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Testbericht Haaga 255 Kehrmaschine mit Bildern und Video

Schon seit vergangenem Jahr bin ich auf der Suche nach einer Kehrmaschine, nachdem ich dank eines Mausarms nicht mehr in der Lage bin, schmerzfrei den Besen über den Bordstein zu schwingen. Nachdem sich schon die Nachbarn oft über meinen Schmutz her machten, musste endlich eine Lösung her, um nicht den nachbarschaftlichen Frieden zu gefährden.

Die Ausgangssituation

Ich wohne in einem Reihenendhaus, mit einem etwa 35 Meter langen Gehweg an der Seite.Hinterm Haus befindet sich noch ein weiterer Gehweg von 7 Meter Länge, allerdings ohne Bordsteine und somit auch ohne Rinnstein. Vor dem Haus befindet sich dann noch eine Zufahrt, die inkl. Gehweg 5 Meter breit ist und 2 Stellplätze inkl. 10 Meter Gehweg auf Biopflaster. Die Fläche samt Zufahrt und Hauseingang beträgt gut 100 m².

Natürlich haben wir auch eine Terrasse und 2 gepflasterte Bereiche im Garten mit etwa 25 m² Fläche. Ach ja, die Hälfte der Straße ist laut Gemeindesatzung auch von den Anwohnern zu reinigen. Zusammen mit dem Gehweg sprechen wir also über ca. 300 m². Nicht wirklich viel für eine Kehrmaschine, aber eine Menge für einen Handbesen. Ich habe für die gesamte Reinigung der Flächen meist ca. 45 bis 60 Minuten gebraucht, je nach Verschmutzung, Häufigkeit der Reinigung und zu reinigenden Fläche. Den Stellplatz hatte ich bisher beispielsweise nur sehr selten gereinigt.

Die Suche nach der richtigen Kehrmaschine

…ist gar nicht so einfach. In die engere Wahl kam die Kärcher S650 und S750, die preislich zwischen 90 und 190 EUR liegen. Ich hatte allerdings schlechte Erfahrungen mit Kärcher gemacht. Mein Hochdruckreiniger, Fenstersauger und auch eine Dampfbügelstation hielten nicht wirklich lange. Auch wird bei den Kärcher Kehrmaschinen einiges bemängelt, insbesondere der Riemenantrieb, den man im Defekt nur sehr umständlich und kostspielig tauschen kann. Bei der S750 sorgte desöfteren das mittlere Führungsrad für Problem, da es schon bei kleinsten Hindernissen aus der Halterung bricht. Kärcher tauscht das zwar im Garantiezeitraum aus, aber was ist, wenn es danach passiert?

So kam ich also an den zweiten namhaften Hersteller von Kehrmaschinen, die Firma Haaga. Das kleinste Modell nennt sich Haaga 255 und ist für Privathaushalte konzipiert. Hier gibt es keinen Riemen, sondern einen Direktantrieb über eine Schnecke. Die Besenhöhe ist sogar verstellbar und man kann jedes Teil relativ problemlos tauschen und nachbestellen.

Das blligste Angebot erhielt ich im Onlineshop eines großen Baumarktes und so orderte ich vor einigen Tagen die Haaga 255 (175 EUR).

Erster Eindruck

Der erste Eindruck war gemischt. Die Haaga 255 besteht nahezu vollständig aus Kunststoff!. Nur die Griffe und Halterung der Schnecken an den beiden Bürsten sind auch Metall gefertigt. Dafür ist sie mit 6 kg extrem leicht und sogar einhändig problemlos zu transportieren. Dennoch reicht das Gewicht für eine sichere Straßenlage.

Zweiter Eindruck

Der Aufbau ist einfach. Man befestigt nur die Griffstange an den beiden Seiten mit der entsprechenden Schraube, die sich schon an der Maschine befindet. Aus Plastik natürlich, samt Gewinde, aber die Konstruktion wirkt dennoch robust. Die Bürsten können durch einen Regler in der Mitte in der Höhe verstellt werden. Dies ist eigentlich dafür vorgesehen, die Bürsten je nach Abnutzungsgrad näher an die Straße zu bringen, macht sich aber auch beim Fahren durch den Rinnstein bezahlt. Seitlich befindet sich jeweils eine Rolle, so dass man die Maschine auch direkt an einer Wand entlangfahren kann.Der Fangkorb lässt sich mit einem Handgriff zur Entleerung entfernen. Das ist bei anderen Herstellern nicht immer so einfach gelöst.

Abfahrt – erste Reinigung

Zuerst reinigte ich die gepflasterte Stelle vor meinem Gartenhaus. Hier lagen schon massig Blätter zum Aufkehren bereit. In wenigen Sekunden war der komplette Bereich gereinigt. Die von einigen Nutzern festgestellte Dreckspur in der Mitte der Maschine, war hier nicht zu finden. Diese tritt auch nur bei sehr feinem Schmutz auf.

Nun ging es an den Gehweg. Auch hier konnte ich nur staunend den Weg abfahren und zusehen, wie die Haaga 255 hinter sich eine einwandfrei gereinigte Strecke zurückließ. Da es recht windig war, wäre das mit dem Handbesen eine üble Quälerei gewesen.

Die Gartenmauer machte da schon mehr Probleme. Fährt man parallel zu ihr, bleibt man mit dem großen Rad hängen, bei einer leicht angewinkelten Fahrweise, wenn nur das vordere Führungsrädchen mit der Mauer Kontakt hat, gibt es auch hier fast keine Probleme. Da sich aber direkt unterhalb der Mauer ein etwa 8 cm dicker, leicht abgesackter Randstein befindet, bleiben hier doch einige Schmutzpartikel liegen. Die Bürste kommt einfach nicht so tief runter, aber das Ergebnis ist dennoch OK. Ggf. muss man hier mit dem Handbesen einmal kurz an der Wand entlangfahren und den Dreck in die Mitte des Gehwegs schieben.

Das Biopflaster der Zufahrt samt Stellplatz war ebenfalls gut zu reinigen, aber auch nur deswegen, da sich in den Fugen schon Moos gebildet hatte, wo sonst kleine Splitkörner liegen. Diese werden bei zu viel Druck ebenfalls mit heraus gekehrt, was natürlich nicht so toll ist. Mit der höchsten Einstellung an den Bürsten klappte das aber relativ gut.

Auch der Weg hinterm Garten war kein Problem, aber das schlimmste sollte am Schluss bezwungen werden: Der Rinnstein! Hier finden sich immer zahllose Kippen, Dosen, Taschentücher, Blätter etc. Die Maschine in der Spur zu halten, erfordert schon etwas Übung und ich musste die Bürsten ziemlich tief einstellen. Dabei berührte dann aber der Unterboden der Maschine die etwa 1 cm zum Bordstein überstehende Teerkante. Zahlreiche Kratzer waren die Folge, aber die Maschine soll ja nicht schön aussehen, sondern gut reinigen. Was soll ich sagen, das Ergebnis war tatsächlich sehr gut. Selbst feiner Reifenabrieb wurde aus dem Rinnstein herausgeholt! Dosen, Tücher, Kippen, alles fraß die Haaga 255 ohne Probleme.Beim Kehren wurde lediglich etwas Schmutz auf einem schmalen Streifen auf dem Teer verteilt. Da ich die Straße aber zum Schluss kehrte, war das für mich kein Nachteil.
Insgesamt braucht ich gut 10-15 Minuten für eine vollständige Reinigung. Nur für den Wege am Haus reichten mir auch 5-8 Minuten.

Den Auffangbehälter musste ich 3 Mal leeren. Auch wenn dieser noch nicht ganz voll ist, spuckt die Maschine schon den Dreck nach vorne aus, d.h. wenn sie die Blätter nicht mehr nach innen schiebt, sondern diese Außen hängen bleiben, ist es Zeit, den Behälter zu leeren.

Fazit

Ich hatte lange gezögert, mir eine Kehrmaschine zuzulegen. Das bereue ich schon fast, denn die Haaga 255 hat all meine Bedenken zerstreut. Sie reinigt schnell und zuverlässig Wege, sofern diese eben sind, und sogar den Rinnstein und macht auch vor großen Teilen wie Dosen nicht halt.

Preis: --
2 neu von EUR 273,650 gebraucht

Die auf dem ersten Blick billig wirkende Verarbeitung stört mich nicht weiter, denn die Haaga 255 erledigt zuverlässig ihren Job. Wirklich gravierende Nachteile konnte ich der Kehrmaschine von Haaga nicht anlasten, so dass sie für aktuell ca. 180 EUR aus meiner Sicht die bessere Wahl im Vergleich zu Kärcher ist.