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Mallorca 2016 – Mallorca in 6 Tagen mit vielen Bildern und Dashcam Videos

Mallorca: Ballermann, Eimersaufen, Schaumpartys. So kennt man Mallorca aus den Privatsendern und diversen Filmen wie „Ballermann 6“, die man wahrscheinlich nur stark alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss lustig finden kann. So wurden über Jahrzehnte Vorurteile über eine Insel geschürt, die auch vor meiner Person nicht halt gemacht haben. Stattdessen besuchte ich in den letzten Jahren lieber die Kanaren (Teneriffa), Madeira oder die Türkei. Mallorca wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Nachdem ich mich schon bei meinem ersten Besuch in 2014 zusammen mit meiner Mutter vom Gegenteil überzeugen konnte, wollte ich meinem Sohn die Insel etwas näher bringen.

Es sollte ein abwechslungsreicher Urlaub werden, bestehend aus Relaxen, Wandern, Autotouren, Baden, Joggen, nicht ohne auch dem berühmten Ballermann 6 einen Besuch abzustatten.

Mein Sohn „kannte“ Mallorca nur aus dem Fernsehen und verband damit eigentlich nur den Ballermann. Daher kam ich nicht umhin, mich nun doch einmal mit der berühmten und berüchtigten Strandmeile am Platja de Palma zu beschäftigen und einigen Lokalitäten dort auch einen Besuch abzustatten. Mittlerweile wird ja das Trinkverbot in der Öffentlichkeit auch polizeilich kontrolliert und bald Strafen bis zu 3000 EUR verhängt. Die lustigen und teils unverständlichen Schilder möchte ich besser nicht kommentieren. Ich denke, wenn man sich dort gesittet benimmt, wird es niemanden stören, wenn man sich einige Bier am Strand genehmigt. Erste Kontrollen Anfang Juni sind wohl eher gegen die illegalen Massagedienstleisterinnen und stark lärmende und betrunkene Touristen gerichtet gewesen. Wir werden sehen…

Da mein Sohn in die Berufsschule geht, waren wir natürlich von den Schulferien abhängig. Wir konnten erst Montag Abend nach der Schule abfliegen und mussten am darauf folgenden Sonntag wieder zurück, damit mein Sohn am Montag wieder in der Schule erscheinen konnte. Ich dachte zunächst, die einzelne Buchung von Hotel und Flug sei vernünftiger. Als ich dann die Preise für die Flüge am Sonntag sah, wurde mir regelrecht schlecht: Pro Person etwa 360 EUR für den Rückflug! Also doch besser pauschal? Ja, auf jeden Fall: Wir fanden dann doch ein sehr günstiges Angebot bei Expedia:

Hinflug: Montag, 23.05.16 um 17:20 Uhr ab Frankfurt am Main

Rückflug: Sonntag, 29.05.15 um 14:40 Uhr ab Palma

P.S. Hier möchte ich gerne Werbung für das Mallorca-Forum machen, denn ohne die zahlreichen Tipps dort, wäre unser Urlaub sicher teurer geworden und auch anders verlaufen.

Als Hotel wählten wir ein „Erwachsenenhotel“, dass BQ Amfora Beach, welches erst vor der Saison frisch renoviert wurde. Es besitzt 4 Sterne und befindet sich in Can Pastilla, ziemlich genau in der Mitte zwischen Palma und S’Arenal, sozusagen am Beginn von Ballermann 15. P.S. Ballermann steht für spanisch „Balneareo“ und bedeutet nichts anderes als „Kurort“ oder „Heilbad“ und wurde sicher nicht von den Mallorquinern erfunden. Soviel dazu. Mit Frühstück und Transfer kostete das Ganze dann nur noch 460 EUR pro Person bei Bucher-Reisen, gebucht über Expedia. Da kann man nicht meckern.

Da immer mehr Fluglinien dem Sparzwang unterliegen, werden die Freigepäckmengen und andere Serviceleistungen leider immer mehr reduziert. Bei TUIFly gab es mit unserem Ticket nur 15 kg Freigepäck und keine Verpflegung inklusive, wie man es sonst gewohnt ist. Die Freigepäckmenge lässt sich gegen eine geringe Gebühr beim Online-CheckIn auf 20 kg anheben. Am Flughafen ist das deutlich teurer. Uns reichten die 15 kg allerdings für die wenigen Tage locker aus.

Das Wetter in Deutschland war ohnehin ziemlich mies und der Frühling wollte nicht kommen. Alles war also perfekt. Natürlich sollte es nicht nur Ballermann-Besuche geben. Ich wollte meinem Sohn auch zeigen, dass diese Insel deutlich mehr zu bieten hat.

Eigentlich sollte der Mietwagen vor Ort gebucht werden, aber ich entschied dann doch kurzfristig, dies von Deutschland aus zu tun. Wir orderten über Sunny Cars, die mit Hiper in Can Pastilla zusammen arbeiten, einen Fiat Punto für 3 Tage zum Preis von 80 EUR. Auch da kann man nicht meckern. Natürlich mit Tankregelung Voll/Voll und komplettes Versicherungspaket inklusive.

Tipp zum Lesen dieser Seite: Scrollen klappt auch gut mit der Leertaste. Damit gelangt man immer eine Bildschirmseite weiter nach unten. Ein Druck auf die ”Home” oder “Pos 1″ Taste führt wieder zum Seitenanfang mit dem Menü.

Kurz zur Insel: Mallorca liegt im Gegensatz zu den Kanaren nicht im Atlantik, sondern im Mittelmeer und damit nur etwas mehr als 2 Flugstunden von Frankfurt entfernt. Vermutlich ist Mallorca aus dem Süden Deutschlands genauso schnell zu erreichen wie unsere Landeshauptstadt. Verglichen mit den kanarischen Inseln ist Mallorca noch einmal mindestens doppelt so groß mit einer Küstenlinie von stolzen 550 km Länge. Es gibt verschiedene Landschaftszonen, wie z.B. die bergige Serra de Tramuntana im Westen, jedoch auch sehr viele flache Landstriche im Norden und Osten.

image358Das Klima ist gemäßigt subtropisch und unterscheidet sich ebenfalls deutlich von den auf den Kanaren vorherrschenden Temperaturen. Im Sommer ist es sehr heiß und in den Wintermonaten kann es recht kalt werden. Auf den Kanaren befinden sich die Temperaturen im Gegensatz zu den Balearen sehr gleichmäßig über das gesamte Jahr im Bereich von ca. 20°C bis 29°C. Es wird dort also nie wirklich extrem heiß oder kalt.

Montag, 23.05.2016 Hinflug – Can Pastilla

Wie immer nutzen wir den Airliner von Darmstadt aus, welcher die bequemste und schnellste Verbindung zum Flughafen darstellt. Am Airport testeten wir das neue Bestellsystem von McDonalds, bei dem man jetzt per Touchscreen im Restaurant bestellen und per EC-Karte zahlen kann. Kurze Zeit später kann man sein Essen an der Essensausgabe abholen. Dazu bekommt man natürlich eine Nummer und man kommt sich vor wie bei der Agentur für Arbeit.

Nach der Ankunft in Palma, mussten wir erst einmal mit unserem Busfahrer diskutieren. Ich wunderte mich schon über den großen Reisebus, der nicht einmal halb voll war. Der Busfahrer wollte und wollte nicht losfahren. Als wir ihn darauf ansprachen meinte er, es würde noch mindestens eine Stunde dauern, da er den Bus voll bekommen musste und noch auf einige Flieger mit Kunden gewartet werden sollte. Erst als mehrere Fahrgäste zusammen mit uns protestierten, fuhr er endlich los. Da wäre jeder öffentliche Bus schneller gewesen. Vom Hotel waren wir dann recht begeistert. Alles war wie versprochen frisch renoviert und es gab einen schönen und gepflegten Pool, einen PC- und Leseraum und viele andere Möglichkeiten zum Verweilen. Unser Zimmer befand sich im Nebengebäude, war aber wirklich sehr klein. Mehr als 6 m² hatte das Schlafzimmer bestimmt nicht. Obwohl die Flieger ja direkt über Can Pastilla starten und landen, war es relativ ruhig, besonders bei geschlossenem Fenster.

Wir erkundeten zunächst die nähere Umgebung image329und fanden ein kleines Restaurant, indem wir bei einfachem, aber leckerem Essen das Relegationsspiel der Frankfurter gegen Nürnberg anschauen konnten. Danach fuhren wir mit dem Bus zu unserem ersten Besuch in Richtung Ballermann 6. Wirklich ruhig herum laufen, kann man hier nicht, denn man muss schon auf seine Geldbörse achten und parallel sich der Verkäufer von gefälschten Sonnenbrillen und Handtaschen erwehren. So kam es, dass wir relativ zügig den Megapark besuchten.

Auf eine detaillierte Beschreibung, wie es mir dort gefiel, verzichte ich besser an dieser Stelle. Aber von hier oben konnte man sich das Treiben mit etwas Abstand bei einem Bier amüsiert anschauen. image311So lange blieben wir dann auch nicht, denn der letzte Bus Richtung Can Pastilla fuhr um kurz nach 1 Uhr los.

Dienstag, 24.05.2016 Palma – Sóller und Port de Sóller

Das Frühstück im BQ Amfora Beach entsprach auf jeden Fall 4 Sternen. Es gab so zierlich alles, was man sich wünscht: Müsli, Brot und Brötchen, Aufschnitt, Kaffee, Säfte, Sekt!,frisch zubereitete Tortillas, Omelette, Früchte und sogar ein englisches Frühstück mit Bohnen und anderen, ungesunden Dingen. Die Qualität blieb die ganze Woche über durchgehend gleich hoch.

Darauf fuhren wir nach Palma, wo wir eigentlich den Tag verbringen wollten, entschieden dann aber kurzfristig, mit dem Tren de Sóller nach Sóller zu fahren. Wir buchten dieses Mal gleich die Hin- und Rückfahrt inklusive Straßenbahnfahrt nach Port de Sóller, was ich noch bereuen sollte.

Die Fahrt mit der Nostalgiebahn Tren de Sóller ist eine der größten Attraktionen auf Mallorca. Sie wird auch als „Roter Blitz“ bezeichnet.

Den Blitz darf man allerdings nicht wörtlich nehmen, denn die Zugfahrt mit der Nostalgiebahn dauert schon eine gute Stunde, bei weniger als 30 km/h. Dafür hat man Zeit, die Fahrt zu genießen und bei einem Zwischenstopp am Mirador des Pujol d’en Banya einige schöne Fotos zu knipsen. Ich versuchte mich dort an einem 180° Panoramafoto.

image33Früher war der Tren de Sóller das einzige Verkehrsmittel zwischen Palma und Sóller, um die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in die Hauptstadt zu schaffen.

Der Fahrpreis für eine einfache Fahrt beträgt stolze 12,50 EUR pro Person. Bucht man Hin- und Rückfahrt, wird es noch einmal etwas günstiger. Wir zahlten 30 EUR pro Person für das Komplettpaket. Schon das Herannahen des Zuges lässt das Herz von Eisenbahnfans deutlich schneller schlagen.image41

Nach 1 Stunde Fahrzeit mit dem sichersten Verkehrsmittel der Insel erreichten wir Sóller. Dort fuhren wir dann gleich weiter mit der nostalgischen Straßenbahn Tranvía de Sóller, auch als „Orangen-Express“ bekannt, nach Port de Sóller.

image32Die Fahrt führt mitten durch Sóller entlang dem Hauptplatz Plaça de sa Constitució, wo es teilweise so eng wird, dass sich die Fußgänger mit dem Rücken an die Wände der Häuser pressen müssen, weiter durch Orangenhaine, bis man dann direkt am Meer vorbei in den Hafen einfährt.

image33Die Aussicht auf die Bucht mit den vielen Schiffen und Port de Sóller ist schon sehr überwältigend. image35Die teilweise mehr als 100 Jahre alten Wägen lassen nostalgische Gefühle aufkommen und der Preis ist dann in Anbetracht der Fahrzeit auch nicht wirklich überteuert.

Wir schlenderten ein wenig durch Port de Sóller und schauten uns am Hafen und in den Geschäften um. Dann unternahmen wir noch einen kurzen Aufstieg zu einem Aussichtspunkt oberhalb Port de Sóller, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf den Ortimage34 und die Bucht hat und man ebenso in die andere Richtung zum Meer hinausschauen kann.

image35Da wir von Sóller gleich zum Port de Sóller fuhren, wollten wir uns in Sóller noch etwas umsehen. Zurück ging es mit der nostalgischen Straßenbahn. Sóller hat, wie viele andere Städte auch, nette kleine und verwinkelte Gassen zu bieten, dazu aber auch ein schönes Bergpanorama im Hintergrund. Nach einer guten Stunde hatten wir genug gesehen und wollten zurück. Vor 2 Jahren nutze ich mit meiner Mutter den Bus. Das war keine wirklich bleibende und schöne Erinnerung. Hätte ich gewusst, wie sich die Rückfahrt mit dem Zug gestaltet, hätten wir uns das Geld fürs Ticket gespart. Vor dem Bahnhof war schon eine lange Schlange und es fuhren noch 2 Züge. Das Gitter war verschlossen und wir wurden wie Vieh behandelt, dass man irgendwann von der Weide zurück in den Stall führt. Es waren total viele Leute in der Schlange, mehr als der Zug jemals aufnehmen konnte. Wir kamen zum Glück recht flott durch und waren die ersten am Bahnsteig. Nachdem genug Leute auf dem Gelände waren, wurden die anderen Menschen wieder ausgesperrt. Ob die mit dem nächsten Zug nachhause kamen, wage ich bei der Menschenmenge zu bezweifeln.

Das Abendessen nahmen wir im Restaurant „Fin Tapas & Cocktails“ ein, wo man bei Reservierung über Tripadvisor sogar noch Rabatt bekommt. Dafür das dieses Restaurant dort auf Platz 1 gelistet ist, war es aber dann doch eher enttäuschend. Lahmer Service und ein Haar im Burger trübten den Genuss etwas.

Am Abend ging es nach dem Essen wieder Richtung Ballermann 6, dieses mal ins Oberbayern, das ich noch schlimmer fand, als den Megapark. Selbst mein Sohn war hier weniger begeistert. Statt aus Eimern, tranken wir Sangria aus großen Gläsern, natürlich mit dem Strohhalm. Dazu Schlagermusik von Steve Young. Auf die Frage, wann denn die beworbenen Attraktionen zu sehen sind, meinte der Kellner, diese würden erst um 2:30 Uhr auf der Bühne sein. Nein Danke! Das war mir die nackte Mia Magma dann doch nicht wert. So ging dann auch dieser Tag nicht zu spät zu Ende.

Mittwoch, 25.05.2016 Palma de Mallorca

Wer auf Mallorca Urlaub macht, wird sicher auch die Hauptstadt und das Wahrzeichen besuchen wollen: Die Kathedrale La Seu.

image39Auch wenn die Saison noch nicht voll im Gange war, ist eine Autofahrt nach Palma ein Abenteuer. Komplizierte Verkehrsführung, wenig bis gar keine Parkplätze, die dazu auch noch recht teuer sind. Wozu sich also diesen Stress machen, wenn es auch einfacher geht? Für 1,50 EUR kamen wir in einer knappen halben Stunde mit der Linie 15 von Can Pastilla nach Palma de Mallorca zum Plaça Espanya. Ich war ja schon mit meiner Mutter dort und mein erster Eindruck war eher negativ.

image32Das kam wohl auch daher, dass wir aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht viel laufen konnten. Da mein Sohn fit ist, machten wir einen ausgiebigen Spaziergang bis hinunter zum Yachthafen

image310und weit unterhalb der Kathedrale La Seu, die wir uns nur von Außen anschauten. Mit Eis Essen, Bier trinken, fotografieren

image31und Spazieren gehen, kann man so locker einen ganzen Tag in Palma verbringen.

image38Zurück in Can Pastilla war es noch hell, so dass wir auch den Sonnenuntergang in Ruhe genießen konnten, natürlich nicht ohne einige Fotos zu machen.

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Donnerstag, 26.05.2016 Wandern in Sant Elm

Heute war Wandertag. Und Autotag. Wir holten erst unseren Mietwagen in der Station von Hiper ab und fuhren dann zunächst die Autobahn und dann die Landstraße in Richtung Sóller, wechselten dann aber etwas unterhalb auf die MA-10, die beliebte Küstenroute mitten durchs Tramuntana-Gebirge, also genau in die entgegengesetzte Richtung wie bei meinem ersten Besuch, in Richtung Sant Elm. Das Wetter war toll und die Fahrt machte uns viel Spaß, auch wenn es natürlich kein Vergleich zur Cabrio-Fahrt aus 2014 war. Dieses Mal hatte ich aber meine Dashcam dabei, die in Spanien erlaubt ist. So konnte ich die schöne Fahrt auf Video festhalten (Folgt in Kürze). In Sant Elm begannen wir dann unsere Wanderung zu dem alten Kloster La Trapa gemäß Reiseführer. Dazu musste man vom gebührenpflichtigen Parkplatz am Ortseingang gut 1 km durch den Ort laufen, wo es dann den Berg hinauf geht, mitten

image43durch einen schönen Kiefernwald. Teilweise war es nicht immer einfach auf dem Weg zu bleiben. Es waren nicht viele Leute unterwegs. Irgendwann kamen wir an einigen wunderschönen Aussichtspunkten vorbei, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die kleine Insel Sa Dragonera hatte.

image314Von hier oben war dann auch klar, warum die Insel so heißt. Man könnte wirklich meinen, der Rücken eines Drachens schaut aus dem Meer hervor.image315Kurze Zeit später wurde mir klar, dass ich einen Punkt im Reiseführer übersehen hatte: Der Aufstieg zum Kloster ist nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer geeignet! Trittsicher bin ich, aber schwindelfrei….der Weg ging aus dem Wald heraus, über nackten Fels und Steine und mein Sohn eilte stets voran und ich hechelte, teils auf allen Vieren, hinterher. Als dann eine Stelle mit einem notdürftigen Handlaufseil im Fels vor mir lag, an der es ziemlich tief nach unten ging, musste ich meine Höhenangst mit aller Kraft überwinden und schaffte es dann nach einigem Zögern auch, die letzten „Stufen“ zu erklimmen, dank unentwegter Motivation durch meinen Sohn. Wenige Minuten später erreichten wir das alte Kloster La Trapa, wo wir eine kurze Rast einlegten.image42Als wir den Rückweg antreten wollten, kam uns endlich wieder einige menschliche Wesen entgegen. Es war eine Gruppe Österreicher, die aus einer anderen Richtung kamen. Wir erfuhren, dass es auch einen Fahrweg nach Sant Elm gibt. Irgendwie mussten ja auch die Baumaschinen hier herauf gekommen sein, um das Kloster zu sanieren. So bestand ich darauf, den Rückweg in diese Richtung anzutreten, obwohl mein Sohn lieber klettern wollte. Vorher sollte man aber auf die Felsspitze hoch klettern in Richtung Meer, von der aus man wohl den besten Ausblick über Samt Elm hat.image316Das machte mir dann auch nicht mehr so viel aus. Der Weg hinunter nach Sant Elm war dann zwar steil, aber unspektakulär und soimage44kamen wir sicher zum Auto und zurück nach Can Pastilla.

Heute aßen wir im „Soul Cafe“. Das war im Internetranking nicht auf den vordersten Plätzen, aber das Essen und der Service waren deutlich besser als beim „Fin“. Hier konnte ich auch dankende Blicke ernten, als ich die Konversation auf Spanisch durchführte. Das ist auf Mallorca nicht immer so! Das Essen (Paella und Pizza) war super!

image324Freitag, 27.05.2016 – Badetag in Cala Pí und S’Amarador und Besuch von Cala Figuer

Eigentlich war deutlich mehr geplant, als der Überschrift zu entnehmen ist. Aber manchmal gefällt es einem irgendwo so gut, dass man länger bleiben möchte und Abstriche machen muss. Wir fuhren also zunächst nach Cala Pí, wo es eine schöne, kleine Badebucht mit der dahinter liegenden Schlucht Torrent de Cala Pi gibt, die nicht stark besucht war.image11Hier konnte man sich in aller Ruhe im Wasser aufhalten und den schönen Ausblick auf Felsen und Yachten genießen. Wenn man schon mal dort ist, sollte man auch den Torre de Cala Pi besuchen,P1010002von wo aus man einen schönen und weiten Blick auf die Klippen hat.image317image318Am frühen Nachmittag setzen wir unseren Ausflug fort und besuchten den kleinen Fischerort Cala Figuera, der früher einmal ein stark frequentierter Touristenort war, jetzt aber eher sehr ruhigimage320und beschaulich wirkt, da zudem ältere Hotels komplett abgetragen wurden. Am Hafen gibt es einen schönen Weg, auf dem man die ganze Bucht durchwandern kann und schöne Fotomotove findet:image321Kommt man am Nachmittag, kann man den Fischern mit ihren großen Booten zusehen, wie sie die Ware entladen und sich sogar frischen Fisch direkt vom Boot kaufen.image322Das machte dann auch Appetit auf frischen Fisch und wir besuchten das Restaurant La Marina. Mein Sohn bestellte sich eine Thunfisch-Pizza, die wohl nicht so toll war und ich hatte Steinbarsch, der bis auf die wenigen Beilagen, sehr lecker schmeckte. Erst später entdeckte ich die durchweg schlechten Bewertungen. Wir hatten wohl einen guten Tag erwischt.

Nun wollten wir wieder baden und besuchten die nahe gelegene Badebucht S’Amarador, die trotz ihrer abgeschiedenen Lage gut besucht war.image323Von Einheimischen als auch Touristen. Man kommt nur mit dem Auto dorthin und nicht jedes Navigationssystem findet den Weg. Mein Sohn navigierte mich daher mit einer Offline-Karte. Das klappte perfekt. Auch wenn viel los war, war es doch nicht überfüllt und wir fanden einen guten Platz. Da die Wellen mit fast 1 Meter recht hoch waren, machte das Baden hier besonders viel Spaß. Wärmer als 16 Grad war das Wasser auch hier nicht.

Als wir zurück kamen nach Can Pastilla, stellte sich der Hunger wieder ein. Dieses Mal wollte ich weniger fürs Essen ausgeben, wie waren ja schon in einem Restaurant gewesen. So probierten wir den Grillmeister, eine Currywurstbuden-Kette entlang der Platja de Palma. Der Mitarbeiter in Can Pastilla war ein ausgewanderter Deutscher, der sehr nett und zuvorkommend war. Wurst und Pommes waren preiswert und lecker, dazu spanisches Bier vom Fass für 1 EUR pro 0,25 Liter. Mehr braucht man nicht, wenn man hungrig und durstig ist.

Samstag, 28.05.2016 Alcúdia – Autotour auf der MA10 – Kloster Santuari de Lluc – Sa Calobra

Der heutige Tag sollte überwiegend im Auto zugebracht werden. Es kam aber dann doch etwas anders. Zuerst fuhren wir die Autobahn bis nach Alcúdia, um uns dort die Altstadt anzusehen. Hier sind noch viele Gebäude und die Stadtmauer erhalten geblieben. Ein Spaziergang durch die engen Gassen ist auf jeden Fall lohnenswert.image324Parkmöglichkeiten gibt es zu Genüge. Leider trüben die vielen Geschäfte den positiven Eindruck, da diese einfach in die schönen, alten Häuser gequetscht wurden, so dass man von den Fassaden in einigen Straßen gar nicht mehr viel erkennen kann.

image72Weiter ging es dann auf die MA-2220. Das ist eine schöne Küstenstraße an der Nordküste Mallorcas. Die letzten Kilometer vor Port de Pollença führen direkt an der Küste entlang, natürlich wieder mit eingeschalteter Dashcam. Kurz vor Port de Pollença bogen wir dann auf die MA-10 ab, die wir bis zum Kloster Kloster Santuari de Lluc befuhren. Auf dem Parkplatz war nicht viel los und wir waren nicht sicher, ob wir wirklich hinein gehen sollten und ob es sich lohnt. Zum Glück entschieden wir uns dafür und kauften sogar zwei Eintrittkarten fürs Kloster.image71Hier wird die Schutzheilige Mallorcas Mare de Déu de Lluc verehrt. Das Kloster ist Ziel vieler Touristen und Pilgerer. Wir besuchten zuerst das Kloster und dann das Museum, welches einige inseltypische Dinge enthält wie Krippen, Porzellan, Handarbeiten und einige Ausgrabungsfunde. Besonders erwähnenswert ist aber die Pinakothek mit zahlreichen Werken bekannter und weniger bekannter Künstler. Besonders die Werke des mallorquinischen Malers Guillermo Gil Pon hatten es uns beiden angetan. Als Liebhaber von Landschaften wie beispielsweise dem Tramuntana Gebirge, finden sich dort zahlreiche Landschaftsgemälde teils in wandgroßen Abmessungen, die dadurch eine sehr beeindruckende Wirkung haben. Der Besuch der Kirche mit der schön verzierten Kuppel ist ebenfalls lohnenswert.image327Auch draußen ist es sehr schön. Es gibt viele Wege rund um das Kloster,image74image73einer davon bis zu einem Steinkreuz,image72hoch über dem Kloster mit einem herrlichen Ausblick ins Tal!image331Bevor man weiter fährt, sollte man noch den botanischen Garten besuchen.image333Mein Sohn war davon weniger begeistert, aber als wir dann dort waren, gefiel es ihm gut, denn der Garten ist nicht wirklich groß, aber sehr schön angelegt, mit seinen kurzen, verwinkelten Wegen.image332Er hat ein wenig von einem verwunschenen Zaubergarten und an jeder Ecke könnte man eine lebende Figur aus Grimms Märchen erwarten.

Weiter ging es auf der MA-10 und bis nach Sa Calobra, ein winziges Dorf, welches nur per Schiff oder die wohl gefährlichste und kurvenreichste Straße Mallorcas erreichbar ist, die MA-2141. image340Die 14 km lange Straße mit 12 gefährlichen Haarnadelkurven, wurde von einem italienischen Ingenieur im Jahre 1932 entworfen und überwindet fast 700 Höhenmeter.image75Kommt ein Bus entgegen,sieht es da schlecht aus. Wir kamen am späten Nachmittag gegen 18 Uhr und die Busse waren alle weg. Auch hier nicht ohne Dashcam.

Die Bucht selber ist eher ein Touristenmagnet. Der Parkplatz wird im Minutentakt mit 5 cent pro Minute abgerechnet und alles ist sehr touristisch aufbereitet.

image341Geht man schluchteinwärts durch die beiden Fußgängertunnel,image76wird es einsamer. Dort findet man eine kleine Badebucht.image342Wer möchte, kann dann tief in die Schlucht des Torrent de Pareis hinein laufen.image343Die großen Felsen erinnern etwas an den Grand-Canyon im Miniformat. Am Anfang ist der Weg noch harmlos, erfordert dann aber später viel Trittsicherheit. Auf das Wetter sollte man auch achten, denn wenn der Sturzbach bei Regen innerhalb kürzester Zeit zu einem reißenden Fluss wird, kann es dort ganz schön gefährlich werden. Wie liefen nur einige Meter hinein und machten uns dann auf den Heimweg.

Eigentlich wollten wir unterwegs ein Restaurant besuchen. Das schafften wir aber nicht mehr, da der Mietwagen zurück in die Station musste. So fuhren wir bis nach Sollier und durch den kostenpflichtigen Tunnel (5 EUR Maut) über die Schnellstraße und Autobahn in recht kurzer Zeit zurück nach Can Pastilla, gaben den Mietwagen ab und aßen erneut im „Soul Cafe“.

Im Anschluss besuchten wir den Bierkönig. Hier fühlten wir uns beide wohl. Sowohl Musik, als auch Publikum waren perfekt. Wir lernten einige Deutsche kennen und kamen auch deutlich später nachhause als bei den letzten Malen. Ein perfekter Tag mit einem perfekten Abend.

29.05.2016 – Abreise

Die Abreise ist leider immer das unangenehmste am Urlaub.

Nach einem guten Frühstück schauten wir uns noch die Promenade in Richtung Palma an und bereuten es, nicht schon eher dort gewesen zu sein. Hier fanden sich schön angelegte Wege, speziell auch für Radfahrer, die bis nach Palma führten. Wir hatten leider nur eine Stunde Zeit, dann wurden wir abgeholt. Der Heimflug war unspektakulär, bis auf eine neue Stewardess, die sich bei der Sicherheitsbelehrung permanent verhaspelte und dann selber in Gelächter ausbrach. Nach einigen Anläufen klappte es dann doch, was ihr durch einen tosenden Applaus gedankt wurde.

In Deutschland war das Wetter ähnlich wie bei der Abreise: Regen und Unwetter. In Darmstadt war das Schloßgrabenfest noch voll im Gange, so dass ich alleine mit dem Auto nachhause fahren musste 😉 Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen. Über Kommentare und Anregungen bin ich sehr dankbar.