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Testbericht Syma X8HG mit Unboxing – Aufbau – Bedienung – Kameraflug – Outdoor Flug – Video und Bilder

Auf der “Über mich” Seite habt Ihr sicher schon gelesen, das RC Modellbau zu einem meiner Hobbys gehört. Hier bin ich sehr aktiv, bis hin zum RC Truck mit Verbrennermotor. Fliegen betreibe ich eher nebenher, besitze aber schon einige kleine Helikopter und den E-Sky Lama V4, ein etwas größeres Modell. Mit dem JJRC H20 bin ich vor 2 Jahren ins Coptergeschäft eingestiegen und führte nach einigen Tagen ein Upgrade auf den Arshiner Q5C durch. Dieser ist deutlich größer als der kleine H20 und besitzt nur 4 Propeller. Eine Kamera ist ebenfalls vorhanden. Auch hier habe ich schon Erfahrungen mit dem GoPro-Klon SJ4000 auf der Ladefläche meines Monster Trucks. Die Perspektive aus einem Modell ist einfach eine völlig neue Erfahrung. Nachdem ich mit dem Q5C recht gut vertraut war, bekam ich Hunger auf mehr, frei nach dem Motto „Größer, schneller, weiter…“. Genau hier stellte zunächst der Syma X8C ein sinnvolles Upgrade dar. Er ist größer und so eher für den Outdoor-Einsatz geeignet. Das merkt man schon am Gewicht und dem wesentlich größeren Akku. Zudem ist die Kamera etwas größer und mit einem Puffer stabilisiert. Leider sind aber die Videos eine 2 MP Kamera nicht wirklich sehenswert. Ich spielte mit dem Gedanken, eine Halterung für eine richtige Action Cam zu installieren. Da mir dies dann doch zu aufwändig war, entschied ich mich für die Syma X8 HG. Der Unterschied zur X8C ist hauptsächlich die Verwendung einer richtigen 8 MP Action Cam, die schon deutlich bessere Bilder liefert, als eine billige 2 MP Cam. Man kann in die Kamera-Halterung sogar eine GoPro einbauen. Zudem sind die Ersatzteile austauschbar. Der Akku meiner X8C passt auch in die X8 HG. Also war die Entscheidung klar und ich besorgte mir die Syma X8 HG.Die Intention für diese Rezension war, dass es zwar einige Meinungen und Testberichte im Netz zu diesen kleinen Flugobjekten gibt, aber nicht wirklich eine Hilfe, wie man die ersten Flugminuten unbeschadet übersteht oder wie man sich bei bestimmten Problemen selbst helfen kann. Nicht zuletzt quälen sich auch viele mit der oft dürftig formulierten deutschen Anleitung, sofern diese überhaupt vorhanden ist.

In meinem Video habe ich alles dokumentiert, vom Unboxing, über den Zusammenbau, einen kleinen Kurs zur Nutzung der Fernbedienung, bis hin zu einem Outdoor- und Kameraflug.

Kinderspielzeug oder ernst zu nehmendes RC-Modell ?

Als Zusatz wird oft “Geeignet ab 14 Jahren” angegeben. Da es sich bei diesem Modell schon um ein recht großes Flugobjekt handelt, sollte man diesen Rat beherzigen und jüngere Kinder wenn überhaupt nur unter Aufsicht fliegen lassen. Zudem sollte man wissen, dass die Privathaftpflichtversicherung die durch ein Flugmodell verursachten Schäden i.d.R. nicht übernimmt! Stürzt der Quadcopter auf einen Menschen, ein Tier oder ein Auto, kann das immense Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Deswegen sollte man unbedingt eine Zusatzversicherung abschließen oder für aktuell 42 EUR Jahresbeitrag in den Deutschen Modellfliegerverband e.V. eintreten. Die Versicherung ist in der Mitgliedschaft schon enthalten. Versichert sind Modelle bis zu 1 kg Gewicht, selbst wenn sie außerhalb von Modellflugplätzen geflogen werden. Ach ja, nicht zu vergessen: Es besteht nun eine Kennzeichnungspflicht für Modelle ab 250 Gramm, was auf die Syma X8 HG zutrifft. Einen Kenntnisnachweis braucht es für dieses Modell jedoch nicht. Dieser ist erst ab 2 kg zwingend vorgeschrieben, welche die Syma X8 HG nicht erreicht.Der Syma X8 HG eignet sich ideal zum Einstieg, um die Tauglichkeit für dieses Hobby zu testen und steht in der Funktion den großen Modellen kaum nach. Dennoch muss man Abstriche hinnehmen. Einen Vergleich mit dem mehr als 5 mal so teuren DJI Phantom 4 hält der Syma X8 HG natürlich nicht stand. Das war mir bewusst und so waren meine Erwartungen angesichts des Preises nicht sehr hoch.

Vorbemerkung – Oder wie funktioniert eigentlich ein Quadcopter bzw. eine Drohne?

Die Funktion ist schnell erklärt. Es drehen sich jeweils 2 Propeller im und 2 Propeller gegen den Uhrzeigersinn. Demnach sind auch 2 verschieden drehende Propeller verbaut, die in diesem Quadcopter mit A/B gekennzeichnet sind. Einer dreht im und der andere gegen den Uhrzeigersinn. Darauf muss man beim Tauschen und Zusammenbau auch achten. Ein A-Propeller darf nie direkt neben einem A-Propeller liegen. Das gilt auch für jene mit dem Aufdruck B. Macht man das falsch, merkt man das schnell, denn der Quadcopter hebt dann nicht ab, sondern rutscht am Boden beim Gas geben einfach weg. Bei dem Syma X8 HG ist das gut gelöst, da die Arme ebenfalls eine Kennzeichnung mit A/B besitzen. So kann man eigentlich nichts falsch machen.

Nach dem Starten steht der Quadcopter zunächst in der Luft. Zu diesem Zeitpunkt neutralisieren sich alle Kräfte, die von den Propellern ausgehen und er steht sozusagen im Gleichgewicht. Durch die unterschiedlichen Drehrichtungen und mit der Fernsteuerung beeinflussbaren Drehzahlen der einzelnen Motoren, wird dieses Gleichgewicht bewusst gestört und es findet dadurch die Steuerung in die jeweilige Richtung statt.

Lieferumfang – Was bekomme ich für etwas über 130 EUR?

Der Quadcopter wird gut verpackt in einem großen Karton mit Trageriff geliefert. Der Lieferumfang sieht wie folgt aus:

  • Syma X8 HG Quadcopter-Fernbedienung mit LCD-Display ohne Batterien (4 Batterien oder Akkus vom Typ AA erforderlich)
  •   Kamera (8 MP mit 720p/1080p und 30 Bilder pro Sekunde) inkl. Abnehmbaren Halter
  •   Akku (2000 mAh mit 7,4 Volt)
  • 4 Ersatzpropeller mit Befestigungsmaterial
  • 4-teiliges Landegestell
  • Kreuzschraubendreher
  • Vollwertiges Ladegerät mit Netzteil
  • 1 Tüte mit Schrauben für Propeller, Kamera und Protektoren
    microSD-Karte mit 4 GB und passendem Kartenleser
  • Anleitung in englischer und deutscher Sprache

Was mir hier sehr gut gefällt ist, dass man nahezu jedes Teil zu günstigen Preisen überall in Deutschland nachkaufen kann, auch bei Amazon.

Technische Daten

Der Syma X8 HG besitzt 4 Kanäle und 6 Achsen zur Steuerung. So kann er nicht nur nach oben und nach unten, sondern sich um die eigene Achse drehen, vorwärts, rückwärts und zur Seite fliegen. Daneben ist die Kamera mit einem Gummipuffer versehen, um ein ruhigeres Bild zu bekommen, wenngleich man das nicht mit einem elektronischen Gimbal vergleichen kann. Zudem besitzt er noch einige Features, wie die 3D-Rolle, bei der er einen kleinen Salto absolviert. Natürlich brauchen gewisse Flugmanöver etwas mehr Übung und Platz als Andere.

Die Reichweite nach Herstellerangabe beträgt 100 Meter, was schon eine ganze Menge ist, im Vergleich zu meinen bisherigen Modellen. Das sollte man nicht bis an die Grenzen ausreizen. Verliert der Quadcopter das Funksignal, sinkt die Drehzahl der Motoren. Mit etwas Glück, kann man ihn dann wieder zurück holen. Die Akkulaufzeit ist bei eingeschalteter Kamera kürzer! Die Flugzeit ist mit 7 Minuten angegeben, was der Realität recht nahe kommt, da ich diese auch problemlos erreicht habe.

Das Gewicht des Syma X8 HG beträgt 510 Gramm ohne Akku. Der Akku selbst wiegt 110 Gramm, so dass das Fluggewicht bei 620 Gramm liegt. Die Breite beträgt 50 cm mit Propellerschutz. Mit Landegestell ist der Syma X8 HG fast 21 cm hoch.

Als Akku kommt ein LiPo-Akku zum Einsatz mit 7,4 Volt und 2000 mAh. Dieser ist in etwa 200 Minuten vollständig aufgeladen.

Funktionen der Fernsteuerung – Features

Im Vergleich zu meinen kleinen Helikoptern bietet dieses Modell unglaublich viele Zusatzfunktionen, die man über die Fernsteuerung aktivieren kann. Zunächst einmal besitzt diese 2 3D-Joysticks, wie man sie beispielsweise von einem Konsolenpad her kennt. Der linke Joystick dient zum auf- und absteigen (nach vorne und nach hinten drücken) und zur Rotation um die eigene Achse (Druck nach links oder rechts). Der rechte Joystick bewegt den Quadcopter in alle 4 Richtungen, also vorwärts, rückwärts und seitwärts analog zur Richtung in der er bewegt wird. Das klingt erst einmal einfach, solange der Quadcopter nach vorne schaut. Sobald man ihn um die eigene Achse dreht, stimmt das alles nicht mehr und man muss sich zur Steuerung immer gedanklich hinter dem Flugobjekt platzieren. Das ist anfangs bei allen RC-Modellen etwas schwierig, gelingt mit ein wenig Übung aber bald sehr gut. Oder man verwendet den „Headlessmode“:

Die Fernsteuerung besitzt oben (außen) links einen Taster. Durch längeres Betätigen wird der sogenannte „Headless-Mode“ aktiviert, was durch einige Pieptöne bestätigt wird. Der Quadcopter ist dann im wahrsten Sinne des Wortes „kopflos“. Was bedeutet das in der Praxis? Nun, im Headless-Mode lässt sich der Quadcopter besonders für Anfänger einfacher steuern. Egal wie man ihn dreht oder in welche Richtung er fliegt, die Steuerung bleibt gleich, d.h. er fliegt immer nach vorne, zurück, rechts, links, wenn man den Joystick in die jeweilige Richtung bewegt, ohne umdenken zu müssen. Nochmaliges Betätigen des Tasters, schaltet die Assistenten wieder aus.Ein kurzer Druck auf diesen Taster, wechselt zudem zwischen den beiden Geschwindigkeitsstufen „H“ und „L“. Damit steuert man die Geschwindigkeit des Quadcopters. Er besitzt 2 Geschwindigkeiten und nach Betätigung folgt ein Bestätigungston. Die jeweils aktive Einstellung ist im Display ablesbar. Als Standard ist die niedrigste Stufe eingestellt. Das reicht für den Anfang vollkommen aus. Die Empfindlichkeit beträgt hier etwa 40%. Es ist eigentlich nicht ganz korrekt, von Geschwindigkeitsstufen zu sprechen, es handelt sich vielmehr um Empfindlichkeitsstufen. In der 2. Stufe verändert sich die Empfindlichkeit auf ein Maximum. Der Quadcopter ist extrem agil und reagiert sofort und mit viel mehr Kraft auf Richtungsänderungen. Gerade draußen und bei etwas mehr Wind, ist diese Stufe wichtig. Ich nutze nur noch diese Stufe, da mich die langsame Stufe nicht mehr fordert. Für Anfänger ist sie aber extrem wichtig, um nicht gleich die Lust am Fliegen zu verlieren.

Der obere, rechte Taster bereitet eine 3D-Rolle vor. Betätigt man diesen, piept die Fernbedienung zur Bestätigung und im Anschluss kann man mit dem rechten Joystick die Rolle in die gewünschte Richtung starten. Wer fit ist, kann dies natürlich genauso über die normale Steuerung erreichen. In der Anleitung wird diese als „3D-Eversion“ bezeichnet und ich dachte zuerst, es handele sich um ein neues Feature. Tatsächlich vollführt der Syma X8C damit dieselbe Figur, wie es andere Quadcopter auch tun.

Die beiden Schiebeschalter links und unterhalb des rechten Joysticks sind die sogenannten Trimmregler. Diese benötigt man, um den Quadcopter in einen stabilen Schwebezustand zu bekommen. Ansonsten kann es sein, dass er immer wieder „abhaut“ und man beim Fliegen ständig nachkorrigieren muss.

Auch am linken Joystick finden sich Drehregler. Der untere dient dazu, die Trimmung für die Drehung um die eigene Achse einzustellen. Der rechte Schieberegler steuert die Kamera. Schiebt man ihn nach vorne, wird ein Foto erstellt, schiebt man ihn nach hinten, startet die Videoaufnahme.

Zusammenbau und Einrichtung

Zunächst einmal muss der Syma X8 HG zusammengebaut werden. Das ist einfach und fast schon selbsterklärend:

Als erstes steckt man jeden Protektor in die dafür vorgesehenen Befestigungspunkte, nachdem man die darauf befindlichen Schutzabdeckungen entfernt hat und schraubt diese jeweils mit zwei der Kreuzschrauben fest.

Auf den Wellen für die Propeller, befindet sich ein Kunststoffring,

der mit einem Sicherungssplint befestigt ist. Dies dient dazu, den Propeller vor unbeabsichtigtem Lösen zu schützen. Diesen muss man erst entfernen. Dazu dreht man das kleine Kunststoffteil, bis es sich aus der Arretierung mit dem Splint löst. Die Propeller sind mit „A“ und „B“ gekennzeichnet, genauso wie die Arme, an denen sie befestigt werden. Die Kennzeichnungen müssen zwingend übereinstimmen, also „A“-Propeller auf dem Arm mit „A“ bzw. „B“-Propeller auf dem Arm mit „B“. Nun steckt man den Propeller auf, setzt den Kunststoffring darauf und führt den Splint in das dafür vorgesehene Loch auf der Welle über dem Ring. Nun muss man wieder die 90° Drehung vornehmen, bis beide Teile arretieren. Jetzt sitzt der Propeller fest und die Abdeckung kann montiert werden.

Die Landekufen sind etwas fummelig zu montieren. Man benötigt 2 Schrauben, wovon man die hinten liegende am besten schon vor dem Anbringen am Gehäuse durch das Loch steckt. Man kann dazu den Schraubendreher an einem Magneten entlang ziehen und magnetisieren:Auch hier hilft ein Plastikstift, sofort die richtige Position am Gehäuse zu finden. Hiernach kann man die Kamerahalterung montieren. Diese wird einfach nur in die dafür vorgesehene Nut geschoben, bis sie hörbar einrastet.

Die Kamera besitzt ein kurzes Kabel mit einem microUSB- an einem und einem Klinkenstecker am anderen Ende. Der Klinkenstecker wird in die Buchse am Model eingesteckt. Nun noch die Kamera in den Halter auf das microUSB-Kabel stecken, welches man von unten durch den Halter einfädelt und den Clip verschließen. Fertig.Nach dem Zusammen muss man den Akku erst einmal mit dem beiliegenden Ladegerät aufladen.  Nach dem Einstecken leuchten die rote Betriebs-LED und die grüne Lade-LED. Erlischt die grüne LED, ist der Akku vollständig geladen. Nun kann man den Akku mit dem Quadcopter verbinden und in das Akkufach schieben. Die Stecker sind durch verschiedene Größen gegen falsches Aufstecken gesichert.

Jungfernflug und Tipps für Einsteiger – Meine deutsche Anleitung

Man sollte normalerweise immer zuerst den Sender (Fernbedienung), dann den Empfänger (Modell) einschalten. Ansonsten kann es schon einmal vorkommen, dass sich das Modell verselbständigt. Hier scheint es aber egal zu sein, da beides funktioniert. Dennoch kann es nicht schaden, erst die Fernsteuerung (es piepst zur Bestätigung) und dann den Quadcopter einzuschalten. Dazu sollte man den Quadcopter auf einen flachen Untergrund stellen. Die LEDs blinken nun. Drückt man jetzt den Gashebel einmal nach oben und unten, piept die Fernsteuerung 2 Mal und es gibt auch ein Feedback über die LEDs, dass das Model abflugbereit ist.

Moment, bevor es losgeht, noch etwas Wissenswertes: Der Quadcopter besitzt an den beiden vorderen Armen jeweils einen silberfarbenen Klebestreifen, der leider nicht durchgehend aufgebracht ist, so dass man ihn von unten schlecht erkennen kann. So sind sie als Hilfe zur Richtungsorientierung nur bedingt geeignet. Wer möchte, kann sich zur besseren Orientierung einfach noch einen farbigen oder leuchtenden Streifen an die Unterseite der vorderen Arme kleben. Im Dunkeln sorgen jeweils 2 LEDs für die Kennzeichnung. Die beiden roten LEDs befinden sich an der Vorderseite und die beiden grünen LEDs an der Rückseite. Das ist wichtig, denn zum besseren Einstieg in die Steuerung, sollte man den Quadcopter vor dem Start erst einmal so aufstellen, das er nach vorne schaut. So muss man beim Steuern nach vorne, hinten und zu den Seiten nicht umdenken.Nun kann man das kleine Fluggerät mit dem Gashebel (links) durch Druck nach vorne in die Luft bringen. Da der Quadcopter in Bodennähe aufgrund der durch die Rotorblätter erzeugten Luftwirbel sehr instabil ist, sollte man ihn gleich durch beherztes Gas geben in Kopfhöhe bringen. Nun wird sich der Quadcopter vermutlich zur Seite, nach vorne oder nach hinten bewegen, ohne dass man etwas dazu tut. Dann ist eine Trimmung erforderlich. Fliegt er beispielsweise nach rechts, muss der untere Trimmregler in die entgegengesetzte Richtung, also nach links, gedrückt werden, solange, bis er eine stabile Seitenlage besitzt. Fliegt er nach vorne oder nach hinten, wird durch Drücken des Trimmreglers an der linken Seite, ebenfalls in die entgegengesetzte Richtung, eine stabile Lage erreicht. Erst dann sollte man mit den ersten Flugübungen beginnen. Nun kann man das Starten und Landen üben, bis es ohne Probleme klappt. Im Anschluss die Drehung um die eigene Achse und wenn man diese beherrscht, kommt erst der rechte Joystick zum tragen, um in die gewünschte Richtung los zu fliegen. Anfangs ist der Headless-Mode eine große Hilfe.

Worauf sollte man noch achten ?

Sobald man Schwierigkeiten bekommt, sofort Gas wegnehmen, um die Schäden zu begrenzen. Alles andere macht es nur noch schlimmer. Drinnen habe ich den Quadcopter schon gar nicht benutzt, da er dafür eigentlich viel zu groß ist. Man sollte besser gleich ins Freie gehen und auf einer Wiese üben.

Fliegt der Quadcopter außerhalb des Empfangsbereichs der Fernsteuerung, drehen die Motoren etwas langsamer und er verliert an Höhe. Eine Maßnahme, die wohl dazu dienen soll, ihn wieder in den Empfangsbereich zurück zu holen. So kann er zumindest nicht einfach irgendwohin verschwinden. Sobald das passiert, sollte man sich dem Objekt nähern und versuchen, es wieder „einzufangen“.

Ist der Akku leer, blinkt der Quadcopter einige Sekunden und die Motoren schalten sich aus. Hier ist es hilfreich, einen Timer am Smartphone zu nutzen, der auf 5 Minuten eingestellt wird. Nach Ablauf des Timers, sollte man ihn wieder in die Nähe steuern. Ansonsten wird er einfach zu Boden fallen. Auf einer Wiese vielleicht ein geringes Problem, aber wenn er sich gerade über einem hohen Baum befindet, ist das eher ungünstig.

Ach ja, drückt man den linken Stick länger als 3 Sekunden nach unten, schalten sich die Motoren aus! Macht man das während des Flugs, fällt die Syma X8 HG sofort wie ein Stein nach unten. Normalerweise betätigt man den Höhenregler nur kurz nach unten, wenn man etwas Höhe verlieren möchte. Passiert dieses Malheur dennoch einmal, nicht die Nerven verlieren, sondern sofort wieder nach oben steuern. Dann schaltet sich der Motor wieder ein und man kann den Quadcopter meist noch rechtzeitig abfangen.

Ein Wort zur Kamera

Die Videoaufnahme wird mit dem zugehörigen Schieberegler eingeschaltet, indem man diesen nach unten drückt. Die Kamera besitzt eine grüne und rote LED, die man von beiden Seiten sehr gut erkennen kann. Das LCD-Display lässt jedoch eine zugehörige Statusanzeige vermissen. Eigentlich braucht man diese nicht unbedingt, aber wenn man sich einige Male „verdrückt“ hat und nicht mehr sicher ist, ob die Aufnahme an oder aus ist, fehlt diese Info sehr, wenn der Quadcopter bereits in der Luft und weit, weit weg ist. Nach dem Einschalten leuchtet zunächst die grüne LED. Wird die Aufnahme gestartet, beginnt die rote LED zu blinken. Ein erneuter Druck nach unten, schaltet die Kamera wieder aus. Drückt man den Regler nach oben, wird ein Foto erstellt. Die Bilder und Videos werden in gleichnamigen Ordnern auf der microSD-Karte mit fortlaufenden Nummern abgelegt.Die Qualität der Videos und Photos ist deutlich besser als bei der Syma X5C mit der schwachen 2 MP Kamera. Hier bekommt man wirklich FullHD Aufnahmen und qualitativ liegen Welten dazwischen. Allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass auch Welten zwischen dieser Kamera und der einer Phantom DJI 4 liegen. Besonders der fehlende Gimbal sorgt dafür, dass Vibrationen des Motors übertragen werden und die Videos unruhig aussehen. Die Kamera pumpt stark bei Farbwechseln, was man sehr gut sieht, wenn sich der Quadcopter zwischen Boden und Horizont bewegt. Schnell wird das Video dann über- oder unterbelichtet. Auch mit einer GoPro wird sich das nicht ändern und da die Syma X8 HG insgesamt hektischer in der Luft unterwegs ist,

GoPro HERO4 Black Adventure Actionkamera (12 Megapixel, 41,0 mm x 59,0 mm x 29,6 mm)
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als eine Phantom DJI 3 oder 4, muss man damit einfach leben, schließlich zahlt man ja auch nur den Bruchteil im Vergleich zu einem der Phantom Modelle. Die Position der Kamera ist nicht verstellbar und FPV Flüge sind auch nicht möglich, da das Bild nicht Live übertragen werden kann. Nur in Ruheposition lassen sich schöne Panoramavideos erstellen, wie man auch in meinem Video erkennen kann. Hier darf man bei einem Preis von um circa 140 EUR aber auch keine Wunder erwarten. Schließlich kostet eine gute Actionkamera schon ein mehrfaches dieses Flugmodells. Es handelt sich wirklich nur um eine Spaßkamera, mit der man im Anschluss an einen Flug den Blick aus einer anderen Perspektive bekommt. Die Qualität ist dabei aber dennoch akzeptabel im Vergleich zu den billigen Modellen.

Während des Flugs mit der Kamera sollte man unbedingt hin und wieder die Aufnahme stoppen und neu starten, da bei ganz entladenem Akku eventuell das Video nicht mehr gespeichert werden kann.

Und wenn mal was kaputt geht ?

Bei vielen Modellen ist damit der Weg zum Elektroschrott geebnet. Mit dem Syma X8 HG sieht das anders aus, da es sich dabei um ein recht populäres Modell handelt.

Es hat sich ein Markt mit Ersatzteilen jeder Art entwickelt. So bekommt man recht günstig Sets mit Zusatzakkus, Motoren, Rotorblättern und diversen anderen Ersatzteilen. Auch wenn der Quadcopter sehr stabil ist, ist es doch gut zu wissen, dass man viele Dinge austauschen kann und so wahrscheinlich sehr lange Freude daran haben wird.

Aber Vorsicht! Die Motoren brauchen Zeit zum Abkühlen. Wer mehrere Akkus gleich hintereinander verwendet, riskiert, dass die Motoren durchbrennen. Daher ist es ratsam, nach jedem Akkuwechsel ein paar Minuten zu warten.

Probleme und Fehler

Zu starke Drift in eine oder mehrere Richtungen, die nicht durch Trimmung behoben werden kann:

Hier hilft ein Neukalibrieren der Drohne. Das erreicht man, indem man beide Steuerknüppel bei eingeschaltetem Modell jeweils einmal nach links unten und danach nach rechts unten bewegt, wie bei einer 8. Dabei wechselt die grüne LED jeweils von Blink- auf Dauerlicht.

Nach dem Propellerwechsel hebt die Drohne nicht mehr ab:

Prüfen, ob der richtige Propeller verbaut wurde. Die A/B-Kennzeichnung am Propeller, muss mit der A/B-Kennzeichnung am Arm übereinstimmen.

Kein Video nach Kameraflug:

Wie unter dem Punkt Kamera beschrieben, sollte man während des Flugs hin und wieder die Aufnahme stoppen und neu starten.

Fazit

Ich bin von dem Syma X8 HG Quadcopter absolut überzeugt, nachdem ich mich ausreichend lange damit beschäftigt habe. Die Flugeigenschaften sind als sehr gutmütig und stabil zu bezeichnen. So stellt dieses Modell auch Anfänger vor keine allzu großen Probleme. Zudem ist er sehr gut verarbeitet und stabil, so dass bei kleineren Crashs kaum etwas kaputt geht. Selbst wenn es soweit kommt, kann man nahezu alles für wenig Geld austauschen. Profis kommen durch Erhöhung der Empfindlichkeit und entsprechende Modifikationen ebenfalls auf ihre Kosten.

Die Kamera liefert keine wirklich überragende Qualität ab. Das führt aber nicht zur Abwertung, denn ich erinnere: Das komplette Ready-to-Fly Set kostet gerade einmal circa 140 EUR. Da kann einfach nicht alles perfekt sein. Außerdem ist die Qualität im Vergleich zu günstigeren 2 MP Modellen sehr gut und lässt sich durch den Einsatz einer GoPro ggf. noch etwas verbessern. Manche haben auch einen Gimbal installiert, dazu gibt es zahlreiche Anleitungen und Tipps im Netz.

Insgesamt kann ich den Kauf empfehlen. Das Fliegen mit der Syma X8 HG macht sehr viel Spaß, die Empfindlichkeit und Steuerung kann den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden und die Kameraqualität ist für die Preisklasse sehr gut.