Testbericht Mobiles Klimagerät Comfee Eco Friendly mit vielen Bildern

Ich wohne in einem Reihenhaus und das Schlafzimmer befindet sich im Dachgeschoß. Wer schon einmal in einem Dachgeschoß gelebt hat, kann sich sicher vorstellen, dass es dort im Sommer sehr heiß werden kann. Temperaturen jenseits von 35°C sind im Sommer schnell erreicht. Deswegen habe ich schon länger mit dem Gedanken gespielt, mir eine Klimanalage zu installieren. Liest man sich in die Thematik ein, findet man 2 Typen von Klimaanlagen, die sog. Split Klimaanlagen, sowie mobile Klimageräte. Bei einer Split Klimaanlage ist das System geteilt. Wer in südlichen Ländern unterwegs ist, wird diese Geräte kennen. Ganze Außenwände von Hotels sind mit den Lüftern dieser Geräte gespickt. Bei Splitgeräten fließt das Kältemittel zwischen einer Innen- und Außeneinheit. Der Kompressor befindet sich dabei Außen, samt Lüfter. Da dieser für die lauten Geräusche verantwortlich ist, bleibt es im Wohnraum relativ ruhig. Man hört hier nur das Lüftergeräusch. Das Kältemittel muss aber von einem Fachmann eingefüllt und die Anlage auch von diesem installiert werden. Das kostet, oft bis zu 3000 EUR und mehr.

Daneben gibt es auch Split Anlagen, bei denen das Kältemittel schon enthalten ist. Das Verbindungskabel zwischen Außen- und Inneneinheit besitzt eine Kupplung und kann so einfach gesteckt werden, wenn der Mauerdurchbruch gestemmt ist. Hier fallen um ca. 1000 EUR an, die Installation kann man theoretisch selber durchführen, auch wenn man es offiziell nicht darf.

Die mobilen Klimageräte enthalten alle Komponenten in einem Gerät. Dadurch sind diese auch sehr laut, denn man hört neben dem Lüfter eben auch den Kompressor. Die einfachsten besitzen einen Abluftschlauch. Dieser befördert die warme Luft nach Außen. Dazu muss der Schlauch durchs Fenster gelegt werden. Dieses bedarf aber eine entsprechenden Abdichtung. Dazu gibt es verschiedenstes Zubehör, einen sog. „AirLock“, eine Art Schutzüberzug fürs Fenster, indem der Schlauch eingeklemmt wird. Ganz luftdicht ist das freilich nicht. Findige bauen sich Plexiglasplatten mit entsprechenden Ausschnitten ans Fenster. Die Luft zum Betrieb saugt das Gerät dann aus dem Raum, bei schlechter Abdichtung dann wieder aus dem Fenster und durch den Raum. Das bringt natürlich wenig und die Leistung ist entsprechend schwach. Bessere Geräte besitzen 2 Schläuche, die nach Außen gelegt werden, so sind dann der Zu- und Abluftkreislauf optimal getrennt. Der Schlauch selber, wird im Betrieb aber auch recht warm und heizt den Raum wiederum zusätzlich auf. Daher besitzen diese mobilen Klimageräte einen sehr schlechten Ruf.

Soweit so gut. Seit Juli 2018 gibt es bei der Stiftung Warentest einen Testbericht, bei dem auch das Comfee Gerät mit 2,8 recht ordentlich abgeschnitten hat. Obwohl ich ein Split Gerät installieren könnte, wollte ich lieber ein mobiles Gerät. Es braucht zwar etwas mehr Strom, ist weniger effizient, aber wenn man ein gut gedämmtes Haus besitzt, könnte das reichen.

Ausgangssituation

Mein Schlafzimmer ist 25 m² groß und besitzt wegen 5 Meter Deckenhöhe im Giebel 75 m³ Raumvolumen. Es befinden sich 2 Fenster im Raum. Ein Dachfenster mit einem solarbetriebenen Rolladen an der Außenseite, sowie ein normales Kunststofffenster an einer Seite, welches auch mit einem Rolladen bestückt ist. Wenn beide Rolläden tagsüber unten sind, lässt sich die Hitze schon manchmal auf ein erträgliches Maß reduzieren. Aber nicht immer. Dann kann ich nicht schlafen und ich wache oft auf und bin am nächsten Tag kaum noch arbeitsfähig.

Das Comfee Gerät und seine Daten

Das Comfee Eco Friendly besitzt Propan R290 als Kältemittel. Die Splitgeräte und auch meisten mobilen Klimageräte (auch Monoblock genannt), nutzen das noch deutlich umweltschädlichere R410A. Da ich umweltbewusst bin, sollte es ein Gerät mit Propan sein. Es besitzt eine BTU von 10.000 pro Stunde. Mit BTU wird die Kühlleistung gemessen. In diesem Fall besitzt das Gerät also eine Kühlleistung von 2900 Watt. Es ist geeignet für Räume bis 32 m² oder 80 m³. Da hatte ich Zweifel, zudem man sagt, dass man die Herstellerwerte gut halbieren kann, denn hier handelt es sich um MAXIMALWERTE!!!Aber mein Haus ist gut gedämmt und so hoffte ich, dass mir das reicht. Daneben kann dieses Gerät auch die Luft entfeuchten. Dazu besitzt es einen Tank. Den kann man aber nicht rausnehmen, sondern man muss mit dem beiliegenden Schlauch den Tank entwässern, indem man diesen unten hineinsteckt, nachdem man die Schutzkappe entfernt hat,und oben ein kleines Drehventil öffnet, damit das Wasser ausfließen kann. Umständlich. Reine Ventilation ist auch möglich. Daneben besitzt das Comfee Eco Friendly auch einiges an Schnickschnack: Es gibt einen Timer, eine Swinger Funktion, bei der die obere Klappe permanent in Bewegung ist, damit die Luftverteilung optimiert wird. Alles kann mit der beiliegenden Fernbedienung gesteuert werden. Sogar das Display des Klimageräts lässt sich ausschalten, damit man im Schlaf nicht durchs Licht gestört wird. Bei reiner Ventilation sinnvoll, da es dann nicht so laut ist. Einen Sleeptimer gibt es ebenfalls. Zudem wird das Kondensat dazu verwendet, den Kompressor zu kühlen. So schafft es die Energieeffizienzklasse A+, was schon beachtlich ist. Ein herausnehmbarer Filter sorgt für saubere Luft:Der Stromverbrauch beträgt maximal 950 Watt, was ungefähr 1 kWh an Energie entspricht, wenn das Gerät 1 Stunde läuft, auf maximaler Leistung. Bei ca. 28 Cent pro Kilowattestunde, kann sich jeder den Stromverbrauch selber ausrechnen. Bei 3 Stunden Betrieb pro Tag sind das in einem Monat fast 30 EUR. Mit 64 dbA ist das Comfee Gerät schon sehr laut. Daher schalte ich es vor dem Schlafengehen ein und danach aus. Durch die gute Dämmung, hält das Zimmer die Temperatur recht lange. Der Arbeitsbereich liegt zwischen 17°C und 35°C, ähnlich wie beim Auto. Es können bis zu 26 Liter pro Tag an Luftfeuchte aus der Luft geholt werden. Dadurch wird die Luft nicht nur angenehm kühl, sondern auch nicht mehr so tropisch feucht. Mit 31.5 kg ist das Gerät sehr schwer und lässt sich, trotz Tragegriff, nur sehr schwer alleine transportieren. Aufgrund der Laufrollen, kann es aber in derselben Etage problemlos bewegt werden.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist üppig:Neben dem Klimagerät, ist ein komplettes Anschlußset enthalten, bestehend aus Abluftschlauch mit zahlreichen Adaptern. Dazu gehört auch eine einstellbare Platte, die man z.B. bei einem Schiebfenster verwenden kann, um den Schlauch dicht nach außen zu führen. Sowas gibt es in Deutschland natürlich weniger, daher müsste man sich zum Betrieb mit einem Dreh-/Kippfenster einen sog. Airlock besorgen.

Die Anleitung ist umfangreich, für die mitgelieferte Fernbedienung gibt es eine extra Anleitung.Auch die Batterien sind schon enthalten.

Aufbau und Inbetriebnahme

Jetzt wird es spannend. Ich wollte mir erst diesen Airlock besorgen, dann überlegte ich aber und setzte die Anschlußplatte genau in die Rolladenschienen in meinem Fenster. Das passte fast, denn der Fensterrahmen sorge dafür, dass die Platte zu tief saß. Also schnell einen alten Karton untergestellt, so dass sich die Platte exakt auf derselben Höhe, wie der Rahmen unten befindet. Da das Fenster schmal ist, musste ich diese noch etwas kürzen. Beim Herablassen des Rolladen, ist das Fenster so nahezu dicht.

Der Schlauch wird einfach hinten mit einem weiteren Adapter auf die Klimaanlage gesteckt. Die Clips rasten in Schlauch und Anlage problemlos ein.Nachdem der Schlauch auf die passende Länge ausgezogen war, konnte ich das Gerät einschalten. Manche bemängeln den zu kurzen Schlauch mit nur 1,50 m. Mir reicht das aber aus, da das Gerät direkt unterm Fenster steht.Nach dem Einschalten, kam zuerst nur ein warmer Luftstrom. Es dauert wohl etwas, bis der Kondensator seine Arbeit erledigt. Dann verließ ich das Zimmer und wollte in ein paar Stunden wieder nachsehen, wie stark sich der Raum abgekühlt hatte. Ich musste aber schon nach 15 Minuten wirder hinein. Beim Verlassen hatte das Thermometer 28°C angezeigt, nach 15 Minuten waren es nur noch 25°C und man konnte zusehen, wie die Temperatur in 0,1 °C Schritten kontinuierlich sank. Nach 1 Stunden waren es 22°C und der Luftstrom war eiskalt, wie im Auto auf niedrigster Stufe.

Fazit

Trotz anfänglicher Zweifel und den Vorbehalten gegenüber mobilen Klimageräten, hat mich dieses preiswerte Gerät vollkommen überzeugt. Für ca. 350 EUR bekommt man ein modernes, leistungsfähiges, sparsames und umweltfreundliches Klimagerät mit einfacher Bedienung, sehr guter Verarbeitung und verständlicher Anleitung.

Test ließ sich so detailliert nicht aus, deswegen habe ich das mit meinem Bericht nachgeholt. Wenn man einen einigermaßen gut gedämmten Raum besitzt, diesen tagsüber gut abschattet, dann kann man in kurzer Zeit die Temperatur auf angemehme 22°C bis 24°C herunter kühlen und gleichzeitig auch die Luftfeuchtigkeit reduzieren, um so entspannt durchzuschlafen. Ich kann den Kauf uneingeschränkt weiter empfehlen.