Testbericht Cubot Rainbow 2 mit Bildern und Video

Ich war auf der Suche nach einem Smartphone für meine Freundin, die sich bisher diesem Medium erfolgreich widersetzt hatte. Nun wollte sie es doch versuchen, um zumindest mit der Familie auch über WhatsApp in Kontakt zu bleiben. Das Smartphone sollte ein nicht zu großes Display haben und nur über die nötigsten Dinge verfügen. Leistung, Kamera oder Speicher gehörten zu den weniger priorisierten Themen, dafür eher Bedienbarkeit und Displayqualität. Daher fiel meine Wahl auf das Cubot Rainbow 2.

Lieferumfang – Was bekommt man für knapp 80 EUR?

Die Verpackung macht schon einmal einen edlen Eindruck. Man erhält einen hübschen, goldfarbenen und stabilen Pappkarton.
Gleich nach dem Abheben des Deckels, sieht man sofort das Cubot Rainbow 2, welches gut geschützt in eine stabile Kunststofffolie eingewickelt ist. Darunter befinden sich die weiteren Zubehörteile:
Ein micro-USB-Ladekabel, ein Steckerladegerät und eine Kurzanleitung. Eine Displayschutzfolie ist bereits blasenfrei aufgebracht. Auch die durchsichtige Schutzhülle befindet sich schon am Smartphone.

Technische Daten – Was steckt drin ?

Als Display kommt ein 5″ IPS-Panel mit einer Auflösung von 1280 X 720 Pixel mit einer Pixeldichte von 294 PPI zum Einsatz.
 
Der MediaTek Vierkern-Prozessor MTK6580A  taktet mit 1,3 Ghz und ist nur mit 32 Bit angebunden. Ein LTE Modem ist nicht verbaut und es wird somit nur 3G unterstützt!
 
Mit 1 GB Arbeitsspeicher besitzt das Rainbow 2 relativ wenig Arbeitsspeicher. Sind mehrere Anwendungen geöffnet, kommt das Smartphone schnell an seine Grenzen. Der integrierte Datenspeicher ist mit 16 GB zwar nicht üppig, da Android schon einen Teil davon belegt, reicht aber im allgemeinen locker aus, sofern man nicht zahlreiche Spiele installiert. Immerhin sind fast noch 11 GB für eigene Anwendungen vorhanden.
 
Die Rückkamera ist als Dualkamera ausgeführt und besitzt  13 MP, welche vermutlich interpoliert sind. Die Zusatzkamera verfügt über 2 MP. Damit sind nette Bokeh Effekte möglich, wie man sie von Spiegelreflexkameras her kennt. Aber wie schon beim von mir getesteten Oukitel U20, ist das nur eine Spielerei, da einfach nur der Bereich um eine kreisförmige Mitte unscharf gestaltet wird. Ein recht heller Blitz ist obligatorisch und auch gut als Taschenlampe zu gebrauchen. Die Frontkamera besitzt 5 MP, die vermutlich auch interpoliert sind.
 
Geladen und mit dem PC verbunden wird das Cubot Rainbow 2 per micro-USB-Kabel. Der nicht austauschbare Akku besitzt eine Kapazität von 2350 mAh und wird mit dem beiliegenden Netzteil mit nur maximal 1 A geladen. Mein USB-Powermonitor zeigte aber auch beim Laden mit einem stärkeren Netzteil keinen höheren Ladestrom als 0,9 A an. Damit dauert das Aufladen bis zu 3 Stunden.
 
Als Android Betriebssystem kommt Nougat in der Version 7 zum Einsatz. Das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich und wertet das Smartphone deutlich auf, vor allem im Hinblick darauf, dass bei einer älteren Version eher weniger mit Updates zu rechnen ist.
 
Für die Datennutzung stehen nur die Netze 2G und 3G zur Verfügung, LTE ist nicht mit an Bord. Ob das ein großes Manko ist, wird der Benchmark mit der App „Speedtest“ zeigen.
 
Mit 155 Gramm exkl. Schutzhülle und inkl. Akkku ist das Rainbow 2 recht leicht.
 
Da mir meine Gesundheit wichtig ist, habe ich mir auch die Mühe gemacht, den SAR-Wert nachzuforschen. Dieser Wert gibt die Intensität der Strahlung in Watt pro kg Körpergewicht an. Hier ist Cubot immer  vorbildlich und lässt jedes neue Gerät ausführlich von einem unabhängigen Prüfinstitut testen. Der EU-Grenzwert liegt bei 2 W/kg und den blauen Engel gibt es bei Werten unter 0,6 W/kg. Der SAR Report ist mit 123 Seiten sehr umfangreich. Der Hersteller gibt dort maximale Werte zwischen 0,291 W/kg (Kopf) und 0,738 W/kg (Körper) an, was ein akzeptabler Wert ist.
 
Ansonsten verfügt das Rainbow 2 natürlich über die üblichen technischen Features, wie WLAN, GPS und diverse Sensoren.

Design und Verarbeitung – Kann sich das Cubot Rainbow 2 sehen lassen?

Das lässt sich nur bedingt bejahen. Das Cubot Rainbow 2 sieht schon eher unscheinbar aus und ist mit 8  mm Dicke auch kein Flachmann.
Die mitgelieferte Hülle schützt zwar gut, verstärkt aber den Eindruck. Über die Qualität oder das Material des Display-Glases finden sich keine Informationen. Das Display endet seitlich etwas vor dem Rand und füllt damit das Gehäuse nicht komplett aus.
Der Hersteller wirbt mit einem 2,5D Curved-Design, dass man aber nicht mit dem des Samsung Galaxy Edge vergleichen darf. Tatsächlich sind die Glasflächen am Rand leicht abgeschrägt. Deswegen auch die Bezeichnung 2,5D. Das Display selbst befindet sich jedoch außerhalb des abgeschrägten Bereichs. Beim Galaxy Edge ist auch das Display selbst abgeschrägt, wodurch man hier von einem echten 3D Curved-Design sprechen kann. Es geht also bei 2,5D mehr in Richtung Marketing. Dennoch liegt ein Smartphone mit abgeschrägtem Display besser in der Hand und sieht auf jeden Fall auch besser aus, als eines mit herkömmlichen 2D-Display.
 
Die Tasten zur Bedienung befinden sich nicht im Display, sondern darunter, so dass keine wertvolle Displayfläche verloren geht.
 
Das äußere Gehäuse des Cubot Rainbow 2 besteht komplett aus Kunststoff. Der Power-Button und die Lautstärkeregler befinden sich oben rechts und besitzen einen sehr guten Druckpunkt.
Üblich und praktisch ist eigentlich die Unterbringung der Lautstärketasten auf der linken Seite.
 
Die Gehäuserückseite besitzt einen abnehmbaren Deckel,
hinter der sich neben dem fest verbauten Akku auch die separaten Einschübe für die microSD- und die microSIM-Karte befinden.
Im Gegensatz zu anderen Geräten mit Karteneinschüben von außen muss man hier bezüglich der Bestückung keine Kompromisse eingehen. Alle Einschübe sind gleichzeitig verwendbar!

Displayqualität

Die Auflösung von 1280 X 720 Pixel ist auf dem ersten Blick nicht viel, da selbst die meisten günstigen Smartphones schon eine Mindestauflösung von 1920 X 1080 Pixel besitzen. Die Frage ist, ob man das wirklich erkennt und braucht.
Tatsächlich befinden sich manche Hersteller im Auflösungswahn, wie man es seinerzeit bei den Digitalkameras beobachten konnte. Fakt ist, dass menschliche Auge kann den Unterschied zwischen 300 PPI und 450 PPI bei normalen Betrachtungsabstand gar nicht erkennen. Mit 294 PPI liegt der Wert beim Cubot RAINBOW 2 knapp unter der Wahrnehmungsgrenze, besonders im Hinblick auf das kleinere Display. Im Vergleich zu meinem Oukitel U20 Plus kann ich diese Untersuchungen auch bestätigen: Bei normalen Betrachtungsabstand merke ich den Unterschied nicht wirklich. Ein zu scharfes Display bringt eher viele Nachteile mit sich: Die Geräte werden teurer, die Akkus stärker belastet und man benötigt leistungsfähigere Prozessoren und Grafikeinheiten. Angaben zur Helligkeit fehlen. Ich empfinde das Display aber als ausreichend hell, auch bei Sonneneinstrahlung im Freien, da es durch die Folie auch nicht sehr stark spiegelt.
 
Da ein IPS-Panel verbaut wurde, besitzt das Display zudem einen sehr guten Schwarzwert, was sich beim Anschauen von Videos sehr positiv bemerkbar macht. Die Blinkwinkelstabilität ist IPS-typisch sehr gut, so dass auch bei seitlichem Blick der Kontrast und die Helligkeit kaum darunter leiden. Ob man das als Vorteil sehen kann, sei mal dahin gestellt. So hat natürlich auch der Sitznachbar im Bus uneingeschränkte Sicht auf meinen Bildschirm.

Einrichtung und Bedienung – Einfach oder kompliziert?

Erfreulicherweise kommt hier das neuste Android in der Version 7 zum Einsatz. Die von anderen Herstellern bekannte Bloatware findet man hier nicht.
Es sind wirklich nur die zum Betrieb zwingend notwendigen Anwendungen installiert. Wer seine Daten bereits vorab über Google synchronisiert hat, sollte keine Probleme haben, denn nach Konfiguration des Google-Kontos, werden alle Apps des zuvor genutzten Smartphones automatisch installiert.
 
Die neuste WhatsApp-Version nutzt glücklicherweise die Google Cloud zur Datensicherung. Eine Sicherung vom alten Smartphone, kann so einfach wieder hergestellt werden. Da ich dort auch meine Kontakte hinterlegt habe, war so die Rücksicherung aller persönlichen Daten in kürzester Zeit erledigt.
 
Die Bedienung als solches funktioniert einwandfrei. Der 10-Punkt-Touchscreen reagiert bis in die Ecken sehr zuverlässig und präzise. Als Schnell- und Vielschreiber komme ich sehr gut damit zurecht. Die Navigation durch die Oberfläche gelingt absolut flüssig und schnell, trotz vieler, noch später installierter Apps.
 
Aufgrund des kleinen 5“ – Displays, liegt das Cubot Rainbow 2 perfekt in der Hand, so dass die einhändige Bedienung problemlos möglich ist.

Konnektivität – Daten rein und raus

Da LTE nicht implementiert ist, fürchtete ich, dass die Datenrate fürs Streamen nicht ausreicht. Gerade im Hinblick auf die neuen Pläne bei T-Mobile, Streaming in vielen Datentarifen ab Ende April kostenlos anzubieten, wäre das fast schon ein KO-Kriterium. Ein 3G-Benchmark in meinem Netz zeigte aber dann gute Werte bis zu 6 Mbit/s. Nettodatenrate im Download. Das ist genauso viel wie mein bisheriger 6000er DSL Anschluss bot. Damit kann man problemlos in 720p ohne Ruckler streamen. Mehr macht bei der Displayauflösung auch keinen Sinn.
 
Zu Hause im WLAN bin ich ebenfalls zufrieden. Die Feldstärke ist ähnlich wie die meiner anderen mobilen Geräte, die ich zu Hause nutze. Verbindungsabbrüche sind selten und bei guter Empfangsstärke gar nicht vorhanden.
 
Bluetooth funktioniert zuverlässig, allerdings ohne NFC. Stattdessen verwendet Cubot das im Prozessor integrierte ‚Hot Knot‘. Damit können 2 Geräte verbunden werden, wenn sich die Displays in Reichweite befinden. Da andere Hersteller diese Form der Verbindung eher nicht implementiert haben und NFC viel weiter verbreitet ist, macht dieses Feature aus meiner Sicht keinen Sinn.

Bitte lächeln – Kameraqualität – Bild und Video

Die Kameraqualität ist eine eindeutige Schwäche des Cubot Rainbow 2. Ich bin mit der Qualität der Aufnahmen überhaupt nicht zufrieden. Selbst bei viel Licht, wirken die Bilder im Detail verpixelt und verrauscht. Bei Dunkelheit und auch mit Blitz nehmen die Artefakte und das Rauschen massiv zu. Ganz ehrlich: Wer den Schwerpunkt auf die Kameraqualität legt, sollte um dieses Smartphone einen großen Bogen machen. Die Dualkamera bringt nicht wirklich einen echten Mehrwert und ist maximal als nettes Gimmick zu bezeichnen.
Die Rückkamera besitzt eine Auflösung von 13 MP/2 MP, die Frontkamera eine Auflösung von 5 MP. Die Frontkamera reicht zur Videotelefonie aus, bei Selfies muss man ebenfalls starke Abstriche in der Qualität hinnehmen. Hier leisten nicht nur die alten Modelle der Markenhersteller wie Apple oder Samsung deutlich mehr, sondern auch meine anderen Billigsmartphones aus Fernost!
 
Der Blitz ist ausreichend hell. Nutzt man die Taschenlampenfunktion, kann man damit einen kompletten Raum aufhellen. Videos werden in FullHD aufgenommen. Die Qualität der Aufnahmen ist akzeptabel, mehr aber auch nicht.
 
Insgesamt sind die beiden Kameras für ein Smartphone auch in dieser Preisklasse nicht akzeptabel. Da ich keinen Schwerpunkt auf die Kamera lege, stellt das für mich kein Problem dar.

Sound- und Sprachqualität – Kinosound oder Blechbüchse?

Hier habe ich nicht viel erwartet und ich wurde weder enttäuscht noch überrascht. Musik klingt relativ blechern, flach und im Vergleich klingt selbst mein altes Samsung Galaxy S4 um einiges besser. Bei Spielen ist der Sound aber akzeptabel. Ein Kopfhörer liegt dem Smartphone nicht bei, was mich auch nicht stört. Ich besitze bereits gute Kopfhörer und wenn ich diese anschließe, bin ich mit dem Klang mehr als zufrieden. Hier habe ich glücklicherweise keine Unterschiede zu meinem Samsung Galaxy S4 oder iPod feststellen können.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist jedoch als sehr gut zu bezeichnen. Man versteht seinen Gesprächspartner optimal und wird von diesem ebenfalls sehr gut verstanden.

Akkukapazität – Wann ist die Luft raus ?

Der Akku soll eine Kapazität von 2350 mAh besitzen. Das ist wenig, relativiert sich aber durch den schwachen Prozessor und das kleine Display, was den Stromverbrauch reduziert. Eine Herstellerangabe zur Nutzungsdauer konnte ich nicht finden. Das ist auch besser so, denn die Nutzungsdauer hängt stark von den eigenen Gewohnheiten ab. Wer nur telefoniert und sonst das Smartphone kaum benutzt und im Offline-Modus hält, kann sicher eine Woche mit einer Ladung auskommen. Tatsächlich hält der Akku bei mir im Test gut bis zu 1 Tag. Dabei nutzte ich es relativ häufig zum Schreiben von Mails und Nachrichten, spielte das ein oder andere Spiel und surfte im Netz. Das summierte sich auf circa 4 bis 5 Stunden, so dass ich annehme, dass bis zu 6/7 Stunden Dauernutzung mit einer Akkuladung möglich sind. Schreibt man nur gelegentlich eine Nachricht in WhatsApp, schafft der Akku auch problemlos einige Tage.

Fazit – Kaufen oder nicht kaufen ?

Hier habe ich einfach mal kurz die Pros und Kontras aufgeführt:
 
+Sehr ordentliche Verarbeitung
+Helles und gleichmäßig ausgeleuchtetes Display mit hoher Blickwinkelstabilität
+Sehr gute Reaktionszeit und flüssige Bedienung
+Dual-Simkartenslot
+Um bis zu 256 GB per Micro-SD-Karte erweiterbar
+Günstiger Preis
 

-Fehlendes LTE
-Fehlendes NFC
-Schlechter Klang
-Schlechte Kamera
 
Hier gilt es also abzuwägen: Man bekommt mit dem Cubot Rainbow 2 für unter 80 EUR ein gut verarbeitetes Smartphone mit einem sehr guten Display und einem sehr guten, präzise ansprechenden Touchscreen. Dazu überzeugen der Dual-Simkartenslot und die Erweiterbarkeit um bis zu 256 GB.
 
CUBOT Rainbow 2 Android 7.0 Smartphone 5 Zoll 3G WCDMA Ohne Vertrag Quad-Core 1.3GHz 1GB RAM+16GB ROM 13.0MP+2.0MP Dual Hauptkamera+5.0MP Front 2350mAh Dual SIM GPS
Preis: EUR 84,99
5 neu von EUR 84,990 gebraucht
 
Die Klangqualität kann wenig überzeugen, die Bild- und Videoqualität sind als schlecht zu bezeichnen. Zur Datennutzung ist nur 3G an Bord, was aber für den Normalanwender dennoch ausreicht.
 
Für den aktuellen Preis relativieren sich jedoch einige Nachteile. Bis auf die miese Kameraqualität und den eher schwachen Sound, leistet sich das Cubot Rainbow 2 keine Schwächen, so dass man hier schon von einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen kann. Deswegen kann ich es für den preisbewussten Anwender mit den beschriebenen Einschränkungen durchaus weiter empfehlen.