gleich gut. Das ist auch meinen Besuchern zum Public Viewing positiv aufgefallen! Manche Menschen sind empfindlich gegenüber dem sog. Regenbogeneffekt. Ich hatte mich aber absichtlich nicht über die genaue Erkennung dieses Phänomens informiert, denn dann achtet man besonders darauf. Lediglich nach einigen Bieren während des ersten WM-Spiels sind mir bei schnellen Kopfbewegungen bunte Streifen aufgefallen, bei denen es sich wahrscheinlich um den Regenbogeneffekt gehandelt haben könnte. Ansonsten haben weder meine Besucher, noch ich diesen Effekt wahrnehmen können. Die gute Bildqualität ist unabhängig von der Signalquelle: Selbst Blu-rays mit 24p Material werden in toller Qualität und ohne Ruckeln wiedergegeben. Auch mit meinem SAT-Receiver oder der Xbox360 macht der BenQ W1080ST eine gute Figur. Spielen auf einer so großen Leinwand ist wie der Übergang in eine andere Dimension! Auch die Wii (oder WiiU, wer sie hat) kommt völlig anders zur Geltung, da die kleinen Fenster im Mehrspielermodus so groß wie mein jetziger LCD-TV sind. Allerdings ist die niedrige Auflösung der Wii nur aus sicherer Entfernung zu ertragen.

8. Bildqualität 3D

Ich habe schon einige Filme im Kino gesehen, deren Effekte mich regelrecht überwältigten. Natürlich hatte ich schon versucht, mir auch zu Hause das 3D-Erlebnis zu gönnen. Neben meinem Sony 46NX715 3D-TV, besitze ich mit dem AOC d2757Ph auch einen 3D-Monitor für den PC. Über beide hatte ich ja schon einen ausführlichen Testbericht geschrieben. Der 3D-Effekt beim Sony wird manchmal von Ghosting begleitet, weil die Technik damals noch nicht so weit war. Beim AOC kommen Polfilterbrillen zum Einsatz und die 3D-Technik überzeugte mich da schon mehr. Aber auch beim AOC d2757Ph muss man sich mit Nachteilen abfinden. Der größte Nachteil ist die Größe des Bildschirms, denn gerade bei 3D sollte der Sitzabstand genau passen und aufgrund der Blickwinkelabhängigkeit kann man mit mehreren Zuschauern nicht von 3D-Vergnügen sprechen. Der BenQ 1080ST nutzt entgegen der Technik in den Kinos das Shutterverfahren mit 144 Hz und Triple Flash. Damit werden sozusagen 3 Bilder mit jeweils 48 Hz gezeichnet, zwei davon fürs linke und rechte Auge in einem Puffer, während das 3. quasi schon unterwegs ist. So soll Flimmern vermindert werden. Natürlich braucht man dafür auch spezielle Brillen. Da es keinen Transmitter gibt, wie bei vielen LCD-TVs, wird die 3D-Brille über einen Synchronisationsblitz synchronisiert. Dieser rote Blitz zwischen den Bildern kann sich störend auswirken. Nicht alle Brillen können diesen Blitz vollständig unterdrücken. Darauf sollte man also unbedingt achten. Die originale Brille von BenQ ist nicht ganz günstig und es wird über Synchronisationsprobleme berichtet, so dass ich mich in diversen Foren über einen gleichwertigen Ersatz informiert hatte. Viele Empfehlungen bezüglich Tragekomfort und Bildqualität bekam die „Billigbrille“ G15-DLP: GLP 15 DLP

Besonders auch, da mit dieser Brille der rote Synchronisationsblitz kaum sichtbar ist. Im hifi-forum berichten viele Benutzer positiv über diese Brille, die offensichtlich bessere Eigenschaften als nahezu jede andere Brille besitzt. Deswegen bestellte ich mir gleich einen 3er-Pack. Ich kann die positiven Bewertungen nur unterstreichen. Auch als Brillenträger sind sie angenehm zu tragen und drücken nicht an den Schläfen oder auf der Nase. Lediglich die Steckbügel finde ich nicht so toll, da man diese zum Verstauen in der beiliegenden Tasche erst wieder entfernen muss. Das 3D-Bild ist nicht merklich dunkler als im 2D-Betrieb, was der hohen Lichtstärke zu verdanken ist. Der Vorteil liegt auf der Hand. Eine Leinwand mit einem höheren Gain-Faktor als 1,0 ist nicht unbedingt erforderlich. Die Popout Effekte sind bei einem Sitzabstand von ca. 3,5 m gewaltig und nicht vergleichbar mit dem, was ich auf meinen 3D-TVs gesehen habe. Avatar 3D wirkt hier erstmals so, wie ich es von den vielen Malen im Kino gewohnt war. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass der 3D-Effekt nahezu gar nicht mehr vom Blickwinkel abhängig ist, egal, wo man sitzt oder wie man den Kopf hält.

9. Problembehebungen – Fragen und Antworten

In diesem Kapitel versuche ich, die bei mir aufgetretenen Probleme und deren Lösungen zu beschreiben: Meine 3D-Blu-ray wird nicht erkannt. Es kommt die Meldung, dass kein 3D-fähiges Wiedergabegerät angeschlossen sei: Diese Meldung bekam ich anfangs sofort und habe erst lange hin- und her überlegt. Dann habe ich am Blu-ray Player das Ausgabeformat auf 1080p und 24 Hz eingestellt, was das Standardformat für 3D-Frame Packing auf Blu-rays ist. Dazu musste ich noch den Blu-ray Player neu Starten und im nächsten Anlauf wurden alle meine 3D-Blu-rays erkannt. Probleme mit langen Kabeln: Es wird immer wieder von Problemen mit langen Kabeln berichtet. Diese sind bei mir nicht aufgetreten. Selbst mit 2 x 5 Meter Kabellänge und einer Kupplung, einem AV-Receiver und der Matrix bekomme ich ein einwandfreies Bild. Ich vermute, dass die Kabel verschiedener Hersteller sich doch unterscheiden. Ich habe mit den Kabeln von CSL-Computer bei Amazon gute Erfahrungen gemacht.

Ich nutze auch noch die folgende Kupplung, wenn ich die beiden Kabel verbinde: Meine HDMI-Zuspieler sind noch über ein 1,5 Meter langes Kabel am AV-Receiver angebunden. Der HDMI-Out Ausgang besitzt ebenfalls ein 1,5 Meter langes Kabel zur Matrix. Die effektive Kabellänge beträgt also sogar 13 Meter! Das Bild ist nicht scharf: Generell muss bei jeder Neuaufstellung die Bildschärfe mit dem Schärferegler am Beamer eingestellt werden. Dazu kann man die Test-Taste auf der Fernbedienung drücken. Nun wird ein Testbild angezeigt. Ich hatte anfangs das Problem, dass das Bild nur in der Mitte scharf war, jedoch nicht in allen Randbereichen gleichmäßig. Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Schlecht ausgerichtete Leinwand oder schlecht ausgerichteter Projektor
  • Zoomeinstellung
  • Keystone-Korrektur
  • etc.

Projektor und Leinwand sollten exakt und parallel aufeinander ausgerichtet sein. Wenn möglich, sollte der Projektor so aufgestellt sein, dass man weder die Keystone-Korrektur, noch den Zoom nutzen muss. Dazu noch ein paar Einstellungen im Menü ändern (Quelle: Hifi-Forum): Bildschärfe: 9 Überscan anpassung: 0 Digitaler zoom: aus Schrägposition: aus Bildformat: auto Im Untermenü „Erweitert“ gibt es noch den Menüpunkt „Steuerung Bildschärfe“. Hier den Wert 0 einstellen- Bei mir ist das Bild unter Berücksichtigung dieser Punkte selbst bis in die Ecken hin sehr scharf.

10. Fazit

Für das Komplettpaket mit dem BenQ 1080ST, der Celexon Stativleinwand, den drei 3D-Brillen G15-DLP, einem 5 Meter HDMI-Kabel und der Ligawo HDMI-Matrix habe ich weniger als 1000 EUR bezahlt und bin damit innerhalb meines geplanten Budgets geblieben.

Ich bin mit dem Projektor absolut zufrieden. Die Bildqualität überzeugt mich sowohl in 2D als auch in 3D voll und ganz und Dank der Weitwinkellinse ist der W1080ST in kleinsten Räumen nutzbar. Leinwand und Projektor können nach der Benutzung einfach platzsparend verstaut werden. Für das Public Viewing Erlebnis im Garten taugt der BenQ W1080ST nur bedingt. Lediglich in den späten Abendstunden nach Sonnenuntergang war das Bild ausreichend hell. Für mehr reicht die Lichtstärke nicht aus und ein zu heller Beamer wäre untauglich fürs Wohnzimmer. Es gab einige Hürden zu nehmen, so dass mein Erfahrungsbericht auch etwas umfangreicher geworden ist und so Einsteigern vielleicht auch eine kleine Orientierungshilfe bietet. Für Anregungen und natürlich auch Kritik in Form von Kommentaren bin ich sehr dankbar.