Reisebericht La Palma im November mit vielen Tipps, Bildern und Videos

Für meinen zweiwöchigen Resturlaub im November 2017, stellte sich die Frage, wie und wo ich diesen am besten verbringen sollte. Da es zu dieser Zeit in Deutschland oft kalt, regnerisch und dunkel ist, wollte ich auf jeden Fall woanders hin. Warm und sonnig sollte es sein, mit weniger als 6 Stunden Flugzeit. Zuerst dachte ich an Dubai, da es dort im November noch sehr warm ist. Für mich dann aber doch fast schon zu heiß und nicht passend zu meinen Aktivitäten. Ich wandere nämlich sehr gerne und eine Stadt und die Wüste sind dazu nicht unbedingt geeignet. Da ich schon einen Urlaub auf Teneriffa verbrachte hatte, entschied ich mich für die Kanaren. Die Auswahl ist groß, schließlich gibt es hier gleich 7 Inseln, die zur Auswahl stehen. Nach längerer Recherche, entschied ich mich für La Palma.

Warum? Nun, bei La Palma handelt es sich eher um einer der unbekannteren Inseln der Kanaren. Immer wenn ich jemanden erzählte, das ich nach La Palma fliege, wurde ich fragend angeschaut „Las Palmas, willst Du nach Gran Canaria?“. Nein, nicht Las Palmas die Stadt, sondern La Palma, die Insel. La Isla Verde, La Isla Bonita. La Palma ist touristisch weit weniger erschlossen, als die beiden vorgenannten Inseln Teneriffa oder Gran Canaria. Große Bettenhochburgen mit langen Sandstränden, findet man hier glücklicherweise vergeblich. Optisch erinnert La Palma ein wenig an ein Herz, im Norden etwas geschwungen, im Süden spitz zulaufend. Mit 700 km² ist La Palma eher eine der kleineren, spanischen Inseln. Die Ausdehnung beträgt etwa 47 km von Nord nach Süd und knapp 30 km von West nach Ost. Nicht wirklich viel im Vergleich zu den anderen Inseln.

Entstanden ist La Palma vor 20 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Dennoch hat sich im Laufe der Zeit eine grüne Insel mit zahlreichen Klimazonen entwickelt, sozusagen ein kleiner Minikontinent. Es gibt neben dem höchsten Berg der Insel, dem Roque de las Muchachos mit über 2400 Meter, um die Caldera de Taburiente, bei der es sich um einen riesigen Erosionskrater im Herzen der Insel handelt, zahlreiche hochalpine Erhebungen, auf denen im Winter auch Schnee zu finden ist. Man findet keine andere Insel auf der Erde, mit ähnlichen Erhebungen und der Roque de las Muchachos ist tatsächlich der höchste Inselberg weltweit. Die Caldera und südlichen Gebirgskämme (Cumbre Vieja und Cumbre Nueve) sorgen dann auch dafür, dass die Passatwolken aus dem Nordosten „festgehalten“ werden und dort abregnen. So sind im Nordosten urwaldähnliche Vegetationen entstanden, mit gigantischen Lorbeerwäldern und entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit. Dieses Biosphärenreservat wurde daher zuerst als UNESCO Weltkulturerbe erklärt, später dann zurecht auch die ganze Insel. Im Südwesten herrscht deutlich milderes Wetter und es regnet relativ selten. Hier wachsen in den höheren Zonen vorwiegend die kanarische Kiefer und auch Pinien. In den Küstenzonen sieht es dann wieder ganz anders aus. Hier finden sich Palmen, Drachenbäume und es herrscht subtropisches Klima. Es werden Bananen angebaut, Wein, Kartoffeln und vieles mehr. Entlang des Gebirgskamms Cumbre Vieja wiederum gibt es zahlreiche Vulkane bis über 1800 m Höhe. Teilweise sind die Schlackefelder sogar noch sichtbar, wie beispielsweise die bekannten Zopflavafelder des 1949 zuletzt ausgebrochenen Vulkans San Júan. Der jüngste Ausbruch ist gar nicht sooo lange her. 1971 spuckte der Teneguía zuletzt seine Lava aus und am Fuße des Vulkans kann man noch heiße Dämpfe aufsteigen sehen, wenn man genau hinsieht.

Man erkennt schon, solche verschiedenen Vegetationszonen bergen unendlich viele, abwechslungsreiche Wandermöglichkeiten! Jeder findet etwas, vom Spaziergänger bis hin zum Bergwanderer mit hochalpinen Ansprüchen. Ist das Wetter auf einer Seite „schlecht“, kann nach Durchfahrt durch den langen Tunnel, der die Ost- und Westseite trennt, auf einmal die Sonne scheinen.

Besiedelt wurde La Palma erst vor etwas über 2200 Jahren, wonach die üblichen Vorkommnisse folgten: Angriffe von Piraten, Eroberungsversuche durch andere Nationen, Emigration, Rückmigration, Wirtschaftskrisen. So ist viel traditionelles, handwerkliches Wissen fast verloren gegangen, wie beispielsweise das Töpfern oder Erzeugen von Produkten aus Seide oder die Flechtkunst. Glücklicherweise werden diese Handwerke noch in begrenzten Rahmen fortgeführt und das nicht, um Touristen damit anzulocken, sondern aus Überzeugung und Verantwortung gegenüber jahrhundertealten Traditionen.

Die Tierwelt ist, wie überall auf den Kanaren, überschaubar. Es gibt ein paar Vogelarten, Insekten und Reptilien, wobei mache nur hier auf La Palma zu finden und damit endemisch sind. Bei den Pflanzenarten ist es ähnlich. Je nach Klimazone, findet man bestimmte Baumarten oder Blumen vor, auch hier sind einige nur auf La Palma anssässig.

Heute ist La Palma mit nur 80.000 Einwohnern eine autonome Region Spaniens, dennoch gilt hier eingeschränkter EU Status und damit auch nicht die großzügigen EU-weiten Freigrenzen für die Einfuhr!

Der Tourismus startete auf La Palma in den 60ern und selbst heute ist die Isla bonita vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben. Es gibt zahlreiche deutsche Residenten, die hier ihren Lebensabend verbringen oder hierher ausgewandert sind, meist um sich selbständig zu machen

Was sollte man noch wissen?

Der Anbau von Bananen als Monokultur hat dazu geführt, dass viele Küstenregionen mit Bananenplantagen verbaut sind. Strände sind sehr rar.

Dank entsprechender Gesetze zur Vermeidung von Lichtverschmutzung, dürfen Laternen nicht nach oben Strahlen. Dadurch ist der Himmel sehr klar, man kann an vielen astronomischen Aussichtspunkten sehr gut die Sterne beobachten. Zudem finden sich beim Roque de las Muchachos über den Wolken viele, wichtige Teleskope zur Erforschung des Weltalls. Aktuell kann man diese leider nicht besichtigen.

Es finden oft spanische Feste „Fiestas“, teils mit spanischen, aber auch kubanischen Einflüssen, bedingt durch die Emigration und Migration, statt.

Hauptwirtschaftszweig ist neben dem Tourismus aber immer noch die Landwirtschaft, auch wenn die Weine und viele andere Produkte nicht wirklich weitreichend exportiert werden.

Die kanarische Küche ist einfach. Die typischen, kanarischen Runzelkartoffeln, die in Schale mit viel Salz gekocht werden und Fleisch, wie Schwein oder Ziege und Kaninchen, gehören beispielsweise dazu. Eintöpfe sind ebenfalls bei den Einheimischen sehr beliebt, auch gofio, ein aus verschiedenen Getreidearten gewonnenes, geröstetes Mehl. Auch Mojo kommt in der Küche oft zum Einsatz, eine Sauce mit Paprika, Knoblauch, Öl und Essig. Fisch wird entgegen den Erwartungen von manchen Touristen gar nicht so häufig verzehrt, da er nicht billig ist. Typisch kanarische Restaurants sind aber selten, da vermutlich die Touristen mit der kanarischen Küche nicht viel anfangen können.

Die Temperaturen auf der Insel schwanken je nach Höhenlage und fallen um 1°C pro 100 Meter. D.h. wenn es am Strand 25°C hat, kann es auf 2000 Meter Höhe richtig kalt sein, auch im Sommer! Ansonsten ist das Wetter das ganze Jahr über mild, ab Oktober kann es bis nach den Wintermonaten aber schon mal einige Tage regnen. Ich hatte nur einen einzigen Regentag im November!

Spanisch muss man auf La Palma nicht beherrschen, es wird auch Englisch und sogar Deutsch gesprochen. Da ich aber seit 3 Jahren Spanisch lerne, habe ich versucht, ausschließlich mit Spanisch auszukommen. Leider schwenken viele Kellner gerne auf Englisch oder Deutsch, wenn sie merken, dass man die spanische Sprache nicht so gut beherrscht. In abgelegeneren Regionen kann es aber sein, dass man sich dann doch auf Spanisch oder mit Händen und Füßen verständigen muss.

Tipp:

Streckenangaben sind mit Vorsicht zu genießen. 30 km sind in Deutschland oft in 15 Minuten zu bewältigen. Da es auf La Palma keine wirklichen Autobahnen und nur wenige zweispurige Straßen gibt, alle Straßen zudem fast ausschließlich in engen Serpentinen verlaufen, braucht man hier für 30 km gerne mal eine Stunde und mehr! Die Palmeros fahren sehr offensiv und dicht auf und halten sich kaum an Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das kann den ungeübten Fahrer stressen. Blinken im Kreisverkehr ist eher die Ausnahme und den Vortritt bekommt man beim Ausfahren aus einer Einfahrt so gut wie nie. Ich habe die palmerischen Autofahrer nur an Fußgängerüberwegen rücksichtsvoll erlebt. Sobald ein Fußgänger auch nur andeutet, die Straße überqueren zu wollen, legen sie dafür auch mal eine Vollbremsung hin.

Es gibt sicher noch mehr, aber ich möchte keinen Reiseführer ersetzen. Hier reichte mir der von Marco Polo aus,

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da ich zum Wandern zwei eigene Lektüren nutzte wie den Rother Wanderführer (Lag im Hotel aus)

und den Wanderführer von Irene Björdes aus dem Michael Müller Verlag.

Letzterer bietet, auch ohne den Wanderführer kaufen zu müssen, GPX Tracks aller Routen an, die mir sehr hilfreich waren. Es gibt die Möglichkeit, Rundwege zu absolvieren, aber auch die komplette Insel auf alten Wirtschaftswegen, teils entlang der Bergrücken zu erkunden, so dass man mehrere Tage unterwegs sein kann. Es ist somit für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei.

Vorbereitungen

Gebucht hatte ich etwa 8 Wochen vorher. Nur Condor und Air Berlin fliegen La Palma direkt von Frankfurt an und das nur Mittwoch oder Sonntag. Ansonsten muss man ggf.in Madrid umsteigen. Mit der direkten Variante ist man etwa 4:45 Stunden unterwegs. Wenn man ein wenig wartet und die Preise beobachtet, kann man schnell ein Schnäppchen machen, so zahlte ich mit 20 kg Freigepäck 291 EUR für Hin- und Rückflug.

Die Suche nach einer Unterkunft war schon schwieriger. Pauschalreisen gibt es so viele nicht, da die meisten Wanderer eine Finca anmieten, oft auch privat. Richtige Hotels finden sich eigentlich nur in Puerto Naos, weil es dort einen schönen, künstlichen Sandstrand gibt oder Santa Cruz und Los Llanos. Da es sich bei Los Llanos um die größte und zugleich wettermäßig am besten gelegene Stadt handelt, buchte ich dort im Hotel Eden für 2 Wochen vom 12.11.2017 bis 26.11.2017. Mit knapp über 500 EUR war der Preis recht günstig, wobei es man bei solchen Unterkünften keine Sternekategorien findet. Die Ausstattung ist sehr einfach, Fernseher auf dem Zimmer gibt es nicht und WLAN nur in der Lobby. Dafür ist der Service freundlich und die Zimmer sind sauber. Zudem kann man nach einem anstrengenden Wandertag gemütlich durch die Stadt schlendern, etwas Essen und Trinken gehen, ohne noch mit dem Auto fahren zu müssen. Für Selbstversorger bietet sich aber eher eine Finca an, denn dann kann man lokale Produkte vor Ort kaufen und selbst zubereiten. Von Los llanos aus kommt man sowohl per Auto, als auch per Bus überall gut hin. Da die Busse aber oft nur alle 2 Stunden verkehren, buchte ich bei PlusCar einen VW Polo für die gesamte Zeit, was mir auch die Transferkosten sparte. Auch hier war der Preis günstig, da es sich bei PlusCar um eine preiswerte, kanarische Autovermietung handelt. Insgesamt lag ich für 2 Wochen mit Mietwagen, Hotel und Flug noch unter 1000 EUR.

Damit man überall Informationen einholen kann und erreichbar ist, sollte man ein Handy dabei haben. Die EU Roaminggebühren wurden zwar aufgehoben, aber bei besonders großen Datenflats werden immer noch Zusatzgebühren fällig. Ich hatte noch aus meiner Malaga Sprachreise vom Mai 2017 einen Vertrag mit Drillisch, der neben 3 GB Flat in DE auch eine Datenflat von 1 GB für die EU bietet. Alles mit 9,99 EUR recht günstig.

Ansonsten kann man sich auch vor Ort eine preiswerte Prepaid-Karte besorgen.

Aus meiner Erfahrung beim Packen kann ich sagen, man sollte schon noch einige Kilo weniger als erlaubt im Koffer haben. Der ein oder andere Wein oder Rum will schließlich auch mit nachhause genommen werden. Ich hatte von einigen Dingen zu viel mitgenommen. Es reicht eine dicke Jacke und ein paar lange Sachen, aber schwerpunktmäßig sollte man das Zwiebelprinzip berücksichtigen: Kurze Sachen und etwas zum drüber ziehen. Als Jacke reichte mir eine einfache, dünne Windjacke und Funktionskleidung sollte ebenfalls nicht fehlen, da nichts unangenehmer ist, als ein nasses, verschwitztes Baumwollshirt unter einem Rucksack. Pflaster, Schere, Medikamente, Taschenlampe, ausziehbare Wanderstöcke, Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Wanderschuhe sollten ebenfalls nicht fehlen.

Tipp:

Die Wanderschuhe gleich anziehen, da sie schwerer sind als andere Schuhe, das spart Gewicht! Bei neuen Schuhen, dass Einlaufen nicht vergessen!

Bei Condor sind 20 kg Freigepäck zubuchbar. Die braucht man m.E. auch für 2 Wochen, besonders wenn man etwas mit zurück nehmen möchte. Dazu 6 kg Handgepäck inkl. einer zusätzlichen Laptop- oder Fototasche. Letzteres wurde nicht kontrolliert und ich lag beim Rückweg deutlich über 6 kg!

Ich habe die eingefügten Bilder ins FullHD-Format konvertiert und textlich passend platziert. Daneben befindet sich zu jedem Tag eine Diashow mit weiteren Bildern.

12.11.2017 – Ankunft

Meine Hin- und Rückflugzeiten waren optimal. Bei Condor ging es um 9:40 Uhr ab Frankfurt los. Also mit dem Auto nach Darmstadt und dann mit dem Airliner zum Flughafen. Dort regnete es stark und das Thermometer zeigte 5°C an. Besser konnte das Wetter nicht sein, Deutschland für ein paar Wochen zu verlassen. Nach der Ankunft galt es erst einmal, die Uhr eine Stunde zurückzustellen, da sich La Palma in einer anderen Zeitzone befindet. Vom Flieger ging es dann direkt weiter ins Parkdeck mit der der Autovermietung. Im Gegensatz zu den langen Schlangen bei dem bekannteren Autovermietungen, musste ich bei PlusCar überhaupt nicht warten. Eine richtige Übergabe gab es nicht, alles eher im ruhigen und legeren, palmerischen Stil. Der Tank war leider nur halbvoll, was ich nicht so gut fand. Schäden wurden nicht dokumentiert und zur Rückgabe sollte der Wagen einfach wieder abgestellt und die Schlüssel ins Handschuhfach gelegt werden, ohne abzuschließen! Palmerische Gutgläubigkeit? Andererseits, wo sollte man auf La Palma mit einem geklauten Auto auch hin? Verlassen kann man damit die Insel eher nicht.

Als ich aus dem Parkhaus fuhr, begrüßte mich erst einmal die Sonne. Ich hatte dummerweise lange Funktionsunterwäsche mitgenommen, die ich nicht einmal gebraucht habe. Also galt es erst mal einen Parkplatz anzufahren und mich umzuziehen.Blick auf Santa CruzDann ging es weiter die Serpentinen über 30 km nach Los Llanos. Die Fahrzeit dauerte dann auch gut 1 Stunde, ich hielt aber auch an einigen der zahlreichen Aussichtspunkte an, um die Ausblicke zu genießen. Es ist schon sehr beeindruckend, die tief im Tal hängenden Wolken von oben zu betrachten:AussichtspunktIn Los Llanos ist Sonntags sehr wenig los. Es gibt massig Parkplätze. Die blau gekennzeichneten sind gebührenpflichtig, meist von 9-14 Uhr und 16-20 Uhr an Werktagen und teilweise an Samstagen auch, an Sonntagen jedoch nicht. In der Straße, wo sich das Eden befindet, gibt es 2 Schotterparkplätze die kostenfrei sind. Außer Sonntags findet man dort aber kaum einen freien Platz. Nahezu immer konnte ich entweder in der Straße parken, in der sich das Stadion befindet, oder eine Ebene darunter auf dem Schotterparkplatz. Der besitzt zwar eine Schranke, aber er ist durchgehend geöffnet und die Schranke nicht aktiv. Auch wenn er etwas dunkel und wenig vertrauenerweckend aussieht, hatte ich dort beinahe keine Probleme oder Parkrempler, bis auf den letzten Tag. Dazu später mehr.Blick vom Hotel Eden in Los LlanosNach dem Einchecken blieb noch Zeit, die Stadt etwas näher anzuschauen.Blick vom Hotel Eden in Los LlanosLos Llanos ist mit 19.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Insel. Auf dem ersten Blick wirkt sie steril und verbaut, aber wenn man sich genauer umsieht, entdeckt man dennoch kanarische Architektur, teils auch sehr noble Villen der Plantagenbesitzer. Es gibt einen schönen Park mit dem Namen „Parque Antonio Goméz Felipe“, den der palmerische Künstler Luis Morea angelegt hat, mit interessanten Skulpturen, teilweise kombiniert aus Metall, buntem Mosaik und Vulkangestein. Die Markthalle bietet günstige Verpflegung und Sonntags gibt es auch einen Wochenmarkt in einer der Hauptstraßen. Der Plaza de Espana lädt zum Verweilen ein beim Cafe unter großen Lorbeerbäumen entweder direkt am Kiosk oder im Cafe Eden, dem ich aufgrund des besseren Kaffee und Frühstück nach einigen Tagen den Vorzug gab. Die am Platz befindliche Kirche „Iglesia de nuestra senora de los remedios“ aus dem 16. Jahrhundert beinhaltet einige, sehenswerte Kunstschätze und man kann natürlich auch einen spanischen Gottesdienst besuchen.

Da sonntags viele Restaurants geschlossen haben, entschied ich mich für die im Netz gut bewertete Pizzeria „El Geco Libero“ und ließ den Abend bei einem palmerischen Wein und einer leckeren Pizza ausklingen.

13.11.2017 – Erste Wanderung zum Einstieg und Rumprobe bei Destilerias Aldera

Ich hatte mir als Gelegenheitswanderer mit Sportschuhen extra ein paar Wochen zuvor Wanderschuhe gekauft. Online. Macht man eigentlich nicht, aber da ich noch Zeit für einen Umtausch hatte, fand ich die Idee gut. Es sollten wasserdichte Lederschuhe ohne viele Nähte sein. Soweit zur Theorie. Gekauft wurden sie eine Nummer größer und bei 2 Wanderungen und auf dem Weg zur Arbeit mit ca. 40 km Wegstrecke gut eingelaufen. Schmerzen hatte ich keine und ich kam gut damit zurecht. Dachte ich…

Die erste Wanderung sollte nicht zu anspruchsvoll sein. Gerade wenn man nicht so wandererfahren ist oder nur im Flachland wandert, können die hier vorherrschenden Steigungen schnell eine körperliche Grenze übersteigen. Nach einem Café con leche am Kiosk am Plaza de España, wählte ich spontan Tour 9 aus dem MM (Michael Müller) Wanderführer „Sechs Quellen und eine Gedenkstätte im Lorbeerwald“ mit ca. 8 km Wegstrecke bei aber schon anstrengenden 500 Meter Steigung. image1Die Wanderung startet im kleinen Ort San Pedro und führt mitten durch den Lorbeerwald und Maronenbäume. Diese waren wohl gerade reif und fielen auf den Boden. Bisher kannte ich Maronen nur vom Weihnachtsmarkt. Interessant, auch mal zu sehen, wie deren mit Nadeln besetzte Schale aussieht und das darin tatsächlich mehrere Maronen enthalten sind.image9Unterwegs begegnete ich einem alten Spanier mit einem Beagle auf Pilzsuche. Ich dachte zuerst fälschlicherweise, er sei auf der Suche nach Maronen. Das traf aber nur auf seinen Hund zu. Der liebt Maronen über alles und kaute darauf herum, wenn er welche fand. image5So war das die erste Gelegenheit, meine Spanischkenntnisse zu testen.

Man kommt an einigen Quellen vorbei und hat stellenweise wunderschöne Ausblicke auf die Küste.image7Aufgrund einer Regenkatastrophe fanden in den 50er Jahren dort zahlreiche Menschen den Tod. Am Schluchthang haben die Angehörigen zahlreiche Altäre aufgebaut mit allen möglichen Beigaben.image18Schon nach den ersten hundert Metern Steigung meldete sich meine Ferse. Leichte Schmerzen. Gut das ich meine neuen Stöcke dabei hatte. Ich besitze zwar schon recht gute Stöcke von Leki, die sind aber nicht zusammenschiebbar. Daher hatte ich mir Stöcke von Komperdell bestellt, die recht gut in diversen Testberichten abgeschnitten hatten. Der vollständige Name lautet „Komperdell Explorer Contour PL“.

Die Stöcke sind schon richtig vorgespannt, ansonsten braucht es einen Schraubendreher. Sowohl auf dem Weg nach oben, als auch nach unten, waren sie mir eine große Hilfe. Da ich zudem ein Problem mit dem Innenminiskus habe, musste ich am linken Knie eine Bandage tragen. Alles schon sehr riskant, wenn man vorher nicht mit solchen, körperlichen Problemen in den Bergen gewandert war. Zuhause kann ich ohne Bandage keine 20 Stufen die Treppe hinaufgehen, ohne höllische Schmerzen zu bekommen. Aber das Problem in dem Fall war ein übler Druck an der Ferse, der immer schlimmer wurde und die letzten km vor San Pedro musste ich barfuß laufen.

Kaum hatte ich meine Sportschuhe an, waren die Schmerzen vergessen. Nach einer kurzen Pause fuhr ich in Richtung Charco Azul, wo ein tolles Naturschwimmbecken sein soll. Unterwegs gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, an denen man zumindest bei der ersten Fahrt kurz pausieren und fotografieren kann. Das Schwimmbad erreichte ich schnell, es wurde aber gerade umgebaut oder renoviert und war abgesperrt. Sehr ärgerlich, hätte ich mich doch gerne etwas im Atlantik abgekühlt.

Aber ich hatte einen 2. Grund her zu kommen. Die Destilerias Aldea!

image22Diese liegt ein paar Meter weiter hinter dem Naturschwimmbecken. Dazu parkt man einfach an einer der Buchten an der Straße. In dieser Destillerie wird palmerischer Rum hergestellt und man kann sich die Produktionsstätte anschauenimage24und auch eine Rumprobe machen. Da ich eigentlich Whisky-Fan bin, wäre das normalerweise nichts für mich, aber seit kurzem wird dort auch Whisky hergestellt.image21Nur 2 Sorten, Grain und Blended, aber probieren und mitnehmen wollte ich davon schon etwas. Zunächst durfte man sich gegen 2 EUR Eintritt die Produktionsstätte ansehen. Dort war aber kein Betrieb, man sah nur die Maschinen zur Herstellung, ein paar Fässer und zahlreiche Infotafeln, insbesondere zum Stammbaum der Besitzer. Danach gab es die Rumprobe. Die 3 billigsten waren schon im Preis inbegriffen, für die teuren Sorten und den Whisky waren wieder jeweils 1,50 EUR fällig. Ich stellte aber fest, dass mir guter Rum pur auch schmeckte und nahm jeweils eine Flasche Rum Aldea Maestro (Lecker!) und eine Flasche Drago Grain Whisky mit (Gut trinkbar, aber kommt nicht an einen schottischen Single Malt ran). Für jeweils etwas über 20 EUR ein preiswertes Andenken. image25Danach wurde ich noch von der jungen Dame aus dem Verkauf zu einem Trinkgeld in die Kaffeekasse genötigt, aber sehr charmant.

Darauf lief ich noch ein paar Meter an der Küste entlang bis nach San Andres. Etwa auf halber Strecke befindet sich eine nach links versetzte Bank. Dahinter mündet ein Weg auf die anschließende Klippe, erst über dichtes Gestrüpp, dann eine halb eingestürzte, baufällige Brücke. image30Nachahmung auf eigene Gefahr! Der Weg lohnte sich aber, da man von dort aus einen tollen Blick auf die Küste und San Andres hat. image29Überall waren seltsame Holzbauten und Kräne, was ein wenig an ein Piratennest erinnerte. Es waren überall auch Gebäude zu finden und teilrenovierte Abschnitte, die wohl zum Naturschwimmbecken gehören, deren Bedeutung und Funktion mir sich aber nicht immer erschloss. Da ich gerne fotografiere und es genau das richtige Licht hatte, blieb ich recht lange dort und der schmerzvolle Schluss meiner Wanderung war vergessen.image27An der Stelle möchte ich auf das Foum „La Isla Bonita“ aufmerksam machen. Es handelt sich um das einzige, deutschsprachige Forum zu La Palma, wo man mir bei der Vorbereitung meiner Reise und den noch zu dummen Fragen immer geduldig Hilfestellung leistete. Meldet Euch dort an und tauscht Euch aus. Dort bekam ich dann auch von einer Mitgliederin, die in der Nähe wohnt den TIPP, NICHT das im Reiseführer empfohlene Restaurant zu besuchen, sondern das Rompecabos. Es liegt bei dem empfohlenen Parkplatz kurz vor der Destillerie rechts unten, wenn man gleich hinter einem Coca Cola Automaten abbiegt.

Dort speiste ich günstig den frischen Fisch des Tages mit kanarischen Runzelkartoffeln (In Meersalz lange gegarte, kleine Kartoffeln, die durch den hohen Salzgehalt an der Schale runzlig werden). Dazu wurde Brot und Mojo verde (Grüne Soße) gereicht. Für knapp 20 EUR ein sehr leckeres und empfehlenswertes, kulinarisches Schäppchen!image34Der Weg zurück dauerte bei 46 km 1 1/2 Stunden und es war leider schon stockfinster. Wenn man die Kurven nicht gewohnt ist, wird man so schnell zum Verkehrshindernis.

Und hier noch die Fahrt von Los Llanos nach Charco Azul mit meiner Dashcam:

14.11.2017 – La Cumbrecita und Tazacorte

Nach meiner letzten Wanderung, wollte ich mir heute nicht zu viel vornehmen. Als Einstieg in die Caldera eignet sich der Aussichtspunkt „La Cumbrecita“ perfekt. Nach einem Café con leche, der mir dieses Mal nicht so schmeckte, fuhr ich zum Besucherzentrum des Nationalparks. Dort sollte man sich erst einmal etwas Zeit nehmen, informieren und umsehen. Hier erfährt man alles über die Entstehung von La Palma, die Vegetation, Pflanzen und Tiere.

TIPP:

Um die kleine 3 km Runde „La Cumbrecita“ zu gehen, die recht anspruchslos zu laufen ist, sollte unbedingt vorher Online einen Parkplatz reserviert werden. Am Ausgangspunkt gibt es nur 16 Parkplätze und eine Schranke mit Aufseher hindert die Durchfahrt ohne Reservierung. Das ist online hier möglich. Wenn man eine Reservierung nicht wahrnimmt und auch diese nicht storniert, wird man für 1 Jahr gesperrt!

Ich hatte 2 Termine reserviert. Leider hatte ich die falsche Reservierung dabei, aber der freundliche Mitarbeiter druckte mir die richtige aus. Eine davon gibt man an der Schranke ab, die andere verbleibt oben im Auto. Der Abzweig zum Parkplatz befindet sich direkt vor dem Besucherzentrum und die Schranke kommt erst nach 1 km. Die Fahrt dauert etwas, da die wenigen Kilometer auf viele Serpentinen verteilt sind. Oben angekommen merkt man schon den Druckausgleich im Ohr.

Von hier aus starten zahlreiche Wanderungen wie z.B. auf dem Picu Benjenado. In dem Fall die schönere Variante mit höherem Schwierigkeitsgrad, die in Tour 2 des MM Wanderführers beschrieben ist. Beim Rother Wanderführer gibt es zusätzlich noch eine 2. Tour von einem anderen Platz, die weniger anstrengend, dafür aber mit nicht so schönen Ausblicken sein soll. Leider kam ich nicht dazu, eine der beiden Wanderungen zu absolvieren, dazu später mehr.

Die 3 km zu den verschiedenen Aussichtspunkten sind gut ausgeschildert und die Blicke in den Kessel der Caldera de Taburiente sind wirklich atemberaubend.P1110785Je nach Tageszeit, drücken sich die Wolken wie ein Wasserfall von oben in die Caldera. Ich sah zwar auch einziehende Wolken, aber dieses Schauspiel blieb mir vergönnt. P1110826Meist sollen die Wolken in der früh einziehen und am Abend wieder abziehen. Da meine Füße in den Wanderschuhen noch schmerzten, verwendete ich meine Laufschuhe.

Im Anschluss fuhr ich nach Tazacorte, um mir dieses kleine Städtchen anzusehen. Es gibt dort eine hübsche Kirche mit einem netten Platz davorP1110856und einige schöne, alte Häuser im kanarischen Stil. P1110883Auch das Bananenmuseum ist hier zu finden. Ich aber spazierte durch die Plantagen auf Entdeckertour Richtung Westen und stieß irgendwann an einen Aussichtspunkt, von dem aus man den Hafen von Puerto Tazacorte sehen konnte. Das Interessante war aber der etwa 100 Meter weiter unten liegende, wunderschöne Sandstrand. Da musste ich hin und der Abstieg mutete schon etwas abenteuerlich an. P1110896Schon nach ein paar Metern war der Weg durch einen Felsbrocken versperrt, den man überklettern musste, teilweise gab es ein Geländer aus alten Wasserrohren konstruiert, nichts davon wirklich vertrauenerweckend, aber das war ich ja schon gewohnt. Das Ziel entschädigt aber und der Strand inklusive zugehörigem Sonnenuntergang gehörten mir ganz alleine. P1120003Nur ab und zu schauten oben ein paar Menschen vorbei, die den Abstieg scheuten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Palmeros an den Wochenenden hierher kommen, da sie dann unter sich sein dürften und die Spuren deuteten darauf hin, dass hier auch mehr Betrieb denkbar ist. Für mich war das auf jeden Fall einer meiner Lieblingsplätze!

Nach Sonnenuntergang besuchte ich das Restaurant „Tasquina“ Tazacorte, dass sich in einer Art Galerie unterhalb der Fußgängerzone befindet. Von dort hat man einen sehr schönen Blick aufs Meer und die bestellte Schweinelende war sehr lecker.

15.11.2017 – El Paso und das Seidenmuseum, Las Manchas und die Salinen mit Leuchtturm

Heute probierte ich das Cafe Eden aus. Schließlich gehört es ja direkt zum Hotel. Was soll ich sagen? Der Café con leche schmeckt hier deutlich besser und die Croissants sind wirklich frisch und nicht so zäh wie am Kiosk. Sorry, aber ab jetzt bleibe ich beim Eden. Schade nur, dass es die leckeren Süßigkeiten zum Frühstück erst ab 9 Uhr gibt, da die vom hiesigen Bäcker gebracht werden.

Ich war noch auf der Suche nach Mitbringseln. Bisher hatte ich ja nur etwas für mich. Da es in El Paso ein Seidenmuseum gibt, führte mich mein Tagesausflug heute zunächst dorthin. El Paso selber ist auch ein nettes, kleines Städtchen, oberhalb von Los Llanos und damit wettertechnisch etwas frischer.

Hier wird der Alltag generell vom Kunsthandwerk bestimmt, es gibt also mehr zu sehen, als nur das Seidenmuseum. Die neue Straße führt nur kurz durch El Paso bis nach Los Llanos. Mehr sieht man, wenn man die alte Verbindungsstraße nutzt, die auch meine Navigation vorzog.

Nach etwas Sightseeing in El Paso, besuchte ich also das Seidenmuseum, indem man alles über den Weg der Seide nach La Palma erfährt, die alten Routen und die Tradition an sich, sowie viele Ausstellungsstücke bewundern kann. P1120035Besonders hervorzuheben ist auch die deutsche Führung, in der das Handwerk genau erklärt wird, von den alten, noch in Betrieb befindlichen Webstühlen, bis hin zur Gewinnung der Seide aus Raupenkokons,P1120045 die hier in El Paso hergestellt wird! Es war unglaublich zu erfahren, wie aus feinen Einzelfäden der Kokons, durch „Verdrallung“ sehr vieler davon ein einziger Faden entsteht und wie aufwändig das Ganze ist, auch der Prozess der Färbung mit natürlichen Rohstoffen wie z.B. das Blau durch Verwendung von speziellen Läusen. P1120050Auch die Rohstoffe und daraus gewonnenen Farben wurden vorgestellt. Leider bekommt man einen Seidenschal nur auf Bestellung und selbst die kleinen Minischals, die zu verkaufen waren, kosteten einige 100 EUR. Nahezu unbezahlbar, möchte man ein großes Seidentuch.

Auf dem Weg zum Auto stieß ich auf den Souvenirladen „La Sorpresa“, der von einem deutschen Besitzer betrieben wird, der seit fast 30 Jahren hier lebt. Dort gibt es keinen Nepp, sondern wirklich palmerisches Kunsthandwerk zu kaufen. Einen palmerisches Seidentuch fand ich zwar nicht, aber zumindest eines, welches hier mit Ware aus einem anderen Land hergestellt wurde. Immerhin. Dazu Zigarren und diverse andere Mitbringsel.P1120340Weiter ging es nach Las Manchas. Dort wollte ich das Weinmuseum besuchen. Heute war Museumstag 🙂 Dort kann man sich für 2 EUR über die Weinherstellung auf La Palma informieren. P1120130Auch das war sehr interessant, besonders, wie die Palmeros im Süden den trockenen Bedingungen trotzen und Wein in den Lavafeldern anbauen. Die Reben sind nicht sehr hoch und zum Schutz vor Wind und Wetter, jeweils von Vulkansteinmauern umgeben. Direkt am Fuße des Tenguía sind diese Felder zu finden. Auch im Norden wird in den Küstenregionen Wein angebaut und der Geschmack ist entsprechend unterschiedlich. Interessant ist auch, dass auf La Palma ausschließlich die alten, bei uns nicht mehr effizienten Methoden zur Anwendung kommen. Die vorsinnflutlichen Weinpressen aus Holz, die man hier belächeln würde, finden auf der Isla Verde nach wie vor Anwendung. Ich durfte ein paar Weine probieren und nahm einige Flaschen mit: Einen mit Wein aus der Negramoll-Traube und auch einen Tenguía. Nicht nur zum Mitnehmen, sondern zum hier trinken, auf dem Zimmer.

Unterhalb des Museums befindet sich ein weiterer Park des Künstlers Luis Morera, der Plaza la Glorieta. Ein kleiner, aber überaus schöner Platz, der durch Böden aus Mosaik beeindruckt und Skulpturen, deren Form man Live sehen muss, da sie nicht wirklich so zu beschreiben sind, dass man sie sich vorstellen kann. P1120122Ein „Wächter“ erklärte den Leuten, er sei dafür zuständig, den Platz zu erhalten. Viele Leute würden Teile der Mosaike entwenden und der Ersatz wäre sehr kostspielig. Der Mann konnte sehr gut Deutsch, war mir dann aber doch suspekt, als er mich auf eine Liste zu einer kostenpflichtigen Tour aufschreiben wollte. Aufdringlich war er aber nicht. Ich genoss den schönen Park und fuhr dann weiter zu meinem nächsten Ziel, den Salinen und dem alten Leuchtturm El Faro.P1120184Das war nicht weniger interessant. Bei den Salinen kann man gut parken, Platz ist ausreichend vorhanden. Es gibt einen Rundgang durch die Salinen, bei dem immer wieder Schautafeln über die Salzgewinnung informieren.

Man kann auch den Arbeitern bei der Bedienung der Maschinen zur automatischen Verpackung zusehen. P1120197Später ging ich noch ganz hinunter bis an die Steilküste. Man muss dazu etwas über die Lavasteine und Felsen klettern, aber es lohnt sich. Schaut man an den Felsen hinunter, kann man lauter Krabben sehen, wie sie daran herumkrabbeln. P1120283Zum Abschluss setzte ich mich auf die Terrasse des Restaurants (Oben ist das Cafe, unten das Restaurant) und genoss einen Café con leche und eine tarta de chocolate, einen vorzüglichen Schokoladenkuchen. Danach besorgte ich mir noch im Laden darunter ein paar Minipakete mit Fleur de Sel, damit ich dieses urtypische Salz auch zu Hause genießen kann.

TIPP:

Auf dem Rückweg machte ich kurz hinter der Bodega Tamanca halt. Ein paar Meter weiter kann man auf die Dachterrasse einer Hausruine steigen und wunderbar den Sonnenuntergang genießen!P1120331

Am Abend gab es wieder Pizza von „El Geco Libero“ allerdings „para llevar“ im Pappkarton, wozu ich dann auf dem Zimmer ein Glas des Tenguía verkostete. P1120341Korkenzieher und Glas ersteigerte ich in Los Llanos im Laden „Rocasa“ für ein paar EUR, damit es auch im Zimmer stilgerecht zugeht. In meiner Sturm- und Drangzeit, hatte man ja noch den Korken in die Flasche gedrückt und aus derselbigen getrunken.

16.11.2017 – Die große Caldera Runde mit La Fontada – Eindeutig zuviel!

Am Anreisetag hatte ich einer Schweizerin bei der Suche nach ihrer Unterkunft geholfen. Sie war auf einer Bikertour unterwegs, wollte aber auch mal wandern. Also verabredeten wir uns auf eine Wanderung am heutigen Tag in der Caldera.

TIPP:

Vorher besorgte ich mir noch ein Bocadillo für die Wanderung in der Markthalle in Los Llanos. Das kostet selbst mit mehreren Belägen nur 2 EUR und ist extrem reichhaltig!

Das Schuhproblem schien gelöst. Meine Wanderschuhe saßen schmerzfrei.

Im Netz fand ich zwei gute TIPPS:

Sitzen Wanderschuhe nicht richtig und scheuern an der Ferse, kann man eine sog. Flaschenzugbindung anwenden. Die letzten beiden Ösen werden nicht überkreuzt, sondern einfach auf derselben Seite weiter geführt, dann aber die Schnürsenkel selber überkreuzt. Dadurch wird der Fuß stärker in den Schuh gepresst und sitzt besser. Dazu kann man bei scheuernden Stellen auch 2 Paar Socken anziehen, dann reibt Socke an Socke. Bei mir half das zunächst und ich blieb schmerzfrei. Dennoch nahm ich zur Sicherheit meine Laufschuhe mit.Das war kein Fehler, wie sich noch erweisen sollte.

Der Start befindet sich auf einem Parkplatz den man erreicht, wenn man in Los Llanos am Stadion vorbeifährt. Dort zweigt eine Straße in Richtung „Nationalpark Caldera“ ab. Dieser folgt man, bis man nach etwa 8 km auf einen Parkplatz gelangt. Der ist nicht zur verfehlen, weil dort schon eine Menge Taxis auf Touristen warten. Eine deutsche Dame war für das Befüllen der Taxis zuständig. Gleich wurde uns ein Großraumtaxi zu dritt für 17 EUR pro Person angeboten. Im Wanderführer war aber von etwa 12 EUR die Rede. Nach Protest meiner Bekannten, erklärte man uns, das der Preis 51 EUR pro Fahrt betrage, egal wie viele Leute mitfahren. Also warteten wir, bis wir zu viert waren. Eine Paar aus Sachsen gesellte sich dazu und schon kostete die Fahrt 12,50 EUR pro Person. Wieder 10 km mit dem Taxi die Serpentinen hoch zu „Los Brecitos“. Diese Wanderung verlangt einem schon etwas ab, ist aber die Beliebteste wegen der vielen tollen Blicke in die Caldera, P1120343zudem wandert man im Flussbett („Barranco de las Angustias“ – Wenn es regnet, niemals dort hineingehen, denn dann kann in kürzester Zeit ein reißender Fluss entstehen, wenn die Regenfälle abfließen!) und kann auch den in bunten Farben schillernden Wasserfall „Cascada Colorado“ bewundern, der seine Farbe dem eisenhaltigen Wasser verdankt. Man kann am Zelt- und Rastplatz auch im Fluss „Rio Taburiente“ baden, wenn man möchte. Insgesamt muss man 12 km laufen und braucht, wenn man sich nicht stressen will, locker 6 Stunden. Der Aufstieg ist mit 95 m recht anspruchslos.

Am Zeltplatz trafen wir die beiden Sachsen, die noch zum Aussichtspunkt „Hoyo Verde“ wollten, der zwar nur 3 km entfernt ist, aber mehr als 300 Höhenmeter beansprucht. P1120401Meine Bekannte wollte auch mit und riet mir, als weniger erfahrenem Wanderer, doch besser auf sie zu warten. Ich wollte nicht hören und folgte etwas später. Bevor man zum „Hoyo Verde“ kommt, erwartet einen die Quelle „La Fontada“ etwa auf halbem Weg. Gleich nach den ersten paar Metern Steigung kam der Schmerz wieder. Ich musste die Schuhe wechseln. Die Steigung war heftig und Trittsicherheit war extrem wichtig, da es rutschig war und links und rechts steil hinab ging.P1120422Ich rutschte demnach auch immer wieder aus, ohne Stöcke wäre der Aufstieg nicht machbar gewesen. Da ich ziemlich langsam war, kam mir die Schweizer Kollegin schon entgegen, konnte mich aber nicht zur Umkehr bringen, da sie auch bei der Quelle kehrt gemacht hatte. Ich wollte wenigstens noch ein Ziel erreichen, den Mirador „La Fontada“. Das schaffte ich dann auch und die Aussicht war spektakulär.Zwei junge Engländer waren auch dort und trockneten ihre Sachen. Auch sie kehrten wieder um. Ich tat es ihnen gleich, meine Kondition reichte nicht mehr und der Abstieg war heftig mit Turnschuhen. Ich kam heil bis zum Rio Taburiente. Da meine Bekannte schon länger dort wartete, wollte sie gleich weiter, ich brauchte aber eine Pause.Ich zog ein paar Socken aus und probierte es nur mit den Laufsocken in den Wanderschuhen. Es ging wieder schmerzfrei, was sicher auch daran lag, das der Abstieg weniger auf die Ferse drückte, immerhin fast 1000 m. Hier gibt es dann auch mehrere Varianten. Man kann im Flussbett wandern, darüber, oder man wechselt die Lage. Bei dem bunten Wasserfall traf ich die beiden Sachsen. Wir hatten das gleiche Gehtempo und gingen den Rest zusammen zurück bis zum Parkplatz, nicht ohne sehr schöne, wunderschöne Eindrücke zu bekommen. Eine der schönsten Wanderungen, die ich bisher erleben durfte. Am Auto entdeckte ich einen Zettel am Scheibenwischer. Meine Bekannte wollte nach 2 Stunden Wartezeit nicht mehr länger warten und ging zu Fuß nach Los Llanons. Naja, mit einer Schweizer Bergziege kann ich natürlich nichg mithalten. Dort gehört Bergwandern zum Alltag. Wobei die 2 Stunden mir etwas viel vor kamen, sie musste wohl zurück gejoggt sein.

Ich war auf jeden Fall total platt nach fast 15 km, aber hatte auch tolle Fotos im Gepäck, die mir die Anstrengung wert waren.

Ich schaffte es gerade noch, mich zu duschen, umzuziehen und im Restaurant Don Escaldón, einen freien Platz auf der Dachterrasse zu ergattern. Dort gönnte ich mir ein leckeres Solomillo (Einfach ein Rinderfiletsteak) mit einem kalten Bier. Ein empfehlenswertes Restaurant, auch der etwas leger gekleidete Kellner, der unzählig viele Sprachen spricht und viel Humor hat, trug nicht unwesentlich zum gelungenen Abend bei.

17.11.2017 – Wanderfrei: Santa Cruz und Las Nieves

Heute hatte ich genug vom Wandern, vorläufig, bis zum nächsten Extrem (Dazu später mehr). In Los Llanos regnete es doch tatsächlich ein wenig. Eigentlich sollte es dann im Nordosten noch mehr regnen. Dennoch entschied ich, Santa Cruz einen Besuch abzustatten. Gerade bei etwas Bewölkung ist ein Stadtbummel viel angenehmer. Ein Parkplatz ist recht schnell zu finden, es gibt zahlreiche, markierte Parkplätze bevor man in den Ort kommt. Man muss nur bereit sein, etwa 10 Minuten zu laufen.

So gelangte ich direkt auf die „Calle O´Daly“, die geschäftige Fußgängerzone. P1120608Ich startete mit einem Café con leche in einem Straßencafe und schaute dem Treiben erst einmal zu, das wegen der Ankunft der „AIDA“ heute extrem war. Es waren sehr viele Touristen unterwegs. Dann ließ ich mich einfach treiben, schaute mal hier, mal dort,P1120688machte ein paar Fotos und prüfte nur ab und an im Reiseführer, ob nichts wichtiges fehlte. P1120666Gegen Mittag machte ich in der Bodega „La Parranda“ halt und probierte den Mittagstisch. Die beiden Deutschen neben mir am Tisch ließen gerade ihr Bier zurück gehen. Als ich meins bekam, wusste ich warum: Es war sauer und ich tauschte auch um gegen Flaschenbier. Wir Deutschen sind da halt sehr empfindlich, die Palmeros störte das nicht weiter und nippten genüsslich an ihren Gläsern. Das Essen für 7 EUR samt Suppe, Brot und Getränk war allerdings sehr lecker. Es gab eine Fischsuppe und als Hauptspeise Thunfisch. Alles schmeckte sehr gut und so kann ich die Bodega La Parranda weiter empfehlen.

Gestärkt setzte ich meine Fotosession fort, schaute mir ein paar Kirchen an, alte Gebäude in kanarischem Stil, P1120641diverse schöne Plätze,P1120725die Markthalle, P1120646ging zum Hafen und besuchte auch den neuen, künstlichen Stadtstrand, für den ein großer Parkplatz weichen musste. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf Santa Cruz.P1120762Ich gönnte mir noch einen Baraquito im „El Café de Don Manuel“.P1120769In dem ehemaligen Gebäude einer Schifffahrtslinie sitzt man im Innenhof unter riesigen Farnen. P1120767Ein Erlebnis, genau wie der Baraquito (Ein Getränk aus Kaffee, Milch, Mandellikör und anderen Zutaten) und die Schokoladentorte. Lt. Google soll das Cafe erst um 17 Uhr öffnen. Man sollte allerdings nicht darauf achten, denn als ich dort war, zeigte meine Uhr nicht mal 16 Uhr an.

Ein besonderes Augenmerk verdienen die schön bepflanzten Balkone in der „Avenida Marítima“, der Straße direkt am Strand. Gepflegt werden sie fast alle von einem Deutschen Einwanderer, der sich selbst „Chico de los Balcones“ nennt und schon einen Auftritt im WDR bei einem Reisebericht über La Palma hatte.P1120741Er hatte Zeit für einen kurzen Plausch zur Pflanzenpflege und ließ sich auch bereitwillig fotografieren.

TIPP:
Den 90 Minütigen Reisebericht vom WDR findet man bei YouTube im Netz oder in der Mediathek des WDR. Unbedingt vorher anschauen.

Einem Tipp aus meinem Reiseführer folgend, besuchte ich noch die „kleine“ Kapelle „Las Nieves“ die der Schutzpatronin der Seefahrer gewidmet ist. P1120813Die Kapelle ist wunderschön eingerichtet, schöner als manche Kirche. P1120809Als ich dort war, begann gerade ein kurzer Gottesdienst, dem ich bis zum Schluss beiwohnte. Diese Zeit der Besinnung war sehr schön und kann ich nur empfehlen. Wer möchte, kann danach noch gegenüber den Berg hoch laufen und ein leuchtendes Kreuz bewundern, dass zum Ort dazu gehört und symbolisch Orientierung geben soll.P1120814Da ich es langsam angehen wollte, reichte mir der kleine, aber sehr schöne Stadtbummel im gemütlichen Santa Cruz, das mir deutlich besser gefällt als Los Llanos. Auch der Besuch der heiligen Stätte war ein empfehlenswertes Erlebnis. Der Abend gehörte wieder einer Pizza aus dem Karton und einem palmerischen Wein auf dem Hotelzimmer.

18.11.2017 – Extreme Fortsetzung: Die Vulkanroute „Ruta de los Volcanes“

Eines gleich vorweg: Viele gehen die Vulkanroute nur bis zur Hälfte und dann wieder zum Ausgangspunkt „El Pilar“, oberhalb von El Paso, zurück. Es handelt sich dabei nicht um eine Rundwanderung, sondern um eine Streckenwanderung über nahezu 17 km. Mein Plan war zunächst, ebenfalls nur die Hälfte zu gehen. Selbst meine Schweizer Bekannte, lief mit ihren Wanderbekanntschaften am Tag zuvor nur die halbe Route. Als besonderes Highlight, wollte ich dann in einer Rundwanderung den Pico Birigoyo besteigen. So kann man dann unterhalb dieses Berges die Vulkanroute wieder zurück gehen. Leider war der Aufstieg gesperrt, so dass ich nur die Wahl hatte, die Vulkanroute zur Hälfte und auf dem gleichen Weg zurück zu laufen.

Bei El Pilar handelt es sich um einen Zeltplatz mit Wasserversorgung, der an den Wochenenden ausgiebig von den palmerischen Familien für Grillausflüge genutzt wird.

Die Fahrt vom Besucherzentrum der Caldera dorthin könnt Ihr in meinem Dashcam-Video nachverfolgen:

Wenn man von El Paso her die langen Serpentinen dorthin geschafft hat, geht man auf der rechten Straßenseite einfach der Beschilderung nach, da diese Route eine der bekanntesten auf La Palma ist. Alljährlich findet dort seit 2009 die Transvulcania statt, ein mehr als 70 km langer Lauf über die gesamte Vulkanroute bis hin zum „Roque De Las Muchachos“ und von dort bis nach Los Llanos. Ein extrem anspruchsvoller Lauf, vor allem mit Laufschuhen durch sehr schwieriges Gelände.P1120829Wo wir wieder bei Schuhen wären. Die Hälfte bis kurz vor dem „Mirador De Las Deseadas“ schaffte ich in den Wanderschuhen. P1120875Die Ferse meldete sich wieder und ich wechselte die Schuhe. Vom „Mirador De Las Deseadas“ hat man herrliche Blicke rund um die ganze Insel, wenn nicht gerade Nebel in der Luft liegt. P1130006Ich hatte leider einen sehr nebligen Tag gewählt und die Sicht wechselte ständig zwischen wenige Meter und deutlich mehr. Hier wäre auch die Stelle zum umkehren gewesen und ich dachte mir, das ich dann auch den Rest noch schaffe. Die Entfernung ist ja dieselbe, nur ist ab der Hälfte ein Abstieg von 1440 m!!! zu bewältigen, teils aber in weichem Sand. Ich stellte mich der Herausforderung und konnte die letzten Kilometer auch wieder mit den Wanderschuhen laufen, merkte aber am Knöchel, oberhalb des rechten Zehs, einen starken Schmerz.

Scheinbar drückte dort die Niete der Öse von innen an den Fuß, obwohl diese auf der anderen, schmerzfreien Seite, genauso angeordnet war.

Unterwegs wurde ich ständig von Krähen begleitet, die extrem groß und anhänglich waren. Sogar vor meinen Stöcken machten sie nicht halt. P1120834Als ich bei einer Rast mein Bocadillo auspackte, flogen sie immer wieder nah an mich heran. Vielleicht warteten sie auch einfach nur, ob ich tot vor Erschöpfung zusammenbrach, um sich über meinen leblosen Kadaver herzumachen.

Unterwegs gab es viele Vulkane zu überklettern und zu bestaunen, besonders eindrucksvoll war der Sant Martin, auf den manP1130068hinnauf oder in dessen Krater hineinsteigen konnte. Trotz Nebel gab es immer wieder tolle Ausblicke.P1130069
Die Tour wahr zweifelsohne anstrengend und als ich in Fuencaliente ankam, fand ich am Taxistand gleich ein Sammeltaxi vor, dass mich ganz alleine für 37 EUR + Trinkgeld zum Ausgangspunkt El Pilar zurückbrachte. Bedenkt man die Fahrzeit von 45 Minuten, ist das ein fairer Preis. Ich selber war fast 7 Stunden unterwegs, lange Pausen, Schuhwechsel und viele Fotos eingeschlossen.P1130073So ähnlich muss man sich wohl fühlen, wenn man eine Etappe des Jakobswegs geschafft hat: Total fertig mit der Welt, aber auch stolz auf die eigene Leistung!

Im Hotel angekommen, war ich wieder bei Kräften, um mich für ein Abendessen in den schönen Innenhof im „El Hidalgo“ zu setzen. Die Besitzerin ist eine Deutsche und sehr aufmerksam. Obwohl ich ganz alleine im Garten saß, wurde immer wieder nach meinem Befinden geschaut und gefragt, ob ich noch zufrieden bin. Auch hier wählte ich Schweinelende und das Essen war dieses Mal extrem lecker und damit der kulinarische und verdiente Höhepunkt des Tages!

19.11.2017 – Slow Down auf dem Flohmarkt in Argual, Puerto Tazacorte und El Remo

Heute wollte ich es wieder langsam angehen lassen. Sonntag ist ja schließlich ein Ruhetag und in Argual war Flohmarkt und Wochenmarkt in Los Llanos.P1130097Dort besorgte ich mir frisches Obst wie Bananen, Orangen und Papayas. Der Flohmarkt ist auf dem großen „Dorfplatz“ von Argual und damit eigentlich auch schon alles, woraus die Ortschaft besteht, umrahmt von ein paar Häusern.P1130098Dort gibt es Kunsthandwerk, frischen Mojito mit Rum aus Aldera,P1130147Second Hand Waren und auch ein wenig Nippes, den man nicht wirklich braucht. Das Highlight findet sich in der Glasbläserwerkstatt „Artefuego Taller De Vidrio Soplado“. P1130141Inhaber sind die Auswanderer Dominic Kessler und der Pole Wladyslaw Gozdz. Beide sind ausgesprochene Experten auf ihrem Gebiet. Sie vereinen Lavagestein mit Bleikristall, was sicher einmalig auf der Welt ist! Jeden Sonntag ab 10 Uhr stellen sie ihre Künste im Rahmen von Demonstrationen Live zur Schau. P1130136Dabei kreieren sie verschiedene Werkstücke, die man dann auch gleich darauf recht günstig im angeschlossenen Laden erwerben kann. Kommt man unter der Woche ist auch Zeit für ein Gespräch und man kann sich den Laden von 10 Uhr bis 14 Uhr in Ruhe ansehen. P1130127Nach einer Runde über dem Flohmarkt und einem Mojito, machte ich mich auf den Weg zurück nach Los Llanos zum Antonio Gómez Felipe Park. Richtig, DER Antonio Gómez Felipe, der sich schon in Las Manchas verewigt hat. Getreu seinem Motto, verschiedene Materialien zu kombinieren, wie Metal und VulkangesteinP1130172oder auch Mosaike P1130203bzw. Pflanzen, wurde hier ein sehr schöner, kleiner Park geschaffen, in dem man prima entspannen und sich dabei seine schönen und interessanten Kreationen anschauen kann.P1130229Es gibt eine kleine Grotte, einen Wasserfall,interessante MülleimerP1130200und selbst bei den Toiletten hat man das Konzept des Parkes bedacht. Einfach toll!

Im Anschluß ging es mit dem Auto weiter nach Puerto Tazacorte, das einmal ganz groß sein wollte. Deswegen wurde dort ein riesiger Hafen gebaut mit Anlegestellen für Schiffe der Kategorie Aida. P1130305Daraus wurde aber aus verschiedenen Gründen nichts und so ist der Hafen ungenutzt, nur die Anlegestellen für private Boote sind gut besucht. Hier liegen eine ganze Menge Luxusyachten und ein Rundgang lohnt sich. P1130320Auch über und unter dem Hafen für Kreuzfahrtschiffe. Architektonisch wirkt die Konstruktion aus eckigen und runden Betonstützen schon sehr futuristisch. P1130303Man trifft hier viele Walker und Jogger, da man genug Freifläche zum Bewegen hat. Nicht umsonst hat ein großer Sportschuhhersteller hier eines seiner Werbevideos gedreht.

Darunter findet sich der Strand vom Puerto Tazacorte, der einige 100 m lang ist. Zuerst der FKK Bereich und weiter hinten am Ort, wo sich der alte Hafen befindet, der Bereich für bekleidete Urlauber. Man kann Liegen mieten, an der kleinen Promenade essen, ganz so wie in anderen Urlaubsregionen. P1130256Aber es fehlen die Bettenhochburgen. Es gibt nur ein paar Straßen, ein großer Platz mit einer verkommenen und ungenutzten Art Arena, sowie wenige mehrstöckige Häuser, in denen man Apartments mieten kann. P1130270Parkplätze sind ausreichend vorhanden, die Sonntags sehr rar sind. Dann fährt man gleich vor dem Hafen rechts hoch, Richtung Tijarafe und nach 100 m rechts auf einen Schotterparkplatz gibt es ausreichend Stellplätze. Mit einem riesigen Becher Eis von der Eisdiele „Heladeria La Dolce Vita“ setzte ich mich dort eine Weile hin und ließ die Stimmung auf mich wirken.

Zum Tagesabschluss wollte ich frischen Fisch in einem der Kioske in El Remo zu mir nehmen. Bei El Remo handelt es sich böse ausgedrückt um eine Art Barackensiedlung. Ein kleiner Ort, weiter im Süden. Geteerte Straßen sucht man hier vergeblich. Es gibt nur einige aufgeschüttete Kieswege. Früher standen dort 3 behelfsmäßige Kioske, in denen man frischen Fisch zu günstigen Preisen mit herrlichem Blick aufs Meer bekommen konnte. Man ahnt es schon, die Baubehörden verordneten den Abriss und so war das „Idyll“ zerstört. Später wurden, weiter zur Küste hin versetzt, neue und moderne Kioske gebaut, in denen man weiterhin frischen Fisch bekommt. Einer davon soll von einer alten Dame geführt werden, die oft mit einer Zigarre im Mund anzutreffen war. Keine Ahnung, ob es die noch gibt und ich hatte es auch auf den Kios „El Charco“ abgesehen. P1130357Dort bekam ich tatsächlich einen riesigen, frischen Fisch, auf den Punkt genau gebraten und leckeres Bier. Den Sonnenuntergang gab es danach gratis dazuP1130341und ein schöner, wenig anstrengender Tag neigte sich zu Ende.

20.11.2017 – Roque de las Muchachos mit Abstecher zu den Teleskopen und Pico de las Nieves + „kleines“ AddOn

Die Nacht war kurz. Sonntag wurde gefeiert in Los Llanos. Im Stadthotel Eden war es trotz geschlossener Fenster laut und meine Nacht dauerte nur ein paar Stunden. Heute sollte es zum Roque de las Muchachos gehen und das ziemlich früh, da es dort nur eine handvoll Parkplätze gibt und wer zuerst kommt…Auf den café con leche im Café Eden musste ich verzichten. Das hatte so früh noch nicht geöffnet. Dafür aber die Markthalle in Los Llanos, sogar schon ab 6 Uhr. Ich wählte ein Bocadillo mit Chorizo und Agavenpaste, jedenfalls habe ich das so ähnlich in Erinnerung, auch, dass mich der Verkäufer fragend ansah und meinte, ob ich das wirklich alles auf EINEM Bocadillo möchte und nicht vielleicht doch 2?

Kurz nach 6 Uhr war ich dann auch schon auf der Piste. Am Mirador El Time machte ich kurz Halt, um den Sonnenaufgang zu bestaunen und zu fotografieren.P1130378Dann noch die schnell die Dashcam befestigt, die schon einige Male her halten musste. Schließlich wollte ich die Fahrt zum höchsten Berg der Insel auch auf Video festhalten.

Es ging erst ewig lange auf der LP1, bis ich dann die Auffahrt, die LP4, erreichte. So langsam machte mir das Fahren in den Kurven Spaß und ein kleiner VW Polo tut dazu sein übriges, da man ja nur den 1. bis 3. Gang braucht und der bis dahin noch recht gut beschleunigt. Oben angekommen, war ich tatsächlich der erste und hatte einen traumhaft schönen Ausblick. P1130402Ein bisschen Laufen musste aber schon sein, denn es gibt noch 2 schöne, natürlich angelegte Aussichtsplattformen, die über einen befestigten Weg zu erreichen sind. Weit ist es bis dahin zwar nicht, aber der Weg ist ungesichert und es geht daneben steil bergab. Da ich selber wenig schwindelfrei bin, stand ich ungelogen fast 30 Minuten davor und überlegte, bis ich dann nach dem Motto „Augen zu und durch“, die kurze Strecke hinter mich brachte. P1130448Natürlich mit meinen Wanderschuhen und trotz Schmerzen. Auch hier verfolgten mich die Krähen auf der Suche nach Futter. Die Aussicht belohnte meinen Mut, denn der Blick hinein in die Caldere de Taburiente war grandios.P1130432Da es trotz früher Stunde schon recht viel Gegenlicht gab, war an gute Fotos nicht zu denken.

Vor dem Rückweg entschied ich mich spontan, die Tour 10 aus dem MM Wanderführer am Caldera Rand zu laufen, hinaus zum Pico de las Nieve. Dazu musste ich erst wieder auf die LP4 und dann zum Ausgangspunkt für die Wanderung fahren. Unterhalb der beiden Spiegelteleskope hielt ich kurz für ein Foto an, um dann Menschen zu beobachten, die durchs Gestrüpp in Richtung der Teleskope krabbelten. P1130464Nach einem weiteren Blick fiel mir aber auch auf, dass oben bei den beiden Teleskopen einige Leute umher liefen, die sicher nicht durchs Gestrüpp kamen. Ich fuhr also wieder zurück in Richtung Roque de las Muchachos und fand die Einfahrt, hielt an der Straße und ging die wenigen Meter zu den beiden Spiegelteleskopen. Dort fanden sich auch Infotafeln und die Funktion wurde erklärt, sowie die imposanten technischen Daten. P1130490Das erste Teleskop wurde nach dem bei einem tragischen Unfall verstorbenen Astronomen Florian Goebel benannt. Er fiel schlichtweg von einem der Teleskope, als er Wartungsarbeiten durchführte. Die Teleskope dienen vereinfacht gesagt dazu, Gamma-Strahlung aus dem Weltall zu nutzen, um schwarze Löcher zu erforschen. Geht man an den Teleskopen vorbei, spiegelt sich darin der Horizont und wandert bei jeder Bewegung mit, was schon ziemlich kurios und ein wenig verblüffend ist. P1130505Auch wenn man die anderen Teleskope aktuell nicht mehr von innen besuchen kann, die Spiegelteleskope sollte man sich auf jeden Fall beide aus der Nähe anschauen.

Nun ging es also weiter zur „Runde am Caldera-Rand“. Vom Startplatz aus dem Wanderführer ging ich nicht sofort los. Es war erst kurz nach 13 Uhr und ich war todmüde. Ich beschloss, ein Nickerchen zu machen. Schließlich befand ich mich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Nach gut 1 1/2 Stunden, es war schon Nachmittag, wachte ich auf. Viele Wanderer kamen schon zurück. Ich testete die Wanderschuhe und der Schmerz folgte. Schuhe wieder aus, bequeme Laufschuhe an. So konnte ich dann problemlos hoch zum Pico de las Nieves laufen. Auch hier warteten wieder die Krähen auf mich. Der Weg hinauf war mehr ein Spaziergang, die Aussicht allerdings phänomenal.P1130549Da es noch recht früh war, beschloss ich, die Wanderung etwas zu erweitern und Richtung Roque de las Muchachos zu laufen. Ich gab mir eine Stunde bis zur Umkehr, da ich den Sonnenuntergang noch vom Caldere-Rand bestaunen wollte. Der Weg an sich war auch hier relativ einfach zu laufen. Meine Turnschuhe reichten locker aus. Die Aussichten waren auch hier wunderschön, teils bis nach TeneriffaP1130555und stellenweise war die Caldera besser zu sehen, als es zuvor unterhalb des Pico de las Nieves der Fall war.

Nach einer Stunde erreichte ich den Pico Piedrallana. Hier kehrte ich dann auch konsequent um, auch wenn ich schon Lust verspürte, noch weiter zu laufen. Der Rückweg war dann allerdings sehr stürmisch. Es kam heftiger Wind auf, der mir den Sand in die Augen trieb. Keine Ahnung, wo der so plötzlich her kam. Zudem wurde es bitterkalt und ich war heilfroh, als ich wieder unterhalb des Pico de las Nieves war. Der Sonnenuntergang ließ aber auf sich warten, obwohl es schon kurz nach 18 Uhr war. P1130570Da ich einen dunklen Rückweg vermeiden wollte, verzichtete ich und ging hinunter bis zum Fahrweg. Eine gute Entscheidung, denn dort war es auf einmal stockduster und ohne Taschenlampe, wäre es schwierig geworden. Der Weg zog sich auch übel lange und ich hatte bald keine Lust mehr zu laufen.

Die Fahrt im Auto entlang der LP-4 bis hinunter nach Santa Cruz war ebenfalls kein Vergnügen. Ich fahre nicht gern im Dunkeln und kurvige Strecken schon gar nicht. Außerdem war ich todmüde. Die ganze Strecke zurück bis nach Los Llanos dauerte fast 1 1/2 Stunden und auf dem Rückweg ins Hotel besorgte ich mir noch eine Pizza bei „El Geco Libero“ und machte es es mir noch mit einem Vino Tinto auf dem Zimmer gemütlich.

21.11.2017 – Garafía

Am nächsten Tag hatte ich keine feste Planung. Der Wetterbericht war eher differenziert und ich entschied einen Besuch in Garafía. Da ich recht spät los kam, war es bei der Ankunft schon früher Nachmittag (Den Vormittag bummelte ich noch durch Los Llanos). Die LP114 von Las Tricias nach Garafía ist ziemlich beeindruckend, da man viele Barrancos quert. Danach hatte ich aber erst einmal Hunger und kehrte im Restaurante El Bernegal ein. Das erwies sich als richtige Entscheidung. Das Ambiente, der Service und das Essen waren absolut empfehlenswert. Ich hatte ein leckeres Filet vom Rind, das mit kleinen Minibeilagen und einem sehr schön geschnitzten Radieschen serviert wurde, dazu eine leckere Fischsuppe und Bier aus Teneriffa aus der Flasche. So gut hatte ich schon lange nicht mehr gegessen.P1130588Im Anschluss ging es dann weiter. Parkplatzsuche. Bei der Kirche fand ich dann auch schnell einen Parkplatz. Groß ist Garafía nicht und es gibt eine überschaubare Menge an Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört zweifelsohne die schöne Kirche, die zu den ältesten derInsel gehört.

P1130619Sie ist schlicht, aber sehr schön eingerichtet, wobei mich die hölzerne Decke besonders fasziniert hat. P1130627Aber der Vorplatz mit seinen Palmen und Strilitzien ist auch sehr schön gestaltet. P1130606Ein Gang durch die kleinen Gassen folgte. Abwechselnd erblickt man hier alte und neu renovierte, kleine Häuschen. Das Rathaus passt allerdings gar nicht dorthin. P1130649Viele Städte in Deutschland würden Garafia darum beneiden. Die EU Fördergelder machens halt möglich. Etwas abseits hinter der Kirche über die Straße hinweg, findet sich ein kleines Anwesen mit zwei wunderschönen Drachenbäumen mit der Küste als Kulisse. Der Besuch lohnt sich und gibt einen Vorgeschmack auf die Drachenbaumhaine.P1130668Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zum Puerto de Garafía.

Die Straße ist recht abenteuerlich, da durch die Regenfälle Anfang November einiges weggeschwemmt wurde. Große Felsen versperrten teilweise die komplette Spur.

Am Hafen selber gibt es einen großen Parkplatz. Es waren nicht viele Leute da. Entlang der schon bekannten Wochenendbehausungen der Einheimischen, die teilweise aus alten, umgebauten Höhlen bestanden, führte ein Weg hinunter zum Strand, wo man die Kraft der Wellen bewundern konnte, wie sie mit brachialer Gewalt gegen die Felsen knallten. P1130716Hier hockte ich mich ganz hinunter und ich wollte den Sonnenuntergang genießen. Nach einigen Minuten sah ich etwas großes von rechts heran kommen. Ich drehte mich zur Seite, dann wieder zurück, mit dem Oberkörper schützend über meiner Kamera ausgebreitet und eine riesige Wellte ergoss sich über mich. Ich war pitschnass, aber die Kamera war unversehrt.

Nun hatte ich genug vom Warten auf den Sonnenuntergang. Ich ging zurück zum Auto. Zum Glück hatte ich Wechselkleidung dabei und meine „tollen“ Wanderschuhe. Besser als nasse Füße, dachte ich mir. Nur die Hose blieb an und so eine Stunde Fahrt mit nasser Hose im Auto ist wirklich kein Vergnügen. Dennoch genoss ich den Sonnenuntergang auf der Rückfahrt über die LP 114 und ich vergaß auch nicht, die Fahrt über meine Dashcam aufzuzeichnen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

22.11.2017 – Drachenbaumhaine und Wohnhöhlen und eine nette Bekanntschaft

Das ist schon seltsam, wie schnell der Körper seine erlittenen Strapazen vergisst. Wie sonst wäre ich wohl auf die Idee gekommen, wieder zum Wandern zu gehen. Aber im Ernst, die Drachenbaumhaine waren schon eines meiner persönlichen Highlights. Die Wanderschuhe packte ich schon gar nicht mehr ein. Gutes Licht für Fotos gibt es meist nur in der Früh und am Nachmittag. Deswegen stellte ich den Wecker, verzichtete auf den Cafe im Eden und fuhr recht früh los, damit ich gegen 9 Uhr in Las Tricias ankam. Irgendwie wurde es aber dann doch etwas später, aber es war noch optimales Licht für gute Fotos.P1130776Mit der Routenbeschreibung aus dem MM Wanderführer kam ich auch dieses Mal gut zurecht. Die Drachenbaumhaine waren wirklich sehr, sehr beeindruckend und schön.P1130792Der Weg ist recht anstrengend, da es steil bergab geht und man ständig bremsen muss. P1130810Immer wieder entdeckt man wunderschöne Drachenbäume und hat auch einen herrlichen Blick auf die Küste. P1130799Ich wollte eine Kleinigkeit im Bio Cafe essen, welches sich unterhalb der Drachenbaumhaine befindet. Das machte aber erst um 12 Uhr auf. Ich entschloss, weiter entlang der Wohnhöhlen zu gehen. Hier entdeckt man einige Höhlen, in denen die Ureinwohner sich in ihrer Zeit sicher wohlgefühlt haben mussten. P1130830Nach dem Versammlungsplatz geht es steil die Felsen hinauf und meine Stöcke waren für mich dazu unverzichtbar, mich immer weiter nach oben zu hangeln. P1130838

Die Angabe von 20 Meter nach dem Fahrtweg im MM Reiseführer, nach der man diesen verlassen soll ist leider nicht korrekt. Es sind schon gut 200 Meter, bis man nach links abbiegen kann.

Die im Wanderführer bezeichnete „Nebenschlucht“ ist schön zu durchwandern. Die Ausblicke sind toll und es lohnt sich, auch mal eine Pause zu machen. P1130839Folgt man dem Weg, gelangt man an eine Abzweigung. Dann geht es links zurück nach Las Tricias oder rechts, man ahnt es schon, zum Bio Cafe. Eigentlich nur etwas über 700 Meter, aber der Rückweg ist dann entsprechend steil und man hat insgesamt 1400 Meter zu bewältigen. Ich verzichtete auf das Bio Cafe, schweren Herzens, und ging zurück zum Auto. Ich hatte üblen Hunger und wollte gleich dort an der Kirche im Kiosk etwas essen. Aber ich riss mich zusammen und fuhr zurück und futterte die restlichen Kekse und Müsliriegel aus meinem Rucksack auf.

Puntagorda stand noch auf dem Programm, aber bei der Fahrt durch den Ort, fand ich nichts, was mich irgendwie anmachte. Ich überlegte hin und her und beschloss dann auch hier, einen Abstecher zum Hafen zu machen. Die Straße war noch abenteuerlicher als in Garafía. Dort kann man direkt nicht parken, sondern nur auf der Straße. Dann geht es zahlreiche Stufen abwärts. P1130851Unten angekommen, bleibt einem erst mal der Atem stehen, denn die extrem hohen Wellen sind schon ein beeindruckendes Naturschauspiel!

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Man kann sich dort auf die Felsen stellen und abwarten. Dann dauert es nicht lange und man bekommt eine volle Breitseite mit. Außer mir war noch ein junges Pärchen dort. Die junge Dame machte einen sehr besorgten Eindruck, da ihr Freund sogar ins Wasser ging. Ich konnte die Sorge nachvollziehen, denn wenn man mit den Wellen an den Fels gespült wird, kann das böse enden. Ich betrachtete die tosenden Wellen lieber mit Abstand von oben und verzichtetete auf den Abstieg, besonders in Hinblick auf meine letzte Erfahrung,

Nach ein paar Minuten sprach mich die junge Dame an. Die beiden waren Waliser und zu Fuß unterwegs und baten mich, sie mit nach oben zu nehmen. Kein Problem, ich bin ein vertrauensseliger Mensch und so fuhren wir zu dritt zurück nach Puntagorda. Dort wurde ich dann von den beiden auf ein Bier eingeladen und wir unterhielten uns den ganzen Nachmittag und ich bekam interessante Einblicke über die Waliser. Beide waren länger hier und wohnten gegen Arbeit, d.h. Sie arbeiteten in den Gärten diverser Einheimischer und durften dafür kostenlos wohnen. Sie erklärten mir auch, das Puntagorda vielschichtig sei und aus 3 Ebenen bestehe und man sich Zeit nehmen müsse, um es richtig kennenzulernen.

Dann stand der Rückweg an. Die Sonne war noch nicht untergegangen und ich entschied spontan im Restaurante „La Muralla“ zu pausieren und zu Abend zu essen. Dort war kaum was los und ich bekam einen Logenplatz mit Blick auf den Sonnenuntergang. Das Restaurant ist nämlich super gelegen und die Terrasse bietet direkten Blick auf das Meer. Einfach traumhaft und der Sonnenuntergang zusammen mit gutem Essen und leckerem Wein, war ein unvergessliches Erlebnis, dass den Tag perfekt abrundete.

23.11.2017 – Los Tilos und San Andres – Auch heute wieder Unterschätzung pur

Das heutige Wetter war etwas gemischt und damit perfekt, den Nordosten der Insel zu erkunden. Eigentlich hätte mich ja die Route mit der Tunnel- und Schluchtenwanderung gereizt. Dazu hätte man aber mit dem Jeeptaxi von Los Tilos zu Casa del Monte gemusst, außerdem eine wassertaugliche Ausrüstung und einen Helm. Der Abstieg nach Los Tilos ist auch nicht zu verachten. Irgendwie wollte ich mir auch einige Highlights für den nächsten Besuch aufheben und so entschied ich mich zwar für Los Tilos als Ausgangspunkt, jedoch für eine Wanderung aus dem Rother Wanderführer zum Aussichtspunkt Espigón Atravesado. Hierzu parkt man in Los Tilos etwa 300 Meter unterhalb des Besucherzentrums. Von dort führt ein alter Fahrweg zum Aussichtspunkt, der etwa 3 km entfernt ist. Der Weg ist wenig anspruchsvoll aber sehr schön, da man inmitten durch den Lorbeerwald, vorbei an riesigen Farnen wandert.P1140064Alleine ist man nie, denn dieser Weg ist gut besucht und an der Aussichtsplattform muss man auch mal anstehen. Der Ausblick von dort in den Lorbeerwald ist jedoch atemberaubend.P1140081Als ich dort war, war es sehr neblig, aber auch das hat seinen Reiz. Dort oben sind auch zahlreiche Buchfinken unterwegs, die sich fotogen präsentieren, die Lorbeertaube konnte ich zwar hören, aber nicht sehen.P1140088Man hätte hier noch weiter laufen können, aber der folgende Weg war gesperrt. Nach gut 3 Stunden war ich wieder am Auto, machte kurz Rast und stattete der Touristeninformation einen Besuch ab. Das ist Pflicht und man erfährt einiges über die Tierwelt, Flora und Fauna.

Es war noch früh am Tag und ich suchte noch eine 2. Wanderung. Nicht sehr weit entfernt gibt es die Wasserfälle zu sehen, leider war genau dieser Weg abgesperrt und Gesprächen einiger Wanderer konnte ich entnehmen, dass der Weg nicht nur abgesperrt, sondern nach einigen Metern auch unüberwindbar war. Damit wäre auch die Tunneltour nicht möglich gewesen. Vermutlich noch Spätfolgen der Regenfälle 2 Wochen zuvor.

Ich begab mich hinter das Besucherzentrum und fand ein Hinweisschild zu dem Aussichtspunkt „Mirador De Las Barandas“, der nur 1,3 km entfernt war. Perfekt. Dachte ich. Also los. Ich merkte aber schnell, wie anstrengend 1,3 km sein können. Es ging extrem steil nach oben und zwischen den einzelnen „Stufen“ waren massive Steigungen zu überwinden. Immer wieder begegnete ich schnaufenden Touristen, einige machten auch kehrt. Ich musste auch eine Pause einlegen, da dieser Aufstieg nicht ohne Pause zu schaffen war. Ich schwitzte wie ein….lassen wir das….ohne meine Wanderstücke wäre das auf jeden Fall nicht möglich gewesen. Oben belohnte aber das Panorama über den Wald

P1140122und auch die Puente de Los Tilos war gut von dort zu erkennen. P1140098Diese 150 Meter hohe Bogenbrücke ist fast 320 Meter lang und die längste Brücke Spaniens, jedenfalls bis jetzt.

Der Abstieg war nun weniger anstrengend und ich beschloss, nicht gleich nachhause zu fahren, sondern San Andres einen Besuch abzustatten, da ich schon in der Nähe war. Hier schaute ich mir ein wenig den kleinen Ort an, der mit der spanischen Kirche schon ein wenig wie aus dem Bilderbuch aussieht. P1140165Bei San Andrés handelt es sich um den älteren Ort der Gemeinde San Andrés y Sauces. Los Sauces beherbergt fast 10 Mal so viele Einwohner, reizte mich bei der Durchfahrt aber nicht. In San Andrés wurde es langsam dunkel und ich kehrte im La Placita, einem kleinen, kanarischen Restaurant am Kirchplatz ein und ließ mich typisch kanarisch mit Zickleinbraten bewirten. Das Essen war vorzüglich und auch die Freundlichkeit des Personals war hervorragend. Die Heimfahrt dauerte dann trotz der wenigen Kilometer über eine Stunde. Ich war platt und erschöpft, aber angenehm geschafft mit einem guten Gefühl und so schlief ich recht flott ein und dem nächsten Tag entgegen.

24.11.2017 – In den Lavafeldern bei Fuencaliente und Tazacorte again

Heute hatte ich keinen Plan. Ich wollte auf jeden Fall den Vulkanrundgang aus dem MM Wanderführer Nr. 6 durchführen und die Vulkane Teneguía und San Antonio besuchen. Das Wetter war sehr schön und kaum bewölkt. P1140181Auf dem Weg hielt ich zunächst bei den Zopflavafeldern des Vulkans Sant Juan an, der 1949 das letzte Mal ausbrach und sehr großen Schaden anrichtete. P1140192Die zopfförmigen Lavafelder erinnern daran. P1140198Man sollte tunlichst unterlassen, sich hier ein Andenken mitzunehmen. Bei der Rückreise war ich Zeuge, als eine Mitreisende „gefilzt“ wurde und einen Stein aus ihrem Handgepäck zurücklassen musste. Außerdem gehören die Steine der Insel und nicht den Touristen.

In Fuencaliente war es aber extrem neblig und man sah kaum die Hand vor Augen. Man hätte wohl vom San Antonio aus kaum etwas erkennen können. So verweilte ich noch in Fuencaliente. Die Stadt ist nicht groß, besitzt aber eine schöne KircheP1140215und auch die Steinplatten mit den Daten der jeweiligen Transvulcania-Läufe, sind einen Abstecher wert.P1140209Danach stattete ich der Bar La Parada einen Besuch ab, die allen Liebhabern von La Palma ein Begriff sein sollte. Neben leckeren Cafe gibt es hier inseltypisches Mandelgebäck und andere, leckere Backwaren, die man auch mit nachhause nehmen kann.So deckte ich mich ein und fuhr im Anschluss wieder Richtung Salinen, um die Wetterlage zu begutachten.

Nach einigen Kilometern entdeckte ich an der Straße (LP 207) ein Schild und eine Einfahrt zum Teneguía! Für Autofahrer war die Durchfahrt verboten, für Fußgänger jedoch nicht. Ich parkte also gleich an der Einfahrt und schaute, wo der Weg hin führte. Ich kam am Fuß des Vulkan San Antonio vorbei, der erwartungsgemäß in Nebel gehüllt war. Überall sah man Weinreben, die ganz dicht am Boden gezogen wurden, damit sie überhaupt eine Chance haben, Wind und Wetter zu widerstehen. P1140226Der rote Teneguía Wein schmeckt aber wirklich sehr lecker. Der Weg führte dann bis an den Fuße des Teneguía, wo man sogar noch heiße Spalte entdecken kann. Sein Ausbruch ist der jüngste der Insel und liegt gerade mal 46 Jahre zurück. Obwohl ich nur Turnschuhe anhatte, wagte ich den Aufstieg. Mir kamen aber zahlreiche Touristen entgegen, die nur Sandalen an den Füßen trugen. Der Aufstieg war sehr interessant und hatte mir wirklich Spaß gemacht. Man konnte so richtig klettern, je nach Route auch auf allen Vieren.P1140239Oben angekommen war die Aussicht trotz Nebel sehr schön. P1140242Man konnte auch andere Inseln erkennen, die Fernsicht war gut und ich war nicht unglücklich, diese verkürzte Form der Wanderung zu den Vulkanen gewählt zu haben. P1140253Ich ging wieder zurück zum Auto, der Weg hatte eine Länge von ungefähr 2,5 km.

Das Wetter war schon arg fies und ich wollte wieder die Sonne sehen. Dazu musste ich nach Puerto Tazacorte fahren. Hier besuchte ich wieder die Eisdiele „La Dolce Vita“ und ging ein wenig spazieren. Geht man unter der Hafenmauer durch auf die andere Seite, sieht man riesige Lavasteine, auf denen man munter herum klettern kann. Darüber kann man dann auch die Hafenmauer besteigen und sie von oben überqueren. Ganz am Ende hat man einen herrlichen Blick auf Puerto Tazacorte.P1140261Da ich gerne Bier trinke, hatte ich in Erfahrung gebracht, dass in der Nähe von Tijarafe die Cervezería La Isla Verde zu finden ist, eine kleine Brauerei mit Brauereiausschank. Hier findet man Biersorten mit so spannenden Namen wie „Picara“, „Danza del Diablo“ oder „Indiana“. P1140314Dazu werden bei Bedarf leckere Tapas gereicht.

Hier aß ich mich, nach einem kurzen Stop am Mirador El Tieme, P1140301mit zahlreichen Tapas satt und genoss 2 Bier, mehr war leider nicht möglich, um die 0,5 Promillegrenze nicht zu überschreiten. Neben diesen Sorten gibt es auch glutenfreie Flaschenbiere, was wohl einmalig ist. P1140309Hintergrund war wohl, dass die Tochter des Bierbrauers Julieta, eine Glutenallergie hat aber auch gerne das Bier probieren wollte. So braute Papa glutenfreies Bier und die Tochter war glücklich. Das Bier wurde nach ihr benannt und schmeckt wirklich lecker. Hier gibt es einen interessanten Artikel mit weiteren Infos dazu. Ich nahm eine Julieta und noch weitere Flaschenbiere mit, die ich im Waschbecken versuchte zu kühlen, so richtig kalt wurden sie aber nicht. Leider.

25.11.2017 Erster, wirklicher Regentag in Los Llanos

Es war schon angekündigt, dass es regnen sollte. Das tat es auch. Sogar in Los Llanos. An Wandern oder andere Dinge war nicht zu denken. Ich begann meinen Reisebericht zu schreiben und machte einen „chilligen“ Tag. Frühstück im Café Eden, dann das „Menu el dia“ im El Hidalgo. Hier gab es typisch, kanarische Küche, aber weder die Mehlvorspeise, noch die Suppe oder die Ziege überzeugten mich wirklich, lediglich der Nachtisch, auf einer Schiefertafel angereicht, mundeten. Der frühe Abend gehörte wieder dem Café Eden, wo ich dann auch entdeckte, dass Indiana und Picara frisch gezapft, aber wohl nur auf Wunsch angeboten werden. Das musste ich natürlich probieren. Ich lebte weiter in den Tag und in den Abend, ganz stressfrei, was auch gut so war.

26.11.2017 Adios La Palma

Der Tag der Abreise war gekommen. Ich frühstückte noch ein letztes Mal im Cafe auf dem Plaza neben dem Hotel. Nach dem packen wollte ich mein Auto direkt vors Hotel fahren und irgendwas fehlte. Nur was bloß? Als ich ausstieg sah ich dann, das mir doch jemand frech den Spiegel aus dem rechten Außenspiegelgehäuse geklaut hatte. Fein säuberlich war das Kabel abgezogen. Nach dem ersten Schock blieb ich locker, ich war ja gut versichert. Ich machte noch eine kleine Fotosession durch Los LlanosP1140347

P1140336

P1140331und fuhr rechtzeitig zum Flughafen, wo ich mein Auto abstellte. Das mit dem Spiegel ließ ich auf mich zukommen. Ich hörte aber bis heute nichts mehr davon. Der Heimflug funktionierte problemlos, außer das ich am Flughafen noch einmal einen Teneguía erwarb und so mehr als die erlaubte Menge an Alkohol im Gepäck hatte. Glücklicherweise lernte ich am Flughafen eine nette Dame kennen, die mich sogar auf dem Rückflug im Flieger immer wieder mit Leckereien versorgte, obwohl wir nicht nebeneinander saßen (Vielen Dank dafür!). Sie erklärte sich dann auch bereit, am Zoll die Hälfte meines Alkohols auf sich zu nehmen, da sie nichts dergleichen dabei hatte. So kam ich auch durch den Zoll und mit meinen Mitbringseln am späten Abend zu Hause an.

Fazit

La Palma ist eine Insel, die mich sofort begeistert hat. Für Aktivurlauber gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten. Die Wanderungen waren ein unvergessliches Erlebnis. Die vielen Klimazonen bringen dabei immer wieder neue Einblicke und Abwechslung, von Hochgebirgsfeeling, über karge Vulkanlandschaften, sonnige Küstenabschnitte, bis hin zu urwaldähnlicher Vegetation im Nordosten der Insel. Aber auch wenn man nur Ruhe und Erholung sucht, findet sich immer ein ruhiger Fleck, wo man ganz alleine mit der Insel ist.

Vom Massentourismus ist La Palma bisher verschont geblieben, riesige Bettenburgen wie auf anderen Inseln, sucht man vergeblich. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass La Palma für Badeurlauber eher die 3. Wahl ist. Es gibt nur wenige Sandstrände, die mir aber vollkommen ausgereicht haben, um auch mal einen Tag die Seele baumeln zu lassen. Neben den Wanderungen, hat mir Santa Cruz als gemütliche Küstenstadt sehr gut gefallen, sofern nicht gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat. Neben der kanarischen Küche, die leider nicht so mein Fall ist, bekommt man auf La Palma auch sehr gute internationale Speisen geboten. Die Weine schmecken vorzüglich und sind ebenso variantenreich, wie deren Anbauregionen. Autofahren ist ein Abenteuer für sich, da man nie wirklich schnell fahren kann und man aufgrund der vielen, kurvenreichen Strecken immer eine halbe Ewigkeit von A nach B braucht.

Normalerweise hält ein Erholungseffekt nicht lange an. Oft ist man schon wenige Tage nach dem Urlaub im Alltags- und Arbeitstrott gefangen. So war es bei mir immer. La Palma ist hier die Ausnahme: Selbst jetzt, mehr als 2 Monate später, spüre ich noch deutlich die Erholung, die mir dieser Urlaub beschert hat, so dass mir selbst hoher Stress im Beruf bisher nichts anhaben konnte und ich mich entspannt und ausgeglichen fühle.P1140323Kurzum: La Palma hat mir in Summe sehr gut gefallen und ich komme definitiv wieder. Ich hoffe, dass Euch, liebe Leser, mein Reisebericht gefallen hat und Ihr diese hübsche Insel auch einmal besucht. Bei Kritik und Anregungen freue ich mich über Kommentare und hoffe, Ihr besucht auch meine anderen Reiseberichte wie z.B. zu Malta, Mallorca, Teneriffa oder London.

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