Texel in 10 Tagen – Mein Reisebericht mit vielen Bildern und Video – Teil 2

11.09.2019 – Tag 7 – Shoppen in Den Burg

Der heutige Tag war sehr verregnet. Daher beschlossen wir, die „De Texelse Chocolaterie“ zu besuchen, eine Chocolaterie im Gewerbegebiet von Den Burg. Hier wird Schokolade noch von Hand hergestellt. Es gibt unzählige Sorten leckerer Pralinen, teils gefüllt mit regionalen Likören wie z.B. den beliebten „Juttertje“. Es gab sogar Werkzeuge aus Schokoalde, die täuschend echt aussahen wie das Original, aber teils auch deutlich teurer waren. Wir durften auch einen Blick in die Schokoladenküche werfen. Natürlich gingen wir nicht hinaus, ohne einiges für uns und die Daheim gebliebenen mitzunehmen.

Den Rest des Tages konnte man Draußen nur mit aufgespannten Regenschirm verbringen. So blieben wir immer recht lang in den Geschäften. Besonders angetan waren wir vom KdW. Nein, nicht das Kaufhaus des Westens, sondern das „Kaes de Waal“, eine Art Dekoladen, der von außen sehr klein aussieht, aber innen extrem groß und so zugestellt ist mit Ware, dass man Stunden bräuchte, um sich alles anzuschauen. Die Auslagen waren teils schöner als in deutschen Läden wie z.B. das Depot. Zudem war die Atmossphäre hier einfach schöner, als in den kalten Läden in Deutschland.Nach einem längeren Shoppingerlebnis gingen wir ins Cafe de conick van Pooten. Hier bestellten wir uns eine Appeltaart und Poffertjes mit Schokoladensoße.Beides war extrem lecker und als es etwas weniger regnete, setzten wir die Shoppingtour fort. Ich besorgte mir noch einen Juttertje und Hausschuhe aus Lammfell und Lammwolle, die mir jetzt gerade herrlich die Füße wärmen. Erst wollte ich ja ein Lammfell kaufen, entschied mich dann aber doch für Schuhe.

Darauf besuchten wir noch die RAT Gallerie. RAT steht für „Recomposed Art Texel„. Die Besitzerin Maria Roeloefsen schafft aus Strandgut Kunstobjekte, die meisten davon mit integriertem Licht. So ensteht aus verschiedenen, weggeworfenen Dingen etwas neues, was ich wirklich interessant finde.

Bevor wir nachhause fuhren, statteten wir Texels einen erneuten Besuch ab. Ich wollte mir 2 Kartons mit verschiedenen Biersorten mitnehmen und die dazu passenden Gläser.

TIPP: Man sieht es nicht sofort, aber Glas- und Plastikflaschen haben oft sog. „Statiegeld“, also Pfand. Die Texels Flaschen besitzen einen Pfand von 10 Cent und auch große Plastikflaschen sind mit Pfand belastet. Das merkten wir am Anfang nicht sofort und warfen Pfandflaschen weg.

Im Anschluss besuchten wir den Gastraum und probierten die kombinierte Käse und Wurstplatte.Diese besteht aus einer Lammwurst vom Texel Lamm und Käse, ebenfalls vom Lamm, dazu ein paar Knabbereien. Beides war sehr lecker und auf einer kleinen Karte, bekam man noch die Info, wo man die Dinge beim Erzeuger erwerben kann. Als Abendessen reichte uns das auch schon aus und so fuhren wir, voll beladen mit Mitbringseln, zurück nach De Koog.

12.09.2019 – Tag 8 – Wandern im De Slufter – Museum Kaap Skil – Den Waal – Leuchtturm

Heute stand ich um 6 Uhr auf, da ich vor dem Frühstück im De Slufter wandern wollte. Zumindest bis ans Meer und die Komorane anschauen. Um 7 Uhr war ich dann auch am Aussichtspunkt. Der stand aber nicht im Fokus, sondern der tolle Sonnenaufgang. Der kam völlig unerwartet und als ich bei der Hinfahrt ahnte, worauf es hinausläuft, gab ich etwas mehr Gas, um von den Dünen aus den Sonnenaufgang zu fotografieren. Und es war ein WOW-Erlebnis. Die Wolken leuchteten rot am Himmel, da die Sonne sie im perfekten Winkel von unten anstrahlte.Als die Sonne sich durchgesetzt hatte, wanderte ich in den De Slufter. Es war schon mehr Wasser darin als üblich und so musste ich einige Male vom Weg aus einen Umweg nehmen, um keine nassen Füße zu bekommen. Leider konnte man nicht ans andere Ufer der Bucht laufen, zu den Komoranen. Dazu hätte ich von Norden her hineinlaufen müssen. Pech. Aber hier war es auch schön. Ich sah zahlreiche Vögel, Hasen die sich im Gebüsch versteckten und hochschreckten, als sie mich entdeckten und darauf im Zick Zack davonliefen. Hier konnte man bis and den Strand laufen, was ich auch tat. Ich nahm einige, schöne Bilder mit und kam pünktlich zum Frühstück zu Hause an. Heute wollten wir ins Museum Kaap Skil. Wir hofften, dass bei schönem Wetter nicht so viel los war. Das bestätigte sich, es war sogar weitestgehend leer. Gleich am Eingang bekam ich eine Libelle vor die Linse:Ich hatte gar nicht so viele Erwartungen. Das Gelände wirkt von außen so klein. Die wurden dann aber weit übertroffen. Statt der geplanten 2 Stunden, verbrachten wir dort 4! Stunden. Im Außenbereich gab es mehr zu sehen, als ich dachte. Man kann in das Innere der funktionierenden Getreidemühle gehen und dort einiges entdecken. So beispielsweise eine Ausstellung über die Geschichte des Fährverkehrs nach Texel. Dort waren Modelle der alten Fähren zu sehen, Text- und Audiodokumente und auch alte Dokumente wie Tickets. Neben der Windmühle befand sich eine große Scheune, bestimmt 5-6 Meter hoch im Innenbereich. Darin war unzähliges Strandgut zu sehen. Es erschlägt einen förmlich. Kinderspielzeug, Funkgeräte, zahllose Schuhe, Schutzanzüge, und und und. Ein Wahnsinn. Mitten drin gab es einen Raum, in dem ein Kapitain etwas auf holländisch erzähle und Exponate vorführte. Als wir wieder nach draußen kamen, waren dort ebenfalls Live Vorstellungen zum Handwerk vergangener Zeiten. Dann gab es typische Häuser und Wohnungen zu besichtigen von Fischern und Handwerksleuten,eine Bäckerei mit einer echten Bäckerin, wo man Brot probieren konnte.SO ein liebevoll geführtes Freilichtmuseum habe ich noch nie gesehen. Ich war wirklich überwältigt.

Gut 2 Stunden brachten wir allein schon hier zu, bis wir im Museumscafe eine Pause machten bei Kaffee und Kuchen. Auf der Terrasse konnte man mittlerweile im T-Shirt sitzen, so warm war es. Ein traumhaft schöner Tag.

Nun ging es in den Innenbereich. Das Gebäude selbst ist schon ein architektonischer Hingucker mit seinen Glaswänden, verkleidet mit Pallisaden aus Holz, die dennoch überraschend viel Licht nach innen lassen. Im Erdgeschoss befindet sich das Cafe und eine Verkaufsfläche für Mitbringsel. Sogar Mehl aus der örtlichen Mühle kann man dort erwerben. Als wir wieder heineingingen, spielte dort eine volkstümliche Band alte Lieder, was bei den Gästen und uns sehr gut ankam und auch schön zum Museum passte.Im Obergeschoss war eine riesige Austellung an Fundstücken von versunkenen Handelsschiffen. Porzellan, Werkzeuge, Kleidung, alles mögliche war dort zu finden. Jedes Fundstück ist katalogisiert und jede Vitrine besitzt eine Karte zum Herausziehen mit Informationen zu Fundort und Art des Fundsücks. Wissenschaft Live kann man nur sagen.Das Untergeschoss überwältigt dann schon ein 2. Mal: Die Reede von Texel wude hier nachgebaut im Großformat! Die Reede von Texel war ein riesiges Gebiet zur Zeit der Niederländischen Ostindien-Kompanie im Südosten der Insel, in dem früher zahllose Handelsschiffe, Kriegsschiffe und Fischerboote auf dem weiteren Weg vor Anker lagen. Das Modell vermittelt ein sehr realistisches Bild der damaligen Zeit.Überall liegen Schiffe vor Anker, man kann durch Ferngläser schauen und sich über das ausgewählte Objekt im Modell einen Audiokommentar und passende Bilder anschauen. Eine riesige Projektionsfläche, die mit mehreren Beamern bedient wird, zeigt eine Animation in Echtzeit, wie es damals ausgesehen hat. Sitzt man in der Mitte, kann man zuschauen, wie Schiffe vorbeifahren, hört die Mannschaft und Gespräche. So kann man regelrecht in vergangene Zeiten eintauchen.

Daneben gibt es einige Lernstationen für Kinder, an denen man auch ein Schiff durch gefährliche Gewässer steuern kann. Im hinteren Bereich finden sich dann wieder einige Erlebnisstationen mit Bild und Audioeffekten, der sehr toll, spannend und professionell wirken. Überhaupt ist dieses Museum wie gemacht für Kinder, aber auch ein kleines Paradies für Erwachsene, die neugierig und offen sind.

So dauerte es dann auch 4 Stunden bis wir wieder draußen waren. Ich kann dieses kleine Museum nur wärmestens empfehlen. Der Eintritt ist mit 9,25 EUR sehr günstig und es lohnt sich. Alles ist sehr liebevoll gestaltet und mit Blick aufs Detail.

Neben dem Parkplatz am Deich ließ ich dann, nach Prüfung ob es auch erlaubt ist, meine Drohne kurz steigen, um ein paar Bilder von Oudeschild mit seinem Hafen zu machen.Im Anschluss wollten wir nach Den Waal. Das lag wohl an einer Verwechselung meinerseits. Wir dachten, es handele sich hier um das Künstlerdorf. Das tatsächliche Künstlerdorf ist aber Den Hoorn mit seiner bekannten Kirche. So gingen wir zwar etwas in Den Waal umher, es war aber schon recht ausgestorben dort und der Ort war auch sehr klein. So ging es dann gleich weiter zum Leuchtturm, um auf der Terrasse des Faro 2, nun schon das 3. Mal, den Sonnenuntergang zu beobachten. Eigentlich wollte ich auch mit meiner Drohne fotografieren, aber es waren noch recht viele Leute unterwegs. Jemand anders schien das nicht zu stören, denn als wir draußen saßen, flog eine DJI Drohne ganz tief über die Terrasse hinweg.

Der Sonnenuntergang war dann wirklich traumhaft schön und bot Gelegenheit für zahlreiche, schöne Bilder.Heute wollten wir nicht groß essen gehen und fanden einen Pizzaladen namens „Napoli“ in De Koog, wo wir für jeweils 7 EUR eine große Pizza mit leckeren, dünnen und knusprigen Teig bekamen und mit nachhause nahmen. Diese genossen wir dann zusammen mit einer Flasche Wein vom De Kroon Weingut.

13.09.2019 – Tag 9 – Radtour im Süden – Bollekamer – Den Hoorn – Neue Aussichtsplattform Prins Hendrikzanddijk

Vor 2 Tagen schrieb ich noch, dass ich mich nicht mehr aufs Rad setze. Naja, das war vor 2 Tagen und die südliche Tour ist kürzer. Also was solls. Meine Partnerin entdeckte zudem einen Prospekt von der Culinair 2019 in De Koog. Da wollten wir heute Abend hin. Aber dazu später mehr.

Die Radtour führte dieses Mal in den Süden, durch Wälder hindurch, die ich so noch nicht kannte. So viel Wald hatte ich auf Texel gar nicht erwartet. Ich hatte auch meine Drohne eingepackt, wenngleich sie nur einmal zum Einsatz kommen sollte. Zuerst besuchte ich aber die Bollekamer, ein eingezäuntes Naturschutzgebiet inmitten von Heiden und Dünen, wo auch freilebende Wildpferde und schottische Hochlandrinder zu finden sind, sofern man Glück und/oder Zeit hat. Ich wollte beides sehen und entschied mich für die „blau“ ausgezeichnete Wanderung. Das Fahrrad kettete ich vor dem Eingang an. Leider fand ich keine Pferde, nur ein paar Hasen und massenweise tote Möwen. Es gab auch einige Wasserstellen. Aber auch da waren keine Pferden oder Rinder zu sehen. Ich war schon recht enttäuscht. Dann packte ich meine Kamera aus und suchte mir einen recht hohen Punkt. Mit dem 24-fach Zoom scannte ich meine Umgebung und siehe da, ich entdeckte die Herde! Dazu musste ich allerdings meine Wanderung erweitern und nach gut 20 Minuten war ich bei einer Wasserstelle, darüber grasten gemütlich die Pferde. Man soll sich ihnen ja nicht auf weniger als 20 m nähern. In meinem Fall muckte der Leithengst schon bei 100 m auf und weitere Annäherungsversuche wurden mit einem hufweisen Ruckzug quittiert. OK, also machte ich Rast, schaute dabei den Pferden zu. Dann holte ich die Kamera aus meinem Rucksack und machte einige Fotos, mit denen ich sehr zufrieden war. Ich wartete noch ein wenig, ob die Pferde an die Wasserstelle kamen, um sie beim Trinken zu beobachten. Ich wusste, das Pferde mehrmals täglich Wasser brauchen, aber sie mussten wohl zuvor schon getrunken haben.

Die schottischen Rinder waren leider nicht zu sehen. Sie sollten später noch per Zufall in mein Bickfeld geraten, jedoch nicht heute. Ich wanderte den Weg zürück zum Eingang. Gut 5 km hatte ich mittlerweile zurückgelegt.

Gegen Nachmittag kam ich dann nach Den Hoorn. Eigentlich wollte ich hier ein wenig um die Kirche fliegen, aber es waren viele Touristen unterwegs, so dass ich davon Abstand nahm. Ich fuhr von Westen her in den Ort und der sah recht schön aus und war belebter als ich dachte. Hier mussten wir auf jeden Fall gemeinsam noch einmal hin.

Ich setzte die südliche Tour fort und kam gut 1 Stunde später von Süden her Richtung Oudeschild an einer futuristisch aussehenden Aussichtsplattform vorbei, die noch recht neu war. Prins Hendrikzanddijk nennt sich dieses Schutzgebiet. Die Plattform selber ist im Gegensatz zu anderen „Modellen“ aus Stahl gefertigt und wirkt sehr futuristisch. Sie ist überdacht und besitzt ein Swarovski Teleskop, dass ein Vermögen gekostet haben muss.Der Blick durch das edle Stück ist kostenlos. Das nenn ich mal Service. Die meisten billigen Geräte verlangen oft einen Euro, hier zahlt man – noch – nicht. Die Qualität dieses Teleskops ist gigantisch, nur gab es heute wenig zu sehen. So fotografierte ich nur den Aussichtspunkt selbst.

Hinter Oudeschild war die Straße immer noch gesperrt. Ich hatte die Drohne mitgenommen, um ein Videoselfie auf dem Rad zu drehen, mich also von der Drohne auf dem Rad verfolgen zu lassen. Die Mavic 2 Pro beherrscht nämlich Active Track und kann Objekte selbstständig verfolgen. Nur, wo sollte das möglich sein, ohne andere Radfahrer zu belästigen? Ich näherte mich der Baustelle und dort war der neu geteerte Radweg am Deich mittlerweile zugänglich, die Zufahrt aber nicht so einfach zu finden und vermutlich auch gesperrt. Dort war ich alleine. Nur einmal überholte mich ein Rennradfahrer, der keine Lust hatte, die Umleitung zu fahren. Hier konnte ich in aller Ruhe meine Runden mit dem Rad drehen, gefolgt von der Drohne, ohne jemand zu stören. Das Ergebnis könnt Ihr Euch in meinem Video am Ende des Artikels ansehen.

Darauf ging die Fahrt weiter Richtung Norden. Die Straße war gesperrt, ich war allein und am Ende war ein langer Absperzaun angebracht, ich musste das Rad durch einen Graben tragen. Da heute Samstag war, konnte ich nirgends Bauarbeiter entdecken, sonst wäre ich vermutlich auch verscheucht worden.

Am frühen Abend kam ich dann zu Hause an und wir gingen zusammen auf die Culinair. Hierbei handelt es sich um eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die dem kulinarischen Genuss gewidmet ist. Es gibt verschiedene Stände mit Essen und Trinken. Gezahlt wird mit Muntjes, dass sind Plastiktaler, die einem Gegenwert von 2 EUR entsprechen. Diese konnte man einzeln per Bargeld, oder im 10er oder 20er Pack an einem der vielen EC-Cash Automaten erwerben. Das machte den Bezahlvorgang recht einfach. Eine der Regeln für Veranstalter dort ist, mindestens 1 Gericht zum Preis von 1 Muntje, also 2 EUR, anzubieten. Bei den Anbietern handelte es sich um bekannte Restaurants, die in der Fußgängerzone eine Bude aufgebauthatten und Gerichte, von der Vorspeise, über einen kleine Hauptspeise, bis hin zum Nachtisch anboten. Die Preise beliefen sich zwischen 1 und 3 Muntjes. Natürlich gab es auch Texels, sowie auch TX Bier und TX Gin und Wodka, einem lokalen Anbieter auf der Insel.Es gab wirklich sehr viele, leckere, kleine Gerichte und da die Portionen übersichtlich waren, konnten wir so eniges probieren, wie edle Bratwürste, kleine leckere Burger und vieles mehr. Am Ende der Veranstaltung wird auch ein Gericht mit einem Preis ausgezeichnet. Hier entdeckten wir auch unsere Liebe zu Gin. Ich selber bin eigentlich bekennender Whisky-Fan, aber nachdem wir einmal den TX Gin probierten, war ich auch vom Gin infiziert.Natürlich fehlte auch die Musik nicht. Ein mobiler DJ stand dort mit seinem VW Bus und legte echte Platten aus Vinyl auf, einige Live Bands spielten Musik. Uns gefiel es hier so gut, dass wir beschlossen, auch am nächsten Tag wiederzukommen.

14.09.2019 – Tag 10 – Leuchtturm mit Drohne – Strand De Koog – Den Hoorn – Bei den schottischen Hochlandrindern – Paal 9 – Bunker Den Hoorn – Sonnenuntergang Paal 21 – Culinair 2019

Der letzte Tag brach an. Meine Partnerin hatte schon vor Tagen irgendwie „genug“ und sogar ein bisschen Heimweh. Für mich unverständlich. Gerne wäre ich noch eine Woche geblieben. Ich stellte mir den Wecker auf 6 Uhr. Verrückt oder? Aber das hatte einen Grund. Ich wollte unbedingt den Sonnenaufgang am Leuchtturm erleben und mit der Drohne fliegen. Also fuhr ich wieder zum Leuchtturm. Auf dem Weg zum Strand sah ich keine Menschenseele, ich war vollkommen allein. Fast. Was war das? Und vor allem wer? Es summte in der Luft und ich entdeckte einen niederländischen „Backpacker“ mit einer Mavic Air, die er gerade in der Luft steuerte. Ich war nicht allein. Wir stimmten uns kurz wegen der Flugmanöver ab und ich startete und drehte ein paar Videos und schoß einige Fotos. Durch die Wolken sah der Sonnenaufgang spektakulär aus. Es waren weder Menschen, noch Tiere zu sehen und so hatte ich nach gut einer halben Stunde einige schöne Aufnahmen für mein Video und natürlich jede Menge Fotos im „Kasten“.Zu Hause wartete schon ein leckeres Frühstück auf mich: Es gab sogar ein Omelett, wie immer alles sehr lecker von Gina zubereitet.Nach dem Frühstück besuchten wir das erste Mal den Strand in De Koog. Ist schon etwas peinlich, das erst jetzt zu tun, aber heute war ein guter Tag. Schönes Wetter, wenig Wind und so genossen wir den Morgen und Mittag am Strand.

Das nächste Ziel war das Künstlerdorf Den Hoorn. Wir schlenderten dort durchs Dorf, besuchten ein altes Walfängerhaus „Walvisvaarders Huisje“ von innen und schauten uns auch eine kleine Gallerie an, wo man Bilder käuflich erwerben konnte. Den Nachmittagskaffee samt Kuchen genossen wir dann bei warmen Sonnenschein im Theatercafé. Im Theater finden regelmäßig Theateraufführungen statt, die sehr bekannt sind. Oft in Kombination mit einem Abendessen, allerdings wahrscheinlich nur in niederländischer Sprache. Draußen konnte man wunderbar sitzen, Kaffee und Kuchen waren lecker. Wir wollten gar nicht mehr weg und blieben sehr lange, bis wir uns aufrafften, um weiter zu fahren. Weit fahren wollten wir nicht, sondern nur noch zum Paal 9 und wieder ein wenig spazieren und die Sonne genießen. Auf der Straße zum Paal 9 kam es dann doch noch zu einer unerwarteten Begegnung. Hier befindet sich kurz vor dem Paal 9 ein größerers Gewässer. Dort entdeckten wir dann endlich die schottischen Hochlandrinder. Hautnah. Sie standen im Wasser oder lagen daneben. Vermutlich genossen sie auch gerade die Sonne. Das ließen wir uns nicht entgehen, hielten an und beobachteten und fotografierten die Rinder.Am Paal 9 besuchten wir dann den Strandpavillon, aßen etwas und gönnten uns ein Skumkoppe. Auch wenn heute viel auf dem Programm stand, war es eher der ruhigste Tag von allen. Wir wollten den Urlaub entspannt ausklingen lassen.

Auf dem Heimweg fuhren wir dann noch beim Bunker von Den Hoorn vorbei. Hierin befindet sich sogar ein Periskop, zur Beobachtung der Umgebung. Er ist stummer Zeuge, vergangener, weniger schöner Zeiten. Da ich aufgrund der Mobilitätsprobleme meiner Partnerin alleine dort war, blieb ich nicht allzulange. Außerdem wollte ich noch eine Szene mit Sonnenuntergang für mein Texelvideo einfangen.Die drehte ich ohne Drohne am Paal 21. Nachdem wir das Auto an unserer Unterkunft abgestellt hatten, fuhr ich mit dem Rad zum Paal 21 und stellte meine DJI Osmo Pocket auf einer der Holzpfähle und ließ sie den Sonnenuntergang filmen.Dieser sollte später im Zeitraffer die Schlußszene in meinem Video bilden. Der Sonnenuntergang war, wie alle Sonnenuntergänge auf Texel, sehr schön. Leider war es der letzte für dieses Jahr und am Abend gingen wir wieder auf die Culinair, um andere Köstlichkeiten auszuprobieren.Natürlich gab es wieder einen Gin und wir nahmen die beiden Gläser mit nachhause, damit wir uns bei jedem weiteren Gin an unseren wunderschönen Urlaub auf Texel erinnern konnten.

Hier nun wie versprochen mein Video mit aus meiner Sicht sehr schönen Aufnahmen, auch aus der Luft:

Persönliches Fazit:

Texel ist eine wunderschöne Insel, die durch ihre Landschaften mit den Dünen manchmal ein wenig an Irland erinnert. Für uns war es der erste Besuch und wir haben uns ein bisschen in diese Insel verliebt. Besonders interessant waren die Kontraste, wenn man zuvor einige Tage im belebten Amsterdam verbracht hat. Da Amsterdam auf dem Weg liegt, bietet sich ein vorheriger Besuch nahezu an. Wir haben sehr viel auf Texel erlebt und unternommen. Ich weiß nicht, wie es hier im Sommer aussieht, wahrscheinlich wäre es mir da zu voll. Für einen Urlaub im September war Texel für uns ideal. Es war noch schön warm mit Temperaturen um 20°C, sicher zum Baden zu kalt, aber dazu waren wir auch nicht dort. Die Texeler sind sehr freundlichen und hilfsbereite Menschen. Das nahezu überall Deutsch gesprochen wird, fand ich etwas befremdlich, aber das kenne ich ja schon aus Mallorca. Aufgrund der gut ausgebauten Radwege, macht Fahrradfahren sehr viel Spaß. Aber auch mit dem Auto kommt man gut zurecht und findet nahezu überall einen Parkplatz. Mit 10 Tagen bekommt man einen guten Überblick über die Insel und wir werden sicher auch wiederkommen und uns dann noch mehr erholen, da wir dann nicht mehr jeden Ausflug mitnehmen und alles sehen müssen. Ich hoffe, Euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

P.S. Als Reiseführer hatte ich den von Ulrike Grafberger verwendet, mit dem ich sehr zufrieden war. Falls Ihr noch mehr wissen wollt und ihn über den Link bestellt, bekomme ich einen kleinen Obulos von Amazon. Ich finde, sie schreibt  sehr gut und locker und kennt sich durch die vielen Besuche auch gut aus.

Reise Know-How InselTrip Texel: Reiseführer mit Insel-Faltplan und kostenloser Web-App
Preis: EUR 11,95
(Stand von: 2019/12/14 7:55 am - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)
25 neu von EUR 11,953 gebraucht von EUR 11,95
[Gesamt:6    Durchschnitt: 4.8/5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg