Testbericht Polaris V8 Bluetooth-Lautsprecher

Ich hatte in den letzten Monaten schon die ein oder andere Box ausprobiert. Wirklich perfekt war keine. Wer schon einmal eine der herkömmlichen BT-Stereoboxen mit Akku ausprobiert hat, dürfte sich über einen oder mehrere der folgenden Mängel beklagen:

► Nervige Ansagen in englisch oder – noch schlimmer – in japanisch, die man nicht abstellen oder in der Lautstärke reduzieren kann.

► Interner Akku, der nicht austauschbar ist. Ist der Akku defekt, kann man die Box wegwerfen

► Fehlende Features wie FM-Radio, USB-Port oder microSD-Kartenleser

► Bei vorhandenen Features, nur mäßige Umsetzung

► Oft nur schwache Bässe und schlechter Klang

► Schwierigkeiten bei der Kopplung

► Kein Speichern der Lautstärke

► Nervige Kombinationstasten für die Lautstärkeregelung und Titelsprung

Diese Box macht nahezu alles richtig und setzt in einigen Punkten noch einen drauf. Ich habe leider keine Bose- oder Beats-BT-Box zum Vergleich, denn ich hätte schon gerne gewusst, ob man die Klangqualität noch erheblich steigern kann. Im Vergleich zu allen anderen Boxen, die ich bisher hatte und habe, ist diese mit großem Abstand die Beste:

Lieferumfang und Verpackung

Geliefert wird die Box in einem kleinen, aber schweren Karton.

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Geöffnet wird dieser mit einem Magnetverschluss. Neben der Box, befinden sich in einem separaten Fach darunter auch ein Line-In-Kabel zum Anschluss kabelgebundener Audioquellen, ein USB-Ladekabel und eine englischsprachige Anleitung.

Polaris V8

Eine deutsche Anleitung wäre wünschenswert gewesen, da es einige hilfreiche Funktionen gibt, die man ohne die Anleitung nicht heraus findet. Da die Produktbeschreibung bei Amazon in gut verständlichem Deutsch formuliert wurde, hätte man sicher auch etwas Zeit in eine deutsche Anleitung investieren können. Das nur als kleiner Kritikpunkt an den Hersteller.

Features und technische Daten

Schon der Aufdruck auf dem Karton lässt auf einen großen Funktionsumfang hoffen:

Polaris V8

► Bluetooth 2.1 EDR mit den Profilen HSP, HFP, A2DP und NFC

► FM-Radio

► USB-Soundkarten- und Mikrofonfunktion, d.h. Soundausgabe via USB vom PC

► Austauschbarer Lithium-Ionen-Akku vom Typ 18650! mit 10 Stunden Laufzeit, erweiterbar durch stärkeren Akku

► MicroSD-Kartenleser bis 32 GB (Bei mir auch 64 GB ohne Probleme), Zugriff auf via USB vom PC aus. Positionsspeicherung nach dem Ausschalten.

► 3,5 mm Klinke-Buchse für analoge Audioquellen wie MP3-Player

► Großes LED Display

► Freisprechfunktion

► 2 x 4,5 Watt Sinusleistung mit separatem Passivradiator

Das liest sich wie meine Wunschliste an den Hersteller. Die Frage ist aber, wie gut sind die einzelnen Funktionen umgesetzt?

Design und Verarbeitung

Mit ca. 666 Gramm ist die Box richtig schwer, was auf einen guten Klang schließen lässt.

Polaris V8

Mit fast 20 cm Breite, 7,4 cm Höhe und einer Tiefe von ca. 6 cm bewegen sich die Abmessungen nicht mehr unbedingt auf dem Niveau einer Minibox. Das Frontgitter besteht aus Metall und ist fest und stabil und lässt sich nicht versehentlich eindrücken.

Polaris V8

Dahinter befindet sich ein rotes LED-Panel für die Anzeige der Betriebsmodi und FM-Radiofrequenz.

Polaris V8

Die Rückseite besteht aus mattem Kunststoff

Polaris V8

und der Rest der Box ist komplett mit einer Gummihülle überzogen, welche auch die Bedienelemente beinhaltet. Das schützt auf der einen Seite vor Spritzwasser, auch wenn es nicht extra angegeben ist, hat aber auf der anderen Seite den Nachteil, dass es Fussel magisch anzieht. Unter dem Gehäuse befinden sich 4 in das Material eingearbeitete Gummifüße.

Polaris V8

Hinter den Löchern dazwischen ist der Passivradiator angebracht, der für den Bass sorgt. Bei Passivradiatoren handelt es sich um Membrane ohne Spule, die auch in der Kfz-Audiotechnik gerne mal anstatt Bassreflexröhren zum Einsatz kommen.

Die Tasten sind alle oben am Gehäuse angebracht. Lautstärke und Titelsprung werden mit separaten Tasten geregelt, die dennoch sinnvoll mehrfach belegt sind.

Bedienung

Auch diese Box arbeitet mit Sprachansagen. Diese sind aber leise und sehr dezent und vor allem wohl durch einen männlichen Muttersprachler aufgenommen worden. Der Clou: Durch längeres drücken (> 3 Sekunden) der Mode-Taste, wird der Sprachguide ausgeschaltet. Wie sehr habe ich das bei anderen Boxen vermisst, hier funktioniert es endlich!

Obwohl ich kein Freund von Multifunktionstasten bin, gefällt mir das Konzept der Polaris Box: Es gibt getrennte Tasten für die Lautstärkeregelung und den Titelsprung. Dennoch besitzen die Tasten eine Mehrfachbelegung.

Lautstärketaste: Ein kurzer Druck erhöht die Lautstärke um eine Stufe, ein längerer Druck erhöht sie durchgehend bis zum Maximum. Analog funktioniert das auch beim Vermindern der Lautstärke.

Titelsprungtaste: Ein kurzer Druck springt zum nächsten Titel. Drückt man die Taste länger, wird vorgespult und durch 2-maliges Drücken mit halten beim 2. Druck lässt sich eine bestimmte Titelnummer auswählen.

► Kopplung

Nach dem Einschalten wird zunächst in den BT-Modus geschaltet. Die Kopplung geschieht blitzschnell und wird durch das gefundene Gerät „Polaris V8“ angezeigt. Auch nach dem aus- und wieder einschalten findet die Verbindung mit dem Smartphone in kürzester Zeit statt. Wer ein Smartphone mit NFC besitzt, kann die Kopplung noch schneller durch Berühren der Box erledigen. Schaltet man die Box aus und wieder ein, bleibt die zuletzt eingestellte Lautstärke erhalten. Auch das habe ich bei anderen Herstellern vermisst.

► FM-Radio

Die Empfindlichkeit des integrierten Tuners ist schon enorm und deutlich besser als der meines guten Stereoradioweckers im Schlafzimmer. Bei Problemen mit dem Empfang, kann man das Aux-Kabel einstecken, welches dann als Wurfantenne fungiert. Das Wechseln der Kanäle erfolgt mit der Titelsprungtaste. Auch hier ein kleiner Kritikpunkt: Es gibt keine Senderspeicher, d.h. wenn man oft zwischen den Sendern wechselt, muss man diesen jeweils wieder neu suchen. Benutzt man immer denselben Sender, hat man damit keine Probleme, da dieser nach dem Ausschalten gespeichert wird.

► microSD-Kartenmodus

 Laut technischen Daten sollen Kartengrößen bis 32 GB unterstützt werden. Ich hatte gerade nur eine 64 GB Karte greifbar, bei der es sich auch noch um eine SanDisk Extreme UHS-I Class 10 U3-Karte handelt. Dennoch funktionierte diese ohne Probleme.

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Hier hatte ich schon einige schlechte Erfahrungen machen müssen, aber alles Versprochene wird eingehalten: Nach dem Einlegen der Karte, findet nahezu verzögerungsfrei die Wiedergabe statt. Die Titelnummer und Spielzeit sind im LED-Display ablesbar. Lautstärke und Position werden nach dem Ausschalten gespeichert. So ist diese Box ideal für Hörspiele geeignet. Aber auch bei vielen Titeln ist es mühsam, immer zum letzten, abgespielten Titelzu springen.

► PC-Modus

Nach Anschluss der Box an den PC wird diese als Soundkarte erkannt und man kann Titel vom PC auf die Box ausgeben lassen. Bei soundmäßig schwachbrüstigen Monitoren ist das ideal, wenn man z.B. einen Film schaut, denn auch der Filmsound klingt über die Boxen voluminös und klar. Daneben kann man vom PC aus auf die microSD-Karte zugreifen und diese beschreiben.

► AUX-Modus

Viele MP3-Player besitzen keine Bluetooth-Schnittstelle. So kann kann man auch mobil Musik hören, ohne das Smartphone benutzen zu müssen.

Klangqualität

Die Box besitzt 20 Lautstärkestufen und in Stufe 20 ist sie schon recht laut, aber nicht extrem laut. Andere Boxen sind zum Teil lauter, verzerren aber bei hohen Lautstärken. Das Problem gibt es hier nicht, denn die Box erreicht gar nicht erst einen Pegel, der zu Verzerrungen führt. Meist reicht mir Stufe 12-15 schon aus.

Getestet habe ich verschiedene Szenarien und Musikrichtungen. Leise Stücke wie z.B. mein Lieblingslied „Hey“ von Andreas Bourani klingen glasklar und richtig sauber mit guter Kanaltrennung. Den Bass habe ich mit verschiedenen Techno und Electro Pop Stücken getestet. Wenn man die Box hier auf Stufe 20 stellt, hört man nicht nur den Bass, man spürt ihn sogar je nach Aufstellort, beispielsweise wenn man vor dem Tisch sitzt, auf dem die Box steht.

Auch bei rockigen Nummern, schafft es die Box, die ganze Bandbreite ausgewogen und sauber wiederzugeben. Stimmen und Instrumente klingen natürlich und wenn man nicht weiß, wo die Box steht, könnte man fast meinen, dass eine kleine Mini-Anlage eingeschaltet ist. Viele aus meinem Freundeskreis haben nicht schlecht gestaunt, als sie die Box nach dem Hören dann sahen.

Im Anschluss habe ich die Box dann noch an meinen neuen Grundig 48″ TV per Klinke angeschlossen und die internen Lautsprecher abgeschaltet. Hier klingt die Box fast schon ein wenig wie eine kleine Soundbar.

Um es kurz zu machen. KEINE meiner bisherigen Box kann der Polaris V8 klanglich das Wasser reichen.

Akkulaufzeit

Alleine schon die Tatsache, dass ein Lithium-Ionen-Akku vom Typ 18650 verbaut ist, sorgte bei mir für Begeisterung. Der beigelegte Akku besitzt den für die Sicherheit wichtigen Kurzschlussschutz.

Polaris V8

Mit 2000 mAh kann er bis zu 10 Stunden Musik abspielen. Bei Einsatz eines stärkeren Akkus mit 3400 mAh lässt sich die Akkulaufzeit nicht nur drastisch erhöhen, sondern man muss auch bei einem leeren Akku nicht auf dessen Aufladung warten.

Fazit

Auch wenn es wie eine ultimative Lobhudelei klingt, mich hat diese Box in jeder Hinsicht voll überzeugt. Der Funktionsumfang ist nicht nur enorm und sinnvoll, sondern überzeugt auch mit einer gut durchdachten Umsetzung, wie beispielsweise der gute Radioempfang, die Speicherung von Lautstärke und Position bei der Wiedergabe über microSD-Karte, wie auch die Möglichkeit, den Akku auszutauschen oder die Ansage abzuschalten, obwohl sie gar nicht so nervig ist wie bei anderen Boxen.

Natürlich kommt es auch auf die Klangqualität an. Hier leistet sich die Polaris V8 keine Schwächen. Nicht nur Musik, sondern auch Sprache werden klar und deutlich wieder gegeben. Der Bass ist in Relation zur Größe wirklich enorm. Keine der von mir bisher genutzten Boxen, kommt klanglich an dieses Model heran.

Die Liste der Kritikpunkte ist überschaubar. Der Gummiüberzug dient als Fusselmagnet, sorgt aber auf der andere Seite für Stabilität und eine rudimentäre Empfindlichkeit gegenüber Spritzwasser, so dass ich die Box bedenkenlos im Bad – jedoch außerhalb der Dusche – verwenden würde. Die fehlende deutsche Anleitung kann ich zwar verschmerzen, sollte aber noch ergänzt werden. Daneben wäre ein Senderspeicher noch ein wünschenswertes Feature.

Der Preis liegt mit fast 55 EUR deutlich über den meiner bisherigen Boxen, ist aber durch die gute Umsetzung der Features und dem sehr guten Klang gerechtfertigt und im Vergleich zu Markengeräten sogar vergleichsweise günstig. Daher kann ich die Polaris V8 uneingeschränkt weiter empfehlen.

[Gesamt:18    Durchschnitt: 3.3/5]

9 Gedanken zu „Testbericht Polaris V8 Bluetooth-Lautsprecher“

  1. Hallo, nein, aber dann kann man ja auch die Kopfhörer direkt ins Smartphone stecken. Der Umweg über Bluetooth ist dann ja unnötig.

  2. Hallo,
    hat das Gerät auch einen Ausgang für Kopfhörer, bzw. kann man den Lautsprecher ausschalten und nur über Kopf- bzw. Ohrhörer hören? Ich vermute der AUX-Anschluss ist ein Eingang.
    Ich bin nahe dran, das Ding für meinen Sohn zu bestellen, denke aber es wäre wegen seiner Mutter gut, wenn er zur Not auch mal mit Kopfhörer hören könnte.

  3. Hallo Micha, was für ein Ladegerät benötigt man für das Akku?

    Läuft die Box auch mit nem Netzteil?

  4. Hallo Thomas
    das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen und ich habe es auch raus gefunden. Die Titel werden in der Reihenfolge des Erstelldatums abgespielt. Das konnte ich reproduzieren. Wenn Du also eine Reihenfolge brauchst, musst Du die Dateien nacheinander in der Reihenfolge kopieren. Mein Trick: Ich sortiere die Dateien am PC nach Name und markiere sie und kopiere das Ganze auf die microSD-Karte. Das klappt nicht immer. Aber ich habe z.B. ein Album von Titel 1 bis 13 sortiert. 1 bis 10 war dann richtig, aber davor war dann 11 bis 13. Wenn Du in der Richtung weiter probierst und es nicht zu viele Dateien sind, sollte das ganz gut klappen. Aber es stimmt, so toll ist das natürlich nicht, aber wenn man es vorsortiert, sollte es ganz gut klappen. LG Micha

  5. Hallo Micha,
    danke für die Antwort. Ich habe mittlweile den kleinen Zettel auftreiben können. Mein Problem ist folgendes: Meine blinde Oma soll Hörbücher hören. Dafür habe ich die Box gekauft. Bin ähnlich wie Du von ihr angetan, ABER: ich kann zum Verrecken nicht herausfinden, in welcher Reihenfolge die Box die mit FAT32 formatierte 32GB Karte abspielt. Habe sowol ID3-Tags als auch Dateinamen mit 001 beginnen lassen oder 100. Habe alles ins MP3-Format gebracht (vermutete Schwierigkeiten mit WMA). Nichts. Es gibt laut Anleitung keine Random-Funktion, die ich vielleicht übersehen habe. Für mich ist es Spielerei – für meine Oma wäre es pure Lebensqualität. Und ich komme einfach nicht dahinter. Weißt Du Rat?

  6. Hallo, wozu brauchst Du die Anleitung? Ich habe in meinem Bericht die Bedienung genau erklärt. Einfach fragen, wenn etwas unklar ist, ich helfe gern.

  7. Bitte bitte bitte endlich irgendwo einen Link, der zur Anleitung des Herstllers. Nur Werbung, nur Rezensionen… trotz guter Sucheingabe.

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