Testbericht Xido X70 7 Zoll Tablet mit Android 4.4.2 und sehr viel Zubehör für weniger als 50 EUR

Normalerweise kostet ein Tablet mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale und den hier aufgerufenen, technischen Daten um circa 40 EUR. Somit wäre der Preis erst einmal nichts Besonderes. Aber dem ist natürlich nicht so…

Was unterscheidet das Xido X70 von anderen Tablets dieser Preisklasse ?

Erst einmal die bestimmt sehr hochwertig anmutende Verpackung in einem edlen Schuber aus Hartpappe. Darin befindet sich nicht nur das Tablet. Es ist auch reichhaltig Zubehör enthalten. Das wohl wichtigste davon ist die Schutzhülle mit integrierter, kabelgebundener Tastatur.

Testbericht Xido X70

Damit nicht genug: Es ist sogar noch eine kompakte Neoprenhülle enthalten.

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Da kommt man sich fast schon vor wie auf einem Tupperabend, wo immer mehr Zubehör für den gleichen Preis angeboten wird! Das X70 wird zudem nicht nur per microUSB-Port geladen, wozu auch das passende Kabel dabei ist, sondern es besteht zusätzlich die Möglichkeit, es über eine 5 Volt Ladebuchse zu laden. Ein passendes Netzteil ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Testbericht Xido X70

Der Vorteil liegt auf der Hand: Der USB-Anschluss ist beispielsweise per OTG-Adapter auch während des Ladens verfügbar und wird auch für die kabelgebundene Tastatur benötigt. Der OTG-Adapter liegt natürlich ebenfalls bei. Komplettiert wird das ganze noch um eine Displayschutzfolie und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung. Bei anderen Tablets in dieser Preisklasse, erhält man meist keine oder eine schlecht übersetzte Anleitung. Hier nicht. Die Anleitung wurde in einwandfreiem Deutsch verfasst und ist für einen Anfänger absolut hilfreich. Schaut man sich nun noch einmal den Preis an, ist sicher jedem nachvollziehbar, was ich mit der plakativen Überschrift mit den Worten „unschlagbar günstig“ ausdrücken wollte.

P.S. Bei mir war kein Kopfhörer enthalten. Das stört mich aber nicht weiter, denn die Qualität solcher Kopfhörer ist meist unterirdisch schlecht und ich nutze lieber meine eigenen, hochwertigen Kopfhörer.

Technische Daten – Was steckt drin im Tablet

Hier darf man sich keinen Illusionen oder falschen Erwartungen hingeben. Der Preis ist heiß und dafür musste natürlich auch der Rotstift angesetzt werden.

Was zuerst auffällt, ist die recht niedrige Auflösung des Displays von 1024 x 600 Bildpunkten. Der nutzbare Speicher ist mit 8 GB identisch mit anderen Geräten in dieser Preisklasse. Davon werden 3 GB für das System und die Apps belegt, so dass noch 5 GB für eigene Apps verbleiben. Allerdings ist standardmäßig nur 1 GB davon für Apps reserviert, die restlichen 7 GB stehen als interne SD-Karte zur Verfügung. Dazu später mehr. Ähnlich sieht es beim Arbeitsspeicher aus. Mit 512 MB RAM besitzt das Xido X70 relativ wenig Arbeitsspeicher. Tröstlich: Auch andere Geräte in dieser Klasse sind nicht besser bestückt. Als Prozessor kommt ein VIA A33 Cortex-A7 Quad Core Prozessor mit 1,2 GHz zum Einsatz, der natürlich keinen Vergleich ist mit den flotten Prozessoren von Qualcomm oder Snapdragon standhält. Daneben sind Bluetooth 4.0 und Wifi 802.11 b/g/n zur Verbindung mit der Außenwelt implementiert. Auf GPS muss man verzichten.

Als Betriebssystem kommt Android 4.4.2 zum Einsatz, was schon sehr betagt ist. Es gibt keine Updatefunktion in den Systemeinstellungen und damit auch keine Möglichkeit, ein Update auf Version 5 oder 6 durchzuführen. Selbst die vorhandene Update-App, die als letzten Stand den 24.12.2014 anzeigt, ließ sich nicht zu einer Online-Aktualisierung überreden. Auf der Herstellerseite von xido sind auch keine diesbezüglichen Offline-Updates zu finden. Bei dem Preis hatte ich das jedoch auch nicht erwartet. Nicht selbstverständlich in der Preisklasse ist ein microSD-Kartenleser, der alle meine 64 GB-Karten anstandslos einlesen kann, obwohl er gemäß technischer Daten nur bis 32 GB unterstützen soll. Der microUSB-Anschluss dient zum Anschluss von Zusatzkomponenten per OTG-Adapter und natürlich auch zum Laden. Neben dem Kopfhöreranschluss ist auch ein integriertes Mikrofon enthalten. Die Akkukapazität ist mit 4500 mAh klassenüblich. Mit 267 Gramm ist das Xido X70 recht leicht. Mit Tastatur wird es etwas schwerer. Dann bringt es 550 Gramm auf die Waage.

Man sieht es also schnell: Im Vergleich zu teuren Modellen ist ein schwächerer Prozessor und ein recht niedrig auflösendes Display verbaut. Das sind eben auch die Komponenten, wo man am meisten Geld sparen kann. Zudem ist die Android Version 4.4.2 schon recht veraltet. Welche Nachteile das hat, kommt noch zur Sprache.

Design und Verarbeitung – So billig wie der Preis?

Definitiv nein. Die Verarbeitung ist bei dem Preis natürlich nicht hochwertig, aber sehr gut. Es sind keine Spaltmaße oder scharfe Kanten zu erkennen und das Gerät liegt aufgrund des schön abgerundeten Gehäuses sehr gut in der Hand.

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Alle Anschlüsse sind übersichtlich beschriftet und gut verarbeitet. Die Tasten zum Ein- und Ausschalten und zur Lautstärkeregelung sind leichtgängig und besitzen einen guten Druckpunkt.

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Die Hülle ist ebenfalls sehr gut verarbeitet. Alle Nähte sind sauber ausgeführt. Zudem besitzt sie trotz Kunstleder keine unangenehmen Gerüche.

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An der Rückseite ist ein ausklappbarer Ständer mit Zugband integriert, der im eingeklappten Zustand mit einem Magneten gehalten wird. Nach dem ausklappen, besitzt das Tablet einen Winkel von etwa 135°.

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Optimal für ergonomisches arbeiten. Die Halterung des Tablets besteht aus 4 elastischen Bändern mit Kunststoffhaken.

Testbericht Xido X70

Diese halten das Xido X70 sicher in Position. Zusatznähte rund um die Bänder sollen ein Ausreißen verhindern. Innen besitzt die Hülle 2 Einschübe, wovon sich Einer vorzüglich für einen  kapazitiven Stift eignet. Verschlossen wird sie mit einem magnetischem Verschluss.

Nicht zu vergessen, die deutsche, kabelgebundene Tastatur. Das bietet zu dem Preis wohl kein Hersteller. Die Tastatur besitzt keinen Akku, sondern wird per micro-USB-Stecker mit dem Tablet verbunden.

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Das ist dann wohl der Grund für die zusätzliche Ladebuchse. Man kann das Tablet auch bei angeschlossener Tastatur aufladen. Die Tasten besitzen einen erstaunlich guten Druckpunkt und sind sehr gut verarbeitet.

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Selbst wenn man etwas mehr schreiben möchte, klappt das mit dieser Tastatur recht gut.

Displayqualität – Filmtauglich?

Das Display ist trotz der niedrigen Auflösung ordentlich und gerade ins Gehäuse verbaut, ohne erkennbare Pixelfehler und überraschend hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Blinkwinkelstabilität von der Seite

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bei Längshaltung ist gut und das Bild verliert selbst bei extrem seitlicher Sicht nur wenig an Farbe, Helligkeit oder Kontrast. Von oben

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und unten

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sieht es weniger gut aus, ist aber noch akzeptabel. Man kann noch etwas erkennen, aber Helligkeit, Kontrast und Farbe nehmen deutlich ab. Wenn man normal mit dem Gerät arbeitet, sollte das aber kein allzu großes Problem darstellen. Bei Spielen kann es störend wirken, wenn man das Tablet ungünstig hält. Hier muss man dann gegebenenfalls mit der Drehung experimentieren, wenn man nicht ganz zufrieden ist.

Die Qualität ist trotz der geringen Auflösung sehr gut und wenn man damit einen Film in HD oder FullHD schaut und nicht direkt die Nase vor dem Display platziert, nimmt man auch keine Pixel wahr.

Selbst bei Schrift, in den Menüs oder beim Surfen sind Pixel nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Das ist beim genauso hoch auflösenden, großen Bruder X111 mit 10,1 Zoll Display deutlicher ausgeprägter.

Der Touchscreen reagiert gut und empfindlich bis in die Ecken. Die Bedienung macht so definitiv Spaß.

Klangqualität – HiFi oder Blechbüchse

Dem Preis entsprechend ist auch die Klangqualität. Ein gutes Smartphone klingt besser. Mit geringen Ansprüchen reicht es gerade noch so für einen Filmabend oder ein Spiel aus. Mit hochwertigen Kopfhörern ist der Klang jedoch sehr gut und nicht schlechter als bei teuren Geräten. 

Konnektivität – WLAN und Bluetooth

Die Anbindung per Bluetooth funktioniert zuverlässig mit allen meinen Geräten wie Kopfhörer, mobile Lautsprecher oder auch Tastaturen und Game Controller.

Beim WLAN hatte ich Bedenken, gerade bei dem günstigen Preis, welche aber schnell zerstreut wurden. Ich habe das Xido X70 einfach mal neben mein hochwertiges Lenovo Helix gelegt und mir die verfügbaren Netze und deren Feldstärken anzeigen lassen. Beide Geräte geben sich trotz des unterschiedlichen Preises nichts. Die Empfangsqualität ist sehr gut, selbst wenn sich der Access Point in einer anderen Etage, getrennt durch eine Betondecke, befindet. Das merkt man auch in der Praxis, denn die Wiedergabe von Videos aus dem heimischen NAS, als auch über Web-Streaming-Dienste wie Amazon Instant Video oder Netflix ist absolut frei von Aussetzern. Auch der Download von Spieldaten, wie beispielsweise die zusätzlichen 800 MB bei Asphalt Airborne 8, läuft zügig, selbst wenn die Feldstärke im WLAN nicht maximal ist.

Performance und Leistung – Spiele und Co.

Ich habe natürlich auch einige Spiele ausprobiert. Hier ist die geringe Displayauflösung von Vorteil, da der schwache Prozessor nicht wirklich gefordert wird. Verschiedene Spiele wie Beach Buggy Racing oder Angry Birds, laufen daher auch relativ flüssig und sind gut spielbar.

Hier sind allerdings einige Dinge zu beachten: Nach dem ersten Start und Anbindung ans WLAN, sollte man dem Gerät etwas Zeit geben, die Google-Dienste zu aktualisieren. Andernfalls kann es zu Fehlermeldungen beim Installieren von Apps kommen.

Leider wurde die Spielfreude etwas getrübt. Asphalt Airborne 8 lässt sich zwar komplett installieren, stürzt aber nach dem Start an verschiedenen Stellen ab. Beach Buggy Racing funktionierte erst nach einem Reboot und stürzte beim ersten Mal nach dem Training ab. Danach war kein Start mehr möglich. Hier vermute ich eine Inkompatibilität mit der schwachen Hardware, denn auf dem Xido X111 mit Android 5 gab es keine Probleme und laut Entwickler soll beispielsweise Beach Buggy Racing mit Android 4.0.3 kompatibel sein. Auch mit Hungry Sharks blieb ich erfolglos. Viele andere „Zwischendurch“-Spiele wie Angry Birds liefen jedoch in allen Versionen und Ausprägungen einwandfrei bis hin zur Star Wars Version. Schade, denn technisch wäre das Tablet auch in der Lage, diese grafisch anspruchsvolleren Rennspiele wiederzugeben. Als Spiele Tablet kann ich es defintiv nicht empfehlen!

In allen anderen Bereichen ist die Performance gut, wobei das X70 aufgrund des schwachen Prozessors manchmal etwas träge reagiert. Damit kann man aber leben.

Kameraqualität – Vorzeigbar?

Hier ein ganz klares nein. Die Kamera ist nicht wirklich erwähnenswert. Das liegt nicht an der geringen Auflösung von 2 MP, sondern an den unscharfen Bildern und der hohen Auslöseverzögerung. Bei ausreichender Helligkeit im Freien sind die Bilder noch einigermaßen akzeptabel, aber extrem farbstichig. Drinnen lässt die Qualität rapide nach. Das Xido X70 taugt definitiv nicht als Ersatz für eine Fotokamera. Selbst die Kamera meines alten Samsung Galaxy S2 macht bessere Bilder. Da solche Geräte Kameras ja eher als Gimmicks besitzen, kann man damit leben. Als mobile Kamera ist es auch viel zu groß, da eignet sich ein Smartphone deutlich besser. 

Apps und Co. – Was ist schon installiert – Speichermanagement

Kurz und Knapp: Das Android 4.4.2 ist natürlich von Xido gebrandet. Ansonsten sind nicht viele Apps installiert, die den Speicherplatz unnötig belasten:

Update: Wäre schön, würde es denn funktionieren.

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Mobogenie: App-Manager, der keinen Google-Account erfordert. Auch gut zur Synchronisation zum PC

Alle anderen Apps wie Kamera, Rekorder und auch der Browser, entsprechen dem was Android mit liefert.

Möchte man weitere Apps installieren, ist das prinzipiell kein Problem. Allerdings ist das Speichermanagement etwas seltsam. Man kann nicht so ohne Weiteres die verbleibenden 5 GB nutzen. Ein Teil des Speichers wird irgendwie als SD-Speicher ausgewiesen (7 GB). Das fand ich heraus, als vor dem Installieren einiger Spiele ein voller Speicher gemeldet wurde. Als Standard wird ein Bereich von 1 GB genutzt. Nachdem ich einige Apps in den „SD-Bereich“ verschoben hatte, war das Problem behoben. 

Akkuleistung – Genug Power für unterwegs

Auch hier ist der niedrig getaktete und eher schwache Prozessor von Vorteil. Er braucht nicht wirklich viel Strom und schont den Akku. Über Laufleistungen lasse ich mich ungern aus, da diese individuell verschieden ist. Bei normaler Nutzung während meines Tests schaffte der Akku problemlos 4 bis 5 Stunden, bei nicht ständiger Nutzung sind auch deutlich längere Laufzeiten möglich.

Mein Fazit – Für wen ist das Xido X111 geeignet?

Das Xido X70 ist auf jeden Fall ein gut verarbeitetes Tablet zu einem günstigen Preis, dass sich keine wirklichen Schwächen leistet. Das Display besitzt trotz niedriger Auflösung eine hohe Helligkeit und gute, seitliche Blinkwinkelstabilität. Die Anbindung über WLAN und Bluetooth ist unproblematisch. Der microSD-Kartenleser überzeugt vor allem damit, dass er auch größere microSD-Karten erkennt, als der Hersteller angibt. Selbst meine SanDisk Extreme Ultra mit 64 GB wurde anstandslos eingelesen.

Das Highlight ist auf jeden Fall die mitgelieferte Hülle mit Tastatur, die beide sehr gut verarbeitet sind. So kann man auch etwas längere Texte schreiben und das Tablet sehr flexibel aufstellen bis hin zum „Zelt“-Modus.

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XIDO X70, 7 Zoll Tablet-Pc (4x1,2GHz), 512MB RAM, 8GB, Android 4.4.2 KitKat, Bluetooth, Kamera, Computer, Tastatur, Tasche (Schwarz)
Preis: --
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Wirklich gespart wurde am Prozessor und am Display. Die niedrige Auflösung stört wegen der geringen Displaygröße kaum. Die Kombination aus dem eher schwächeren Prozessor und dem nicht sehr hoch auflösendem Display bringt auch einen Vorteil mit sich: Man könnte das Tablet für fast jeden Anwendungsfall nutzen. Dem steht aber das veraltete Android 4.4.2 entgegen. Damit sind viele aktuelle und teils auch ältere Spiele, besonders Rennspiele, ein Problem. Sie vertragen sich nicht mit Android 4.4.2 oder der Hardware. Hoch auflösendes Videomaterial, das dann entsprechend herunter gerechnet wird, macht hingegen keine Schwierigkeiten. Zudem hätte das Speichermanagement besser ausfallen können. Durch die Aufteilung in eine interne SD-Karte mit 7 GB und „normalen“ Speicher mit 1 GB, muss man recht bald Apps auf die SD-Karte verschieben. Das ist zum einen lästig und zum anderen nicht immer möglich.

Betrachtet man das Gesamtpaket in Relation zum Preis, bekommt man hier ein sehr günstiges Tablet, das sich speziell für jüngere Kinder eignet, aber auch den nicht ganz so anspruchsvollen, erwachsenen Nutzer zufrieden stellen kann, der nicht so viel Geld ausgeben möchte. Jedoch nur, wenn der Schwerpunkt nicht auf aktuellen und grafikintensiven Spielen liegt!

Wer mit diesen Einschränkungen nicht leben kann, muss dann aber auch deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.

[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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