Texel in 10 Tagen – Mein Reisebericht mit vielen Bildern und Video – Teil 1

Seit den späten 90ern fahren wir regelmäßig an die Nord- und Ostseesee. Meine Liebe gehört aber eindeutig dem Wattenmeer und dem manchmal auch rauhem Klima. Besonders schön fand ich immer die Tagesausflüge auf verschiedene, deutsche Inseln, wie Borkum, Helgoland oder Juist. Die spezielle Vegetation der Inseln mit ihren Dünen und Heiden, hat mich jedes Mal besonders fasziniert. 2018 hatten wir schon die Idee, die Insel Texel in Nordholland zu besuchen. Da wir aber erst sehr spät die Urlaubsplanung erstellen konnten, gab es kaum freie Unterkünfte und so verbrachten wir den Urlaub in Greetsiel in Ostfriesland. Texel geriet wieder in Vergessenheit.

Dieses Jahr wollten wir unbedingt nach Amsterdam und in diesem Zusammenhang kam Texel wieder auf. Amsterdam befindet sich nämlich quasi auf der Route nach Texel. So kam ich dann auf die Idee, beides zu verbinden. Zuerst eine Städtereise nach Amsterdam und im Anschluss gemütlich auf einer Insel entspannen. Ich buche ungern eine verbindliche Reise, da man ein Jahr im Voraus unmöglich absehen kann, ob man die Reise noch antreten kann oder möchte. So suchte ich also bei booking.com nach Unterkünften, die man innerhalb von 24 Stunden vor Anreise stornieren kann. Wir entschieden, vom 1.9. bis 5.9.2019 in Amsterdam zu verbringen und dann für 10 Tage bis zum 15.9.2019 nach Texel fahren.

In meinem Reisebericht zu Amsterdam in 5 Tagen, hatte ich schon ausführlich berichtet, was wir auf unserer Städtereise erlebten, zusammen mit vielen Tipps und Bildern. Hier möchte ich Euch nun einladen, mit mir auf eine Reise nach Texel zu kommen. Ich kann versprechen, es lohnt sich, denn Texel hat mich fasziniert und ich hatte das so auch nicht erwartet, auch wenn ich, wie eingangs erwähnt, ein Inselfan bin. Ihr werdet eine Menge schöne Bilder zu sehen bekommen, ein Video, dass ich mit meiner Drohne und Gimbal-Kamera gedreht habe und natürlich gebe ich Euch viele Tipps, wie man 10 Tage und mehr auf Texel verbringen kann. Diese liste ich nicht alle hier auf, sondern erwähne sie an den jeweiligen Stellen fett gedruckt in meinem Bericht.

Damit die Ladezeiten der Seite nicht zu lang werden, habe ich den Bericht in 2 Teile gesplittet. Wenn Ihr auf ein Bild in der Galliere klickt, wird es komplett angezeigt. Mit dem Zurück-Button im Browser, gelangt ihr wieder zum Bericht. Das Video findet Ihr nam Ende von Teil 3. Es wurde teilweise aus der Luft aufgenommen bei Sonnenaufgang.

Auf gehts…..

Donnerstag, 05.09.2019 – Tag 1 – Ankunft

Am Vormittag verweilten wir noch in Diemen, einem Vorort von Amsterdam. Den hatten wir ausgewählt, da die Anbindung in die Stadt mit der Tram hervorragend ist und man günstig für mehrere Tage dort parken kann. Das Fahrrad hatte ich IM Auto verstaut, da wir ja nur zu zweit unterwegs waren. Zudem benötigten wir nur 1 Fahrrad, da meine Partnerin aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht so mobil ist. Da wir gut aufeinander abgestimmt sind, gab es einen Mix aus etwas ruhigeren Tagen mit wenig körperlicher Anstrengung und einigen Tagen bzw. Teilen eines Tages, an denen ich mich zu Fuß oder mit dem Rad alleine auspowern konnte. Bevor es nach Texel ging, besuchten wir noch das „Muiderslot“, ein sehr schönes Schloß nahe Amsterdam und im Anschluss noch das Freilichtmuseum Zaanse Schans. Dieses befindet sich schon auf dem Weg nach Texel.

Bevor man nach Texel fährt, sollte man ein paar Dinge wissen. Zuerst einmal, dass man nur mit einer Fähre übersetzen kann:

TIPP: Freitag bis Montag kostet das Ticket für die TESO-Fähre 37 EUR, Dienstag bis Donnerstag nur 25 EUR! Es gilt für eine Hin- und Rückfahrt. Kontrolliert wird nur bei der Hinfahrt über eine Kamera, die das Kennzeichen scannt. Man muss das Ticket also normalerweise nicht mehr vorzeigen.

Das wusste ich natürlich schon vorher. Gekauft hatte ich das Ticket aber erst Online am Anreisetag nach dem Besuch des Freilichtmueseums Zaanse Schans in Amsterdam. Das reicht auch völlig aus. Beim Kauf gibt man das Kennzeichen an. Das wird bei der Einfahrt automatisch mit einer Kamera gescannt. Das Ticket braucht man also nicht mehr. Die Prüfung findet zudem nur auf der Hinfahrt statt. Allein die Anfahrt durch Den Helder, den Fährhafen, ist schon unheimlich interessant. Man fährt lange Zeit entlang des 75 km langen Nordhollandkanals, der Den Helder mit Amsterdam verbindet. In Den Helder sieht man dort schon die verschiedensten Schiffe und hat auch einen kurzen Blick auf den Museumshafen. Die Fähren verkehren stündlich von 6:30 Uhr bis 21:30 Uhr. Je nach Saison, kann es mehr oder weniger lange dauern, bis man auf die Fähre kommt. Mit der Hochsaison habe ich keine Erfahrung. Bei uns war es so, dass wir um 15:30 ankamen und die Fähre gerade abgelegt hatte. Wir mussten eine Stunde warten. Es war recht wenig los. Wären wir um 16:15 Uhr gekommen, hätte es auch noch locker für die Fähre um 16:30 Uhr gereicht.

Im Sommer kann ich mir vorstellen, dass man deutlich früher kommen muss. Eine Anzeigetafel informiert über die Abfahrt in verschiedenen Sprachen, auch Deutsch. Man kann das Auto also verlassen und vorne die Treppe hinunter gehen und im gut gepflegten und sauberen Bistro einen Kaffee trinken, eine Kleinigkeit essen oder nur mal aufs Klo gehen. Wieder im Auto, machten sich die Möwen breit. Warum auch immer, saßen einige auf den Autodächern. Das schien ihnen sehr zu gefallen. Vielleicht hielten sie nach etwas Eßbarem Ausschau? Pünktlich um 16:30 Uhr begann die spurweise Einfahrt. Gut, dass ich nicht erster war, sondern einige Pkws vor mir hatte. Man sollte sehr dicht auffahren, damit die Fähre auch voll beladen werden kann. Ein Platzanweiser zeigt einem wo es lang geht und so kam ich mit meinem Auto sicher in den Bauch der Teso Fähre. Nachdem die beiden Spuren links und rechts neben mir gefüllt waren, stiegen wir aus. Auch wenn die Überfahrt mit 20 Minuten sehr kurz ist, kann man das Auto verlassen und auf der Fähre etwas Trinken, Essen oder einfach nur die Aussicht vom Oberdeck genießen. Wenn man Glück und ein Fernglas hat, kann man sogar Seehunde auf einer der Seehundbänke entdecken .Nachdem der Hafen in Texel fast erreicht war, gingen wir wieder ins Auto und es dauerte nicht lange, da fuhren wir auch schon wieder auf Festland.

Als Unterkunft hatten wir B&B De Koog Texel gebucht, da man in De Koog recht zentral und in einem größeren Ort mit vielen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten untergebracht ist. Natürlich gibt es hier auch einen Fahrradverleih und viele Dienstleistungsbetriebe mehr. Auf dem Weg zur Unterkunft stoppten wir in Den Burg, der „Hauptstadt“ mit der Touristeninformation. Hier wollten wir ein paar Kleinigkeiten einkaufen und ich steuerte einen „Alber Heijn“ Markt an. Parken war kein Probpem, aber hier sollte man wissen, dass es auf Texel eine sog. „e-Vignette “ gibt:

TIPP: Parken auf Texel ist einfach, aber nahezu in jedem Ort kostenpflichtig. Es gibt hier die fortschirttliche e-Vignette. Diese kann man Online oder am Automaten kaufen. Die Gebühren betragen aktuell 2,50 EUR p. Stunde, 10 EUR pro Tag, 20 EUR pro Woche oder 30 EUR für ein ganzes Jahr. Bei mehr als einer Woche, sollte man sich also die Jahresvignette für 30 EUR kaufen. Da hier das Kennzeichen mit übertragen wird, braucht man keinen Parkschein oder dergleichen, da der Kontrolleur anhand des Kennzeichens erkennt, ob man bezahlt hat.

Im Albert Heijn Markt deckten wir uns also mit dem Nötigsten ein: Snacks, Texels und Wasser. Da ich den Reiseführer vorher nur grob überflogen hatte, dachte ich, dass man schon Englisch können sollte. An der Kasse wurde ich dann beim Bezahlen mit der Frage „Möchten Sie ein Bonusheft“ in nahezu akzentfreiem Deutsch überrascht. In Texel spricht man nämlich Deutsch. Nahezu fast überall! Ich kam mir fast vor wie auf Mallorca und überlegte, ob man nicht auch Texel als weiteres Bundesland deklarieren sollte. So ging es tatsächlich weiter. Nach dem Einkauf kamen wir dann in De Koog in unserer Unterkunft an. Die Besitzerin namens Gina begrüßte uns gleich auch in sehr gutem Deutsch. Das Zimmer gefiel uns sehr und die Lage war super, nur 5 Minuten von der Innenstadt entfernt und einen Parkplatz direkt vorm Haus. Auf dem Zimmer gibt es kostenlosen Tee und eine Senseo Kaffeemaschine. Auch die Pads selber werden täglich samt Milch nachgefüllt. Die Überraschung und Freude sollte an der Stelle aber noch nicht zu Ende sein.Nachdem wir eingecheckt hatten meldete sich der Magen. Etwas Eßbares musste her. Wir gingen also ins Zentrum und da war ich erst einmal schockiert: Eine Freßmeile tat sich vor uns auf, wie man sie nur aus den südlichen Gefielden wie Spanien, Italien oder Portigal findet. Ein Laden reiht sich an den nächsten und die Wahl ist nicht leicht. Zum Glück fehlen hier aber die Werber, die einen schon vor der Tür mit der Speisekarte in der Hand entgegen laufen, um einen ins Restaurant zu locken. Da wir Lust auf Italienisch hatten, entschieden wir uns für das Isola Bella, eine Pizzeria am südlichen Ende der Fressmeile. Hier ließen wir uns eine leckere Pizza schmecken und ich genoß mein erstes Texels „Skumkoppe“ der Insel-Brauererei Texel. Dabei handelt es sich um ein Weizenbier und Skumkoppe bedeutet wörtlich übersetzt Schaumkrone. Dazu aber später mehr, da natürlich auch eine Brauereibesichtigung auf dem Programm stand.

Da der Tag doch recht anstrengend war, gingen wir nach dem Essen auch gleich zurück ins Zimmer und überlegten noch, was wir denn am nächsten Tag unternehmen konnten. Einen kompletten Plan hatten wir nicht, nur den Reiseführer und ein paar Dinge, die auf jeden Fall sein mussten, wie eine Kutterfahrt oder den Besuch weiterer Dörfer. Es sollte ja ein ruhiger und entspannter Urlaub ohne Unternehmungsdruck werden.

Freitag, 06.09.2019 – Tag 2 – Ecomare – Paal 17

Um 9 klopfte es an die Zimmertür und nach dem Öffnen fanden wir das vor:Super, oder? So gönnten wir uns erst mal ein sehr ausgiebiges Frühstück und ich muss sagen, es war sehr lecker. Jeden Tag gab es etwas anderes. Omelett, Rührrei, Pfannkuchem, frische Gebäckstücke. Ein großes Lob an Gina und ihr B&B, denn so wohl haben wir uns bisher in keinem Hotel gefühlt.

Mit dem Auto ging es dann zum Paal 17, den Strand anschauen. Es war extrem windig, aber auch schön und wie der Strandpavillon so in den Dünen in die Landschaft integriert ist, gefiel uns auch. Hier spazierten wir etwas am Strand. Es war recht wenig los, Nebensaison halt. Mit dem T-Shirt hätte man hier frieren müssen und zum baden war mir das Wasser eindeutig zu kalt. Im Anschluss fuhren wir das kurze Stück zum Ecomare, ein Naturkundemuseum mit Seehundauffangstation. Hier kümmert man sich um kranke Tiere, wie eben z.B. Seehunde, wenn sie verletzt aufgefunden werden. Ich kannte schon die Seehundstation aus Norddeich, aber diese hier gefällt mir wesentlich besser, da durch das Museum, welches sehr viele Dinge zum Anfassen und ausprobieren, nicht nur für Kinder, enthält, der Sinn für die Natur und deren Schutz geschärft wird. So kann man sich z.B. informieren, wie durch Plastik das Meer verschmutzt, die Natur und auch die Tiere geschädigt werden. Es öffnet einem einfach die Augen noch mehr, wenn man sieht, was sich so alles im Bauch eines Vogels oder Fischs befinden kann.

Man lernt auch sehr viel über das Wattenmeer, die dort vorhandene Tierwelt, so dass man hier auch gut einen ganzen Tag verbringen kann, ohne das es langweilig wird. Man kann draußen bei der Fütterung von Schweinswalen, Robben oder Seehunden zusehen, innen befinden sich dann noch viele, weitere Aquarien mit allen möglichen Meeresbewohnern, wie Katzenhaie oder Rochen. Auch hier gibt es eine Fütterung, bei der zusätzlich auch sehr viel erklärt wird. Es gibt noch viele weitere Dinge zu sehen, die aufzuzählen, den Rahmen hier sprengen würden. Kurzum, eine sehr schöne Einrichtung, die mit Liebe geführt wird und wo es Spaß macht, einen Tag zu verbingen und man lernt ganz nebenbei eine Menge dazu.

Damit war der Teil „Sightseeing“ nach den Besuch des Ecomare auch abgeschlossen und wir fuhren zurück nach De Koog, um ein weiteres Restaurant in der „Fressmeile“ zu testen. Heute ging es zu „Susies Diner“, einem Schnellrestaurant im Stil der mordamerikanischen Diner Läden. Die Einrichtung war wirklich sehr authentischund wir probierten natürlich einen Burger mit Texels Skumkoope.Der Burger vom Texel-Rind schmeckte sehr lecker, genauso wie die Pommes und die Chefin informierte sich, eher restauranttypisch, wie uns das Essen schmeckte. Von außen etwas unscheinbar, aber ich kann Susies Diner auf jeden Fall empfehlen.

Samstag , 7.9.2019 – Tag 3 – Wandern am Strand und zu Bertusnol – Weingut De Kroon, Kirche Den Hoorn, Leuchtturm, De Cocksdorp

Man sieht schon, heute wurde das Programm erweitert. Frühstück gab es bei uns immer um 9 Uhr, also zu einer recht entspannten Aufstehtzeit. Ich hatte meine Kamera und Kameradrohne dabei und wollte den Sonnenaufgang am Strand von De Koog filmen und fotografieren. Um eine Drohne starten zu können, muss man sich natürlich an einige Regeln halten. So darf man in der Nähe von Straßen, Flughäfen, Wohngrundstücken oder Menschenmengen nicht fliegen und auch nicht in den Naturschutzgebieten, wie beispielsweise den Dünen, besonders zur Brutzeit, um die Vögel nicht zu stören. Am Strand von De Koog gibt es aber einen kleinen Abschnitt, der davon ausgenommen ist. Ich stellte meinen Wecker also auf 6 Uhr, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Strand zu sein. Während meine Partnerin noch fest schlief, ging ich zum Strand und lief vor zu den kleinen Strandhütten.Manche davon sind zu vermieten. In ihnen kam man praktisch alle Strandutensilien, wie Liegen, Strandzelt, Spielzeug etc. verstauen, ohne das man alles wieder mit nachhause schleppen muss.Hier machte ich einige Fotos und ließ auch meine Drohne kurz steigen, so dass ich über die Dünen in den Sonnenaufgang schauen konnte. Aufgrund der vielen Wolken, gelangen mir einige schöne Bilder. Mit Wolken am Himmel sieht ein Sonnenaufgang doch schon oft viel spektakulärer aus. Ich schlenderte noch eine Weile am Strand Richtung Paal 21 und bog danach ab in die Dünen, um einen Rundweg nach De Koog zu laufen. Hier kam ich am Aussichtspunkt „Bertusnol“ vorbei, von dem man eine tolle 360 Grad Rundumsicht hat. Bei dieser Düne handelt es sich mit 19,6 m um die höchste Erhebung Texels. Unverständlich, wieso man hier kein Gipfelkreuz gesetzt hat 😉 Von hier kann man den Weg noch ein Stück in Richtung Osten zur Inselmitte laufen, biegt dann am Ende des Weges rechts ab auf den „Fahrweg“ nach De Koog.

Kurz vor Ende des Weges führt dieser noch an einer schönen Schafscheune vorbei. Diese wurden gebaut, um den Schafen Zuflucht vor dem oft heftigen Westwind zu gewähren. Daher sind diese Scheunen auch nach Osten hin offen und das Dach fällt nach Westen ab, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten. Pünktlich zum Frühstück kam ich zu Hause an.

Da heute um 11 Uhr eine Führung im Weingut De Kroon stattfand, war das unser nächstes Ziel. Eine Voranmeldung war nicht notwendig. Zuerst waren wir sogar alleine, dann folgte eine Gruppe Niederländer und es wurde recht voll. Für 9 EUR Eintritt erfährt man direkt aus erster Hand, wie man auf Texel Weinreben kultiviert hat und herstellt. Auf Texel selbst wachsen allerdings nur die hellen Sorte, Rosé und Rotwein wachsen auf dem Festland. Bei so geringen Mengen, die hier produziert werden, sind die Preise natürlich etwas höher, aber die Qualität der Weine ist sehr gut. Die Führung fand überwiegend auf niederländisch statt, wir bekamen aber zwischendrin immer wieder mal eine kurze „Sonderbehandlung“ in deutscher Sprache. Nach Besichtigung der Weinreben, ging es in die heiligen Hallen der Weinherstellung. Natürlich durfte eine Weinprobe nicht fehlen. Insgesamt 3 Sorten standen zur Auswahl. Natürlich nahmen wir auch einige Flasche mit nachhause. Vor der Abfahrt fragte ich aber, ob ich mit der Drohne ein paar Fotos vom Weingut machen darf und auch hier wurde ich verwundert angeschaut, wieso ich überhaupt frage. Ich kann die Führung durch das Weingut auf jeden Fall empfehlen.Man erkennt hier sofort, dass die Eigentümer ihre Arbeit lieben und entsprechend präsentieren. Im Anschluss fuhren wir noch nach Den Hoorn, um uns die schöne Kirche anzsuchauen. Heute war sie nicht so fotogen, daher folgen später noch schönere Bilder.

Nun wollte ich aber endlich den Leuchtturm sehen. Da auf Texel alles so schön nah beieinander liegt, dauerte es auch nicht lange, bis wir dort waren. Er wurde 1864 erbaut, da die Gewässer um Texel sehr gefährlich waren. Das war gar nicht so einfach, denn der Texeler Notar Kikkert brauchte Jahre, um mit diesem Anliegen Erfolg zu haben. Im 2. Weltkrieg spielte sich hier ein georgischer Aufstand ab. Die etwa 100 Georgier hatten keine Lust mehr, sich der deutschen Armee anzuschließen und besetzten den Leuchtturm. Leider hatten sie damit keinen Erfolg und alle starben beim Beschuss des Leuchtturms. Der Leuchtturm wurde dadurch stark beschädigt und musste renoviert werden. Man baute allerdings eine Mauer um den Leuchtturm und wenn man auf Höhe des 5. Stocks ist, kann man zwischen beiden Mauern herum laufen und die Einschüsslöcher erkennen. Inklusive der beinahe 20 m hohen Düne, dürfte man sich nach Bewältigung der 118 steilen Stufen, etwa 40 m über dem Meeresboden befinden. So hat man von hier eine überragend schöne Aussicht über die gesamte Insel, die heute etwas bedrohlich wirkte.Der Leuchtturm, auf niederländisch Vuurtoren genannt, ist das Wahrzeichen von Texel und Motiv vieler Postkarten der Insel. Am Strand gibt es allerlei zu beobachten. So sind hier viele sog. „Kitebuggys“ unterwegs, kleine motorlose Buggys, die von einem Gleitschirm geflogen werden. Da meine Partnerin nicht mit nach oben kam, stieg ich bald wieder hinab und schaute mir noch kurz ein paar Informationen zur Geschichte des Leuchturms an, die auf den verschiedenen Stockwerken verteilt waren.

In der Strandbar Faro 2 setzten wir uns dann draußen auf die Terrasse und genossen einen Latte Macchiato, bevor wir dann einen Abstecher nach De Cocksdorp machten.Hier kamen wir gerade richtig, denn es fand eine Straßenparty statt mit einer Kölschen Mundart Band und vielen marktähnlichen Ständen, wo man diverse Waren und auch Lebensmittel einkaufen konnte. Hier sahen wir uns eine Weile um, bekamen dann aber Hunger und kehrten im Eetcafé de Rog ein. Bei dem Begriff „Eetcafé“ würde man spontan nur an ein Café denken, aber generell werden auch Restaurants so in den Niederlanden genannt. Nicht nur wegen des Festes waren aber alle Tische belegt. Der Wirt hatte jedoch Erbarmen und gab uns einen Platz am Tresen. Ich bestellte Seezunge, meine Partnerin Pasta. Das Essen kam prompt und war extrem lecker. Als der Wirt sah, dass ich etwas unbeholfen die Seezunge von ihren Gräten befreite, kam er sogar zu mir hier herum und gab mir einen Schnellkurs im Fisch essen. Was ein Service und alles auf eine sehr freundliche Art. Es war natürlich sehr laut, der Lärm von der Straße, das volle Restaurant, aber alles war perfekt. Hier ließen wir den Abend dann ausklingen, bevor wir satt und zufrieden zurück nach De Koog fuhren.

08.09.2019 – Tag 4 – Radtour nach Oudeschild und Planwagenfahrt

Bereits am Freitag hatten wir uns bei Jan Plezier zur Planwagenfahrt um 14 Uhr angemeldet. Mit 20 EUR für fast 4 Stunden ein sehr günstiger Preis, erst recht für holländische Verhältnisse. Da es nach dem Frühstück noch eine Weile bis dahin war, fuhr ich noch eine Runde mit dem Fahrrad nach Oudeschild zum Hafen. Die Radwege sind wirklich ein Traum.Entweder gibt es einen zweispurigen Weg neben einer Hauptstraße oder aber sogar eigene, geteerte Radwege, wie man es hier bei uns in Deutschland kaum findet. Insgesamt fast 180km macht das Radwegenetz auf. Damit man sich immer zurecht findet, sind an wichtigen Kreuzungspunkten Hinweistafeln mit einer Karte angebracht. Jeder dieser Punkte trägt eine Nummer, so dass man anhand einer Reihe von Nummern eine Route planen kann. Der Weg nach Oudeschild war jetzt nicht wirklich sehr lang, hin- und zurück dauerte meine kleine Sonntgastour vielleicht 2 Stunden bei gut 20 km. Für einen ersten Eindruck, was mit dem Rad möglich ist, war diese Tour aber hilfreich und ich hatte noch 2 weitere Touren geplant, eine zum nördlichen und eine zum südlichen Teil der Insel. Die Fahrradkarte kann man sich für 1,85 EUR bereits im Vorfeld per Post beim Tourismusbüro bestellen. Das hatte ich leider versäumt und so fotografierte ich einfach einen der Knotenpunkte.Gegen Mittag und nach fast 40 km Strecke war ich wieder zu Hause. So war noch genug Zeit zum duschen, um rechtzeitig zur Haltestelle beim Lidl zu laufen, wo die Planwagenfahrt startete. Diese ist auch im Video enthalten.

2 junge Damen, eine davon sprach Deutsch, begleiteten die Fahrt. Diese führte durch das Naturschutzgebiet De Muy bis hin zu De Slufter. Unterwegs bekamen wir jederzeit Erläuterungen und auch Fragen wurden freundlich beantwortet wie z.B. die, warum manche Schafe blaue Nummern tragen. De Muy und De Slufter unterscheiden sich grundlegend. Beim De Muy handelt es sich um ein noch sehr junges Dünengebiet, entsanden nach mehreren Deichbrüchen durch stehendes Wasser, dass sich dort sammelte. Da das De Muy vom Salzwasser abgeschlossen ist, ist die Plfanzenwelt nicht ganz so üppig, wie im De Slufter. Man findet Kiefern und zahlreiche Beeren, manchmal auch Orchideen. Aufgrund der Beeren und dem kleinen See, haben sich hier viele Vogelarten angesiedelt, wie auch der seltene Löffler.

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Im De Slufter sieht es anders aus. Die offene Bucht wird nach Vollmond von einer Springflut geflutet und so kann hier das Wasser weiter eindrigen, da De Slufter zur Nordsee hin offen ist. Normalerweise reicht das Wasser aber nur bis zu den Prielen. Das einlaufende Wasser bringt natürlich allerhand Nahrung in Form von kleinen Meeresbewohnern wie Krabben und Garnelen mit. Daher fühlen sich auch die Vögel wohl, besonders Komorane sind hier regelmäßig anzutreffen. Dennoch sah ich meinen ersten Komoran erst kürzlich auf Mallorca. 😉 Daneben brüten am futterreichen Boden auch zahlreiche Singvögel und salzliebende Blühfpflanzen wie die Grasnelke. Beide Gebiete eignen sich hervorragend zur Vogelbeobachtung. Ich war enige Male sehr früh unterwegs und es gab sehr viel zu sehen. Wandern ist hier auch auf ausgezeichneten Wegen möglich. Farbliche Markierungen (blau, gelb oder grün) markieren die Wege. Zur Brutzeit kann es aber sein, dass Wege nicht zugänglich sind. Wir machten Rast am De Slufter mitten zwischen den Dünen und es gab Kaffee, Tee und kleine Kuchen. Es gab genug Zeit, sich umzusehen und ein paar Schritte zu laufen. Es wurde immer wieder vieles erklärt, z.B. auch einiges über die Physiologie der Pferde. Ich wusste z.B. nicht, das Pferde schwitzen können und auch müssen, da es sonst ein Hinweis auf eine Erkrankung sein kann. Nach der Pause ging es wieder zurück.Auch hier gab es immer wieder interessante Infos. An einer etwas steileren Stelle, sollten einige absteigen und zu Fuß laufen, was aber auf dem Hinweg nicht der Fall war. Hintergrund: Man gewöhnt die Pferde daran, auch ein bisschen was zu leisten, daher blieb der Wagen auf dem Hinweg besetzt. Beim Rückweg wurden sie jedoch entlastet.Pferde sind aber schlau. Würde man sie ständig entlasten, hätten sie keine Lust mehr, mit dem voll besetzten Wagen über die steile Stelle zu laufen und würden einfach stehen bleiben. Nach einer Weile gab es dann einen „Kurzen“ oder auch 2 oder 3, je nach Lust.Die beiden jungen Damen waren super freundlich und so blieb diese Fahrt als ein besonders schönes Highlight in Erinnerung.

Zum Abendessen hatten wir einen Tisch in der Taveerne reserviert. Wir wollten heute die Keule vom Texel-Lamm probieren und ich muss sagen, dass man dort wirklich sehr gut essen kann.

Die Taveeren ist nicht unbedingt das preiswerteste Restaurant in De Koog, aber die Lammkeule war superlecker.

09.09.2019 – Tag 5 – Markt in Den Burg, Kutterfahrt mit der TX10, Wanderung im De Muy zum See

Montags findet in Den Burg immer ein Markt statt. Hier kann man alles mögliche kaufen, von Lebensmitteln, über Klamotten, bis hin zu Tierbedarf. Natürlich findet mal dort auch viele, regionale Produkte. Auch die schöne Kirche in Den Burg musste besucht werden.Während meine Partnerin unten Platz nahm, stieg ich die vielen steilen Stufen nach oben. Für 1 EUR Eintritt (Oder waren es 2 EUR, ich weiß es nicht mehr), fast schon ein Schnäppchen. Interessant auch die Geschichte, um die Glocke, die man auf dem Infoblatt nachlesen kann, welche man vor dem Besuch des Turms ausgehändigt bekommt. Die Glocke wurde einst von den Nazis gestohlen, dann aber sank das Schiff mit dieser und zahlreicher anderer Beute, wurde später von einem Fischer gehoben, der diese wieder an die Gemeinde verkaufte, um sein Schiff zu renovieren. Natürlich gibt es noch mehr in dieser schönen, schlichten, evangelischen Kirche zu entdecken. Die 117 Stufen zum Turm sind auf jeden Fall nichts, wenn man Höhenangst hat, denn schon innen schwebt man förmlich in der Höhe. Im Turm selbst ist auf einer Etage das alte, handgeschmiedete Uhrwerk zu bestaunen. Die Geschichte dazu, wird auf einem kleinen Bildschirm, leider nur auf niederländisch, erklärt. Nach einer weiteren Treppe, passiert man auch die Glocke. Aber Vorsicht! Nicht umsonst weist ein Warnschild darauf hin, dass zur halben und vollen Stunde die Glocke ihre Arbeit verrichtet. Steht man dann zufällig daneben, hört man vermutlich am Abend noch das Leuten. Die Aussicht vom Turm ist grandios. Auch hier hat man eine schöne, 360 Grad Rundumsicht über Den Burg. Für Wartungsarbeiten, kann man noch weiter hinauf. Wer traut sich?Da wir um 14 Uhr eine Verabredung mit dem Kapitain der TX10 hatten, um in See zu stechen und Krabben zu fangen, machten wir uns danach auf den Weg nach Oudeschild.

Die Tour kann man bequem am Vortag Online buchen, je nach Andrang sollte man sich noch früher um einen Termin bemühen.Es gibt noch viele, weitere Schiffe, die auch bis zu den Seehundbänken fahren, wir wollten aber nur einfach zum Krabben fischen, denn das hatte ich bei jedem Nordseeurlaub wieder verschoben. Der rauhbeinige Kapitain sieht wirklich wie ein richtiger Kapitain aus und ich will nicht wissen, was er so insgeheim über Touristen denkt, die sein Schiff betreten.Die Fahrt geht nicht weit hinaus, sondern ins flache Gewässer, weil man nur dort Nordseekrabben findet. Nach kurzer Zeit wurden die Netze ausgeworfen und der Fang eingeholt. Der Kapitain erklärte den Fang und Beifang, da neben Krabben so einiges anderes ins Netz ging, wie Plattfische und andere Krabbenarten etc. Danach wurde der Fang auf einem Förderband in eine Art Schleuder befördert, die alles voneinander trennte. Größere Fische wurden in ein Becken gesetzt, um sie dann wieder ins Meer zu entlassen. Nicht alle überlebten. Die Krabbenschleuder trennte also Beifang und Algen von den Nordseekrabben, die dann sofort im Anschluss gekocht wurden. Das ist auch notwendig, da sie sehr schnell verderben. Im Anschluss durften wir dann selber Krabben pulen. Dabei wird die Krabbe vorsichtig am Kopf in eine Hand genommen und der Schwanz leicht gedrückt, ohne zu quetschen und dann gedreht, bis er sich löst und abgezogen. Schon hat man das zarte, leckere Krabbenfleisch in der Hand. Am Ende der Tour bekamen wir alle eine Menge Krabben in einer kleinen Tüte mit nachhause. Das sollte man aber nur machen, wenn man sie auch wirklich isst. Ich verstaute die Krabben in meiner Kühltasche im Auto und dann tranken wir zunächst im Fischimbiss und Café Veroncia einen Kaffee samt Appeltaart.

Darauf ging es dann schon zum Abendessen in den Fischladen Vispaleis Smokehouse and Van der Star B. Man kann hier Fisch kaufen, aber auch bis 18 Uhr, also den normalen Ladenöffnungszeiten, auch Fisch essen. In unserem Fall hatten wir es auf die Kibbelinge abgesehen, frittierte Kabeljaustücke im Bierteig. Die waren richtig lecker und die Portion auch ausreichend.Auf dem Heimweg, entdeckte ich eine noch neue Aussichtsplattform, an der ich endlich einen Löffler zu sehen bekam:

Nachdem wir zu Hause ankamen, machte ich noch eine kleine Wanderum zum See im De Muy, um einige Bilder vom Sonnenuntergang einzufangen.Ich ging den blauen Rundweg, der schon einige km lang war.Zu Hause bestand der Rest des abends darin, die restlichen Krabben zu pulen und zusammen mit einem Skumkoppe zu verspeisen.

10.09.2019 – Tag 6 – Brauereibesichtigung bei Texels und Radtour im Norden

Heute verbrachten wir den Tag weitgehend getrennt. Während meine Partnerin etwas ausspannen wollte, begann mein Tag mit dem Rad in Richtung Oudeschild zur Texels Brauerei, die es zu besichtigen galt.

TIPP: Die Besichtigungen sind sehr gefragt und sollte man schon mindestens 2 Wochen vorher von Deutschland aus buchen. Deutsche Touren werden auch angeboten.

Die Route war nahezu dieselbe wie schon einige Tage zuvor, nur dass ich bei Texels stoppte. Die Brauerei befindet sich kurz vor Oudeschild an der Hauptstraße. Man bekommt ein Ticket für die Tour und eines für die Probe von 4 Bieren. Insgesamt braut Texels 11 Sorten, von spritzigen leichten Bieren, bis hin zu Bockbieren mit über 9% Alkoholgehalt. Es gibt nur kleine Flaschen mit 0,3 l oder 20 l Fässer. Dazu noch spezielle Editionen mit besonders großen Flaschen. Die Niederländer trinken auch eher nur kleine Biere. Man sieht selten jemand, der sein Bier aus einem 0,5 l Glas genießt, was bei uns fast schon normal ist.

Die Mitarbeiter bei Texels sind alle jung, dynamisch und sehr freundlichen. Man braut dort schon seit 1999 über 3.5 Millionen Liter Bier im Jahr. Das klingt viel, ist aber im Vergleich zu Brauereien wie Heineken sehr wenig. Hier werden im Jahr fast 240 Millionen Liter gebraut. Dafür exportiert Heineken auch weltweit, die Biere von Texels bleiben in den Niederlanden.

Zu Beginn wurden wir in einen Filmsaal geführt. Es gab einen Kopfhörer. Dieser war aber nur für die Produktionshallen gedacht, da es hier sehr laut ist. Der Mitarbeiter erklärte ein wenig zur Bierherstellung und woher die Zutaten stammen. So verwendet man z.B. nur Dünenwasser für die Herstellung des Texels, der Hopfen kommt jedoch aus dem Süden, da dieser auf Texel nicht gedeihen würde. Dann schauten wir einen Film, der weitere Infos lieferte.

Wirklich interessant wurde es aber erst jetzt, denn wir durften in die Produktion und uns alles anschauen, wie z.B. die hochmoderne Abfüllanlage für die 0,3 l Flaschen.Dahinter befinden sich die Braukessel. Wirklich groß ist die Anlage aber nicht, zusammen mit den Erläuterungen war es aber eine schöne Tour, die man als Bierliebhaber mal gemacht haben sollte.

Die Bierprobe fand im Gastraum statt. Wir probierten „Sommerfeugel“, ein leichtes spritziges Bier, das etwas stärkere und leicht bittere „Goudkoppe“, das malzige „Vuubaak“mit Röstaromen und „Springtij“, ein etwas kräftigeres Frühlingsbier. Die Zusammenstellung war nicht so mein Geschmack, da wir ja schon Herbst hatten und da andere Sorten besser gepasst hätten. Dem Sommerfeugel konnte ich gar nichts abgewinnen, da es sehr sauer schmeckte. Man trinkt bei einer Bierprobe übrigends in einer vorgegeben Reihenfolge, beginnend mit dem leichteren Bier bis hin zu den stärkeren Bieren.

Ich sah mich noch etwas im Laden um, aber für Mitbringsel war mein „Fahrzeug“ zu klein.

Ich musste also noch einmal wiederkommen. Da es draußen gerade heftig regnete, trank ich noch ein weiteres Bier im Hof.

TIPP: In den Niederlanden gilt die 0,5 Promille Grenze auch fürs Rad, im Gegensatz zu Deutschland, wo man mit bis zu 1,6 Promille noch aufs Rad steigen darf.

Als der Regen nachließ, fuhr ich nach Oudeschild, um am Deich entlang nach De Cocksdorp und zum Leuchtturm zu fahren. Dort befand sich aber eine Baustelle und Umleitung. Ich musste wieder etwas zurück und eine andere Strecke nehmen. Glücklicherweise war aber genau dort recht wenig los und der Flug mit der Drohne erlaubt. So drehte ich einen Teil meines Videos und machte einige Bilder von Oudeschild. Auch der Bereich mit dem Naturschutzgebiet konnte ich mit ausreichend Sicherheitsabstand ablichten, zumal ich mich diesen ja mit dem Rad in Kürze nähern sollte.

Entlang der Straße nach De Cocksdorp finden sich einige Naturschutzgebiete. „Wagejot“ ist eines von ihnen. Sie liegen so dicht an der Straße, dass man Vogelbeobachtungen direkt aus dem Auto mit heruntergelassener Scheibe machen kann. Hie brüten im Frühjahr Vögel und es finden sich auch sonst oft ganze Kolonien der verschiedensten Vogelarten. Ein Stück weiter Richtung Norden, findet sich auch eine schöne Windmühle „Het Noorden“, die als Fotomotiv hervorragend geeignet ist. Hier wechselte ich auch auf die andere Seite, da neben dem Deich, direkt am Wattenmeer, alles geteert ist und man sehr viel Platz hat.

Gegen 17 Uhr kam ich am Leuchtturm an. Wir hatten im „Vogelhuis Oranjerie“ einen Tisch um 19 Uhr reserviert. Da ich merkte, dass es eng würde, schob ich noch eine Stunde nach hinten, sehr zum Leidwesen meiner schon hungrigen Partnerin daheim. Ich wollte mich nicht hetzen und gönnte mir im Faro 2 wieder ein Heißgetränk, einen Kaffee mit Karamell.

Der Heimweg führte entlang „De Slufter“ und „De Muy“ bzw. direkt daneben, denn mit dem Rad darf man hier nicht überall und jederzeit fahren. Langsam merkte ich meine Weichteile und als ich zu Hause ankam, hatte ich fast 60 km zurückgelegt. Es war zum Glück noch genug Zeit zum duschen und umziehen.

Das „Vogelhuis Oranjerie“ gibt es schon selr lange. Der erste Teil des Namens stammt noch aus der Zeit, als in den 30ern die ersten Vogelkundler auf die Insel kamen und Touristen Texel noch gar nicht kannten. Sie übernachteten damals hier, nun findet sich dort auch das Restaurant „Oranjerie“, in dem man sehr gut essen kann. Wir nahmen beide den Lammtopf mit geschmortem Lamm, welcher sehr, sehr lecker war. Der typische „Hammelgeschmack“ fehlt hier total, da das Fleisch sehr frisch ist und es dadurch eher einen zarten Geschmack besitzt. So kannte ich Lamm noch nicht und dieses Abendessen war der perfekte Ausklang für diesen Tag.

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