72 Stunden – The Next Three Days

Nach langer Abstinenz war gestern wieder einmal ein Kinobesuch fällig. Kurzfristig geplant kamen nur 2 Filme in Frage: „Devil“ oder „72 Stunden – The Next Three Days“. Nach kurzem Studium der Kritiken und Absprache mit dem „Mittwochstreff-Team“ fiel die Wahl auf „72 Stunden – The Next Three Days“. Nahezu unvoreingenommen und mit nicht zu hohen Erwartungen ging es also auf ins Cinemaxx nach Darmstadt. An der der Kinokasse stellte ich anhand des erschreckend hohen Kartenpreises von 9,40 EUR fest, dass der Film Überlänge hat. Noch schnell mit reichlich Popcorn eingedeckt und schon saßen wir in unseren gemütlichen Kinosesseln in der vorletzten Reihe. Der Film startete relativ schnell ohne viel Werbung, da wir bereits ein paar Minuten zu spät dran waren.

 Die Handlung dreht sich um einen Mann, dessen Frau plötzlich von der Polizei wegen Mordes an ihrer Vorgesetzten verhaftet wird. Die Indizien reichen für eine Verurteilung: Fingerabdrücke an der Mordwaffe, Blut des Opfers an ihrer Kleidung und Anwesenheit am Tatort. Zudem hatte sie am Vorabend Streit mit ihrer Chefin. John (Russell Crowe) glaubt an die Unschuld seiner Frau Laura (Elisabeth Banks) und bemüht sich um eine Revision. Als diese abgewiesen wird und seine Frau aus Verzweiflung einen Selbstmordversuch unternimmt, beschließt er, sie aus dem Gefängnis zu befreien…

Meine“ Mitseher“ und einige Kritiker sind der Meinung, dass  der Film einige unnötige Längen hätte und man dem Besucher den Überlangenaufschlag hätte ersparen können. Ich bin da anderer Meinung. Es braucht einen gewissen „Vorlauf“, Johns Entschluss zu verstehen. Sein Sohn Luke (Ty Simpkins) entfremdet sich immer mehr von seiner Mutter und verweigert ihre Nähe. Er lebt beinahe nur noch dafür, seine Frau aus dem Gefängnis zu holen. Selbst die schöne Nicole (Olivia Wilde bekannt aus Dr. House als Nr. 13), deren Tochter sich mit Luke auf einem Spielplatz anfreundet, schafft es nicht, ihn aus der Reserve zu locken.  Mit fortschreitender Handlung nimmt der Film jedoch zunehmend an Fahrt auf. Nach Lauras Selbstmordversuch  beginnt John mit der Planung der Befreiung seiner Frau. Würde alles nach Plan laufen, wäre die Flucht ein Spaziergang. Wie im wirklichen Leben ist John kein Superheld, sondern ein ganz normaler Mensch, der alles dafür tut, seine Frau aus dem Gefängnis zu holen. So geht Einiges schief und man ist permanent hin und hergerissen, ob sein Plan gelingen wird oder nicht. Diese Ungewissheiten und teilweise auch ausweglosen Situationen verleihen dem Film eine bedrückende Spannung. Russel Crowe spielt routiniert den verzweifelten Familienvater, der seine Frau über alles liebt und niemals an ihrer Unschuld zweifelt.

Für mich schafft der Film die perfekte Balance zwischen Drama und Action. Alles wurde in richtigen Mengen dosiert. Gerade so viel Drama, den Leidensweg der Protagonisten nachzuvollziehen, ohne ermüdend zu wirken, aber auch nicht zu viele Actionszenen, die Geschichte ins Unglaubwürdige abdriften zu lassen. Ich konnte mich gut in John hineinversetzen und mit ihm mitfühlen und so habe ich mir natürlich auch gewünscht, dass die Flucht gelingt. Aber wie es dann wirklich kommt, müsst Ihr selber herausfinden. Der Kinobesuch hat sich für mich auf alle Fälle gelohnt und kann „72 Stunden – The Next Three Days“ uneingeschränkt empfehlen.

Wie üblich ging es nach dem Film noch ins „Braustübl“, wo man mit Kinokarte das erste Getränk für den halben Preis bekommt.
 

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