Testbericht Comedes Luftreiniger LR 700 mit Video und Bildern

Ausgangssituation

Mein Büro befindet sich im Keller unseres Hauses, welcher sich nur durch ein kleines Fenster belüften lässt. Im Nebenraum gibt es außerdem noch ein Raucherzimmer, welches zwar durch 2 Türen von meinem Keller getrennt ist und nicht oft benutzt wird, jedoch ist der Rauchgeruch hin und wieder schon wahrnehmbar. Unser ca. 45m² großes Wohnzimmer wird im Winter durch einen Kaminofen beheizt. Durch das Öffnen und Schließen der Ofentür gelangen auch Rauch- und Rußpartikel ins Wohnzimmer, die sich gerne auf den Schränken absetzen. Meist sieht man nach der Reinigung schon wenige Tage später wieder eine leichte Staub- und Rußschicht.

Eher zufällig stieß ich auf die Verfügbarkeit von Luftreinigern und hoffte natürlich, dass ein solches Gerät alle meine Probleme beseitigt.

Wichtig war mir dabei, ein Produkt aus deutscher Entwicklung und Produktion zu bekommen und nicht irgendein Billigprodukt aus Fernost. Mit dieser Einschränkung ist die Auswahl nicht mehr sehr groß.

Lieferung

Die Lieferung erfolgte quasi über Nacht und der LR 700 ist schon deutlich größer, als man den Bildern nach vermuten würde. 12 Kg schwer und größenmäßig vergleichbar mit den alten Tower-PCs, die vor vielen Jahren noch in jedem Büro standen.

Der Filter befindet sich im Gerät. Zum Lieferumfang gehört auch noch eine kleine Fernbedienung mit Folientastatur und eine ausführliche, deutschsprachige Anleitung.

Technische Daten

Die Leistungsaufnahme wird mit 100 Watt bei 220 Volt angegeben. Das Gewicht beträgt stolze 12,5 kg und der Luftdurchsatz 300 m³ pro Stunde. Dies soll ausreichend sein für eine Fläche von maximal 50m².

Die Laustärke der einzelnen Lüfterstufen ist mit 41/46/55 dB angegeben (L/M/H). Die zur Clusterung von Staubpartikeln zuschaltbare Ionisierung beträgt 1*10^6 Ionen/cm³/s, was lt. Hersteller deutlich unter Grenzwert liegt und eher eine statistische Belastung darstellt.

Mit 66,5 cm Höhe, 48 cm Breite und 26 cm Tiefe sind die Abmessungen schon relativ groß, was aber der Leistung geschuldet ist.

Inwieweit die technischen Daten den Herstellerangaben entsprechen, kann ich mangels technischer Ausstattung natürlich nicht prüfen, jedoch mit Sicherheit eine Aussage zur subjektiven Wahrnehmung treffen.

Da ich sehr energiebewusst bin, habe ich jedoch mittels eines Strommessgerätes die tatsächlichen Verbräuche überprüft und festgestellt, dass die Herstellerangabe zum Stromverbrauch sogar höher als in der Praxis ist:

In Stufe L/M/H beträgt der Verbrauch gerade einmal 26W/44W/71W. Schaltet man die UV Lampe mit dem Ionisator zu, erhöht sich der Verbrauch um 4 Watt. Das deckt sich auch mit dem Verbrauch von 75 Watt im Super-Modus.

0,3 Mikron oder 0,1 Mikron ?

Viele Hersteller werben mit der Filterung von Partikeln mit einer Größe von 0,1 Mikron und weniger. Das hatte mich verunsichert, da der Comedes LR 700 mit 0,3 Mikron und 99% Effektivität angegeben wird. Eine Anfrage beim Hersteller schaffte Klarheit:

Es gibt 2 Arten von Filterungen. Die eine Methode geschieht durch mechanische Filterung und schafft technisch derzeit nicht mehr als Partikel mit einer Größe von 0,3 Mikron. Daneben findet aber auch eine Tiefenfiltration statt, bei der Partikel durch Adhäsionskräfte im Filter zurückgehalten werden, selbst wenn sie zu klein sind. Damit filtert der LR 700 auch Partikel kleiner als 0,3 Mikron also auch 0,1 Mikron. Nun ist es so, dass es technisch sehr schwierig ist zu bestimmen, wie hoch die Filterquote bei kleineren Partikeln als 0,3 Mikron ist. Je nach Größe der kleineren Partikel und Beschaffenheit werden sie unterschiedlich effektiv gefiltert. Nur bei Partikeln mit Größe 0,3 Mikron und größer lässt sich somit zuverlässig sagen, wie hoch die Filterquote ist (99%). Da auch andere Hersteller keine Wunderfilter besitzen, beziehen sich deren Angaben auf eine andere Bezugsgröße im Prüfverfahren und eben nur die dort verwendeten Prüfpartikel. Über die tatsächliche Effektivität der Filterung mit allen möglichen Partikeln in der Luft sagen diese Angaben wenig aus. Daher sind mir ehrliche 0,3 Mikron lieber als geschönte 0,1 Mikron.

Zur Ozonkonzentration hatte ich mich dann auch gleich informiert: Hier sei es so, dass Ionisatoren i.d.R. dazu eingesetzt werden, Gerüche zu filtern. D.h. es wird bewusst so stark ionisiert, um Ozon zu erzeugen, um organische Verbindungen in der Luft zu oxidieren. Solche Geräte erzeugen so viel Ozon, dass es gesundheitsschädlich ist! Bei Luftreinigern die mit Nadel- oder Bürstenionisatoren arbeiten, ist die emitierte Ionenanzahl deutlich geringer, weil diese nur zur Clusterbildung in der Luft eingesetzt werden, um die Partikelreduktion zu beschleunigen. Geräte mit diesem Funktionsprinzip dienen nicht der Geruchsreduktion und haben auch nicht den Zweck, Ozon zu erzeugen. Es kann zwar Ozon entstehen, aber deutlich unter Grenzwert. Eine gedruckte Seite von einem Laserdrucker erzeugt ein vielfaches an Ozon im Vergleich zur 24 stündigen Laufzeit des LR 700 und man müsste schon zahlreiche Seiten drucken, um den Grenzwert zu erreichen.

Das klingt logisch und daraus kann man auch schließen, dass ein Luftreiniger generell nicht vor Schäden durch Passivrauchen schützen kann. Er kann sie minimieren und die Luft angenehmer machen. Ein Freibrief, in Gegenwart von Nichtrauchern zu rauchen, ist der LR 700 nicht und auch kein anderer Luftreiniger.

Design und Verarbeitung

Vom Design erinnert der LR 700 tatsächlich etwas an eine Karaoke-Maschine.

Comedes LR 700

Dennoch sieht er durch seine elegante Bauform mit vielen abgerundeten Ecken sehr schick aus und integriert sich gut ins Gesamtbild meiner Wohnung.

Comedes LR 700

Die Verarbeitung macht wie erwartet einen sehr hochwertigen Eindruck. Ein schweres und stabiles Gerät eben.

Comedes LR 700

Im Vergleich mit vielen anderen Konkurrenzprodukten und auch den anderen Geräten von Comedes, gefällt mir der LR 700 am besten.

Praktisch auch die Ablage für die Fernbedienung am Gerät:

Comedes LR 700

Inbetriebnahme

Zunächst muss der Filter aus dem Gerät genommen

Comedes LR 700

und von seiner Verpackungsfolie befreit werden.

Comedes LR 700

D.h. man entfernt das Filterinlay und setzt es danach wieder in den Filterrahmen, zusammen mit dem Vorfilter ein.

Hier noch ein Blick auf den Titandioxid-Filter auf der Rückseite:

Comedes LR 700

In der auf dem Bild dargestellten Position, klappt das Einführen am besten.

Comedes LR 700

So, noch den Vorfilter darauf gesetzt:

Comedes LR 700

Dann ist nur noch die Arretierung zu verschrauben

Comedes LR 700

und schon kann man das Gerät einschalten.

Comedes LR 700

Der Filter hält je nach Belastung ca. 6-9 Monate und kostet ca. 40 EUR. Bei anderen Geräten mit ähnlicher Leistung ist das Preisniveau ähnlich.

Comedes LR 700 Ersatzfilter
Preis: EUR 40,99
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Da ich nicht sicher war, ob ich das Gerät behalte, hatte ich die Schutzfolie an der Frontseite noch nicht entfernt (Mittlerweile schon).

Bedienung

Die Bedienung kann entweder mit der beiliegenden Fernbedienung erfolgen oder direkt am Display.

Comedes LR 700

Es gibt verschiedene Modi:

  • MANUAL: Wird nach dem Einschalten automatisch gewählt mit 3 wählbaren Lüfterstufen L/M/H.
  • AUTO: Hierbei handelt es sich um einen Automatikbetrieb. Die Drehzahl des Lüfters wird entsprechend der jeweiligen Luftqualität automatisch ausgewählt und je nach Bedarf immer wieder geändert.
  • SUPER: Höchste Lüfterstufe, Ionisation und UV-Licht in Kombination. Vermutlich dazu geeignet, einen Raum besonders schnell mit sauberer Luft zu versorgen.
  • SLEEP: Kleinste Lüfterstufe, bei der sich bis auf die SLEEP-LED, alle LEDs nach ca. 1 Minute ausschalten. Geeignet für die Nacht im Schlafzimmer.

Die Ionisation und UV-Lampe können im manuellen Modus und Automatikmodus ausgeschaltet werden, sind aber nicht einzelnen schaltbar.

Der Timer ist in stündlichen Schritten bis 9 Stunden einstellbar, wahlweise als Einschalt- oder Ausschalttimer.

Die LEDs zur Luftqualität sind logisch angelegt. Die beiden blauen LEDs zeigen den Verschmutzungsgrad der Luft mit Partikeln und Gerüchen bzw. Gasen an. Je mehr LEDs leuchten, desto schlechter ist die Luft. Die orangefarbene LED gibt Auskunft über die Luftqualität. Hier heißt es, je mehr, desto besser ist die Luft.

Comedes LR 700

Die Kindersicherung blockiert die Bedienung über das Gerät selbst.

Meine Erfahrungen und Test

Nun kommen wir zu meinen Erfahrungen. Wie schon im Video gezeigt, habe ich den LR 700 im Raucherzimmer ausprobiert und wie erwartet, schaltet er wenige Sekunden nach dem Anzünden einer Zigarette auf die höchste Stufe und zeigt auch optisch durch die LEDs an, dass die Raumluft belastet ist. Daneben hatte ich den Luftreiniger auch eine ganze Nacht eingeschaltet und der Geruch nach kaltem Rauch war zumindest weniger, wenn auch nicht ganz verschwunden. Wer wirklich nur Rauch filtern möchte, sollte besser zum LR 200 greifen, da hierzu auch spezielle Rauchfilter erhältlich sind, die bis zu 1500 Zigaretten filtern können.

Mein Büro im Keller hat nur eine geringe Deckenhöhe von 2,20 cm und eine Fläche von 15 m². Zur Lüftung steht nur ein kleines Fenster zur Verfügung, so dass die Luft generell oft „verbraucht“ riecht. Mit dem LR 700 hat sich das grundlegend geändert: Nach Programmierung über den Timer, schaltet sich der Luftreiniger bei mir 2 Stunden vor Betreten des Raumes ein und mir fiel sofort auf, dass die Luft deutlich besser riecht, einfach frischer und angenehmer. Während ich dann im Raum bin, vergrößert sich der Balken der VOC-LED oft nach einigen Stunden und sinkt erst wieder, wenn ich mit Durchzug lüfte. Das könnte ein Indiz darauf sein, dass auch die Belastung mit Kohlenmonoxid erkannt wird, da diese ja durch wenig oder keine Lüftung durch „verbrauchte“ Luft ansteigt.

Testweise hatte ich dann auch eine Dose mit Verdünnung geöffnet und die Dämpfe in den Lüftungsschacht „gepustet“. Sofort stieg die VOC-LED auf den höchsten Level und der LR 700 wechselte in die höchste Gebläsestufe.

Da ich mir im Moment keine 2 Geräte leisten kann, trage ich den LR 700 am Abend ins Wohnzimmer, um die Partikel aus dem Kaminofen zu filtern. Der praktische Tragegriff erleichtert dabei die Arbeit enorm. Auch hier schnüffelt der LR 700 sehr zuverlässig. Sobald der Ofen angezündet wird, steigt die DUST-LED und das Gebläse dreht hoch. Auch zwischen dem Nachlegen schaltet der LR 700 manchmal ein. Nach 2 Wochen fällt mir auf, dass deutlich weniger Ruß auf den Schränken liegt und sich auch insgesamt weniger Staub im Raum befindet.

Sylvester war besonders interessant. Da hatten wir kurz das Fenster geöffnet, so gegen 0:30 Uhr und es dauerte nicht lange und der Luftreiniger drehte auf. Den üblen Geruch vom Raclette konnte er aber nicht zuverlässig binden, was aber eher in Indiz für wenig Ozonbelastung und damit auch gewünscht ist.

Auch wenn ein Raucher von Draußen ins Haus kommt, „springt“ der LR 700 gleich an, weil sich ja auch Bestandteile in der Kleidung befinden.

Die Geräuschentwicklung ist moderat und in der niedrigsten Stufe nicht höher als bei einem leisen Kühlschrank. Ab Stufe M wird es aber unangenehm, jedoch sollten die beiden hohen Stufen nur übergangsweise aktiv sein und im Automatikmodus schaltet der LR 700 bei mir meist relativ schnell in die Stufe L zurück. Somit hält sich mit dann 26 Watt der Stromverbrauch in akzeptablen Grenzen.

Bei 12 Stunden Nutzung in meist niedrigster Stufe dürfte der Stromverbrauch 50 EUR im Jahr keinesfalls übersteigen.

Fazit

Es gibt Dinge, von denen man erst dann merkt, dass man sie braucht, wenn man sie hat. Dazu gehört für mich der Comedes LR 700. Die Luft „fühlt“ sich einfach besser an und Staub setzt sich in deutlich geringeren Mengen auf den Möbeln ab.

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Der Stromverbrauch ist erfreulich gering und da der Luftreiniger bei mir meist in Stufe L läuft, kann ich ihn tagsüber meist durchgehend im Betrieb lassen.

In Relation zum Preis, der für ein Gerät dieser Leistung gar nicht mal so hoch ist, gebe ich eine uneingeschränkte Empfehlung für den Comedes LR 700.

 

[Gesamt:7    Durchschnitt: 6.4/5]

Ein Gedanke zu „Testbericht Comedes Luftreiniger LR 700 mit Video und Bildern“

  1. Diese Erklärung und Darstellung des LR700 haben mich zum Kauf üüberzeugt. Dafür herzlichen Dank
    LG Peter

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