Testbericht ADATA SP920 SSD mit 256 GB mit Anleitung zum Klonen

Ich überlegte schon länger, meinen Spiele-Desktop PC von DELL (Optiplex Tower 780 mit Windows 7) mit dem Einbau einer neuen SSD (Solid State Drive) zu beschleunigen. Es handelt sich dabei nicht wirklich um einen Gamer-PC, sondern um einen schon betagten Desktop, der aber eine flottere Grafikkarte und etwas mehr RAM (16 GB) besitzt. Aufgrund des Alters verfügt mein DELL Desktop noch über eine SATA II Schnittstelle.

Da die Preise für SSDs mittlerweile sehr günstig sind, lohnt es sich, gleich nach Modellen mit hohen Kapazitäten Ausschau zu halten. So sind SSDs mit 256 GB Kapazität schon für deutlich unter 100 EUR zu bekommen.

Wer immer noch eine Festplatte nutzt und den Kauf einer SSD in Erwägung zieht, wird sich sicher fragen, welche Vorteile eine SSD bringt:

Vor- und Nachteile einer SSD

Obwohl teilweise schon angesprochen, möchte ich hier die Vor- und Nachteile einer SSD etwas näher beleuchten:

Vorteile:

  • Deutlich schnellerer Zugriff auf die Daten, als bei einer Festplatte. Das macht sich besonders beim Schreiben bemerkbar. Der wichtige IOPS-Wert (Input/Output Operations Per Second) ist dabei bis zu 1000 Mal höher. So starten Anwendungen schneller, selbst wenn sie beim Start viele Daten nachladen müssen.
  • Geringere Ausfallwahrscheinlichkeit, da keine beweglichen Teile vorhanden sind. Bei Festplatten führen Stürze und Überhitzung oft zu Ausfällen.
  • Geringerer Stromverbrauch
  • Leise

Nachteile:

  • Noch relativ hoher Preis im Vergleich zu 2,5″ Festplatten. Eine SSD ist ca. um den Faktor 4-5 teurer.
  • Datenrettung im Falle eines Defekts deutlich aufwändiger

Manche führen eine geringere Lebensdauer als Nachteil an, da die Flash-Zellen durch das Beschreiben mit der Zeit „abnutzen“. Dies vermindert die Gesamtkapazität. Tatsächlich gibt es aber noch keine langfristigen Studien, die das belegen. Im Gegenteil: Da SSDs keine beweglichen Teile haben und eine geringere thermische Anfälligkeit besitzen, sollten sie sogar länger als eine Festplatte halten. Das Auslesen der Zellen ist theoretisch sogar über einen unbegrenzten Zeitraum möglich. Deswegen kann man eine SSD aus meiner Sicht auch problemlos als externes Laufwerk einsetzen.

Welche Größe ist die Richtige ?

Nun stellte sich mir, wie jedem anderen auch, die Frage, ob es nicht ein bisschen mehr sein darf? Vor einiger Zeit war zudem die Geschwindigkeit ein Argument, da Laufwerke mit höherer Kapazität oft auch schnellere Datenraten aufwiesen. Das ist zum Glück heute nicht mehr immer so. Der Preis pro GB ist heute bei fast allen Laufwerken nahezu identisch. So kostet ein 2 TB SSD bezogen auf den Speicherplatz nicht mehr als eine SSD mit 256 GB.

Für eine Windows 10 Installation auf einem Multimedia- und Office PC werden ca. 40 GB benötigt. Wer dann noch Spiele oder aufwändige Programme zur Bild- und Videobearbeitung installiert, kommt bei 128 GB schnell an seine Grenzen.

Aus meiner Sicht sollte daher eine Kapazität von 256 GB ausreichen, da ich auf meinem PC keine speicherhungrigen HighEnd Spiele nutze.

Lieferumfang – Hardware und Software

Die ADATA SP920 256 GB wird in einer kleinen Schachtel geliefert und beinhaltet neben dem Laufwerk noch einen selbstklebenden Rahmen, um bei Bedarf die Einbauhöhe auf 9,5 mm zu verändern. Ein kleiner „Quick Start Guide“ ist ebenfalls enthalten. Besonders wichtig für den Einbau in einen Desktop PC ist der ebenfalls enthaltene Einbaurahmen.

ADATA SP920 256GBZusätzlich bekommt man eine Lizenz für Acronis True Image HD, Disk Migration Utility. Hier ist die Angabe in der Produktbeschreibung etwas verwirrend und man könnte daraus entnehmen, eine Vollversion für Acronis True Image HD zu bekommen.

ADATA SP920 256GBDas ist aber nicht so, man erhält nur eine kostenlose Lizenz für das Migration Tool. Alle weiteren Features von Acronis True Image HD sind deaktiviert und erfordern eine separate und kostenpflichtige Aktivierung! Daneben gibt es noch das Programm „SSD Toolbox“. Das ist von ADATA und kostenlos auf der Homepage zu beziehen.Damit kann man beispielsweise ein Firmwareupdate durchführen oder das System optimieren, aber nur wenn die SSD fest verbaut ist. Bei einem Einbau in ein externes Gehäuse funktioniert die Software nicht.

Technische Daten und Benchmarks

Bei der ADATA SP920 handelt es sich nicht um eine Billig-SSD.

ADATA SP920 256GBEs sind nur Markenkomponenten verbaut wie beispielsweise ein INTEL-Controller, was für eine gute Qualität spricht.

ADATA SP920 256GBDie ADATA SP920 256 GB besitzt eine Schreibleistung von 460 MB/s beim Schreiben und bis zu 560 MB/s beim Lesen. Hier haben viele Tests im Internet schon durch Benchmarks bewiesen, dass diese Daten korrekt sind. Da mein DELL Optiplex nur eine SATA II-Schnittstelle besitzt, ist darin die Nettodatenrate auf 300 MB/s begrenzt. Deswegen habe ich noch einige zusätzliche Benchmarks in meinen SATA III-kompatiblen, externen Festplattengehäuse durchgeführt. Aber selbst damit kann die maximale Datenrate, die SATA III bietet, nicht erreicht werden, da USB 3.0 nur Geschwindigkeiten bis maximal 500 MB/s ermöglicht. Daher kann ich die maximale Datenrate in meinen Tests nicht ausreizen.

Bei den Benchmarks muss man differenzieren. Es gibt verschiedene Testverfahren. Daher macht ein Wert nur dann Sinn, wenn man weiß, mit welchen Testdaten gemessen wurde. Ansonsten ist kein sinnvoller Vergleich möglich.

Die Ergebnisse in meinen SATA II-Desktop PC DELL Optiplex 780 (sequentielles Schreiben und Lesen):

ADATA SP920 256GB271 MB/s Lesen und 250 MB/s Schreiben

Die Werte sind für SATA II sehr gut.

Die Ergebnisse mit externen Festplattengehäusen an dem USB 3.0 Anschluss meines Lenovo Helix (sequentielles Lesen und Schreiben):

ADATA SP920 256GBBis zu 402 MB/s Lesen und 304 MB/s Schreiben

Das hatte ich aufgrund der Beschränkung durch USB 3.0 erwartet und geht für mich in Ordnung.

Einbau und Installation – Klonen oder Neuinstallation ?

Generell wird oft die Neuinstallation empfohlen, da Windows beim Installieren das SSD Laufwerk erkennt und alle wichtigen Parameter dahingehend optimiert. Dies muss sonst nach dem Klonen meist von Hand vorgenommen werden und ob es dann wirklich funktioniert, ist nicht immer sicher.

Außerdem hat man so Gelegenheit, seine Installation von unnötigen Programmen und Datenmüll zu befreien. Oft ist es so, dass man hin und wieder ein Programm zum Testen installiert, es vergisst und so unbemerkt auf dem System verbleibt.

Dennoch: Meine Installation ist komplex. Viele Spiele musste ich umständlich aktivieren und ich hatte keine Lust, jedes einzelne Spiel neu zu installieren und mich mit dem umständlichen Aktivierungsprozess zu beschäftigen. Daher entschied ich, die mitgelieferte Acronis Software zu verwenden.

Mit der „beiliegenden“ Software Acronis True Image HD, Disk Migration Utility ist das Klonen kein Problem mehr. Sie ermöglicht die zuverlässige Übertragung des alten Systems auf die neue SSD. Hier gibt es im Vorfeld einiges zu beachten:

Zunächst geht man auf die Homepage von ADATA. Unter „Support“-„Downloads“ wählt man „Valuable Software“ aus. adatahpDort findet man auch die SSD Toolbox. Hier kann man die Acronis Software herunterladen. Darnach ist ein Registrierungs-Marathon nötig. Erst einmal muss man sich bei ADATA registrieren. Hier bekommt man einen 16-stelligen Key. Das ist aber noch nicht der Aktivierungskey. Nach der Installation und Start von Acronis True Image HD, Disk Migration Utility, sieht man unten einen rotes X mit dem Hinweis, dass man das Produkt aktivieren muss. Hierüber kann man den Aktivierungskey anfordern. Nach Eingabe der Adressdaten und des zuvor von ADATA erhaltenen 16-stelligen „Stub-Key“, bekommt man eine Mail von Acronis mit dem Aktivierungskey.

Nun kann man mit Hilfe der Acronis Software die Migration vornehmen, die bei mir problemlos geklappt hat. Dazu schloss ich die SP920 256GB über ein externes USB-Gehäuse an meinen Rechner an. Nach dem Start von Acronis True Image HD wählt man

ADATA SP920 256GB„Clone disk“ und muss sich dann zwischen automatischem oder manuellem Klonen entscheiden.

ADATA SP920 256GBDa ich 2 Partitionen besitze, entschied ich mich fürs manuelle Klonen. In den nächsten beiden Schritten wählt man den Quell-

ADATA SP920 256GBund Zieldatenträger aus.

ADATA SP920 256GBHiernach erfolgt wieder eine Abfrage, ob man die Daten 1:1 verschieben, oder manuelle Eingriffe vornehmen möchte.

ADATA SP920 256GBDa meine C-Partition schon sehr voll war, nutze ich die Gelegenheit, die D-Partition zu verkleinern und die C-Partition zu vergrößern. Auch das ist mit Acronis True Image HD problemlos machbar.

ADATA SP920 256GBNun startet das Klonen und das kann eine Weile dauern. Deshalb ließ ich den Rechner über Nacht laufen.

ADATA SP920 256GBAm nächsten Morgen war das Klonen beendet und ich baute die SP920 als primäres Startlaufwerk ein

ADATA SP920 256GBund führte einen Neustart durch, der von Erfolg gekrönt war.

Das reicht aber noch nicht aus!

Im Anschluss sollte man die SSD Toolbox noch installieren und die darin enthaltene Systemoptimierung nutzen.

ADATA SP920 256GBViele Einstellungen in Windows sind noch auf den Betrieb mit einer Festplatte ausgelegt, wie beispielsweise die TRIM Funktion. TRIM ist eine Funktion zur Verbesserung der Performance von SSD Laufwerken. Festplatten haben den Vorteil, bereits beschriebene Bereiche ohne Performanceeinbußen überschreiben zu können. Bei SSDs klappt das so nicht. Hier findet vor dem Beschreiben bereits verwendeter Bereiche eine Löschung der zugehörigen Speicherzellen statt. Ohne TRIM würde eine SSD mit der Zeit langsamer werden, weil zum Schreiben auf immer mehr beschriebene Bereiche zugegriffen wird. TRIM muss vom Betriebssystem, als auch dem Controller der SSD unterstützt werden. Dies ist bei der SP920 und Windows 7 der Fall. Bei einer Neuinstallation wird TRIM automatisch aktiviert. Prüfen kann man das, indem man die Kommandozeile als Administrator ausführt und den Befehl „fsutil behavior query disabledeletenotify“ eingibt. Der Wert 0 sagt aus, dass TRIM aktiv ist, 1 bedeutet das Gegenteil. Im Falle des Klonens einer Installation ist die TRIM-Funktionalität manuell mit dem Aufruf von „fsutil behavior set disabledeletenotify 0“ zu aktivieren. Nutzt man aber die in der SSD-Toolbox enthaltene Optimierungsfuinktion, kann man sich das sparen, da fast alles korrekt eingestellt wird.

Fast alles, bis in meinem Fall, auf AHCI. Wahrscheinlich ist das aber nicht nur bei mir so, da es zudem eine Änderung im BIOS des Rechners erfordert: Meist ist hier IDE konfiguriert. Während der Neuinstallation erkennt Windows den schnelleren Schnittstellenstandard AHCI und passt die Konfiguration entsprechend an.

ADATA SP920 256GBVorausgesetzt, ACHI ist im BIOS aktiviert.

Beim Klonen kann man im Anschluss in der Windows 7 Installation AHCI in der Registry einschalten (Bei IDE steht dort bei Start der Wert 3). Den Wert findet man im Registrierungseditor unter

AHCI„HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\services\msahci“. Dort befindet sich der Eintrag „start“, den man für AHCI auf „0“ setzen muss. Wenn man jetzt den Rechner neu startet, muss man zwingend ins BIOS, da sonst Windows nicht mehr starten würde, und dort ebenfalls AHCI einstellen. Wer sich jetzt fragt, ob das sein muss: Ja, denn AHCI ist für die Verwendung mit SSDs ausgelegt, IDE nicht und das vorhin erwähnte TRIM funktioniert auch nicht mit IDE.

Nun sollte die SSD optimal konfiguriert sein und mit maximaler Leistung arbeiten.

Das Ergebnis – Was hat es gebracht

Eine ganze Menge, denn das Starten mit meiner alten 250 GB Festplatte dauerte bis zu 2 Minuten, das Anmelden oft noch einmal weitere 3 Minuten. Jetzt sind es in Summe weniger als 30 Sekunden. Zudem starten alle Spiele deutlich schneller und auch andere Anwendungen sind nahezu sofort nach dem Start verfügbar. Vor der Aufrüstung war ich oft frustriert und nutze den PC auch eher selten, jetzt macht es wieder Spaß damit zu arbeiten. Aus meiner Sicht hat sich das Upgrade auf jeden Fall gelohnt.

Fazit

Die Investition in eine SSD lohnt sich definitiv für jedes System mit Festplatte. Da ich schon seit ca. 20 Jahren meine PCs selbst zusammenbaue, habe ich bereits viele Erfahrungen mit Aufrüstversuchen gemacht durch Einbau von schnelleren Festplatten, mehr Arbeitsspeicher oder neueren Grafikkarten. Die Leistungssteigerung war meist deutlich spürbar.

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Der Einbau einer SSD hingegen ist im Vergleich dazu jedoch ein Quantensprung! Eine so extreme Leistungssteigerung in Verbindung mit der Minimierung des Energieverbrauchs habe ich bisher noch nie erreicht. Wer sich über lange Boot- und Anmeldezeiten ärgert, sollte unbedingt die Aufrüstung mit einer SSD in Betracht ziehen. Hier bietet die ADATA SP920 mit 256 GB das bisher aus meiner Sicht beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

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