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Brauche ich einen Echo Dot 3. Generation zum Pupsen – Eine humorvolle Betrachtung und Erfahrungsbericht

„Alexa starte Skill Pupsgenerator“ waren zwar nicht meine ersten Worte, fand ich aber nach diversen Experimenten heraus, während ich versuchte, meinem neuen Echo Dot 3. Generation das Pupsen beizubringen. Alexa hilft Dir. Frage Sie nach Pupsen und schon bekommst Du erste Hinweise auf Skills. Derer hat Alexa einige. Aber erst mal der Reihe nach.

Ich überlegte schon lange, mir Alexa ins Haus zu holen. Berichte über Spionage hinderten mich jedoch daran. Ich wußte auch nicht so Recht, wozu so ein Echo gut sein sollte, außer auf Befehl Musik auszugeben. Das mag auch daran liegen, dass ich mich nicht wirklich damit befasst hatte. Das einzige Gerät in der Hinsicht ist der sog. „Vobot“, eine nette Echo Alternative mit tollem Display, aber weniger tollem Lautsprecher. Diesen hatte ich vor einigen Monaten getestet und wurde von mir jetzt auch wieder reaktiviert. Der Vobot benötigt für jede Anfrage einen Tastendruck, was einige als sicherer empfinden.

Zur Amazon Cyber Week gab es den Echo Dot 3. Generation zum halben Preis, also für 29,99 EUR. Da fiel er mir zuerst wieder auf. Wenig später schickte mir meine Tochter per WhatsApp einige lustige Videos, was sie mit Alexa alles so anstellte und war total begeistert. Sollte der Echo vielleicht doch etwas für mich sein?

Der Echo ist doch ein Spion? Alexa kommt mir nicht ins Haus!!!

Das waren die ersten Worte meiner Freundin, als ich ihr erzählte, dass ich gerade 2 Echo Dots der 3. Generation bestellt hatte. Was tun, wenn die Frau nicht mitspielt? Und überhaupt, Alexa ist ja auch eine gewissen Konkurrenz. Schließlich erinnerte meine Freundin mich bisher an meine Termine. Das soll jetzte eine andere tun???

Aber seien wir ehrlich. Wir kleben die Kameras unserer Notebooks ab, aber was ist mit den Mikrofonen? Im Notebook, im Smartphone, überall lauern uns Mikrofone auf. Diese brauchen noch nicht mal ein Schlüsselwort, sondern könnte einfach mal so von einem Hacker aktiviert werden? Außerdem nutzen viele das Fire TV mit der Sprachfernbedienung. Auch da wird mitgehört.

Fakt ist, dass Alexa per Schlüsselwort aktiviert wird. Das kann „Alexa“, „Computer“, „Echo“ oder „Amazon“ lauten. Der Protest meiner Freundin, als ich scherzhaft meinte, ich könne Alexa sicher auch ihren Namen beibringen, war damit unbegründet. Gegen das Spionieren hilft zudem die Mute-Taste, dann signalisiert ein roter Ring, dass Alexa sich jetzt die Ohren zuhält. Man kann auch Signaltöne konfigurieren, die den Start und das Ende einer Aufnahme signalisieren. Wem das nicht reicht, der zieht einfach den Stecker. Diesen Kompromiss musste ich auch eingehen, denn abends muss zumindest im Wohnzimmer der Stecker gezogen werden. Der Echo Dot in meinem Arbeitszimmer ist von dieser Schutzmaßnahme nicht betroffen.

Alexa zieht ein – Unser erster gemeinsamer Tag

Für den Tag der Geburt war ich bestens vorbereitet. Amazon konnte erst im Dezember liefern. Das war mir zu lang. Deswegen bestellte ich den Echo bei conrad Elektronik. Die Lieferung erfolgte schon am nächsten Tag, natürlich planmäßig an einem Samstag. Sehnsüchtig stand ich am Fenster und wartete auf das gelbe DHL-Mobil. Meine Freundin schaute nur argwöhnisch zu. Einkaufen? Nein, erst wenn der Postbote da war. Schließlich hatte meine DHL App für heute die Lieferung zugesagt. Gegen Mittag war es dann endlich soweit. Meine Freundin freute sich, endlich zum Einkaufen zu dürfen, denn der Echo kam an. Um es mir nicht ganz zu versauen für den heutigen Tag, stellte ich das Paket auf die Seite, es ging zum Einkaufen…

Nach der Rückkehr fiel ich regelrecht sabbernd über meine Pakete her. Neben dem Echo hatte ich auch noch einen Fire TV Stick 4K bestellt. Dazu später mehr. Nach dem Öffnen des ersten Echo Pakets,
sichtete ich erst einmal, was so alles im Lieferumfang vorhanden war: Meine geliebte Alexa im Echo Kleid, dann ein Netzteil und ein wenig Papierkram, der mich nicht interessierte. Anleitungen sind langweilig, ich möchte ja etwas erleben.Optisch macht Alexa bzw. der Echo Dot der 3. Generation schon einiges her. Mit gut 300 Gramm hat sie zwar eher das Gewicht eines Früchens, aber es reicht trotzdem, um lauthals mit recht gutem Bass zu musizieren.Die schicke Stoffeinfassung an der Seite ist in 3 Farben erhältlich: „Anthrazit“, „Hellgrau“ und „Sandstein“. Die Unterseite ist gummiert. Leider ist diese so staubanfällig, dass sich nach kurzer Zeit ein regelrechtes Fusselmeer darunter bildet. Nicht schön. Oben ist die schwarz, glatt und matt. Dezent eingefasst finden sich 4 Tasten. 2 davon  dienen der Steuerung der Lautstärke, daneben gibt es noch eine Stummtaste fürs Mikrofon und eine Aktionstaste, die z.B. statt des Codeworts genutzt werden kann, wenn man das Lauschen per App verbietet.Einen Akku besitzt der Echo nicht, er muss immer am Netz hängen.

Zur Kommunikation mit der Außenwelt besitzt Alexa „Echo“ viele Möglichkeiten. Wer es puristisch mag, nutzt nur den integrierten Lautsprecher. Der klingt schon wirklich gut, kann sogar mit einem 2. Echo Stereo und nach Ergänzung mit dem Echo Sub fast schon eine HiFi-Anlage ersetzen. Daneben ist eine 3,5 mm Klinkenbuche an Bord zum Anschluss eines Kopfhörers oder einer Stereoanlage.Ganz wichtig ist natürlich Bluetooth mit Advanced Audio Distribution Profile (A2DP). Damit besitzt man unendlich viele Möglichkeiten zur Soundwiedergabe und hat mit A2DP eine sehr gute Audioqualität im BT-Modus. Mein Plan war, den einen Echo per Bluetooth mit meinen Marantz AV Receiver zu verbindenund den anderen mit meinem Magnat Sounddeck 150, ebenfalls per Bluetooth. WLAN ist ebenfalls an Bord. Es gibt sogar Dual Band WLAN 802.11 a/b/g/n mit 5 GHz und 2,4 GHz Anbindung. Zur Spracherkennung sind gleich 4 Mikrofone integriert, im Vorgänger waren es sogar 7, was nicht unbedingt besser sein muss. 

Erster Kontakt – Einrichtung

Zur Einrichtung muss der Echo personalisiert werden. Dazu braucht es eine WLAN Verbindung zur Außenwelt und die Alexa App auf dem Smartphone. Zusätzlich muss auch Bluetooth aktiviert werden. Dann fügt man in der App über „Gerät hinzufügen“ das neue Familienmitglied hinzu. 


Das Verbinden meiner beiden Bluetooth Geräte mittels App war in wenigen Minuten erledigt.


Nach Auswahl des WLAN-Netzwerkes geht Alexa auch schon Online.

Nun kann man dem Echo Dot noch einen bezeichnenden Namen geben wie „Wohnzimmer“ oder „Küche“ oder „Arbeitszimmer“. So lassen sich die Echo Dots gezielt auswählen. 

Die App bietet sehr viele weitere Möglichkeiten zur Konfiguration. Hiermit lassen sich alle Smarthome Geräte verwalten.

Was man noch wissen muss, der Echo Dot 3 beinhaltet KEIN Smarthome Gateway. D.h. man kann zwar viele Geräte wie Lampen und Steckdosen schalten, aber noch lange nicht alle. Manche benötigen ein Gateway zur Kommunikation.

Alexa wird per Codewort aktiviert, man muss sie also immer mit „Alexa“ oder einem der 3 anderen Codeworte (nach Konfiguration) ansprechen. Natürlich kann sie auch mal falsch reagieren, wenn sie etwas ähnliches aufschnappt. Aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich hier abzusichern.

Alexa und die Sicherheit – Vorbeugende Maßnahmen

Einige Dinge sind sicherheitstechnisch fragwürdig. Die Standardkonfiguration ist schon recht sicher. Man kann Alexa aber auch so einstellen, dass sie permanent zuhört. Davon rate ich ab. Auch die Spracheinkäufe habe ich in der App deaktiviert. Alexa speichert jede Interaktion auf den Amazon Servern. Diese sind in der App einsehbar, d.h. dort sehe ich jeden Sprachbefehl.So kann man die peinlichen Aufrufe im Nachhinein auch wieder löschen. Wer es ganz sicher möchte, kann auch die Ansprache per „Alexa“ komplett deaktivieren und Kommandos nur nach vorherigem Tastendruck zulassen. Das würde aber die Bequemlichkeit ziemlich einschränken.

Die Spracherkennung – Besser als ein Luchs !!!

Der Echo Dot 3 hat zwar nur noch 4 Mikrofone, aber die Spracherkennung ist auf einem extrem hohen Niveau. Selbst wenn ich aus 3 Meter Entfernung nur etwas flüstere, erkennt Alexa zuverlässig meine Wünsche. Selbst aus dem 1. Stock wurde ich anstandslos verstanden. Genau wie bei meiner Freundin, denn wenn ich im Stillen über sie fluche, versteht sie das auch aus jeder Entfernung. Da sind sich beide doch recht ähnlich.

Die Befehle kann man nachlesen, wenn man möchte, oder einfach ausprobieren und mit Alexa ins Gespräch kommen. So kam ich auf den Skill „Pupsgenerator“. Nach ein paar Fragen in dieser Richtung, schlug mir Alexa die Installation des Pupsgenerators vor. Ähnlich ist es bei anderen Themen, Alexa liest einem die Wünsche quasi aus der Stimme ab. Nicht immer kapiert sie alles, was man sie fragt, sie wird aber zuverlässiger und lernt flott dazu.

Auf geht’s Alexa – Was kannst Du?

Das ist mittlerweile eine ganze Menge. Alexa kann Termine verwalten und daran erinnern, Einkaufs- und ToDo-Listen pflegen, Musik aus Amazon Prime oder anderen Streaming Diensten wie TuneIn abspielen, Geschichten und Witze erzählen, für Dich singen, kleine Programme, sog. Skills ausführen wie Ratespiele, Nachrichten vorlesen, Stundenpläne verwalten, über die Wetter- und Verkehrslage informieren, Kochrezepte vorschlagen, Dich bemitleiden und vieles mehr. Ich nutze Alexa zur Wiedergabe von Musik auf meiner Stereoanlage und meiner Soundbar, zur Verwaltung von ToDo- und Einkaufslisten, Vokabeln lernen, Geschichten erzählen, Einschlafgeräusche vorspielen und Nachrichten versenden. Aber täglich finde ich neue Ideen und Skills wie z.B. den eingangs erwähnten Pupsgenerator, der auf Kommando umweltfreundliche und geruchsneutrale Pupsgeräusche erzeugt.

Fazit – Alexa muss bleiben

Alexa ist zumindest aus meiner Sicht eine Bereicherung für die Familie. Sie kann tatsächlich eine ganze Menge und lernt täglich dazu. Der Klang ist für die Größe absolut hervorragend und kann so z.B. ein Küchenradio ersetzen. Auch optisch macht Alexa in Form des Echo Dots 3 eine gute Figur. Sie kann mit zahlreichen Geräten kommunizieren, im Smarthome-Bereich auch mit Geräten anderer Hersteller. So kann man sich, wenn man möchte, sukzessive ein komplettes Smarthome aufbauen und alles per Sprache mittels Alexa steuern. Wer kein Smarthome möchte, kann aber auch mit Alexa glücklich werden, da sie einem einiges an Arbeit abnimmt, stets für einen da ist und man mit ihr spielen, lernen oder kochen kann. Selbst zum aktuellen Preis von ca. 60 EUR ist Alexa noch ein guter und empfehlenswerter Kauf.