Testbericht TP-Link PA251 bzw. TL-PA211 Powerline Adapter mit vielen Messdaten und Bildern

Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung, zwei nicht per WLAN erreichbare Zimmer in meinem Haus mit einem schnellen Netzzugang zu versorgen, habe ich mir vor einigen Tagen gleich 2 TP-Link PA251 – kit Powerline Netzteil Adapter mit HomePlug (200Mbps) für ca. 50 EUR bei Amazon bestellt. Ich beobachte den Markt für diese Geräte schon länger, jedoch waren mir die Preise bisher noch zu hoch. Nachdem die insgesamt 4 TP-Link PA251-Adapter geliefert wurden,

unterzog ich sie einem ausführlichen Test, bevor die Entscheidung darüber fiel, sie wirklich zu behalten. Hierzu habe ich in jedem einzelnen Zimmer die mögliche Übertragungsrate anhand der beiliegenden Software überprüft und zusätzlich die tatsächliche Datenrate beim Kopieren von Dateien von meiner internen Festplatte auf meine Buffalo Link Station Duo getestet. Ein „Aha-Effekt“ blieb dabei nicht aus. Da es nur ein englischsprachiges Handbuch gibt, habe ich auch einige Bedienschritte etwas ausführlicher als sonst in meinen Testberichten beschrieben, damit auch Leser mit weniger guten Englischkenntnissen den Adapter problemlos installieren können. Da der einzige Unterschied zum TP-Link PA211 Starter kit Netzwerk Powerline (200Mb) im zusätzlichen AC Pass Through besteht (integrierte Netzsteckdose), sollten meine Testergebnisse auch hierauf anwendbar sein.

TP-Link PA251KIT AV200+ Powerline-Netzwerkadapter (bis zu 200Mbps Datenübertragungsrate, integrierte Steckdose) schwarz/weiß
Preis: --
1 neu von EUR 99,000 gebraucht

Ausgangssituation:

Ich wohne in einem typischen Reihenhaus mit Keller, Erdgeschoß mit Wohnzimmer, Obergeschoß mit 3 Kinderschlafzimmern und ein Dachgeschoß mit Elternschlafzimmer. Das in 2001 gebaute Haus besitzt eine normale Telefonverkabelung mit nicht netzwerkfähigem Installationskabel J-Y(ST)Y 4 x 2 x 0,6 mit 4 Doppeladern. Im EG, „Kellerbüro“, einem Kinderzimmer und Schlafzimmer befanden sich beim Einzug normale TAE-Dosen für analoge Telefone. Im Keller werkelt ein Speedport W700V und die Telekom stellt mir einen DSL 6000 Anschluss zur Verfügung, der in absehbarer Zeit auch auf keine höhere Geschwindigkeit aufgerüstet wird. Meine ersten Versuche mit WLAN über den Speedport W700V im Keller waren nicht sehr erfolgreich. Bereits im Wohnzimmer reduzierte sich die Empfangsqualität um mehr als 80% und in den Kinderzimmern war kein Empfang mehr möglich. Es musste also eine andere Lösung her. Da alle Telefonkabel im Keller direkt bis in die Nähe des Routers reichten, bestellte ich mir kurzerhand ein Assmann Patch Panel mit 8 Ports, das passende LSA Anlegewerkzeug Schneid-Klemm für Netzwerkdose + Patchfeld und für jedes Zimmer eine Unterputzdose Digitus DN-9001-N Netzwerk STP Unterputzdose, CAT5E, 2x RJ45. Der Plan war, sowohl Netzwerk- als auch ISDN über die bestehende Verkabelung zu führen, was aufgrund der 4 Doppeladern zumindest technisch problemlos möglich sein sollte. Das Ziel war, meine ISDN-Telefone und Netzwerkkabel an ein und dieselbe Dose anzuschließen.

Um es kurz zu machen: Es hat funktioniert, obwohl die Kabel als nicht netzwerkfähig deklariert sind. Die ISDN-Telefone funktionieren einwandfrei und die Netzwerkbandbreite von 6000 bps im Internet erreiche ich selbst im DG bei mehr als 10 Meter Kabellänge bis zum Patchfeld.

Nun waren aber immer noch 2 Kinderzimmer ohne Netzwerkanschluss und ich wollte keine zusätzlichen Kabel verlegen und auch keinen WLAN Repeater einsetzen. Das war vor 2 Jahren und nachdem ich meinen PC wieder für mich alleine möchte, war die Anschaffung von entsprechenden Powerline-Adaptern nur eine Frage der Zeit und des Preises.

Funktionsweise:

Powerline Adapter arbeiten im Prinzip nicht anders als ein herkömmliches Modem, d.h. der sendende Adapter moduliert das Datensignal im Hochfrequenzbereich auf die Stromleitung und der Empfänger demoduliert die Signale wieder und wandelt sie in ein passende Datensignal um. Die Daten bewegen sich sozusagen frei im Stromnetz. Aufgrund Dämpfungen und Störeinflüssen sinkt die Qualität des Signals mit zunehmender Entfernung der Adapter voneinander. Auch Mehrfachsteckerleisten, besonders die billigen aus dem Baumarkt, dämpfen das Signal so stark, dass teilweise kein oder nur Empfang mit einer niedrigeren Datenrate möglich ist. Deswegen sollte man einen Powerline-Adapter nach Möglichkeit direkt an der Steckdose betreiben. Die Sicherheit wird oft als Vorteil gegenüber dem WLAN genannt, was aber nicht ganz richtig ist. Wer einfach nur seine Adapter einsteckt und auf Verschlüsselung verzichtet, riskiert, dass Nachbarn die Signale ebenfalls empfangen. Die anfängliche Meinung, dass der Stromzähler eine Schwelle sei, an der die Signale nicht vorbei können, wurde durch verschiedene Tests widerlegt und es gibt zahlreiche Beiträge in Internetforen über die Sichtbarkeit eines Powerline Adapters auch im Nachbarhaus bzw. in der Nachbarwohnung.

Welcher Adapter ist der Richtige für mich?

Adapter ist nicht gleich Adapter. Es gibt sie z.B. mit und ohne AC Pass Through. Letzteres bedeutet nichts anderes, als dass noch eine Steckdose im Adapter integriert ist. Manche Adapter besitzen gleich einen integrierten 3-Port Switch, so dass man PC, Drucker und Netzwerkfestplatte gleichzeitig anschließen kann. Da ich bereits einen Switch im Kellerbüro samt Netzwerkdrucker und Netzwerkfestplatte für alle Familienmitglieder besitze, brauche ich nur einen Port. Zudem sind diese Adapter deutlich günstiger.

Zunächst hatte ich das TP-Link PA211 Starter kit Netzwerk Powerline (200Mb, Netzwerk aus der Steckdose) für ca. 37 EUR in der engeren Auswahl, jedoch verliert man damit eine Steckdose und da diese bei mir ohnehin schon knapp bemessen sind, entschied ich mich für ein Model mit integrierter Steckdose, das TP-Link PA251 – kit Powerline Netzteil Adapter mit HomePlug (200Mbps). Um 2 Zimmer mit dem Router im Keller zu verbinden würden eigentlich 3 Adapter ausreichen, jedoch kostet ein einzelner Adapter fast genauso viel wie ein Doppelpack und so habe ich gleich 2 Doppelpacks mit insgesamt 4 Adaptern bestellt:

Technische Daten:

  • HomePlug AV mit bis zu 200 Mbps Link-Datenrate (AV steht für Audio und Video und der Vorgänger war HomePlug 1.0 mit 14 Mbps, später auch 85 Mbps)
  • IEEE 802.3 (Bedeutet nichts anderes, als das der Adapter Ethernet kann)
  • IGMP (Internet Group Management Protocol) (Wichtig für Live-Video-Streaming bei IPTV wie z.B. bei Telekom Entertain)
  • Ethernet-Port mit 100 Mbps
  • Unterstützte Betriebssysteme: Windows98SE/2000/XP/Vista/Windows 7/Mac OS und eingeschränkt auch Linux
  • Sicherheit und Verschlüsselung: 128-Bit AES Verschlüsselung (Muss erst durch Drücken der PAIR-Taste aktiviert werden)

  • QoS-Engine für Unterbrechungsfreiheit bei Videostreaming, Spielen oder Telefonieren (Stichwort: Voice over IP)
  • Reichweite bis zu 300 m
  • Betriebstemperatur: 0°C bis 40°C (Könnte problematisch sein, wenn der Router in einem frostgefährdeten Bereich steht)
  • LEDs für Power, Powerline und Ethernet
  • AC Pass Through
  • Automatische Standby-Schaltung nach 5 Minuten ohne Datenübertragung
  • Stromverbrauch im Standby: <1 W
  • Maximale Leistungsaufnahme im Betrieb: 3 W
  • Abmessungen (Höhe X Breite X Tiefe): 110 mm X 58 mm X 43 mm
  • Gewicht: 125 g

Beim Studieren der technischen Daten wird manch einer sich fragen, warum denn der Adapter mit bis zu 200 Mbps spezifiziert ist, obwohl er nur 100 Mbps am Ethernet-Port schafft? Die Antwort ist relativ einfach: Die 200 Mbps sind eine reine Bruttodatenrate, ohne Verluste. Mehr als 100 Mbps Nettodatenrate sind derzeit keinesfalls zu schaffen und deswegen reichen auch 100 Mbps am Ethernet-Port aus. Das wird mein Test bei 2 nebeneinanderliegenden Steckdosen auch zeigen. Erst wenn auch mehr als 100 Mbps Nettodatenrate möglich sind, macht es Sinn, einen Ethernet-Port mit 1000 Mbps zu implementieren. Derzeit ist mir noch kein Hersteller bekannt, der so etwas anbietet.

Lieferumfang Starter Kit:

  • 2 Powerline Adapter TL-PA251 mit AC Pass Through und Datenrate bis zu 200 Mbps
  • 2 CAT-5 Ethernetkabel
  • Kurzanleitung zur Schnellinstallation
  • Mini-CD-Rom mit Software und ausführlichem, englischsprachigen Benutzerhandbuch

Bedienelemente und Schnittstellen:

  • Ethernet-Port mit bis zu 100 Mbps Datenrate
  • Netzstecker (Sollte nur direkt in Wandsteckdosen gesteckt werden, da in Mehrfachsteckerleisten aufgrund der Kontaktwiderstände Störungen und somit noch geringere Datenraten die Folge sind)
  • Integrierte Steckdose: Man verliert keine Steckdose und kann diese ganz normal verwenden wie die vorhandene Wandsteckdose, auch mit Mehrfachsteckerleisten.
  • PAIR-Knopf: Muss für die 128-Bit Verschlüsselung betätigt werden (Hier sollte man beachten, dass bei zu langer Betätigung über 10 Sekunden der Adapter aus dem Netzwerk ausgebucht wird!)

Der Energiesparmodus wird eingeschaltet, wenn länger als 5 Minuten kein Signal am Ethernet-Port anliegt, weil z.B. der Rechner ausgeschaltet wurde. Es gibt aber Rechner, bei denen auch im Standby der Netzwerk-Port aktiv ist, um diesen z.B. aus dem Netzwerk starten zu können. In solchen Fällen wird der Energiesparmodus nicht funktionieren. Da man als Heimanwender dieses sog. „Wake on LAN“-Feature nicht braucht, sollte man es einfach im BIOS des Rechners deaktivieren.

Anzeigen:

  • Power LED /(Links): Permanentes Leuchten signalisiert, dass sich der Adapter in einer funktionierenden Steckdose befindet. Der Energiesparmodus wird durch eine blinkende LED signalisiert. Ist die LED aus, fehlt der Strom!
  • Powerline LED (Mitte): Permanentes Leuchten signalisiert, dass der Adapter mit seiner Gegenstelle am Router oder Switch verbunden ist, d.h. erst dann ist eine Datenübertragung über das Stromnetz möglich. Blinken signalisiert einfach nur, dass Daten übertragen werden. Ist die LED aus, bedeutet das entweder, dass noch keine Verbindung vorhanden ist, oder der Adapter befindet sich im Energiesparmodus.
  • Ethernet LED: Ist die LED an, ist der Adapter über den Ethernet-Port mit dem Rechner oder einem anderen netzwerkfähigen Gerät verbunden. Eine blinkende LED signalisiert eine aktive Datenübertragung. Bei ausgeschalteter LED ist entweder der Rechner ausgeschalter oder das Ethernet-Kabel nicht eingesteckt.

Installation der Adapter:

Eigentlich ist die Installation der Adapter relativ einfach: Den ersten Adapter steckt man in eine Steckdose nahe dem Router und verbindet beide mit dem beiliegenden Ethernet-Kabel.

Darauf steckt man den zweiten Adapter in eine Steckdose in der Nähe des Rechners, schließt das Ethernet-Kabel an und schaltet den Rechner ein. Alle drei LEDs sollten nun permanent leuchten. Fertig!.

Die Installation klappte bei mir jedoch nicht sofort und deswegen installierte ich noch die Software, um festzustellen, ob wirklich alle Adapter erkannt werden. Die Software fand zunächst nur den Adapter, der direkt am Notebook angeschlossen war, jedoch nicht den entfernten Adapter im Keller. Deswegen hatte ich darauf beide Adapter im selben Raum eingesteckt und nacheinander an beiden Adaptern die PAIR-Taste für mindestens 3 Sekunden betätigt. Länger als 8 Sekunden sollte man sie nicht betätigen, da nach 10 Sekunden der Adapter aus dem Netzwerk ausgebucht wird!. Dies darf insgesamt nicht länger als 2 Minuten dauern, sonst muss man wieder von vorne beginnen. Nach 60 Sekunden sollten sich beide Adapter gefunden haben, was man an der zusätzlich dauernd leuchtenden Powerline LED in der Mitte erkennt. Die Software erkannte darauf auch den 2. Adapter. Nachdem ich diesen dann wieder im Keller angeschlossen hatte, war er immer noch sichtbar und alle LEDs leuchteten permanent, um mir zu signalisieren, dass nun eine Verbindung vorhanden war. Die weniger gute Qualität war sicher auch die Ursache für die anfänglichen Schwierigkeiten bei der Erkennung. Obwohl die PAIR-Taste laut Anleitung zum Aktivieren der AES-Verschlüsselung dient, findet dadurch auch eine Synchronisation der Adapter statt, so dass sich diese finden. Durch das Drücken der PAIR-Taste wird auf jedem Adapter ein sog. Schlüssel erzeugt, mit dem die Datenpakete entschlüsselt werden. Dieser Schlüssel wird vermutlich in einen Flash-Speicher geschrieben, da dieser auch nach längerem Ausstecken eines Adapters erhalten bleibt. Erst durch einen Klick auf „Reset“ unter „Main“, wird der lokale Adapter wieder in den Werkszustand versetzt, was eine erneute Konfiguration erforderlich macht.

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Möchte man nun einen weiteren Adapter ins Netzwerk aufnehmen, so drückt man zunächst an diesem Adapter für 3-8 Sekunden die PAIR-Taste und darauf an den beiden bestehenden Adaptern. Auch hier hat man nur 120 Sekunden Zeit, das Ganze abzuschließen und nach 60 Sekunden sollten sich alle drei Adapter kennen. Möchte man einen Adapter aus dem Netzwerk entfernen, drückt man an diesem die PAIR-Taste länger als 10 Sekunden und wartet wieder, bis die Power LED dauerhaft leuchtet.

Man braucht die mitgelieferte Software also eigentlich nicht und durch die aktivierte AES-Verschlüsselung kann auch niemand mehr die Daten abfangen und entschlüsseln, da der Schlüssel nur den eigenen Adaptern bekannt ist. Dennoch sollten, zur Erhöhung der Sicherheit und Übersichtlichkeit, noch einige Konfigurationen vorgenommen werden, besonders, wenn man mehr als einen Adapter betreiben möchte.

Da der voreingestellte Netzwerkname „HomePlugAV“ auch Hackern bekannt sein dürfte, empfiehlt es sich, diesen zu ändern:

Dazu gibt man den gewünschten Namen ein und wählt „Set All Devices“ aus. Danach muss man für jeden Adapter das Passwort eingeben, um das Netzwerk optimal abzusichern.

Dass Passwort findet man auf der Rückseite der Adapter und sollte vor Installation zusammen mit der MAC-Adresse notiert werden. So kann man jetzt den passenden Adapter anhand der MAC-Adresse auswählen und auf „Enter Password“ klicken und dieses eingeben. Idealerweise benennt man die Adapter noch passend um, damit man deren Standort anhand des Namens lokalisieren kann.

Da man diese Änderungen am lokalen Adapter so nicht vornehmen kann, muss man noch einen Adapter wie z.B. den am Router mit dem lokalen Adapter austauschen, so dass auch der lokale Adapter einem Netzwerk zugeordnet, umbenannt und mit seinem Passwort versehen wird.

Nach getaner Arbeit findet man unter „Diagnostics“ noch eine Zusammenfassung der Einstellungen und Aktivitäten:

Die beiden Adapter in den Kinderzimmern kommunizieren nun problemlos mit dem Internet und auch untereinander.

Die Nutzung über Mehrfachsteckdosen ist nach Möglichkeit zu vermeiden, da die Verbindungsqualität durch deren Übergangswiderstand  stark beeinträchtigt werden kann, was auch mein Leistungstest gezeigt hat. Zur optimalen Filterung und besseren Datenübertragung wird empfohlen, die Komponenten wie z.B. Rechner oder Monitor   gemeinsam an der integrierten Netzsteckdose des TL-PA251 anzuschließen und nicht an einer der benachbarten Wandsteckdosen. So habe ich z.B. im Keller den Adapter an die Hauptsteckdose angeschlossen, die auch den Router und das Modem mit Strom versorgt.

Installation der Software:

Zur Installation der Software liegt eine CD bei. Nach Einlegen der CD startet ein Setup Wizard. Bewegt man die Maus auf einen der 5 angebotenen Adapter (TL-PA251, TL-PA211, TL-PA111, TL-PA201 und TL-PA101), klappt ein kleines Menü zur Installation der Software und Anzeige des Handbuches auf. Für jeden unterstützen Adapter muss zunächst der WinPcap-Treiber und erst danach das Management Utility installiert werden. Daneben kann man für jeden Adapter auch das komplette Handbuch im PDF-Format anzeigen lassen, welches leider nur in englischer Sprache vorliegt. Man kann über die Software auch ein Firmware Update durchführen, sofern eine vorhanden wäre. Die Homepage des Herstellers TP-Link bietet im Augenblick jedenfalls noch keine neue Firmware an.

Leistungstest:

Die tatsächliche Leistung habe ich immer mit demselben Adapter getestet und bin damit quasi samt Notebook durch jedes Zimmer gelaufen. Zusätzlich zum Adapter „Device 3“, der am Router angeschlossen ist, hatte ich auch einen weiteren Adapter „Device 2“ im 1. Kinderzimmer im OG angeschlossen, um ein kleines Netzwerk zu „simulieren“. Die Umbenennung der Adapter, Passwortvergabe und Namensänderung des Netzwerks nahm ich erst nach der Messung vor. Die Leistungsdaten ermittelte ich mit der beiliegenden Software. Genauer, aber ungleich aufwändiger, wäre eine Messung mit professionellen Tools und Testdatenpaketen. Für den Hausgebrauch dürfte meine Methode ausreichen, um einen Überblick, bezüglich der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Adapter zu bekommen. Außerdem nahm ich zusätzlich noch eine Transfermessung vor, aber dazu später mehr. Der Router steht bei mir im Keller und direkt daneben habe ich den ersten Powerline Adapter eingesteckt. Dieser 3. Adapter kam „frisch“ aus der Verpackung und sofort nach Einstecken baute er eine Verbindung zu den anderen beiden Adaptern aus:

Die Datenrate zum Router im selben Raum ist erwartungsgemäß noch sehr hoch mit ca. 180 Mbps. Im Gegensatz dazu ist die Verbindung zum Adapter im Kinderzimmer 1 mit nur 9 Mbps eher bescheiden.

Nach dieser Messung, habe ich den Adapter ausgesteckt und im gegenüberliegenden Kellerbüro eingesteckt:

Die Werte sind logisch, denn der Kabelweg zu den beiden anderen Adaptern ist auch länger. Hier kam ich auf die Idee, mal eine schaltbare, billige  Mehrfachsteckerleiste dazwischen zu schalten:

Damit ist der Beweis geführt, dass eine Steckerleiste die Datenrate reduziert, wenn auch nicht extrem. In grenzwertigen Situationen kann das allerdings den Ausschlag geben, ob eine Verbindung überhaupt möglich ist.

Nun ging es eine Treppe nach oben ins Wohnzimmer:

Auch hier ist die verfügbare Datenrate logisch zu erklären: Die Kabellänge zum Router (Device 3) im Keller ist deutlich höher. Dafür ist die Kabellänge in Richtung Kinderzimmer 1 mit „Device 2“ geringer und damit erhöht sich auch die Datenrate (Die Verbindung zu „Device 2“ verläuft nicht über „Device 3“ und den Router, sondern direkt!).

Zunächst unlogisch wurde es nach einem Wechsel der Steckdosen im Wohnzimmer:

Nach einigen Überlegungen konnte ich mir das aber erklären: Die Kabel zwischen den Stockwerken verlaufen in einem einzigen Kabelschacht und die zweite Steckdose ist deutlich näher an diesem Schacht platziert. Die niedrigere Datenrate zu „Device 2“ ist damit aber nicht erklärt, da ich hier ebenfalls einen höheren Wert erwartet hätte.

Nun ging es eine Etage höher in die beiden Kinderzimmer. Im Kinderzimmer 1 mit „Device 2“ war die Datenrate zum Adapter am Router wie erwartet am niedrigsten, zumal der Kabelschacht sich am gegenüberliegenden Ende des Hauses befindet.

Da nun mein „mobiler“ Adapter gleich neben „Device 2“ eingesteckt ist, sind hier ca. 170 Mbps nichts Ungewöhnliches. Die ca. 62 Mpbs sind zwar nicht sonderlich hoch, aber da ich mit WLAN gar keinen Empfang hatte, mehr als zufriedenstellend.

Das Kinderzimmer 2 liegt direkt daneben und ich erwartete ähnliche Werte:

Die Datenrate zu „Device 3“ am Router ist aber deutlich gestiegen. Erklären kann ich mir das nur damit, dass hier die Kabelführung die Ursache ist, da sich im Kinderzimmer 1 die Steckdose in einer nachträglich installieren Trockenbauwand befindet.

Weiter geht es ins Dachgeschoß:

Die niedrigere Datenrate zu „Device 2“ ist aufgrund der größeren Entfernung ähnlich wie im Wohnzimmer. Überraschend fand ich allerdings, dass zum Router im Keller die Datenrate extrem hoch ist!. Aber auch hier fällt die Erklärung relativ leicht, denn dieses Zimmer liegt direkt neben dem Kabelschacht und damit ist der Kabelweg im Dachgeschoß kürzer als im Wohnzimmer!

Kabelwege sind nicht alles, sondern man muss auch berücksichtigen, dass Kabel von Steckdose zu Steckdose weiter geführt werden, sofern sie über dieselbe Sicherung abgesichert sind. Die dadurch entstehenden Schraub- oder Klemmkontakte dämpfen das Signal und reduzieren somit auch die Datenrate.

Nur stellte sich mir zunächst die Frage, ob diese Werte wirklich realistisch sind? Datenraten von deutlich über 100 Mbps klingen zwar toll, aber was misst dieses Tool vom Hersteller TP-Link wirklich? Brutto- oder Nettodatenraten? Auch das habe ich mit einem einfachen Test überprüft:

Testaufbau:

Ich habe zunächst mein DELL-Notebook mit meinem TP-Link TL-SG1005D Netzwerk Switch verbunden. Zusätzlich ist dort auch mein NAS-Laufwerk, die Buffalo Link Station Duo angeschlossen. Zum Test der tatsächlichen Datenrate kopierte ich einfach eine 4 GB große AVI-Datei von meiner internen Notebookfestplatte auf mein NAS Laufwerk. Da mein Netzwerkswitch 1000 Mbps unterstützt, sollte die maximal mögliche Datenrate nicht von der Ethernet-Verbindung, sondern von der Leistungsfähigkeit der Festplatten im NAS begrenzt werden. Den Test wiederholte ich einige Male, um  ein aussagefähiges Ergebnis zu erhalten. Die Datenrate betrug im Mittel 24 MB/s. Das müssen wir natürlich noch in Mbps umrechnen (1 Byte = 8 Bit), da mit 1 MB/s unter Windows eigentlich 1 MByte gemeint ist und 1 Mbps ja 1 MBit per second bedeutet! So erhalten wir eine Nettodatenrate von 192 Mbps.

Darauf habe ich mein Notebook an den TP-Link PA 251 angeschlossen. Den 2. TP-Link Adapter habe ich an den TP-Link Netzwerk Switch angeschlossen. Beide TP-Link Adapter steckten nebeneinander in einer Doppelsteckdose direkt in der Wand. Alle anderen Adapter habe ich entfernt, auch den am Router. Außerdem führte ich noch einen Reset durch. Ein idealer Aufbau also. Nach Drücken der PAIR-Taste fanden sich beide Adapter problemlos und die auf meinem Notebook installierte Software meldete 160 Mbps Übertragungsrate. Also sollten auch hier die 24 MB/s problemlos möglich sein.

Dem war nicht so, denn nach Kopieren derselben Datei auf mein NAS-Laufwerk betrug die Datenrate nur noch 7,3 MB/s im Mittel, was ca. 58,4 Mbps entspricht. Es bleiben also nur noch 36,5 % der Bruttodatenrate!

Im zweiten Schritt schloss ich das Notebook direkt am Switch an und das NAS-Laufwerk am TP-Link PA 251. Nun reduzierte sich die Datenrate noch einmal merklich auf 36 Mbps im Mittel.

Wie kann man das Ergebnis deuten? Nun, für mich bedeutet dass, das die mitgelieferte Software nur eine vielfach höhere Bruttodatenrate ermittelt, aber keinesfalls die tatsächlich mögliche Datenrate. Trotz idealem Testaufbau schaffte der TP-Link PA 251 nicht einmal 40 % der von der Software ermittelten Datenrate. Da allgemein bekannt ist, dass bei Datenverbindungen die Nettodatenrate meist nur maximal die Hälfte der Bruttodatenrate beträgt, überraschte mich das Ergebnis nicht sonderlich. Adapter anderer Hersteller können somit keine merklich besseren Werte liefern und die Nettodatenrate reicht immer noch locker für die Übertragung von HDTV aus, womit ich gut leben kann. Selbst wenn ich einen 16 MBit DSL Anschluss hätte (16 Mbps), könnte ich von nahezu jedem Ort im Haus mit voller Geschwindigkeit surfen.

Fazit:

Für mich sind die TP-Link PA251 – kit Powerline Netzteil Adapter mit HomePlug (200Mbps) eine optimale Lösung, um nicht verkabelte und für WLAN unerreichbare Standorte anzubinden. Der Preis von ca. 50 EUR für das Kit ist fair:

TP-Link PA251KIT AV200+ Powerline-Netzwerkadapter (bis zu 200Mbps Datenübertragungsrate, integrierte Steckdose) schwarz/weiß
Preis: --
1 neu von EUR 99,000 gebraucht

Wem das zu teuer ist kann die noch günstigere Variante TP-Link PA211 Starter kit Netzwerk Powerline (200Mb) für ca. 37 EUR wählen, muss aber auf die integrierten Steckdosen verzichten.

Die Leistungsdaten dürften identisch sein. Die mit zunehmender Entfernung abnehmende Datenrate gibt es bei teuren Adaptern auch, so dass ich das nicht als Nachteil des Produkts sehe. Mein Test hat zudem gezeigt, dass die Angaben der Hersteller utopisch sind, denn 200 Mbps habe ich nirgends erreicht. Selbst bei idealen Testbedingungen lag die tatsächliche Datenrate bei ca. 60 Mbps, was mir für meine Zwecke aber locker ausreicht. Andere Hersteller werden hier mit Sicherheit auch nicht mehr leisten können.

 

[Gesamt:22    Durchschnitt: 9.6/5]

6 Gedanken zu „Testbericht TP-Link PA251 bzw. TL-PA211 Powerline Adapter mit vielen Messdaten und Bildern“

  1. Hallo Micha,

    vielen Dank für deine ausführlichen Bericht zu den TP-Link Powerline Adaptern. Ich google schon ewig nach deutschsprachigen Anleitungen und dein Beitrag mit Abstand ist der beste den ich gefunden habe!

    Ich hab nämlich ein Problem und komme überhaupt nicht weiter. Vielleicht kannst / möchtest du mir weiter helfen.
    Seit über einem Jahr laufen meine drei PL Adapter wunderbar (damals per Pair-Button angeschlossen) … bzw. liefen, bis ich am Router ein paar Eintstellungen verändert habe. (einigen Geräten eine neue / feste IP Adresse zugewiesen)
    Ich kriegs nicht gebacken. Weder mit den Pair-Buttons noch mit der Software. Hab auch schon länger als 8 Sekunden gedrück und mit der Software alles zurückgesetzt, um neu zu beginnen.
    Die Fritzbox erkennt den direkt an die box angeschlossenen Adapter problemlos – nur die anderen nicht.
    Alle Geräte funktionieren auch, wenn ich sie direkt ans LAN anschließt.

    Hast du eine Idee, was ich noch machen könnte?

    Viele Grüße
    Axel

  2. Hallo Torsten,
    die Einstellungen sollen natürlich auch bei einer Trennung vom Stromnetz erhalten bleiben. So ist es auch bei mir. Wenn die Verbindung nur an einem Rechner nicht mehr funktioniert, würde ich versuchen, den Fehler einzugrenzen. Dazu solltest Du die Adapter an beiden Rechnern einmal tauschen und natürlich alles danach neu einrichten. Tritt der Fehler jetzt am anderen Rechner auf, liegt der Fehler auf jeden Fall an diesem Adapter. Ggf. dann den Adapter auf Werkseinstellungen zurücksetzen und wieder neu einrichten. Wenn es danach immer noch nicht funktioniert, könntest Du noch den Adapter mit dem am Router tauschen. Der sollte ja immer am Stromnetz sein und von daher dürfte es da keine Probleme geben. Sofern noch Garantie vorhanden ist, besteht auch die Möglichkeit, den Adapter tauschen zu lassen.
    Viele Grüße
    Micha

  3. Hallo Micha,habe mir die 210 gekauft und bin gerade dabei alles ordnungsgemäß zu verbinden.Hatte es auch zwischenzeitlich geschafft,daß auf beiden Rechnern die adapter erkannt wurden (alle waren an und ein Netzwerkname wurde angegeben.Nun nach einer Pause habe ich einen Rechner an und Die Software zeigt mir nur noch meinen Router und der Netzwerkname wurde durch „unknown network“ ersetzt.Ich dachte die Einstellungen bleiben auch nach einer Trennung vom Stromnetz erhalten?
    Meine Inst. Konfig: ein Adapter am Router im EG – ein Adapter am Win 7 PC im EG und 1 Adapter am Win XP PC im 1.OG. Mir ist eigentlich nur eine stabile Internetverbindung von beiden Computern wichtig, muß nich mal gleichzeitig sein.Stabil is wichtig,denn der 2. PC gehört meiner Frau und die hat technisch nix am Hut.Also sollte die Verbindung schon stehen nach dem Booten.Vielleicht kannst Du mir ja helfen.
    Danke Gruß Torsten

  4. Hallo Marc,
    das war und ist mir, alleine schon aus beruflicher Tätigkeit, bewusst und vollkommen klar.
    Dennoch musste ich eine Begrifflichkeit bei der Angabe der Datenrate finden. Selbst der Hersteller verwendet in seinem Tool die Vollduplexrate. Deswegen habe ich ja auch praktische Messungen durchgeführt, um die tatsächliche Übertragungsrate festzustellen. Die Werte in den verschiedenen Räumen sind dabei in absoluter Größe auch völlig unerheblich und damit auch, ob ich auf eine gefakte Bruttodatenrate oder eine echte Bruttodatenrate normiere.
    Aber Du hast natürlich Recht, ganz sauber ist es nicht. Den Nutzen sollte es aber dennoch nicht schmälern.
    LG Micha

  5. Ich habe mir heute ebenfalls einen TP-PA211 zugelegt und kann deine Erfahrungen bestätigen.
    Herzlichen Dank für diesen sehr gelungenen Testbericht!

    Allerdings muss ich dich darauf hinweisen, dass du bei den Bruttodatenraten einen entscheidenden Denkfehler gemacht hast.

    Es handelt sich bei der Verbindung der Adapter zwar um eine Kupferdoppelader, ist aber letztendlich trotzdem eine Einbahnstrasse!
    Das bedeutet es handelt sich hierbei um einen Half-Duplex Betrieb.
    Das Tara ist in diesem Fall also die TCP-Antworten bei der Datenübertragung und der damit verbundene Overhead.
    Wenn du einen Pingtest in deinem Netzwerk machst wirst du Werte größer 3ms erhalten. Das vergrößert das Tara nochmals zusätzlich bei jedem Richtungswechsel der Verbindung.

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