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Testbericht Erfahrungsbericht FRITZ!Fon C5 mit velen Bildern und Tipps

Endlich das perfekte Telefon gefunden – die eierlegende Wollmilchsau unter den DECT Telefonen
Aktuell nutze ich die FRITZ!Box 7490 an einem DSL 100 Anschluss. Zur Telefonie kam aber bisher ein Siemens Gigaset CX610A und ein S810 zum Einsatz. Leider ereilte meine beiden Handgeräte vom CX610A vor einigen Wochen das altbekannte Akkuproblem. Der Akku hielt erst nur noch einen Tag, dann wenige Stunden, bis es dann ganz vorbei war. Ein neues Telefon musste her.

Meine Anforderungen

Ich wollte keinesfalls wieder ein Gigaset haben. Es sollte ein Telefon sein, welches mit der FRITZ!Box perfekt zusammenarbeitet. Die Unterstützung von Eco DECT ist aber Pflicht. Der Akku sollte zudem deutlich länger durchhalten, als bei meinen bisherigen Mobilteilen. Und wenn es schon ein neues Gerät sein sollte, dann auch auf dem neusten Stand der Technik mit einem vernünftigen Display, zahlreichen Features wie Internetradio, Nachrichtendienste, Zugriff auf Eigenschaften der FRITZ!Box. Die Sprachqualität, auch beim Freisprechen, sollte ebenfalls sehr gut sein. Wichtig war mir auch die Möglichkeit, ein Headset anschließen zu können. Siemens liefert hier nur proprietäre Buchsen für deren eigene Geräte. Mein Wunsch war aber, ein ganz normales Headset mit 3,5 mm Klinkenstecker zu nutzen. Nicht zuletzt sollte das neue Mobilteil auch ein schlankes und schickes Design besitzen. All das natürlich zu einem günstigen Preis.

Anfangs liebäugelte ich mit dem C4, da dieses vor einigen Monaten noch deutlich bessere Bewertungen hatte. Mittlerweile hat AVM wohl aber die Firmware einige Male verbessert, so dass sich die Situation umgekehrt hat: Mittlerweile steht das C5 mit deutlich besseren Bewertungen da. Der optimale Zeitpunkt also für den Kauf.

Lieferumfang – Was bekommt man für knapp 60 EUR?

Der Lieferumfang ist nicht wirklich üppig. Man erhält das FRITZ!Fon C5, die Ladeschale mit Netzteil und eine knappe Anleitung. Wer einen Gürtelclip sucht, wird nicht fündig.

Technische Daten – Was steckt drin im FRITZ!Fon C5

Das FRITZ!Fon C5 unterstützt HD Telefonie, welches in Verbindung mit VoIP eine deutlich bessere Sprachqualität liefern soll (Gigaset: HDSP). Das gilt auch für den Lautsprecher fürs Freisprechen. Das Display besitzt eine Auflösung von 240 x 320 Pixel mit 262.000 Farben!

Es besitzt die üblichen Features wie Weckruf, Babyruf, Rufumleitung. Die Einstellungen dazu können sowohl an der FRITZ!Box, als auch am C5 vorgenommen werden. Daneben gibt es auch einen frei konfigurierbaren Timer und man kann das WLAN der FRITZ!Box am Mobilteil ausschalten, was ich sehr praktisch finde. Firmwareupdates für das C5 werden als Nachricht angezeigt und können dann direkt am Mobilteil durchgeführt werden. Auch die Verfügbarkeit von OS Updates für die FRITZ!Box wird angezeigt. Unverständlich ist aber, dass man diese nicht über das Mobilteil durchführen kann.

DECT Eco sorgt für Reduzierung der Strahlenbelastung im StandBy. Als Reichweite wird 300 Meter im Freien und 40 Meter in Gebäuden angegeben. Die Gesprächsdauer soll 10 Stunden und die StandBy-Zeit 12 Tage betragen. Eine vollständige Aufladung soll 6 Stunden dauern. Der wechselbare 3,7 Volt Li-Ionen Akku besitzt eine Kapazität von 750 mAh.

Es können mehrere Telefonbücher für unterschiedliche Familienmitglieder angelegt werden, die bis zu 300 Einträge beinhalten können. Die Suche und Verwaltung soll wesentlich einfacher sein als bei herkömmlichen Geräten und es kann ein Kontaktfoto hinterlegt werden.

Die FRITZ!Box stellt bis zu 5 verschiedene Anrufbeantworter zur Verfügung. Diese können mit dem Mobilteil verwaltet und mit Nachrichten besprochen werden. Die Neuanlage ist aber nur mit der FRITZ!Box über die Weboberfläche durchführbar. Über neue Nachrichten informiert das Mobilteil, es ist aber auch möglich, eine eMail zu generieren oder die Nachrichten aus der Ferne abzufragen.

Die üblichen ISDN Merkmale wie Makeln, Dreierkonferenz, Rufumleitung etc,. sind alle integriert. Die Verwaltung der Anruflisten, anonymes Anrufen, Rufnummernperre oder Kurzwahl ist bequem über das Mobilteil möglich.

Reichhaltige Multimediafeatures ergänzen die Standardfeatures, wie RSS-Feads, Podcasts, Internetradio, Lesen von Emails, Steuern von Mediaservern.

Eine 3,5 mm Klinkenbuchse sorgt für die Anbindung aller Standard-Headsets und auch Kopfhörer. Mit 111 Gramm ist das Mobilteil sehr leicht (Zum Vergleich: Mein S810 wiegt 130 Gramm).

Design und Verarbeitung

Das FRITZ!Fon C5 ist sehr gut verarbeitet.Es gibt keine sichtbaren Spaltmaße und trotz Verwendung von Kunststoff wirkt es sehr edel.

Sehr gut gefällt mir auch das schlanke Design mit nur 15 mm Dicke. Damit liegt es sehr gut in der Hand und man kann aufgrund des geringen Gewichts von nur 111 Gramm auch sehr lange damit telefonieren, ohne dass es zu schwer wird.

Das Display ist sehr hell und spiegelt in Innenräumen nur wenig. Die Farben wirken frisch und knackig mit guten Kontrasten, soweit man das bei der Auflösung beurteilen kann. Es reagiert zudem flott, was bei Animationen und dem Lesen von Feeds hilfreich ist. Die Ablesbarkeit ist sehr gut.

Die beleuchteten Tasten sind größer als an meinem alten Gigaset und besitzen einen perfekten Druckpunkt.

Einrichtung

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Nach dem Entfernen der Schutzfolie aus dem Akku schaltet sich das C5 ein. Nun betätigt man einfach die DECT Taste an der FRITZ!Box und hält diese gedrückt, bis sich das C5 an der Basis anmeldet. Über die Nachrichtentaste wird im Anschluss in den meisten Fällen ein Update des Mobilteils angekündigt. Dieses sollte man dann gleich durchführen, damit es auf dem neusten Stand ist.

Wer sich über eine zu geringe Reichweite wundert, sollte in den DECT Einstellungen der FRITZ!Box die Option „DECT-Funkleistung verringern“ ausschalten, die man nur braucht, wenn man die Basisstation unmittelbar neben dem Mobilteil betreibt. Bei mir steht die Box im Keller, dann braucht es diese Option nicht.

Bedienung

Die Bedienung ist ein Traum, dass muss man einfach so sagen. Die Menüs sind alle gut aufgebaut und selbsterklärend, eine Anleitung braucht man dazu in den meisten Fällen nicht. Das C5 besitzt einen Beschleunigungssensor, der erkennt, wenn man das Mobilteil in die Hand nimmt. In diesem Fall wird DECT Eco ausgeschaltet.
Im Vergleich ist das Bedienkonzept eher entsprechend dem eines Smartphones als einem gewöhnlichen DECT Mobilteil.

Reichweite und Akkuleistung

Anfangs war die Reichweite schwach. Nachdem ich in der FRITZ!Box die Option „DECT-Funkleistung verringern“ deaktiviert hatte, war die Funkverbindung zuverlässig und gut über 2 Etagen und somit 2 Betondecken. Einen DECT Repeater braucht es daher nicht, da dieser auch wichtige Features wie DECT Eco deaktiviert. Somit ist die Reichweite als gut zu bezeichnen. Nur bis ins Dachgeschoss über 2 Betondecken schafft es die FRITZ!Box nicht, das Mobilteil zu erreichen.

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Die Akkuleistung ist bis jetzt seht gut. Telefoniert man „normal“, hält der Akku gut 4 Tage. Deutlich besser als bei den Siemens Geräten. Ob dies auch noch in 2 Jahren so ist, wird sich zeigen. Die Aufladung des Akkus dauerte bei mir etwa 6 Stunden.

Sprachqualität

Die Sprach- und Musikqualität ist als sehr gut zu bezeichnen, wesentlich klarer als mit meinem Gigaset. Auch Freisprechen ist fast schon ein Genuss, denn der verbaute Lautsprecher auf der Rückseite besitzt einen sauberen und satten Klang, wie ich ihn bisher bei keinem Mobilteil und auch keinem Smartphone hatte.

Multimediafeatures – Das C5 als Schaltzentrale fürs NAS?

Die Multimediafeatures sind wirklich reichhaltig:

Wer gerne Radio oder Podcasts anhört, kommt hier voll auf seine Kosten. Es sind schon einige Streams und Sender voreingestellt. Wem das nicht reicht, kann die Liste erweitern. Das ist aber nur direkt über die FRITZ!Box möglich. Dort gibt es deutlich mehr Auswahl an vorkonfigurierten Sendern. Man kann aber beliebig viele hinzufügen durch Eingabe des Links und dem Namen. Die Links findet man meist auf den Homepages der jeweiligen Sender. Das Einrichten ist in Sekunden erledigt und schon hat man seinen Lieblingsradiosender am Mobilteil. Die Klangqualität ist dabei schon sehr gut, über Kopfhörer noch deutlich besser oder man schließt das C5 direkt per 3,5 mm Klinkenkabel an eine Stereoanlage an.

Die Verwaltung des Fritz Mediaservers ist ebenfalls möglich. Der Zugriff auf meine Buffalo Link Station funktionierte aber auch ohne Probleme. So hat man dann Zugriff auf die eigene MP3-Sammlung und kann diese über das Mobilteil abspielen. Die Anzeige von Bildern ist auch möglich, diese können dann auch als Hintergrundbild aktiviert werden. Leider ist es nicht möglich, die Bilder dann auch gleich dem Anrufer zuzuordnen. Dazu muss man dann wieder die FRITZ!Box bemühen. Videos werden zwar angezeigt, aber das Abspielen ist auf dem kleinen Display indiskutabel und auch bei den meisten Dateiformaten gar nicht möglich.

RSS Feads nutze ich normalerweise nie. Seit ich das C5 habe, bin ich aber zum regelmäßigen Nutzer geworden. Es ist ungemein praktisch, überall im Haus ohne PC und Smartphone die neusten Nachrichten zu lesen. Auch Artikelbilder werden angezeigt. Das ist wirklich gut umgesetzt.

Wer die AVM Smarthome Geräte besitzt, dürfte ebenfalls auf seine Kosten kommen, denn diese können mit dem C5 direkt bedient werden.

DECT Eco – Ein MUSS für die Gesundheit

Obwohl der DECT-Standard neuer ist, haben sich diese Geräte bezüglich der Strahlungsbelastung verschlechtert. Eine DECT-Basisstation prüft ständig, ob gerade telefoniert wird, selbst wenn sich das Mobilteil in der Ladestation befindet. Dazu sendet sie permanent gepulste Wellen in einer solchen Intensität, wie sie in 20 Meter Entfernung von einem Mobilfunkmast auftreten. Nun könnte man dagegen halten, dass heutzutage ja ohnehin jeder ein Handy besitzt und es daher auf die Zusatzbelastung durch DECT Telefone nicht ankommt. Das Hauptproblem ist aber die Basisstation und bei der Handytelefonie kommt dies dem Mobilfunkmast gleich. Anwohner in der Nähe von geplanten Mobilfunkmasten gehen auf die Barrikaden, haben aber in ihrer Wohnung vielleicht eine DECT-Basisstation im Einsatz, die noch stärkere und gepulste Strahlung abgibt. Genug der Ökophilosophie, kommen wir zu den Fakten des C5. Im Gegensatz zum Gigaset besitzt das C5 nur eine einzige Eco Funktion mit dem Namen DECT Eco (ECO Modus Plus bei Gigaset). Diese Option reduziert die Sendeleistung im Standby-Betrieb auf null, auch bei mehreren angemeldeten Mobilteilen. Dies erkennt man daran, dass die Feldstärkeanzeige nicht mehr sichtbar ist. Stattdessen wird ein grünes eco-Symbol angezeigt. Das macht auch Sinn, denn um die Reichweite anzuzeigen, wäre wiederum ein permanenter Kontakt zur Basis notwendig, was im ECO Modus Plus nicht gewünscht ist. Erst bei Bewegung des Mobilteils wird der Kontakt zur Basis wieder hergestellt. Leider funktioniert das nur mit dem FRITZ!Box-Mobilteilen und nicht mit Mobilteilen anderer Hersteller. Im ECO Modus Plus bei Gigaset wird zur Vermeidung von Verzögerungen bei Anrufen häufiger gescannt, ob eine Verbindung von der Basis aufgebaut wird. Ansonsten würde eine Verzögerung zwischen eingehenden Anruf und Signalisierung am Mobilteil entstehen. Durch das häufigere „Scannen“ wird aber deutlich mehr Energie benötigt, so dass sich in diesem Fall die Bereitschaftszeit halbiert. Das hat AVM besser gelöst. Hier wird nicht gescannt, sondern man muss mit einer geringen Verzögerung leben. Die Reichweite wird durch DECT Eco nicht negativ beeinflusst. In Summe ist DECT Eco eine sinnvolle Funktion. Diese kann auf Wunsch in den Einstellungen der FRITZ!Box aktiviert werden.

Fremdgehen möglich ? Der Anschluss an anderen Basisstationen

Es ist möglich, das C5 auch an eine Gigaset Station anzuschließen, was ich auch probiert habe. Einige Menüpunkte fehlen dann aber, was auch logisch ist. Zum reinen Telefonieren reicht das aus, aber die vielen zusätzlichen Features sind dann leider nicht nutzbar. Auch DECT Eco funktioniert nicht an einer Siemens Gigaset Basistation.

Was mir nicht gefällt

Es gibt einige Punkte, die mir nicht gefallen:

Nutzt man einen DECT Repeater, ist DECT Eco nicht nutzbar. Bilder für Anrufer sind nicht über das Mobilteil über z.B. ein NAS zuordenbar. Wenn schon ein Update für die FRITZ!Box am Mobilteil angezeigt wird, sollte man es auch darüber starten können. Überhaupt gibt es einige Funktionen, die ausschließlich mittels FRITZ!Box eingestellt und konfiguriert werden können.

Fazit

Das FRITZ!Fon C5 ist für mich die eierlegende Wollmilchsau unter den DECT Mobilteilen. Es verbindet gute Sprachqualität mit perfekter Multimediafähigkeit und optimalen Leistungsdaten in puncto Reichweite und Akkuleistung.

All das verpackt in einem schicken, schlanken Mobilteil lässt mich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.