Erfahrungsbericht Nacht der Ausbildung in Darmstadt mit vielen Bildern

Am 10.03.2011 richtete die Stadt Darmstadt erstmalig die “Nacht der Ausbildung“ aus. In anderen Städten wie z.B. Mannheim gibt es dieses Event schon seit vielen Jahren. Ein kurzer Bericht beim Radiosender HR Info machte mich darauf aufmerksam, sonst hätte ich wohl nie davon erfahren. In der Schule meines Sohnes wurde darüber leider kein Wort verloren. Schade. Schnell war die Webseite zur Nacht der Ausbildung gefunden. Dort gab es eine Übersicht der vielen teilnehmenden Betriebe und der angebotenen Ausbildungsberufe, sowie einen Fahrplan für den extra hierfür eingesetzten Shuttle Service.

Es waren sehr zahlreiche große Betriebe vertreten wie z.B. HEAG Mobilo, MERCK, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom oder die WIEST Autohäuser. Unter dem Motto „Entdecke Deine Zukunft“ konnte man die Betriebe zwischen 17:00 Uhr und 23:00 Uhr besuchen und sich ein Bild über die dort angebotenen Ausbildungsberufe machen.

Wir waren von 19:00 Uhr bis fast 23:00 Uhr dort und schafften aufgrund der vielen, interessanten Angebote nicht einmal die Hälfte unseres „Fahrplans“.

Unsere erste Station war die Firma WIEST Autohäuser. Auf dem Besucherparkplatz waren noch einige Parkplätze frei. Hier interessierten wir uns für die Berufe Kraftfahrzeug-Mechatroniker und Fahrzeuglackierer. Schnell bekamen wir ein persönliches Gespräch mit dem Werkstattmeister und durften uns in der Kfz-Werkstatt umsehen. Dort befanden sich einige Autos zur Besichtigung von Reparaturfällen auf den Hebebühnen. Daneben waren auch einige Porsche Modelle vertreten, deren Motoren zur Freude der Besucher ab und zu gestartet und hochgedreht wurden. Leider waren aber keine Auszubildende oder andere Beschäftigte anzutreffen, die wirklich einen der von uns favorisierten Berufe ausübten. Dafür war die Bewirtung mit Getränken und kleinen Snacks vorbildlich. Insgesamt waren wir etwas enttäuscht und verließen das Autohaus WIEST nach gut 30 Minuten. Eigentlich wollten wir mit dem Auto zur nächsten Station fahren. Da aber gerade einer der Shuttle Busse vor dem Autohaus WIEST stoppte, nutzen wir die Gelegenheit und fuhren mit dem Bus weiter.

Bei der HEAG Mobilo stiegen wir aus, weil wir uns für die Berufe Mechatroniker und Kraftfahrzeugmechatroniker Nutzfahrzeugtechnik interessierten. Wir wurden an einem Infomobil begrüßt und bekamen erst einmal das „Briefing“ für die Rundgänge und kurze Infos zu den Ausbildungsberufen. Es gab die Möglichkeit, eines Rundgangs in der Werkstatt des Straßenbahnbetriebs als auch in der Nutzfahrzeugwerkstatt.

In der Straßenbahnwerkstatt werden die Berufe Mechatroniker und Industriemechaniker ausgebildet. Der Beruf des Mechatronikers ist dort noch ganz neu und freie Ausbildungsplätze gibt es erst wieder im Jahr 2012. Wer einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker sucht kann sich für dieses Jahr noch bewerben, da noch ein Platz frei ist.

Unser Rundgang begann also in der Straßenbahnwerkstatt. Da Bilder mehr sagen als Worte, habe ich einmal einige Impressionen unseres Rundgangs festgehalten:

Im Vergleich zum Autohaus WIEST hatte man sich hier in technischer Hinsicht deutlich mehr Mühe gegeben. Es waren viele Auszubildende und Mitarbeiter aus der Technik anwesend, die bereitwillig sehr viele technische Erklärungen gaben. Es gab mehrere Stationen, die jeweils passend mit einem Haltestellenschild gekennzeichnet waren.

Die erste Station war auf einem Gerüst oberhalb des Straßenbahnmodels ST12. Alle Klappen und Deckel der Bahn waren geöffnet und man konnte jedes Detail erkennen. Zwei Mitarbeiter erklärten uns ausführlich die Funktion einer Straßenbahn, angefangen beim Stromabnehmer bis hin zur Klimatisierung.

In der zweiten Station wurden diverse Teile der Straßenbahnen repariert und gewartet, wie z.B. die Bremsklötze. Auch hier gaben zahlreiche Mitarbeiter mit technischem Wissen bereitwillig Auskunft. So konnte man sehen, wie ein mehr als 40 kg schwerer Bremsklotz zerlegt, repariert und gewartet wird.

Aus Zeitgründen ließen wir die dritte Station aus und gingen gleich weiter in die Ausbildungswerkstatt, wo man sehen konnte, was auf einen Auszubildenden hauptsächlich im 1. Ausbildungsjahr an praktischen Arbeiten zukommt. Hier wurde uns auch der Unterschied zwischen einem Industriemechaniker und Mechatroniker erklärt: Der Industriemechaniker beschäftigt sich hauptsächlich mit mechanischen Bauteilen, wohingegen der Mechatroniker zusätzlich auch Kenntnisse in Elektronik, Hydraulik und Pneumatik erwerben muss. Die Grenzen verschwimmen aber sehr bald, so dass ausgelernte Industriemechaniker dann nahezu doch in allen Aufgabengebieten tätig sind. Aus allen Bereichen waren praktische Beispiele zu sehen wie z.B. aus Metall gefertigte Werkstücke oder elektronische Schaltungen.

Nach mehr als 1 1/2 Stunden war der erste Rundgang zu Ende und wir besuchten noch die Werkstatt für Nutzfahrzeuge. Hier hielten wir uns nur kurz auf, da man lediglich Fragen stellen konnte. Technische Einblicke waren hier nicht in dem Maße möglich, wie es in der Straßenbahnwerkstatt der Fall war. Dafür bekamen wir einen interessanten Einblick in den neuen Hybridbus, der ab April 2011 an den Start gehen soll.

Mittlerweile war es schon recht spät geworden und es blieb nur noch wenig Zeit, das letzte Unternehmen aufzusuchen, die Firma MERCK. Der schon bereit stehende Shuttle Bus sollte fast 40 Minuten brauchen, so dass gerade Mal 45 Minuten für den MERCK-Besuch geblieben wären. Deshalb stiegen wir beim Autohaus WIEST wieder aus und fuhren mit dem Auto weiter. So brauchten wir nur knappe 10 Minuten und hatten für unseren letzten Besuch noch mehr als 1 Stunde übrig.

Am Eingang bekamen wir erst einmal einen Besucherausweis. Der Park war mit vielen bunten LEDs hell beleuchtet und man hatte fast das Gefühl, auf eine Party zu kommen. Da MERCK sehr viele Berufe ausbildet, sollte man sich vorher Gedanken machen, welche Berufe von Interesse sind. In unserem Fall war das der Beruf Werkfeuerwehrmann, Fachkraft für Schutz und Sicherheit und Fachkraft für Lagerlogistik. Auch hier waren Auszubildende aus allen Berufen vor Ort. Wir bekamen alle gewünschten Informationen zu den Berufen und auch die ein oder andere Information zur Bewerbung und den Auswahlverfahren. Daneben konnte man sich mit einer Tüte frischen Popcorn einige Infofilme ansehen. Auch hier war alles sehr gut vorbereitet und so vierließen wir nach gut einer Stunde zufrieden das Werksgelände.

Fazit:

Die „Nacht der Ausbildung“ ist eine sehr gute Möglichkeit, einen tieferen Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe zu bekommen. Anders als bei einer Ausbildungsmesse kann man sich hier auch direkt bei den Auszubildenden informieren oder ihnen bei ihren Tätigkeiten zusehen. Leider war die Information über diese Veranstaltung sehr dürftig. Es wurde wohl nicht an allen Schulen bekannt gemacht und so war es mehr Zufall, dass ich davon erfuhr. Die Zeit reicht bei weitem nicht aus, allen Betrieben einen Besuch abzustatten. Von daher mussten wir schon im Vorfeld die Besuche genau planen. Sollte dieses Event im nächsten Jahr wieder stattfinden, werden auch wir auf jeden Fall dabei sein.

P.S. Ich habe bei den Ausbildungsberufen der Einfachheit halber die männlichen Bezeichnungen verwendet und hoffe, die Damen mögen mir dies verzeihen.

[Gesamt:2    Durchschnitt: 6/5]

2 Gedanken zu „Erfahrungsbericht Nacht der Ausbildung in Darmstadt mit vielen Bildern“

  1. Mechatroniker klingt vor allem sehr cool! 🙂

    Mein Freund und ich ziehen jetzt nach Darmstadt, wo er mit der Ausbildung bei der erwähnten Straßnebahnwerkstatt beginnt. Glücklicherweise konnten haben hier ein tolles Fertighaus gefunden. Auf Wohnungssuche hätte ich gar keine Lust mehr.

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