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Amsterdam in 5 Tagen im September mit vielen Tipps und Bildern

Amsterdam hat im September etwas besonderes. Es sind nicht nur weniger Touristen als sonst in der Stadt, das Licht ist auch ein völlig anderes als im Sommer und eignet sich perfekt zum fotografieren. Dieses Jahr sollte es aber nicht nur eine Städtereise alleine sein, sondern wir erweiterten unseren Urlaub auf 2 Wochen mit anschließender Weiterfahrt nach Texel, als völligen, ruhigen Gegensatz zur Großstadt. Wenn Ihr eine ähnliche Reise machen wollt, unbedingt zuerst in die Stadt, denn nach 10 Tagen Ruhe und Erholung auf Texel, möchte man nicht mehr nach Amsterdam ins hektische Stadtleben.

Aufbau des Berichts

Am Anfang findet Ihr ein Kapitel zur Vorbereitung und dann die jeweiligen Tage mit Aktivitäten. Tipps und gute Restaurants oder Cafés habe ich mit Weblinks versehen, damit Ihr sie auch findet. Dazu gibt es einzelne Fotos oder auch Gallerien mit Diashows, in der dann mehrere Bilder enthalten sind. Wenn Euch der Bericht gefällt und Ihr mehr über Amsterdam erfahren wollt, Tipps sucht oder Austausch mit gleichgesinnten, dann werdet doch Mitglied in meiner Facebook Gruppe für Amsterdam – Fans.

Planung und Vorbereitung

Es war schon einiges als Planung nötig, speziell, wenn man mit dem Auto anreist. Parken in Amsterdam ist extrem teuer. Pro Tag sind 40 EUR aufwärts keine Seltenheit. Zudem sind die Unterkünfte direkt in der Stadt natürlich sehr teuer. Deshalb fiel die Entscheidung auf den kleinen Vorort Diemen, der einige Kilometer östlich von Amsterdam liegt. Hier konnte ich für 7 EUR am Tag im Parkhaus des örtlichen Einkaufszentrums parken. Die Unterkunft war auch günstiger als direkt in Amsterdam und die Tram-Linie 19 fährt gleich von Diemen bis ins Zentrum nach Amsterdam. Dazu benötigt sie ca. 25 bis 30 Minuten, je nachdem, wo man aussteigen möchte. Da meine Partnerin ohnehin eine eingeschränkte Mobilität besitzt, brauchten wir eine GVB Tageskarte, um möglichst nah an alle Sehenswürdigkeiten heran zu kommen. Beim GVB handelt es sich um das öffentliche Verkehrsunternehmen der Stadt.

Die wichtigste Frage: Lohnt sich die i Amsterdam City Card oder nicht?

Darüber habe ich sehr lange nachgedacht. Viele meinen, dass es sich ab 3 Tagen lohnt. Also muss man einfach nur mal rechnen:

Der Preis für 1 Tag beträgt 60 EUR, 2 Tage kosten 80 EUR, 3 Tage 93 EUR und 4 Tage 105 EUR. Enthalten ist darin der kostenlose Transport mit dem GVB, allerdings ohne Bahn und Metro, also nur Busse und Tram, sowie die kostenpflichtigen Fähren. Einige sind aber ohnehin kostenlos. Die Laufzeit gilt ab dem Zeitpunkt der Entwertung 24 Stunden. Steigt man also in den Bus oder die Tram ein, beginnt die erste Laufzeit von 24 Stunden, die Attraktionen werden allerdings getrennt gerechnet, d.h. hier beginnt die Laufzeit erst, wenn man z.B. eines der vielen Museen betritt. Mit der i Amsterdam City Card hat man kostenlosen oder vergünstigten Eintritt zu vielen Attraktionen. So ist das Rijksmuseum oder Van Gogh Museum kostenfrei, ebenso wie dieOude Kerk oder eine Grachtenrundfahrt von einer Stunde. Selbst weiter entfernte Sehenswürdigkeiten wie das Freilichtmuseum Zaanse Schans oder das Schloss Muiderslot sind damit gratis. Da der Eintritt in Museen und Schlösser in Amsterdam mit 15-20 EUR recht hoch ist, kann man so eine Menge Geld sparen. Genauere Infos dazu finden sich unter https://www.iamsterdam.com/de

In den Bussen und Trams muss man ein- und auschecken, d.h. man hält die Fahrkarte neben das Lesegerät, sowohl nach dem ein- als auch nach dem aussteigen. Dies wird durch einen Piepton quittiert. Zudem ist der Ein- und Ausstieg so geregelt, dass es bestimmte Türen für jede Richtung gibt. Man darf also nicht überall ein- oder aussteigen. Das finde ich praktisch, denn so gibt es nicht das typisch deutsche Problem, dass vor dem Ausgang schon die Leute stehen, die in die Bahn wollen.

Zurück zur Frage: Dazu rechnen wir weiter. Die GVB Tageskarte für Bus, U-Bahn und Tram kostet alleine 8 EUR für 24 Stunden, 13,50 EUR für 2 Tage, 19 EUR für 3 Tage und 24,50 EUR für 4 Tage.

Bei uns hätte der Mehrpreis für die i Amsterdam City Card also 80,50 EUR betragen. Das ist auf dem ersten Blick viel, auf dem zweiten Blick natürlich wenig, denn die Eintrittspreise sind hoch und ab 5 Besuchen von Sehenswürdigkeiten, kann man schon sparen.

Ich persönlich habe mich aber dagegen entschieden. Es war recht schönes Wetter und wir wollten viel draußen sein, zudem sind Museumsbesuche auch anstrengend und man muss viel laufen. Wir besuchten am Ende nur das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum, das Anne-Frank-Huis, machten eine Grachtenfahrt am Abend von 90 Minuten und ich stieg auf den Kirchturm der Westerkerk. Im Anne-Frank-Huis gilt die i Amsterdam City Card nicht und eine Grachtenfahrt am Abend ist auch nicht enthalten, wenn sie 90 Minuten dauert. Hier muss man dann einen Aufpreis zahlen von 13 EUR und die Ersparnis ist nicht mehr so hoch. Die beiden Museen mit dem Kirchturm kosteten 57 EUR, also deutlich weniger als der Aufpreis zur i Amsterdam City Card. Faktisch neigt man auch mit der i Amsterdam City Card nur aus Gründen der Ersparnis, dann recht viele Dinge anzusehen, die man so gar nicht anschauen würde, wie z.B. die Oude Kerk für 12 EUR von innen zu besichtigen. Das kostet Zeit und brauchte ich nicht unbedingt, da ich es schöner fand, das gesparte Geld im Café neben der Kirche in Latte und Appeltaart zu investieren.

Ach ja, einen Reiseführer sollte man sich auch vorher kaufen, um das Wesentliche zu planen. Ich empfehle da den ganz neuen Baedeker Smart Amsterdam. Aufgrund der Spiralbindung, kann man den Reiseführer auch aufgeklappt, auf einer bestimmten Seite lassen, es gibt einen großen Faltplan und Detailpläne, die auch wirklich jede Bus- und Tramhaltestelle beinhalten. Er war uns sehr hilfreich.

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In Diemen wählte ich das B&B Randje Amsterdam, wo wir für 4 Nächte mit Frühstück ca. 385 EUR über booking.com zahlten. Dort reservierte ich mit der Option, kostenlos zu stornieren, falls das Wetter dann doch richtig schlecht sein sollte, was zum Glück nicht der Fall war.

Mit dem Auto sollte man penibel genau die Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalten. Wenn nichts anderes erwähnt ist, gelten 50 km/h in geschlossenen Ortschaften, 80 km/h auf Landstraßen und 100 km/h auf Autobahnen. Schon eine geringe Überschreitung der maximal zulässigen Geschwindigkeit kann deutlich über 100 EUR kosten. Zudem werden alle Verstöße EU weit vollstreckt, man kommt also auch nicht davon, wenn man schon zu Hause ist. Im Gegensatz zu anderen Ländern, sind die Niederländer Europameister im vollstrecken von Strafen im Straßenverkehr.

Geplant war, vom 1.9 bis 5.9 in Amsterdam zu bleiben und am 5.9 nach Texel zu fahren, für weitere 10 Tage. Dazu gibt es einen extra Reisebericht. Den Zeitraum wählten wir auch bewusst, da alle Ferien in den Niederlanden und Deutschland, bis auf wenige Bundesländer, vorbei waren.

01.09.2019 – Tag 1 – Anfahrt – Altstadt

Von Darmstadt nach Amsterdam sind es knapp über 400 km, was gar nicht so weit ist. Die Fahrt war wie erwartet entspannt und es gab kaum Staus. Wir kamen am frühen Nachmittag im B&B Randje in Diemen an. Der Gastgeber selbst war nicht da und hatte den Schlüssel in der Pizzeria nebenan hinterlegt. Ich kann die überschwenglichen, positiven Bewertungen allerdings nur bedingt teilen. Die Unterkunft ist ja nicht gerade sehr preiswert und schon sehr beengt. Das Klo ist auf dem Flur, den auch die Besitzer benutzen. Der Frühstücksraum gehörte uns allerdings alleine. Zum Lüften Fenster öffnen? Fehlanzeige. Aber das scheint in den Niederlanden allgemein oft so zu sein, dass diese großen Fenster nicht zu öffnen sind. Überhaupt bekommt man immer interessante Einblicke, denn Gardinen besitzen die Niederländer selten. So kann man oft durchs ganze Haus bis in den Garten auf die Terrasse schauen. Manches ist nett anzuschauen, manches möchte man hinterher besser nicht gesehen haben.

Da der Tag noch jung war, entschieden wir, in die Stadt zu fahren. Leider konnte man direkt in der Bahn nur die 24 Stunden GVB Karte kaufen für 8 EUR. Das machten wir dann auch und führen gut 25 Minuten bis zum Leidseplein. „Plein“ kommt oft in den Namen der Haltestellen vor und bedeutet auf Deutsch „Platz“. Einfach, oder? Der Leidseplan ist ein sehr belebter Platz mit vielen Lokalen und Cafes. Mit der Stadsschouwburg findet sich dort auch ein klassisches Theater, in dem viele verschiedene Dinge aufgeführt werden wie Musicals oder Comedy. Auch wenn man keine Veranstaltung besucht, lohnt der Blick ins Gebäude im Renaissancestil.

Wir starteten erst Mal gemütlich mit einem Kaffee/Latte und Appeltaart, dem tranditionsreichen, niederländischen Apfelkuchen. Dazu eignet sich das Café direkt vor dem Eingang am besten. Hier hat man einen guten Blick auf das bunte Treiben.Nach dem Café liefen wir einfach den Menschenmassen nach und ließen uns durch die Leidsestraat treiben, von Gracht zu Gracht, ich machte Fotos, meine Partnerin schaute die Auslagen in den Läden an.

Biegt man links in die Keizersgracht, entdeckt man das Restaurant „The Avocado Show“. Da es dort bis auf 2 Plätze voll besetzt war und wir Avocados lieben, machten wir hier Rast, um zu Abend zu essen. Geschmacklich toll, aber Preis-Lesitung…ich bestellte einen Avocado Burger, der aus einem mikroskopisch kleinem Stück Fleisch, eingebettet in 2 Avocadohälften bestand, dazu einige Taccos. Das hätte bei mir gerade so als kleine Vorspeise getaugt, wurde hier aber als Hauptgericht angepriesen und mit über 16 EUR berechnet! Auch die anderen Gäste schauten verwundert, als sie ihre bestellten Burger erhielten. Geschmacklich war das Gericht aber sehr lecker:Danach ging es weiter und an der Singelgracht bogen wir rechts ab über den „Bloemenmarkt“. Neben zahlreichen Tulpenzwiebeln und allerlei Touristenkram, wurden hier sogar Hanfpflanzen oder berauschende Pilze verkauft! In Deutschland undenkbar und kaum zu glauben! Daneben waren Käseläden, Läden mit Süssigkeiten und anderen Leckereien zu finden. Im Cheesestore war auch Frau Antje aus Holland zu sehen 😉Die Blumenhändler bieten ihre Waren übrigens auf Kähnen feil, die in der Singelgracht liegen. Wir kauften hier aber noch nicht ein, sondern wollten uns einfach nur umsehen. Dazu kam es später…

Nachdem man den Markt komplett durchquert hat, gelangt man zu einem Teil des ehemaligen Stadttores, dem Munttoren, einem Turm, den wir zur vollen Stunde erreichten und uns ein nettes Glockenspiel vorspielte.

Nun überquerten wir den Munttplein, ein großer, belebter Platz, der von Autos, Fahrrädern und Trams permanent frequentiert wird.In einem Ticketshop nutzte ich die Gelegenheit und kaufte für jeweils 19 EUR GVB Tickets mit 72 Stunden Gültigkeit. Hier kann man dann eine Brücke überqueren, die die Amstel vom Rokin Kanal trennt. Bei der Amstel handelt es sich tatsächlich um einen richtigen Fluß, keinen Kanal. Entsprechend gibt es auch das gleichnamige Bier zu kaufen.

Hinter der Brücke gelangt man dann schnell zur ältesten Gracht, der Kloveniersburgwal und der dazu gehörigen Brücke Aluminiumbrug Nr. 222 (Die Brücken sind alle nummeriert). Sie wurde 1896 gehaut, damals noch aus Granit und Stahl, dann aber 1956 unter Verwendung von Aluminium modifiziert. Ich finde, dies ist eine der schönsten Brücken der Stadt. Hier machten wir eine kleine Pause, Bänke gibt es ja genug.Geht man die Kloveniersburgwal nach links weiter, ohne die Brücke zu überqueren, kommt man nach der zweiten Brücke, die zur Raamgracht führt zum Basjoe Coffee Shop. Genau, ein Coffee Shop. Nicht zum Gras rauchen, aber einfach um mal die Atmosphäre einzufangen und den angeblich leckersten Kakao Amsterdams zu trinken. Zumindest war er sehr lecker, ich weiß nicht, ob es der leckerste ist. Und interessant, zuzusehen, was die anderen so treiben. Neben Joints wurden auch Dämpfe aus riesigen Luftballons eingeatmet und diejenige, die das tat, musste übelst husten, was nicht auf Vergnügen hindeutete. Irgendwie waren hier alle bekifft, wir tranken unseren Kakao mit Sahne und zogen weiter. Folgt man der Straße weiter geradeaus, also links, wenn man aus dem Coffee Shop kommt, gelangt man zum Nieuwmarkt mit der Alten Kirche (Oude Kerk), wo auch das Rotlichtviertel zu finden ist. Die Oude Kerk ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt.Über der Ouden Kerk kamen nun extrem schwarze Wolken auf. Wir hatten vor, noch durch das Rotlichtviertel zu laufen, was aber aufgrund des anbahnenden Unwetters und der körperlichen Verfassung meiner Partnerin nur zu einem kurzen Rundgang reichte. Wie erwartet, war es recht voll mit Touristen, immer wieder fanden sich aufreizend posierende Damen hinter Glasscheiben, dazwischen verruchte Läden und Bars.

Fotografieren sollte man hier tunlichst unterlassen, denn das kann einen in ernsthafte Schwierigkeiten mit den Damen führen.

Nachdem die ersten Tropfen kamen, stellten wir uns unter. Da meine Partnerin keinen Meter mehr laufen konnte und wollte, ich auch nicht wirklich eine Ahnung hatte, wie weit es bis zur nächsten Tram Haltestelle war, um überhaupt zur Linie 19 mit Umsteigen zu gelangen, installierte ich kurzerhand die Uber App und bestellte uns flott ein Taxi. Das ging tatsächlich sehr schnell, denn zwischen Installation und Ankunt des Taxis am Nieuwmarkt , vergingen keine 15 Minuten. Für stolze 30 EUR wurden wir zurück nach Diemen vor die Haustüre unserer Unterkunft gebracht. Wir waren beide ziemlich geschafft und so war es auch nur eine Sache von Minuten, bis wir in den Tiefschlaf fielen.

02.09.2019 – Tag 2 – Altstadt mit Dam – Spui – Begijnhof – Rotlichtviertel und Grachtenfahrt in den Sonnenuntergang

Das Frühstück hatten wir für 8 Uhr bestellt und wurde auch pünktlich im separatem Frühstücksraum serviert. Es gab aufgebackene Brötchen, Croissaints, Wurst und Käse und diverse abgepackte Mini Marmeladen und Nutella. Dazu O-Saft und Kaffee, der aber nicht wirklich die Bezeichnung verdient hatte. Insgesamt war das Frühstück OK.Dieses Mal wollten wir weniger laufen, die erste Fahrt ging mit der Tram 19, dann mussten wir am Leidseplein in die Linie 14 umsteigen, um zum Dam zu gelangen, dem Zentrum Amsterdams, welches von zahlreichen, historischen Bauten umgeben ist, wie beispielsweise der neuen Kirche und dem königlichen Pallast. Hier entdeckte ich auch einen Taubenflüsterer 😉 Während meine Gefährtin im H&M nach Klamotten schaute, pausierte ich hier eine Weile und schaute dem Treiben auf dem großen Platz zu.

Hier kommt jetzt eine kleine, erst seit kurzem entdeckte Sammelleidenschaft von mir zum Tragen: Fanschals. Da ich wusste, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Fanshop des Ajax Amsterdams befand, gingen wir dorthin und ich besorgte mir einen halbwegs neutralen Schal mit Amsterdam-Aufdruck.

Im Anschluss wollten wir den nahe liegendem Amsterdamer Begijnhof einen Besuch abstatten. Die Beginen waren fromme Frauen, daher auch der Name, die gutes taten und keusch blieben. Einige der Gebäude stammen aus der Zeit, dazu eine Kirche, die man von außen als solche nicht erkennt.

Das liegt daran, dass der katholische Glaube nur geduldet wurde, man ihn aber nicht ausleben durfte. Die versteckten Kirchen, auch schuilkerk genannt, befanden sich daher hinter ganz gewöhnlichen Häuserfassaden. Geht man dort hinein, wird man überrascht sein, denn innen findet sich ein über 2 Stockwerke eingerichtetes, prachvolles Kirchengebäude. Der Hof ist nicht leicht zu finden, da man ihn über eine nur kleine Tür erreicht. Der Ausgang (Oder Eingang) führt dann auf den nächsten, schönen Platz, den Spui.

Hatte ich schon erwähnt, dass wir heute weniger laufen wollten? Genau. Deswegen kehrten wir auch ein im urigen Café De Zwart, wo man schön draußen sitzen und den Spui beobachten kann. Das ist sehr interessant, denn hier ist allerhand los. Fußgänger und Radfahrer füllen die Straßen und man wundert sich, wie beide Fraktionen sich so sicher und unaufgeregt im Getümmel zurecht finden und es nicht zu Streitigkeiten kommt, wie man sie hier erwarten würde. Einfach friedlich und ein bisschen laut.

Der schöne, kleine Platz wurde nach dem ehemals dort befindlichen Fluß Spui benannt. Hier finden sich zahlreiche Buchhandlungen und freitags findet ein Buchmarkt statt, den wir aber wohl verpasst hatten. Den Platz erkennt man gut am Standbild Lieverdje. Im Cafe gibt es viele frische Biersorten am Zapfhahn. Hunger hatten wir aber auch und ich besorgte uns währenddessen im daneben liegenden Käseladen „Dutch Delicacy – De Mannen Van Kaas“ einige Gebäckspezialitäten, die wir draußen am Tisch zum Bier verzehrten. In Deutschland auch so eine Sache, mitgebrachte Speisen im Café zu verzehren, hier überhaupt nicht, der Wirt wünschte uns sogar einen guten Appetit, als er die nächste Runde Bier brachte.Als wir da so saßen, fiel uns auf, dass sich in der kleinen Straße nebenan immer wieder eine lange Schlange bildete, ein älterer Herr fuchtelte mit einer großen Karte umher, die er an die Wartenden verteilte. Neugierig wie ich bin, schaute ich genauer nachund entdeckte einen kleinen Laden mit dem Namen „Van Stapele Koekmakerij“, in der Kekse hergestellt wurden. Kekse aus Schokolade mit einem Kern aus weißer Schokolade. Also stellte ich mich einfach mal an und wartete ein paar Minuten, bis ich dran kam. Ein Keks kostete zwar 2 EUR, aber mir lief dann schon beim Zuschauen das Wasser im Mund zusammen. Natürlich hatte ich auch schon Google angeworfen, um mich zu informieren und herauszufinden, dass ich wohl vor dem besten Keksladen der Stadt stand. Wir bestellten 2 zum Probieren und bekamen noch einen 3. unförmigen Keks dazu geschenkt. Damit spazierten wir weiter zur Singelgracht, wo wir uns niederließen, um die Kekse zu genießen. Diese schmeckten wirklich sehr, sehr lecker, ein Traum von Keks.Nun wollten wir uns das Rotlichtviertel bei Tag anschauen. Das Wetter passte dieses Mal auch. Ich selber wäre natürlich gelaufen. Aber aufgrund des Handicaps meiner Partnerin, gingen wir zur Haltestelle Rokin und fuhren mit der Linie 14 eine Station weiter Richtung Bahnhof und stiegen wieder am Dam aus.

Von hier kann man ein Stück am Damrak Richtung Bahnhof laufen und dann am Oudebrugsteeg rechts abbiegen und schaut dann Richtung Bahnhof:Nach einem Spaziergang durchs Rotlichtviertel, auch am Nachmittag sind dort Damen in den Fenstern zu sehen, kehrten wir im Cafe neben der Oude Kerk ein.Im De Koffieschenkerij bekommt man sehr leckeren Café und Latte und dazu sogar ein Einhorn.Hier kann man ebenfalls entspannt sitzen und schauen, was sich außerhalb und innerhalb der Terrasse abspielt. Der Eintritt in die Kirche hätte 12 EUR gekostet und mit der City Card wären wir vielleicht hinein gegangen.

Stattdessen entschieden wir, den Tag weiter draußen bei schönem Wetter zu verbringen und versuchten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln dem Vondelpark einen Besuch abzustatten. Das war nicht so einfach, denn wir mussten zunächst wieder zurück zum Dam laufen und da war dann an den Haltestellen keine der Linien auf den elektronischen Anzeigetafeln verzeichnet, die eigentlich dort verkehren sollten. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckte ich ein Hinweisschild, dass einige Linien wegen Bauarbeiten verlegt seien. Na toll! Aber irgendwie fand sich dann doch eine Linie, die dann tatsächlich zum Vondelpark fuhr, die Linie 2. Am der Haltestelle Valeriusplein stiegen wir aus und spazierten etwas durch den idyllischen Park. Dort waren sogar Komorane zu sehen und man konnte schön in der Sonne sitzen. Wer gut zu Fuß ist oder ein Fahrrad hat, kann sich hier sicher auch länger aufhalten. Wir machten keine große Runde und fuhren zurück zur Haltestelle Rijksmuseum, denn hier hatte ich schon das Highlight des Tages gebucht, die Grachtenfahrt bei Sonnenuntergang für 90 Minuten mit der Blueboat Company. Mit der City Card bekommt man ja nur eine 60 Minuten lange Fahrt umsonst, die abendlichen Fahrten gehören nicht dazu, sind aber die schönsten und so hätte ich trotz City Card 13 EUR Aufpreis zahlen müssen, obwohl die Karte so nur 20 EUR kostete.

Wir waren aber recht früh dran und aßen am Max Euweplein im Hard Rock Cafe zu Abend. Hier bestellte ich mir wieder einen Burger, einen großen mit Pommes und der kostete nicht mehr als das mikroskopisch kleine Teil von gestern.Nach dem Essen startete die Grachtenrundfahrt und was soll ich sagen: WOW. Die Fahrt begann noch im Hellen und dann fuhren wir durch die romantisch beleuchtetet Grachten bis hinaus zum IJ Ufer, vorbei am NEMO Museum und Eye Filmmuseum, sowie den Werften.

Natürlich konnte man auch zahlreiche Hausboote sehen und dank der fehlenden Gardinen, ergaben sich auch hier dezente Einblicke in deren Wohnräume. In den engen Grachten sollte man auch sehr aufpassen, wenn man die Arme aus dem Fenster streckt, um Fotos zu machen, denn teilweise fährt das Boot bis auf Kontakt an die Brückenwände, da die Durchfahrten so schmal sind. Nach oben sieht es oft ähnlich aus. Natürlich fährt man auch an der Oude Kerk und dem Rotlichtviertel vorbei. Beeindruckend ist auch das China Restaurant Sea Palace Restaurant, welches mitten im Kanal schwimmt und beleuchtet großartig aussieht. Es war eine Klasse Rundfahrt und dank der guten Bewirtung an Bord, blieben wir auch nicht trocken. Das war wirklich das Highlights dieser kurzen Städtereise und kann ich jedem nur empfehlen!

Gelaufen waren wir dann doch ähnlich viel wie am Vortag. Gut über 5 km. Deswegen fuhren wir dann auch gleich nachhause, dieses Mal mit der Tram und fielen erschöpft und müde in unsere Betten und schliefen dem nächsten Tag entgegen.

03.09.2019 – Tag 3 – Anne-Frank-Huis – Westerkerk mit Turmbesichtigung

Heute sollte es ins Anne-Frank-Huis gehen:

TIPP: 80% der Tickets sind Monate im Voraus ausgebucht. Am Haus selber bekommt man keine mehr. ABER ab 9 Uhr, kann man Online auf der Webseite https://www.annefrank.org/de/ Resttickets kaufen. Deswegen konnten wir so spontan sein! Es waren sogar einige Hundert Tickets zu verschiedenen Zeitfenstern verfügbar. Wir wählten ein Zeitfenster gegen Mittag und heute wollten wir wirklich wenig laufen. Einen Rucksack darf man nicht mit ins Anne-Frank-Huis nehmen, da es nur Aufbewahrungsmöglichkeiten für kleine Taschen gibt. Daher blieb die große Kamera zu Hause und wie man sehen wird, macht das neue Huawei P30 Pro hervorragende Bilder. Fast wie eine kleine Kompakte.

Hat man ein Zeitfenster gebucht, reicht es, 10 Minuten vorher dort zu sein und kommt dann ohne Wartezeit hinein. Es gibt einen Audioguide, der automatisch in den jeweiligen Räumen etwas zur Geschichte des Hauses und Anne Frank erzählt. Für die, die sie nicht kennen. Anne Frank war ein deutsch-jüdisches Mädchen, welches mit seiner Familie 1934 vor den Nazis in die Niederlande flüchtete. Im heute als Anne Frank Huis bekannten Haus hatte ihr Vater, Otto Frank, seine Firma, die mit Gewürzen handelte. Als 1942, die Nazis waren auch in die Niederlande einmarschiert, die Lage für die Familie gefährlich wurde, wurde im Hinterhaus der Firma ein Versteck eingerichtet. Dieses kann man beim Besuch auch besichtigen. Hier lebte die Familie Frank in extrem beengten Verhältnissen und musste sich leise verhalten, damit niemand merkte, dass sie dort wohnten. Also nur flüstern, Toilettenspülung und Wasser laufen lassen nur zu bestimmten Zeiten, raus durften sie natürlich auch nicht. Im Prinzip also ein Gefängnis ohne Gitter. Anne Franks Traum war, Schriftstellerin zu werden. Dort begann sie, Tagebuch zu schreiben. Nach ihrem Tod veröffentlichte ihr Vater diese und dadurch wurde Anne Frank sehr bekannt. Der Gang durchs Haus ist trotz der vielen Menschen sehr beklemmend. Man spürt die Enge und wie sich die Familie damals wohl gefühlt hatte. Selbst die Fenster sind noch schwarz angestrichen, was damals gemacht wurde, um Blicke von außen zu verhindern. Hier gibt es auch Ausstellungen von Künstlern, die sich mit Anne Frank beschäftigt und verschiedene Situationen aus ihrem Alltag gemalt hatten. Man braucht schon gut 2 Stunden, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen möchte.

Nach dem Besuch aßen wir bei Pancakes Amsterdam Westermarkt einen niederländischen Pfannkuchen. Hierbei handelt es sich um eine Restaurantkette. Es gibt hier alle mögliche Sorten von Pfannkuchen, von klassisch süß bis hin zu solchen mit Speck.Vor dem Besuch des Anne-Frank-Huis hatte ich mir schon in der Westerkerk das Ticket für 9 EUR zur Turmbesteigung ab 15 Uhr gekauft. Hier musste ich aus bekannten Gründen alleine hoch und wow, es lohnt sich. Der Aufgang ist geführt und eine hübsche und nette Niederländerin erzählte uns einiges zur Geschichte des Turms und der Glocken darin. Der Turm ist aufgrund seines schönen Glockenspiels und besonderen Größe von 85m bekannter als die Kirche. Der Aufstieg über die immer schmäler und steiler werdenden Treppen ist nicht ganz einfach, aber es lohnt sich. Oben hat man ein paar Minuten zur freien Verfügung um Fotos zu machen. Die Aussicht von einem der höchsten Gebäude Amsterdams ist hier besonders schön, da man ringsum über die Stadt blicken kann. Daher kann ich den Besuch uneingeschränkt empfehlen und erkläre ihn hiermit zum Pflichtbesuch.Im Anschluss ging es in das Viertel namens „Jordaan“. Hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen. Es gibt unzählige Geschäfte mit Schmuck, Bio-Lebensmitteln, Bekleidung oder Antiquitäten. Dazu massig angesagte Lokale und Bars, natürlich auch das Käse- und Tulpenmuseum, sowie zahlreiche Galerien. Auch wenn man nur spazieren gehen möchte, kann man sich in den engen Gassen, die oftmals an den schmalen Kanälen liegen, ewig lange verlieren.

Wir starteten aber erst mal gemütlich im „Terras Café De Prins, um Ansichtskarten an die Daheimgebliebenen zu schreiben. Hier gab es auch das bekannte „Texels“-Bier, welches auf Texel gebraut wird. Die Brauereiführung hatte ich schon im Vorfeld gebucht und sollte dann eine Woche später auf Texel stattfinden. Dazu mehr im Reisebericht zu Texel. Es war mein erstes Texels, dass bekannteste „Skumkoppe“, was einfach nur Schaumkrone im deutschen bedeutet, die sich auch sehen lassen konnte. Leider nur im falschen Glas:

Beim Toilettengang entdecke ich dann aber, dass es das Texels auch wirklich dort gab:Das „Amterdam Tulip Museum“ befand sich gleich gegenüber. Ins Museum gingen wir nicht, aber in den Laden und kauften, nachdem wir uns gut umgesehen hatte, auch einige Tulpen für den Vorgarten. Im Frühjahr 2020 wird man dann sehen, ob die Pflanzung erfolgreich verlief.Das Käsemuseum ist ebenfalls nur einige Schritte entfernt. Es kostet keinen Eintritt und befindet sich im Keller. Hier wird die Käseherstellung anschaulich erklärt. Aber nicht zu viel erwarten, es ist nur ein kleiner Raum mit ein paar Exponaten und der Möglichkeit, sich selbst in ein traditionelles Kostüm zu packen und zu fotografieren. Interessanter fand ich den Laden. Hier kann man zahlreiche Käsesorten probieren, sich sehr gut beraten lassen und einkaufen. Das hatten wir dann auch gemacht und einiges an Käse mitgenommen.Wir spazierten noch ein wenig durchs Jordaan-Viertel, ließen uns dann aber recht früh beim „Prins von Oranje“ nieder, einem traditionellen, niederländischen Restaurant mit sehr freundlicher, deutschsprachiger Bewirtung. Meine Partnerin hatte einen leckeren Salat mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig und ich gönnte mir ein Kartoffelstampf-Tasting oder besser „Stamppot“-Tasting, 3 verschiedene Kartoffelstampf-Variationen. Dieses traditionelle Gericht, was es ja auch im rheinischen, ähnlich gibt, begeisterte mich total. Zusammen mit der netten Bewirtung war dieser Abend ein tolles Erlebnis. Das „Prins von Oranje“ befindet sich gegenüber vom Anne-Frank-Huis, auf der anderen Kanalseite.

Der Heimweg dauerte dann, aufgrund eines längeren Umstiegs und der Verlegung einer Haltestelle, recht lange, so das wir erst um 22 Uhr zu Hause waren. Auch wenn wir weniger gelaufen waren als am Vortag, reichte es meiner Partnerin dann auch.

04.09.2019 – Tag 4 – Rijksmuseum – Van Gogh Museum

Es war schon vorhergesagt, dass es heute regnen sollte und das tat es. Also entschieden wir, zumal es auch der letzte Tag war, die beiden bekanntesten Museen Amsterdams zu besuchen, das Van Gogh Museum und das Rijksmuseum. Letzteres widmet sich der niederländischen Kunst, wie Malerei und Skulpturen, aber auch dem Handwerk und asiatischer Kunst. Dazu gibt es zahlreiche Sonderausstellungen. Hier findet sich zudem die weltbekannte Ehrengallerie mit sehr bekannten Kunstwerken und aktuell wird dort Rembrandts Nachtwache ausgestellt, die gerade mit einem chemischen Scanner komplett erfasst wird.In einer gläsernen Kammer, kann man der „Operation Nachtwache“ zusehen. Ein Scanner soll das Gemädle so exakt erfassen und auch die chemische Zusammensetzung analysieren, damit es perfekt konserviert und renoviert werden kann. Ihr ahnt es schon, wenn man nur 2-3 Stunden Zeit hat, wird man nicht viel mehr schaffen, als die Ehrengallerie. Ich schaute mir zum Ende noch die Sonderausstellung zur Interpretation der Nachtwache bzw. Rembrandt an. Dort hatten andere Künstler u.a. auch die Nachtwache nach eigenen Vorstellungen interpretiert. Nicht nur das, auch Zeichnungen mit Wasserfarben von Kindern waren zu sehen. Sozusagen finden sich dort Hunderte von Nachtwachen in allen möglichen ernsthaften, lustigen und teils auch skurrilen Variationen. Möchte man das ganze Museum erkunden, braucht es mehrere Tage. Oder man kommt einfach öfter.

Im Anschluss besuchten wir das Van Gogh Musem. Das wirkt wesentlich moderner, kleiner und im Museumscafé aßen wir erst mal einen leckeren Schokoladenkuchen und tranken einen Kaffee. Hier kann man in 2-3 Stunden wirklich alles ausführlich anschauen. Das Musem zeigt auf mehreren Etagen Van Goghs Werke, vermittelt aber auch einen Eindruck über sein Leben, die Personen die ihn beeinflussten und auch die, die er beeinflusste. Wir mögen beide seine Kunst sehr, was auch der Grund war, dieses Museum zu besuchen.

Nun gingen wir noch, es regnete mittlerweile ununterbrochen, ein Stück weiter auf der Suche nach einem guten Restaurant und kamen zum „De Knijp“, ein ebenfalls traditionelles Restaurant, das eher von Einheimischen besucht wird. Hier gab es ebenfalls leckeres Essen wir man sieht wie z.B. Saté vom Schwein mit Erdnusssoße.Danach ging es nachhause, denn wir mussten ja am nächsten Tag abreisen.

05.09.2019 – Tag 5 – Abreise mit Muiderslot und Zaanse Schans – Weiterfahrt nach Texel

Nach dem Frühstück checkten wir gleich aus. In die Stadt wollten wir nicht mehr, sondern noch ein paar Sehenswürdigkeiten im Umland anschauen. Dazu gehörte einmal das nur wenige km entfernte Schloss Muiderslot.Im angrenzenden Ort Muiden parkten wir und von dort aus gingen wir zum Schloss. Der Eintritt ist mit 15 EUR recht teuer, da man diesen auch schon bezahlen muss, nur um den Park anzuschauen. Ich wollte aber mit der Drohne fliegen. Kurz vor dem Eingang stand aber dann schon ein großes Verbotsschild für meinen geflügelten Freund. Also schauten wir von außen und spazierten ein wenig durch Muiden. P.S. Wer unbedingt hinein möchte, sollte nochmal das Rechnen anfangen, denn mit der City Card ist der Eintritt natürlich frei. Muiden ist aber auch ein schöner, netter und kleiner Ort, der idyllisch an der Vecht liegt, einem niederländischen Fluß.

Im Anschluss ging es weiter nach Zaanse Schans, einem „Dorf“  in der Gemeinde Zaanstad. Bis dahin war mir noch nicht klar, dass dieses in ein Freilichtmuseum umgewandelte Dorf mehr als 1,9 Millionen Besucher pro Jahr verzeichnet. Alles ist dort auf Touristen ausgelegt. Gleich bei der Ankunft, muss man einen Parkplatz befahren, der mit 10 EUR recht teuer ist. Neben dem Dorf, dass man dann kostenlos besichtigen kann, gibt es auch noch ein Museum, in dem wir aber nicht mehr waren. Das Dorf war trotz regnerischen Wetters und Nebensaison stark überlaufen. Man kann dort aber nett spazieren gehen und wenn man von der „Hauptstraße“ in eine der Seitenwege abbiegt, ist man fast wieder allein zwischen historischen, alten Gebäuden und Schafen auf der Weide. Die Windmühlen sind schon sehr beeindruckend, auch vor dem Hintergrund der schönen Landschaft und den historischen Gebäuden. Der Besuch lohnt also schon und da wir sowieso dort auf dem Weg nach Texel vorbei fuhren, lohnte er sich erst recht.

Wir fuhren also gegen Nachmittag weiter Richtung Den Helder, etwa 120 km, wo wir dann mit der Fähre nach Texel übersetzten. Wie es dann weiter ging, erfahrt ihr demächst im Reisebericht zu Texel.

Fazit

Amsterdam ist auf jeden Fall eine Reise wert. Ich war ja schon in Lissabon im Februar und beide Städte haben mindestens gemeinsam, dass sie kaum Hochhäuser enthalten, sondern noch sehr ursprünglich sind. Auch wenn Amsterdam sehr überlaufen ist, finden sich immer Orte und Wege, wo man sich entspannt bewegen kann. Bei schönem Wetter kann man gut und gerne einen Tag im Vondelpark bei einem Picknick verbringen. Regnet es, bieten sich die vielen Museen an, trocken den Tag zu verbringen und dazu zu lernen. Die kleinen Gassen, schönen Giebelhäuser und Grachten strahlen einen unvergleichlichen Charme aus, dem man sich nicht widersetzen kann. Eine Grachtenfahrt am Abend ist fast schon ein Muss, denn das dahingleiten auf den vielen Kanälen, wenn die Sonne untergeht und sich die Beleuchtung der kleinen Brücken einschaltet, ist ein einmaliges Erlebnis. Dazu die vielen kleinen Geschäfte, Boutiquen, Cafés, Restaurants, alten Kirchen und nicht zuletzt auch dass Rotlichtviertel, laden den Besucher ein, sich in der Stadt zu verlieren. In Verbindung mit einem Strandurlaub an Zeeland oder den Besuch von einer der schönen Inseln wie Texel, bietet sich der Besuch nahezu an. Dazu ist auch der Besuch im Umland wie Muiden oder Zaanse Schans ein Erlebnis. So hatten wir es auch gemacht. Denn wir fuhren ja weiter nach Texel, um dort weitere 10 entspannte Tage zu verbringen. Man sollte dann auch genau diese Reihenfolge einhalten, denn nach Texel ist man zu erholt, dass man nicht mehr in eine Großstadt möchte.

Wenn Euch mein Reisebericht gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.