Testbericht Oukitel K6000 Plus mit integrierter Powerbank inkl. Videoreview und vielen Bildern

Da ich in Kürze auf eine längere Urlaubsreise gehe, war ich auf der Suche nach einem preiswerten Smartphone mit leistungsfähigem Akku, sehr gutem GPS-Empfang auch unter schwierigen Bedingungen, sowie guter Kameraqualität, um nur einige Punkte zu nennen. Die meisten Akkus besitzen nur eine Kapazität von um ca. 3000 mAh und halten bei ausgiebiger Nutzung oft nicht länger als 1 Tag. Das war mir zu wenig. Eine Powerbank wollte ich aber auch nicht mit mir herumtragen. So fiel nach einiger Recherche die Wahl auf das Oukitel K6000 Plus, nicht zuletzt wegen meiner bisher guten Erfahrungen mit Smartphones dieses neuen, chinesischen Herstellers.

Das herausragendste Merkmal des Oukitel K6000 Plus ist sicher sein mehr als 6000 mAh starker Akku, mit dem man über mehr als einen Tag kommt. Dieser dient zudem auch als Powerbank für andere Verbraucher wie beispielsweise ein Bluetooth-Headset. Auf dies und andere Merkmale gehe ich im Punkt „Technische Daten“ genau ein. Wem das Lesen meines langen Erfahrungsberichtes zu viel Zeit kostet, findet im Fazit eine kurze Zusammenfassung der Vor- und Nachteile dieses Smartphones inkl. einer Videoreview mit Spieletest, Benchmark und vieles mehr.

Lieferumfang – Was bekommt man für knapp unter 200 EUR?

Die Verpackung macht schon einmal einen guten Eindruck. Man erhält einen schönen und stabilen, orangefarbenen Pappkarton.Gleich nach dem etwas schwergängigen Abheben des Deckels, sieht man sofort das Oukitel K6000 Plus, welches sich bereits in einer durchsichtigen Silikonhülle befindet. Darunter sind die weiteren Zubehörteile untergebracht:Ein micro-USB-Ladekabel, ein schnellladefähiges Steckerladegerät, eine zusätzliche Displayschutzfolie, ein OTG-Adapter, eine SIM-Nadel und eine Kurzanleitung. Zudem ist bereits eine Displayschutzfolie blasenfrei aufgeklebt. Besonders die beiliegende Hülle macht Sinn, da man für solche Smartphones selten eine passende Hülle nachkaufen kann.

Technische Daten – Was steckt drin ? – Benchmarks und Bewertung

Als Display kommt ein 5,5″ LTPS-Panel mit einer Full-HD-Auflösung von 1920 X 1080 Pixel zum Einsatz, eine Angabe zur Pixeldichte fehlt, es sind aber keine einzelnen Pixel erkennbar.Sogenanntes „Asahi Glas“, auch unter Dragontrail bekannt, soll vor Kratzern schützen. Es steht in direkter Konkurrenz zum allseits bekannten Gorilla-Glas. Diverse Tests im Netz bestätigen, dass es dieses Glas in Sachen Biege- und Kratzfestigkeit durchaus mit seinem Konkurrenten aufnehmen kann.

Der MediaTek Achtkern-Prozessor MT 6750 Helio taktet mit 1,5 Ghz und ist mit 64 Bit angebunden. Im AnTuTu Benchmark kommt das Oukitel K6000 Plus auf 44227 Punkte, ähnlich dem, was ich mit meinem Vernee Mars mit einem etwas niedriger getaktetem Prozessor erreiche. Das ist nicht wirklich viel, aber auch mit ca. 45000 AnTuTu-Punkten kann man mit dem Oukitel K6000 Plus sehr gut arbeiten und spielen.

Mit 4 GB Arbeitsspeicher besitzt das Oukitel K6000 Plus ausreichend Speicher um auch zahlreiche Anwendungen parallel geöffnet zu halten. Obwohl mein betagtes UMI Iron Pro sogar 3 GB Arbeitsspeicher besitzt, konnte ich aber im Vergleich keine Unterschiede feststellen, wenn mehrere Anwendungen geöffnet sind. Der integrierte Datenspeicher ist mit 64 GB extrem üppig, wobei jedoch ca. 10 GB von Android belegt sind. Mit Android 7 hat man ohnehin die Möglichkeit, den Arbeitsspeicher des Geräts mit dem einer zusätzlichen microSD zu einem Gesamtspeicher zu kombinieren. Eine Angabe zur maximalen Größe einer microSD-Karte findet sich nicht. Meine 64 GB microSD-Karten wurden jedoch alle erkannt, was den Speicher bei mir auf 128 GB erweiterte. Ob auch 128 GB und mehr möglich sind, konnte ich mangels Hardware leider nicht testen. Mit einer sequentiellen Schreibgeschwindigkeit von etwa 137 MB/s und einer Lesegeschwindigkeit von circa 94 MB/s erreicht der interne Speicher sehr gute Werte, welche aber immer noch leicht unter dem Niveau älterer SSD-Speicher liegen! Weshalb hier die Schreibgeschwindigkeit höher als die Lesegeschwindigkeit ist, erschließt sich mir nicht und ist eher unüblich.

Die RAM-Geschwindigkeit ist mit 3,87 GB/s im mittleren Bereich angesiedelt und ebenfalls ein guter Wert!

Als Rückkamera ist ein 16 MP-Sensor verbaut. Ein recht heller Blitz ist obligatorisch und auch gut als Taschenlampe zu gebrauchen. Die Frontkamera nutzt einen 8 MP-Sensor und besitzt keinen Blitz. Ob es sich dabei um interpolierte oder physikalische Werte handelt, geht aus den technischen Daten des Herstellers nicht hervor.
NFC dient dazu, entsprechend kompatible Geräte alleine durch Berührung zu koppeln. Viele Hersteller asiatischer Smartphones verzichten auf die Implementierung. So leider auch beim Oukitel K6000 Plus. Stattdessen ist HotKnot verbaut, eine Implementierung von MediaTek. Dieses kommt im Gegensatz zu NFC ohne Antennen aus, da die Übertragung über den kapazitiven Bildschirm bei kleinen Abständen unter 1 cm stattfindet. Beide sind somit nicht kompatibel und eine NFC-Box lässt sich auf diese Weise auch nicht mit einem HotKnot-Smartphone koppeln.Geladen und mit dem PC verbunden wird das Oukitel K6000 Plus per mitgeliefertem microUSB-Kabel. Der nicht austauschbare Akku besitzt eine Kapazität von 6080 mAh und wird mit dem beiliegenden Netzteil mit maximal 2 A geladen. Die rekordverdächtige Akkukapazität lässt auf vieles hoffen! Dank Pump Express 3.0 Technik wird ein Akku theoretisch in 20 Minuten auf 70% aufgeladen. Das ist extrem schnell. Pump Express 3.0 ist als Konkurrenz zu Quick Charge 3.0 zu verstehen und wurde vom Prozessorhersteller MediaTek entwickelt. Technisch ist Pump Express 3.0 dem Standard Quick Charge 3.0 überlegen. Schon nach 5 Minuten an der Steckdose, besitzt ein Akku angeblich genug Kapazität, um damit 2 Stunden telefonieren zu können! Aber es gibt einen Haken! MediaTek gibt für diese Werte keine Akkukapazität an und nicht jeder Hersteller übernimmt das so. Viele reduzieren die Geschwindigkeit aus verschiedenen Gründen. Damit könnten die Werte also für einen 2000 mAh Akku gelten, oder eben auch einen 3000 mAh Akku und hängen von der Implementierung durch den Hersteller ab. Bei 6080 mAh und dem Oukitel K6000 Plus sind diese Werte aber überraschend gut, wie ich getestet habe. Besser als bei meinem Vernee Mars, was darauf hindeutet, dass Oukitel hier die Umsetzung sehr performant geschafft hat.

Eine vollständige Aufladung im Betrieb dauert gerade einmal 100 Minuten, was in Anbetracht der Kapazität ein extrem guter Wert ist. Die 6% Marke wurde bei mir nach 5 Minuten erreicht, was bei einer Gesamtsprechzeit von 46 Stunden sogar mehr als die vom Hersteller versprochenen 2 Stunden Sprechzeit nach 5 Minuten Ladezeit ist. Im Gegensatz zu meinem Vernee Mars, wo sich Pump Express nur als Marketing Gag entpuppte, werden die Herstellerangaben beim Oukitel K6000 Plus exakt eingehalten. Verwendet man allerdings kein schnelladefähiges Lagegerät, dass nur mit 5 Volt anstatt 12 Volt arbeitet, dauert eine vollständige Auflösung weit über 3 Stunden. Aufgrund der hohen Akkukapazität ist das Oukitel K6000 Plus auch als mobile Powerbank einsetzbar.

Als Betriebssystem kommt erfreulicherweise gleich das neuste Android Nougat 7.0 mit einem Patchstand von April 2017 zum Einsatz. So muss man nicht auf ein Update warten, das meist ohnehin nicht kommt.

Für die Datennutzung sind die üblichen Netze wie 2G, 3G und 4G (LTE) verfügbar. Das sagt aber noch nicht viel aus. Wichtig sind auch die unterstützten Bänder. Hier wird B1, B3, B7, B8 und B20 angegeben. Das entspricht 800MHz, 850 Mhz, 900 Mhz, 1800 Mhz, 2100 Mhz und 2600 Mhz. Das Band B20 ist aber bei vielen Smartphones aus Fernost NICHT enthalten, auch nicht bei meinem UMI Iron Pro. Viele ländliche Gegenden sind jedoch mit 800 Mhz angebunden, speziell zur Umsetzung von LTE zu DSL. Der Grund ist, dass man mit 800 Mhz eine höherer Reichweite hat und man weniger Funkmasten braucht. Dafür ist die Geschwindigkeit langsamer als mit 1800 Mhz und 2600 Mhz, wo man Bruttoraten bis 100 Mbit/s. erreicht. Dies wird häufig von T-Mobile eingesetzt. Im Klartext: Wer sein Smartphone hauptsächlich mit LTE in ländlichen Regionen nutzen möchte, wird mit diesem Gerät keine Probleme haben, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones aus Fernost.

Die Herstellerangabe von 206 Gramm Gewicht ist nahezu korrekt. Meine Waagen zeigten alle ein Gewicht von mindestens 206 Gramm an, fast doppelt so viel, wie ein vergleichbares, schlankes Smartphone. Mit Hülle wiegt das Oukitel K6000 Plus sogar stolze 230 Gramm! Die Abmessungen von 150,5 mm x 76,8 mm für Länge und Breite sind auf üblichem Niveau, die Dicke von 9,8 mm ohne Hülle allerdings rekordverdächtig hoch.Dennoch liegt das Oukitel K6000 Plus recht gut in der Hand, was den abgerundeten Ecken geschuldet ist.

Da mir meine Gesundheit wichtig ist, habe ich mir auch die Mühe gemacht, den SAR-Wert nachzuforschen. Dieser Wert gibt die Intensität der Strahlung in Watt pro kg Körpergewicht an. Hier ist Oukitel immer  vorbildlich und lässt jedes neue Gerät ausführlich von einem unabhängigen Prüfinstitut testen. Der EU-Grenzwert liegt bei 2 W/kg und den blauen Engel gibt es bei Werten unter 0,6 W/kg. Der SAR Report ist mit 171 Seiten sehr umfangreich. Der Hersteller gibt dort einen maximale Wert von 0,190 W/kg (Kopf) und 0,8 W/kg (Körper) an, was ein guter Wert ist.

Ansonsten verfügt das Oukitel K6000 Plus natürlich über die üblichen technischen Features, wie WLAN, Bluetooth 4.1, GPS und einige Sensoren. Bei GPS ist zu erwähnen, dass dies nicht die einzige Form der Navigation bei dem K6000 Plus ist. Es unterstützt auch GLONASS, das russische System zur Navigation. Durch die Nutzung beider Systeme wird die Genauigkeit erhöht. Ein Gyroskop oder Kompass fehlen. Das könnte der ein oder andere schmerzlich vermissen. Mich stört das aber nicht weiter, so dass ich es für mich persönlich nicht als Nachteil empfinde. Wer gerne Pokemon Go spielt oder häufig die Fußgängernavigation benutzt, wird mit dem K6000 Plus nicht glücklich werden.

Die technischen Daten sind also sehr vielversprechend.

Design und Verarbeitung – Kann sich das Oukitel K6000 Plus sehen lassen?

Das kann man so pauschal nicht sagen, denn das K6000 Plus ist weder schlank, noch leicht. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und macht einen stabilen Eindruck.Die Verarbeitung ist nicht perfekt, es finden sich sichtbare Spaltmaße an den Kanten, die aber nur bei genauen Hinsehen auffallen.Der Hersteller wirbt mit einem 2,5D Curved-Design, dass man aber nicht mit dem des Samsung Galaxy Edge vergleichen darf. Tatsächlich sind die Glasflächen am Rand leicht abgeschrägt.Deswegen auch die Bezeichnung 2,5D. Das Display selbst befindet sich jedoch außerhalb des abgeschrägten Bereichs. Beim Galaxy Edge ist auch das Display selbst abgeschrägt, wodurch man hier von einem 3D Curved-Design sprechen kann. Es geht also bei 2,5D mehr in Richtung Marketing. Dennoch liegt ein Smartphone mit abgeschrägtem Display besser in der Hand und sieht auf jeden Fall auch besser aus, als eines mit herkömmlichen 2D-Display.

Die Tasten zur Lautstärkeregelung und der Power-Button befinden sich allesamt rechts oben an der Seite und besitzen einen sehr guten und präzisen Druckpunkt.Sie wackeln allerdings etwas, was man auch hört, wenn man das Gehäuse schüttelt. Aber es fühlt sich bei weitem nicht sooo schlimm an, wie es sich liest. Im Alltag fällt das weder auf, noch stört es. Die Kamera steht etwas aus dem Gehäuse heraus.Liegt das Smartphone auf der Rückseite, besteht so Gefahr, dass das Kameraglas zerkratzt. Nutzt man die mitgelieferte Hülle, hat man dieses Problem jedoch nicht.An der linken Seite befindet sich der Einschub für die SIM-Karte(n) (Ausschließlich Nano-Sim) und eine microSD-Karte.Der aus Metall bestehende Einschub wird wie bei einem iPhone mit dem Hilfswerkzeug oder einer Bürokammer durch Drücken in die kleine Öffnung nach draußen befördert. Dann sieht man aber auch gleich den Nachteil der Konstruktion: Nutzt man 2 Nano-SIM-Karten ist kein Platz mehr für eine microSD-Karte. Die Verwendung anderer Kartenformate ist nicht möglich. Das Einschieben des Karteneinschubs erfordert Fingerspitzengefühl, da er zumindest bei mir nicht auf Anhieb bündig mit dem Gehäuse abschließt.

Oberhalb des Displays befindet sich eine Benachrichtigungs-LED, die über entgangene Anrufe oder Nachrichten informiert. Sie leuchtet je nach Konfiguration in 3 verschiedenen.

Die beleuchteten Navigationstasten sind bei diesem Smartphone erfreulicherweise als separate Touchtasten unterhalb des Displays angebracht.Das ist nicht bei jedem Smartphone so. Bei meinem Vernee Mars sind diese Tasten im Display integriert. In diesem Fall gewinnt man also etwas an Displayfläche im unteren Bereich. Außerdem wurde dem Gerät noch eine mechanische Home-Taste spendiert, die sogar mit einer Doppelfunktion aufwarten kann: Sie enthält zusätzlich einen Fingerabdrucksensor!

Das gesamte Gerät inkl. Rückseite besteht lt. Hersteller aus Aluminium, das aufgrund seiner Struktur keine Fingerabdrücke anzieht. Dennoch wirkt es ein wenig wie eine Kunststoffoberfläche.
An der Unterseite, neben dem micro-USB-Anschluss, befindet sich der Lautsprecher, der hinter einem Schutzgitter angebracht ist. Die Kopfhörerbuchse ist, wie bei jedem Smartphone üblich, an der Oberseite links untergebracht.Insgesamt macht das Oukitel K6000 Plus einen akzeptablen optischen Eindruck mit einigen Abstrichen in der Verarbeitungsqualität. Gewicht und Abmessungen hätten durchaus geringer ausfallen dürfen.

Displayqualität

Die Auflösung von 1920 X 1080 Pixel ist auf dem ersten Blick nicht viel, da die meisten Smartphones schon eine Mindestauflösung von 2560 X 1440 Pixel besitzen. Die Frage ist, ob man das wirklich erkennt und braucht. Tatsächlich befinden sich manche Hersteller im Auflösungswahn, wie man es seinerzeit bei den Digitalkameras beobachten konnte. Fakt ist, dass menschliche Auge kann den Unterschied zwischen 300 PPI und 450 PPI bei normalen Betrachtungsabstand gar nicht erkennen. Im Vergleich zu meinen Smartphones mit 1280 x 720 Bildpunkten Auflösung ist das Display hier deutlich schärfer und es sind absolut keine Pixel zu erkennen, auch bei geringem Betrachtungsabstand. Ein zu scharfes Display bringt eher viele Nachteile mit sich: Die Geräte werden teurer, die Akkus stärker belastet und man benötigt leistungsfähigere Prozessoren und Grafikeinheiten. Zur Helligkeit liegt mir keine Herstellerangabe vor. Das Oukitel K6000 Plus besitzt aber ein gefühlt sehr helles Display, das sich selbst bei Sonneneinstrahlung noch sehr gut ablesen lässt.

Die Blinkwinkelstabilität ist sehr gut, so dass auch bei seitlichem Blick der Kontrast und die Helligkeit kaum darunter leiden. Ob man das als Vorteil sehen kann, sei mal dahin gestellt. So hat natürlich auch der Sitznachbar im Bus uneingeschränkte Sicht auf meinen Bildschirm. Meine visuelle Beurteilung von Schwarzwert und Kontrastverhältnis kommt zu einem hervorragendem Ergebnis. Das macht sich besonders beim Betrachten von Filmen und Bildern positiv bemerkbar. Farben werden sehr naturgetreu wieder gegeben.

Einrichtung und Bedienung – Einfach oder kompliziert?

Nach dem Einschalten und eingeben der PIN sieht die Oberfläche noch recht leer aus. Die von anderen Herstellern bekannte Bloatware findet man hier nicht. Es sind wirklich nur die zum Betrieb zwingend notwendigen Anwendungen installiert. Lediglich hilfreiche Tools wie beispielsweise eine Taschenlampe, die beim Outdoor-Einsatz nützlich ist, wurden ins Betriebssystem gepackt. Daneben findet sich noch eine App fürs FM-Radio und ein Barcode-Scanner fehlt auch nicht. Wer seine Daten bereits vorab über Google synchronisiert hat, sollte keine Probleme haben, denn nach Konfiguration des Google-Kontos, werden alle Apps des zuvor genutzten Smartphones automatisch installiert. Möchte man auch die Konfiguration erhalten, ist jedoch ein externes Backup Tool erforderlich.

Die neuste WhatsApp-Version nutzt glücklicherweise die Google Cloud zur Datensicherung. Eine Sicherung vom alten Smartphone, kann so einfach wieder hergestellt werden. Da ich dort auch meine Kontakte hinterlegt habe, war so die Rücksicherung aller persönlichen Daten in kürzester Zeit erledigt.

Die Bedienung als solches funktioniert einwandfrei. Der 5-Punkt-Touchscreen reagiert bis in die Ecken sehr zuverlässig und präzise. Als Schnell- und Vielschreiber komme ich sehr gut damit zurecht. Die Navigation durch die Oberfläche gelingt absolut flüssig und schnell, trotz vieler, noch später installierter Apps. Meine Empfehlung zur Eingabe ist die Google-Tastatur: Dank Swype schont man die Daumengelenke und die Erkennung funktioniert zuverlässig und ruckelfrei. Besonders hilfreich ist dabei das gleitfreudige Display, auf dem sich die Finger ohne allzu großen Widerstand sehr gut führen lassen.

Besonders hilfreich ist die vom Hersteller integrierte Gestensteuerung. Mit der Option „Smart Assitance“ lassen sich zahlreiche Gesten konfigurieren, womit sich die Bedienung mehr oder weniger vereinfachen lässt. Mit dem „One Hand Mode“ wird z.B. der Bildschirm zur einhändigen Bedienung verkleinert. Daneben gibt es zahlreiche Wischgesten, die man z.B. zum Erstellen eines Screenshots nutzen kann. Mit „Float Gesture“ wird ein kleines Rad eingeblendet mit verschiedenen Aktionen zum Schnellzugriff. So kann man beispielsweise auf Knopfdruck alles Tasks schließen oder den Media Player starten. Aber Vorsicht: Nach Aktivierung sind die beiden Navigationstasten an der Seite funktionslos!!! Ich dachte zunächst schon, sie wären defekt, bis ich hinter die Ursache kam.

Obwohl das Oukitel K6000 Plus durch das 5,5″-Display und sein klobiges Design recht groß ist, liegt es gut in der Hand. Die einhändige Bedienung ist aber nur eingeschränkt möglich.

Features und Funktionen – Was macht das Oukitel K6000 Plus aus?

Da wäre erst einmal der Fingerabdrucksensor zu nennen. Er kann bis zu 5 Vergleichsabdrücke aufzeichnen. Das „Anlernen“ dauert etwas, da man den Sensor dazu mehrfach in verschiedenen Positionen antippen muss, bis der komplette Abdruck erfasst ist. Zudem darf man die Home-Taste nur sehr zaghaft berühren, da sonst der Vorgang komplett abbricht. Das ist der Doppelfunktion geschuldet. Die Bequemlichkeit, die dadurch erreicht wird, ist aber enorm. Ein kurzer Fingertipp auf den Sensor reicht aus, um den Bildschirm zu entsperren. Falls der Finger mal verletzt sein sollte, ist das kein Problem. Dann kann man den Bildschirm auf herkömmliche Weise mit PIN oder Muster entsperren. Die Erkennung funktioniert extrem schnell im Bruchteil einer Sekunde.Das Benachrichtigungslicht ist wiederum ein sehr hilfreiches Feature. Es besitzt 3 Farben. Rot, gelb und blau. Die Farben können leider nicht frei zugeordnet werden. So steht das rote Licht für einen leeren Akku und das blaue Licht leuchtet, wenn eine Nachricht eingeht oder ein Anruf verpasst wurde. Grün signalisiert einen vollen Akku. Das war es dann auch schon. Möchte man z.B. die Farben in Anwendungen direkt konfigurieren wie beispielsweise in WhatsApp, funktioniert das nicht.

Daneben ist natürlich der extrem starke Akku zu nennen. Mit 6080 mAh Stunden kommt man nicht nur gut über einen, sondern gleich über mehrere Tage, was bei einer langen Reise unerlässlich ist. Nutzt man diverse Gadgets wie beispielsweise ein Bluetooth-Headset oder externe Bluetooth-Boxen, lassen sich diese mithilfe des OTG-Adapters über den integrierten Akku aufladen. Das spart die Anschaffung einer Powerbank, reduziert aber dann auch die Laufzeit des Smartphones.

In Summe sind das für mich schon einige sehr wichtige Features, auf die ich nicht verzichten möchte.

Konnektivität – Daten rein und raus

Ein LTE-Benchmark in meinem Netz (Darmstadt-Dieburg) zeigte extrem gute Werte bis zu sagenhaften 70-80 Mbit/s Nettodatenrate im Download und 14-22 Mbit/s im Upload. So extrem gute Datenraten hatte ich mit anderen Geräten nicht einmal annähernd und stellt mich mehr als zufrieden.
Die Empfangsqualität ist sehr gut. Ich fahre jeden Morgen den gleichen Weg zur Arbeit und hatte schon alle möglichen Smartphones bis hin zum iPhone 6 (leihweise) dabei. Dabei ergaben sich im Vergleich keine Schwächen und Stärken des Oukitel K6000 Plus. Es bringt durchgehend gute LTE-Konnektivität und scheitert auch an denselben Funklöchern, wie seine Kontrahenten.

Zu Hause im WLAN bin ich ebenfalls zufrieden. Die Feldstärke ist ähnlich, teilweise sogar besser als die meiner anderen mobilen Geräte, die ich zu Hause nutze. Verbindungsabbrüche sind selten und bei guter Empfangsstärke gar nicht vorhanden. Die Übertragungsrate habe ich jetzt nicht nachgemessen, liegt aber gefühlt nicht hinter der meiner bisherigen Geräte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks zurück.

Bluetooth funktioniert zuverlässig mit allen meinen mobilen Geräten wie Bluetooth-Lautsprecher oder Headsets.
Besonders überzeugt hat mich die GPS-Funktionalität. Der Empfänger ist sehr empfindlich und übermittelt in nur wenigen Sekunden seine Daten an die passenden Apps zur Ermittlung des korrekten Standortes. Selbst in geschlossenen Räumen wird das Signal gefunden. So z.B. in meinem Wohnzimmer, selbst bei herunter gelassenen Rolläden. Erst auf dem Weg in den Keller geht das Signal verloren. Der positive Eindruck setzt sich auch bei der Navigation fort. Das Signal blieb bei mir ohne Aussetzer immer bestehen und die Standortgenauigkeit ist ebenfalls als sehr hoch zu bezeichnen. Einen so guten GPS-Empfänger hatte ich bisher in keinem meiner bisherigen Smartphones gehabt.
Auch die Sprachqualität ist ohne Tadel. Die Verständlichkeit ist auf beiden Seiten als gut zu bezeichnen.

Bitte lächeln – Kameraqualität – Bild und Video

Die Kamera ist mit das Beste was ich bisher bei einem Smartphone aus China gesehen habe. Ich bin mit der Qualität der Aufnahmen sehr zufrieden. Die Auslöseverzögerung ist geringer als bei meinen bisherigen Smartphones, so dass auch Schnappschüsse möglich sind, kommt aber noch lange nicht an eine echte Digitalkamera ran. Der Hersteller wirbt mit 0,1 Sekunden, was sehr sportlich ist. Tatsächlich sind es aber eher 0,3 Sekunden und mehr. Die Rückkamera besitzt eine Auflösung von 16 MP, die Frontkamera eine Auflösung von 8 MP. Die rückseitige Kamera bietet bei Tageslicht gute und farbtreue Bildwiedergabe.

In der Dämmerung ist die Bildqualität im Vergleich zu anderen Geräten aus Fernost immer noch gut, wenig körnig oder verrauscht und wird durch den eingebauten Blitz, der zum Überbelichten neigt, etwas verbessert. Die Farben sind in diesem Fall leicht verwaschen. Bei ausreichend Abstand passt aber die Ausleuchtung ganz gut.
Die Frontkamera bietet ebenfalls bessere Qualität, als man sie normalerweise von Smartphones aus Fernost kennt. Selfies sind zumindest bei Tageslicht sehr gut und detailreich, jedoch mit etwas blassen Farben. Da das Kameramodul hardwareseitig bei viel Tageslicht sehr gute Bilder liefert, bin ich guter Dinge, dass ein Softwareupdate die geringen Mängel mit dem Blitz noch behebt.

Videos werden bis in FullHD-Qualität mit 1920 X 1080 Pixeln mit 30 fps aufgenommen und besitzen eine ordentliche Qualität. Selbst bei schnellen Schwenks sind die Aufnahmen noch flüssig.

Insgesamt sind die beiden Kameras für ein Smartphone in dieser Preisklasse sehr gut und reichen für den ein oder anderen Schnappschuss locker aus.

Sound- und Sprachqualität – Kinosound oder Blechbüchse?

Hier habe ich wegen der Bewerbung mit einem „High Class K audio“-Verstärker Chip AW8736 etwas höhere Erwartungen gehabt. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Musik klingt relativ blechern, flach und im Vergleich klingt selbst mein altes Samsung Galaxy S4 um einiges besser. Bei Spielen ist der Sound aber akzeptabel, aber bei hohen Lautstärken verzerrt. Ein Kopfhörer liegt dem Smartphone nicht bei, was mich auch nicht stört. Ich besitze bereits gute Kopfhörer und wenn ich diese anschließe, bin ich mit dem Klang mehr als zufrieden. Die maximale Lautstärke ist allerdings gering und wer sehr laute Musik mag, sollte sogar auf den Kauf verzichten oder auf ein Firmwareupdate warten. Ich behalte das im Auge. Insgesamt ist durch den Verstärkerchip nur ein geringfügiger Unterschied zu anderen Billigsmartphones aus China feststellbar.

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist jedoch als gut zu bezeichnen. Man versteht seinen Gesprächspartner optimal und wird von diesem ebenfalls sehr gut verstanden.

Akkukapazität – Wann ist die Luft raus ?

Der Akku soll eine Kapazität von 6080 mAh besitzen. Der Hersteller verspricht 46 Stunden Gesprächszeit und 365 Stunden im StandBy. Das sind enorm hohe Werte, die man nur von gewöhnlichen Handys her kennt, aber bei einem Smartphone bisher so nie erreicht wurden. Die Herstellerangabe zur Nutzungsdauer bei verschiedenen Profilen lässt ebenfalls hoffen: 48 Stunden Musikwiedergabe und 10 Stunden Dauervideowiedergabe sind schon recht ordentlich. Natürlich hängt die Nutzungsdauer stark von den eigenen Gewohnheiten ab. Wer nur telefoniert und sonst das Smartphone kaum benutzt und im Offline-Modus hält, kann sicher 2 Wochen mit einer Ladung auskommen. Tatsächlich hält der Akku bei mir gut bis zu 3 Tage. Dabei nutze ich es relativ häufig zum Schreiben von Mails und Nachrichten, spiele das ein oder andere Spiel und surfe im Netz. Das summiert sich auf circa 4-5 Stunden täglich.

Um es ganz genau zu wissen, habe ich den Akku maximal belastet und viele Apps geöffnet und einige 1080p Youtube-Videos abgespielt. Das Display war die ganze Zeit auf maximaler Helligkeit eingestellt. Dabei hielt der voll aufgeladene Akku mehr als 9 Stunden durch, was im Vergleich zu anderen Geräten sehr viel ist und tatsächlich der Herstellerangabe entspricht. Die meisten Smartphones mit normal großen Akkus schaffen oft nicht mehr als 4 bis 6 Stunden.
Daneben habe ich auch die Powerbank Funktionalität genutzt. Dabei ist der abgegebene Strom recht gering, so dass man damit nicht wirklich ein anderes Smartphone oder leistungshungrige Verbraucher aufladen kann. Für eine Bluetooth-Box oder ein Headset reicht es aber locker aus.

Damit ist der Akku also extrem leistungsfähig und ausdauernd!

Das Oukitel K6000 Plus im Alltag

Nach 2 Wochen, denke ich, so ziemlich alles was möglich ist, ausprobiert zu haben. Ich habe es einige Male zur Navigation mit dem Auto und Fahrrad genutzt. Der Standort wird nach dem Aktivieren der Navigation beim ersten Mal in weniger als 5 Sekunden gefunden. Danach greift dank A-GPS die Standortbestimmung schon in wenigen Sekunden. Ich hatte zahlreiche Fotos unter allen Lichtbedingungen gemacht, auch Videos mit viel Bewegung. Durch die recht kurze Auslöseverzögerungen gelingen die Bilder meist schon beim ersten Versuch. Beim Surfen auf dem Weg zur Arbeit in Bus und Bahn, konnte ich die Akkuleistung und Datendienste recht gut testen, da ich ein 5 GB Freivolumen besitze. Zudem nutze ich beruflich sehr viel den mobilen WLAN Hotspot, um mit dem Notebook auf meine Mails zugreifen zu können. Auch das klappt zuverlässig und ohne Probleme. Der Akku hält wie schon geschrieben extrem lange, lässt sich aber mit einer Quick Charge Powerbank unterwegs in kurzer Zeit wieder aufladen. Obwohl das Oukitel K6000 Plus groß ist, passt es noch gut in die Hosentasche, ist aber deutlich spürbar.

Insgesamt hat sich das Oukitel K6000 Plus bei mir als zuverlässiger und robuster Begleiter, hauptsächlich in der Freizeit bewährt und wird sich auch sicher auf langen Reisen gut bewähren. Nach meiner Reise werde ich evtl. nötige Updates hier ergänzen.

Fazit – Kaufen oder nicht kaufen ?

Hier habe ich einfach mal kurz die Pros und Kontras aufgeführt:

Pro:

  • Schnelles und genaues GPS mit GLONASS
  • Gleichmäßig ausgeleuchtetes, kontrastreiches Display mit hoher Blickwinkelstabilität
  • Sehr gute Reaktionszeit und flüssige Bedienung
  • FM Radio
  • Alle deutschen LTE-Bänder enthalten
  • Für ein Fernost-Smartphone sehr gute Kamera
  • Extrem leistungsfähiger Akku
  • Sehr gute und performante Pump Express Implementierung; Volle Aufladung in 100 Minuten
  • Zuverlässiger und schneller Fingerabdrucksensor

Kontra:

  • Mittelmäßiger, bei hohen Lautstärken verzerrter Klang und geringe Lautstärke über Kopfhörer, trotz speziellem Verstärker Chip
  • Verarbeitung nur durchschnittlich
  • Kein Kompass und Gyroskop
  • Preis etwas zu hoch
  • Hohes Gewicht

Mit dem Oukitel K6000 Plus bekommt man ein sehr leistungsfähiges Smartphone. Der Akku ist sehr gut bemessen und hält problemlos auch mehrere Tage durch. Das Aufladen geschieht hingegen mit 100 Minuten für eine volle Aufladung in Windeseile. Die Displayqualität stellt auch hohe Ansprüche zufrieden, dank sehr guter Ausleuchtung und hoher Helligkeit bei optimaler Farbwiedergabe, guten Kontrast- und Schwarzwerten. Aufgrund des flotten Mittelklasseprozessors und der üppigen Speicherausstattung lassen sich viele Apps gleichzeitig offen halten und die Bedienung gelingt in jeder Situation flüssig und angenehm.

OUKITEL K6000 Plus Android 7.0 Smartphone 5,5 Zoll FHD 4G FDD-LTE Ohne Vertrag Octa Core 4GB RAM+64GB ROM 8MP+16MP Dualkameras Fingerprintscanner 6080mAh Quick Charge Reverse Charging Dual SIM
Preis: EUR 209,00
3 neu von EUR 209,000 gebraucht

Die Leistungsdaten sind in allen drahtlosen Netzen sehr gut. Egal ob LTE oder WLAN, das Oukitel K6000 Plus holt das Maximum raus. GPS ist dank des sehr empfindlichen Empfänger sehr gut umgesetzt und der Empfang gelingt selbst in geschlossenen Räumen ohne Probleme.

Die Kameraqualität ist bei guten Lichtverhältnissen deutlich besser, als ich es von anderen Smartphones aus Fernost gewohnt bin. Bei ungünstigen Bedingungen mit Blitz knickt die Qualität aber etwas ein. Hier habe ich Hoffnung, dass ein baldiges Firmwareupdate dieses Problem beseitigt.

Sehr gut gefällt mir auch der Fingerabdrucksensor. Er ist nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr zuverlässig.

Die Verarbeitungsqualität bleibt hinter den sehr guten Leistungsdaten etwas zurück. Es gibt sichtbare Spaltmaße und der SIM-Karteneinschub benötigt zum Einsetzen etwas Fingerspitzengefühl. Auch der Sound klingt eher nach Blechbüchse und ist nur schwer zu ertragen. Das Gewicht ist zudem recht hoch, aber der üppigen Akkukapazität geschuldet und damit nur ein faktischer Nachteil. Ebenfalls negativ bewerte ich die geringe Zahl an Sensoren. Wenigstens einen Kompaß und ein Gyroskop hätte man verbauen können. Der Preis könnte zudem etwas niedriger sein und wäre aus meiner Sicht bei unter 150 EUR realistisch angesiedelt. Ich denke aber, das pendelt sich durch Angebot und Nachfrage bald ein, das Gerät ist ja noch recht neu am Markt.

In Summe kann ich für das Oukitel K6000 Plus daher eine nahezu uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Es ist das optimale Smartphone für alle, die einen leistungsstarken Akku benötigen und dabei auf Performance nicht verzichten wollen.