Erfahrungsbericht und Testbericht zum TREKSTOR eBook Reader Pyrus / Liro Ink mit vielen Bildern und Video

Einen eBook Reader kaufen ? Das wäre für mich vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen. Ich bin wahrlich kein Technikverweigerer, aber einen eBook Reader hielt ich bisher – neben einem Tablet PC und digitalem Bilderrahmen -  für die unnötigste Investition überhaupt. Bücher müssen im Regal stehen und davon möglichst viele. Schließlich zeigt es den Besuchern, dass man sehr belesen ist und wer keine Bücher daheim im Regal hat, gilt mitunter als ungebildet. Außerdem: Wer möchte schon dass Aussterben eines der wichtigsten Kulturgüter unterstützen?  Alles nur Vorurteile?

Als gelegentlicher Kunde in den Weltbild Filialen, fiel mir des Öfteren der TREKSTOR eBook Reader 3.0 ins Auge. Einmal konnte ich mich sogar überwinden und eines der Vorführgeräte in die Hand nehmen. Wirklich begeistert war ich nicht, denn dieses Gerät ähnelte mehr einem  abgespeckten Tablet PC, als einem eBook Reader. Als treuer Amazon Kunde bemerkte ich natürlich auch die auffällige Werbung zum Kindle, WLAN, 15 cm (6 Zoll) E Ink Display, deutsches Menü und hatte mir die Modellbeschreibung erst kürzlich genauer angesehen. Ein E Ink Display deutet schon mehr auf den eigentlichen Nutzen eines solchen Gerätes hin: Bücher lesen und das möglichst überall. Aber für 99 EUR kann man auch eine Menge Bücher kaufen und überhaupt: Ein solches Gerät kommt mir nicht ins Haus, basta!

An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Exkurs zu meinen Lesegewohnheiten machen. Ich lese nicht extrem viel, aber extrem oft und meist mehrere Bücher gleichzeitig. Auf der Terrasse, in Bus und Bahn, auf dem Hometrainer, im Urlaub, am Abend im Bett und natürlich auf dem Klo. Wenn ich viel Zeit habe, lese ich gerade zum wiederholten Male an meiner gebundene Ausgabe von “Der Herr der Ringe”. Für die Spannung “zwischendurch” gibt es die Eifelkrimis aus meiner Heimat von Jaques Berndorf. Daneben lese ich auch gerne Biografien, zuletzt die sehr anstrengend zu lesende Biografie von Bill Clinton, die mir aber in gewissen Aspekten die Augen über die Vereinigten Staaten geöffnet hat. Meine Bücher kaufe ich bei Amazon, in Buchhandlungen oder auch ab und zu in Filialen von Weltbild. Hin und wieder bin ich auch in Antiquariaten unterwegs wie z.B. dem Bücherbahnhof auf der Insel Rügen. Dort kann ich mich stundenlang aufhalten und in alten Büchern blättern.

Dennoch: Gerade bei Fahrten in den Urlaub benötigen Bücher in meinem Koffer eine Menge Platz. Das ist insofern problematisch, da ich aus dem Urlaub auch eine Menge Bücher mitbringe wie z.B. letzten Sommer in Rügen. Dort hatte ich mich reichlich im Bücherbahnhof eingedeckt. Daneben kommt es auch ab und zu vor, dass ich eines meiner Bücher “verlege”. Auf dem Hometrainer kann man nur Taschenbücher lesen, weil gebundene Bücher zu schwer sind und durch die dann schwitzigen Hände auch der Einband feucht wird. Hin und wieder ertappte ich mich dann bei dem Gedanken, wie vorteilhaft in solchen Situationen ein eBook Reader wäre, sozusagen als Ergänzung.

Da ich mir gerne die Prospekte der verschiedenen Multimedia Discounter anschaue wie z.B. dem Media Markt, entdeckte ich vor einigen Tagen den TREKSTOR eBook Reader Pyrus für 69 EUR mit einem Digital Ink Display inkl. 3 kostenloser Bücher aus dem Media Markt eBook-Downloadshop:

  • Kerstin Gier: Gegensätze ziehen sich aus
  • 1 Reiseführer von Marco Polo aus 40 verschiedenen auswählbar
  • 1 Krimi aus 35 verschiedenen auswählbar

Der von Abneigung zur Sympathie gewandelte Gedanke wurde zum Wunsch und so machte ich mich auf in den Media Markt, um mir den TREKSTOR eBook Reader Pyrus etwas genauer anzusehen. Die Bezeichnung “Pyrus” kommt wohl von Papyrus oder dem gleichnamigen Dokumentenmanagementsystem. Egal. Marketingtechnisch empfinde ich den Namen auf jeden Fall ein wenig einfallslos, auch wenn er thematisch ganz gut passt.

Der erste Blick auf das Vorführgerät machte mich stutzig: Das Gerät sah aus wie eine Attrappe mit eingelegtem, bedruckten Papier. Ich merkte schnell, dass dem nicht so war und meine Begeisterung über das Digital Ink Display stieg nahezu exponentiell an. Es war wirklich kein Unterschied zu einer gewöhnlichen Buchseite feststellbar. Die Verarbeitung wirkte etwas enttäuschend und einige der Tasten sind fest mit dem Gehäuse verbunden, so dass sie etwas schwergängig sind. Das Gehäuse ist aus Plastik und gerade wegen des Digital Ink Displays wirkt der Reader wie eine Tablet PC Attrappe fürs Kinderzimmer. Die anderen Vorführgeräte waren jedoch alle teurer und nicht unbedingt besser verarbeitet, bis auf den Kobo Reader. Der hatte sogar einen Touch Screen und es gab 3 Geräte, die jedoch alle defekt, abgestürzt oder entladen waren. Der Verkäufer schaffte es nicht, eines der Geräte zum Laufen zu bringen und mein späterer Blick auf die Amazon Rezensionen zum KOBO EREADER TOUCH EDITION bestätigten meine Zweifel, dass hier noch einige Kinderkrankheiten vorhanden sind. Nach einiger Überlegung entschied ich mich für den mit Abstand günstigsten eBook Reader mit Digital Ink Display, den TREKSTOR eBook Reader Pyrus.

Manche mögen sich jetzt fragen, wie ich als unerfahrener Einsteiger überhaupt einen Test- oder Erfahrungsbericht schreiben kann. Ich denke: Gerade das macht es aus. EBook Reader sind noch nicht so lange auf dem Markt, so dass die meisten Käufer vor der Entscheidung stehen, den ersten Reader überhaupt zu kaufen. Profis auf dem Gebiet bitte ich um Nachsicht und entsprechende Kommentare, falls sie mit einigen Punkten nicht übereinstimmen. Die Anforderungen an einen eBook Reader dürften nicht so sehr verschieden sein. Er sollte vor allem zu den eigenen Lesegewohnheiten passen, eine lange Akkulaufzeit und genug Platz für einige hundert Bücher besitzen. Andere mögen vielleicht noch MP3s hören oder Bilder und Videos anschauen. Für solche Käufer sind eBook Reader mit Digital Ink Display nicht zu empfehlen.

image1002

Der bisherige Preis - inkl. der 3 Gratisbücher - betrug 89 EUR, was wohl der Grund für die Preissenkung war. 10 EUR Unterschied zum Kindle oder vergleichbaren Readern sind zu wenig in Relation zu den gebotenen Features.

Es gibt auch ein Model, das speziell für den Buchhandel herausgegeben wurde mit dem Namen “Liro Ink”. Der Unterschied zum Pyrus besteht im integrierten Liro-Shop. Hinter dem Liro-Shop steht Libreka, die Vertriebsplattform des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Eine Shopbindung wie beim Kindle gibt es hier dennoch nicht, da man mit dem “Liro Ink” auch in anderen Shops einkaufen kann. Der Liro-Shop beteiligt die Buchhändler an den Umsätzen, so dass ich mir vorstellen kann, dass der “Liro Ink” im Buchhandel noch etwas günstiger zu bekommen ist.

Technische Daten:

  • Freie Formate: ePub, PDF, TXT, FB2, RTF, PDB, HTML
  • DRM-Formate: Adobe Adept (ePub, PDF)
  • Schriftgrößen: 6 Schriftgrößen (S, M, L, XL, XXL, XXXL)
  • Bildformate: JPEG, BMP, PNG, GIF (nicht animiert)
  • Menüsprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch, Ukrainisch
  • Displaytyp: 6″/15cm Digital Ink Display mit 16 Graustufen und 600 x 800 Pixel
  • Interner Speicher: 4 GB für ca. 4000 eBooks
  • Kartenslot: microSD/microSDHC Speicherkartenslot für Karten mit bis zu 32 GB Kapazität
  • Anschlüsse: Micro-USB 2.0 Anschluss
  • Akku: Integrierter Lithium Polymer Akku
  • Abmessungen: 167 mm x 123,5 mm x 9,0 mm
  • Gewicht: 216 Gramm

Ein WLAN-Anschluss ist nicht vorhanden, d.h. der Download von Büchern geschieht am PC.

Lieferumfang:

Der Lieferumfang ist überschaubar. Neben dem TREKSTOR eBook Reader Pyrus sind noch ein Micro USB Kabel und ein Benutzerhandbuch enthalten:image1003

Verarbeitungsqualität:

Hier hinterlässt der Pyrus einen gemischten Eindruck. Die seitlichen Tasten sind sehr groß und gut zu betätigen. Dasselbe gilt auch für die Navigationstaste. Die 4 daneben liegenden Tasten sind jedoch fest mit dem Gehäuse verbunden und werden quasi beim Druck nach unten gebogen. Der Druckpunkt ist damit bei diesen Tasten etwas erhöht, was ich als leicht störend empfinde. Die knarzenden Geräusche bei der Bedienung des Vorführmodels konnte ich bei meinem Gerät nicht mehr ausmachen. Ich hoffe mal, dass es so bleibt und die Tasten nicht vorzeitig ausleiern. Bis auf die erwähnten Punkte macht der Pyrus einen gut verarbeiteten Eindruck. Er besitzt keine ungewöhnlich hohen Spaltmasse und hat auch keine scharfen Kanten. Besonders hervorzuheben ist die Ähnlichkeit der Tastenanordnung mit dem Kindle. Die großen, seitlichen Tasten zum Blättern sind nahezu exakt gleich groß und gleich positioniert. Auch die Anordnung der Navigationstaste, des Ein-/Ausschalters und des USB-Anschlusses sind beinahe identisch.

Inbetriebnahme:

Nach dem Einschalten des Pyrus kann man zunächst die Uhrzeit und das Datum einstellen. Darauf wollte ich mir zunächst die Gratisbücher herunterladen, was gar nicht so einfach war. Zunächst einmal muss man die mitgelieferte eReader Suite installieren. Nur wo ist die CD?

Ganz einfach: Die Software ist auf dem eBook Reader abgelegt:

Nach Verbindung des Pyrus mit meinem Windows 7 Rechner, wurde dieser mit seinem internen Speicher als Wechsellaufwerk erkannt. Mit einem Klick auf die “Suite-Installer-Windows.exe”-Datei startet das Installationsprogramm und die eBook Reader Suite wird installiert. Im Anschluss erfolgt noch die Möglichkeit, “Adobe Digital Editions” zu installieren, um auch kopiergeschützte Inhalte (DRM) verwenden zu können. Hier ist es notwendig, ein Konto anzulegen, um die Adobe-ID zu bekommen.

Startet man die eReader Suite erhält man gleich einen Hinweis auf die Gratisbücher:

Zudem besteht hier auch die Möglichkeit, ein Firmwareupdate durchzuführen.

Ein Klick auf den Reiter “Shop” führt zum Auswahlmenü für die Gratisbücher:

Vor dem Download muss man jedoch auch hier ein Media Markt Shop Benutzerkonto anlegen.

Bedienung:

Sind die ersten Bücher kopiert und wurde bereits mit dem Lesen von Büchern begonnen, wird nach dem Einschalten ein Übersichtsbildschirm angezeigt. Dort sieht man unter “Lesen Sie weiter” die gerade aktiven Bücher, unter “Kürzlich gelesen” weitere Bücher und unter “Neu hinzugefügt” die letzten, hochgeladenen Bücher. Mit den Navigationstasten gelangt man zu den einzelnen Menüpunkten. Der gerade aktive Menüpunkt wird immer fett unterstrichen dargestellt und ist unter Druck auf die “OK-Taste” auswählbar. In der unteren Zeile kann man durch Auswahl von “Bibliothek” die komplette Bibliothek anzeigen lassen. Dort sieht man für jedes Buch eine Zeile mit Titel, Format und möglicher Favoritenkennzeichnung.

Mit der “Home-Screen-Taste” ganz links gelangt man von überall aus zurück auf den Übersichtsbildschirm.

Links neben der Navigationstaste befindet sich die “Menu-” bzw. “Haupt-Menütaste”. Drückt man die Taste im Übersichtsbildschirm, wird das Hauptmenü mit den globalen Einstellungen angezeigt:image1004

 

  • Lesezeichen: Verwalten aller Lesezeichen. D.h. hier kann man alle Lesezeichen aller Bücher einsehen. Es wird jeweils pro Zeile das Buch und die Anzahl der vorhandenen Lesezeichen angezeigt.
  • Bibliothek: Anzeige der auf dem Pyrus befindlichen Bücher
  • Mehr eBooks?: Hier gelangt man zu einer kurzen Anleitung, wo man die Software zum Zugriff auf den Trekstor-  bzw. Media Markt-Shop findet. Diese liegt nämlich nicht als CD bei, sondern ist auf dem internen Speicher des Pyrus abgelegt.
  • eBooks suchen: Hier kann man den Namen eines Buches, Autors oder Teile davon eingeben, um nach einem bestimmten Buch zu suchen. Wer eine umfangreiche Bibliothek verwalten möchte, könnte es hier schwer haben, da die Texteingabe ohne Touchscreen ziemlich umständlich ist.
  • Explorer: Ähnlich dem Windows Explorer wird hier eine Ordneransicht angezeigt
  • Bilder: Zeigt die auf dem Reader gespeicherten Bilder in verschiedenen Ansichten an
  • Einstellungen: Globale Einstellen kann man hier vornehmen, wie z.B. den Aktualisierungsintervall der Anzeige, Datum und Zeit, Sprache etc.
  • Handbuch: Zeigt das ausführliche Handbuch des Pyrus an
  • Schliessen: Dient dem Verlassen des Menüs, was aber schneller mit der “Zurück-Taste” zu bewerkstelligen ist (rechts neben der Navigationstaste)

Nun geht es ans Lesen. Dazu sucht man sich mit den Navigationstasten in der Bibliothek per Suche oder über den Übersichtsbildschirm ein Buch aus, drückt die “OK-Taste” und nach ca. 2-3 Sekunden Ladezeit erscheint das Buch auf dem Display. Bei grafikintensiven Büchern wie z.B. meinem Reiseführer, dauerte die Anzeige mit bis zu 10 Sekunden deutlich länger.

Zum Vorwärtsblättern stehen zwei große, längliche Tasten an der Seite des Pyrus zur Verfügung. Alternativ kann man dazu auch die Navigationstaste verwenden. Oberhalb der beiden seitlichen Tasten zum Vorwärtsblättern, befinden sich die etwas kürzeren Tasten zum Rückwärtsblättern. Zuerst hatte ich mich über die vielen Tasten zum Blättern gewundert. Nachdem man jedoch die Ansicht jeweils in 90 Grad Schritten drehen kann, macht diese Anordnung durchaus Sinn, so dass man in jeder Position, ob Hoch- oder Querformat, die Tasten zum Blättern immer optimal erreicht.

Während des Lesens gelangt man durch Druck auf die Menütaste zum buchbezogenen Menü. Buchbezogen bedeutet, dass alle hier vorgenommen Einstellungen für das aktuelle Buch gelten und somit in jedem Buch verschieden sein können. Bei anderen Geräten können diese Einstellungen durchaus auch global sein:

    • Lesezeichen Setzen: Setzt ein Lesezeichen für die aktuelle Position
    • Lesezeichen: Zeigt die Lesezeichen des aktuellen Buches an bzw. ermöglicht natürlich auch, an die Position eines der Lesezeichen zu springen.
    • Inhaltsverzeichnis: Hier gelangt man zum Inhaltsverzeichnis und mit der “Zurück-Taste” wieder zur aktuellen Leseposition.
    • Gehe zu Seite: Fast schon selbsterklärend. Natürlich kann man hier über eine virtuelle Tastatur mit den Navigationstasten die Nummer der Seite angeben, zu der man gerade springen will. Es sind auch alphanumerische Seitenbezeichnungen auswählbar.
    • Schriftgröße: Es gibt 6 mögliche Schriftgrößen: S, M, L, XL, XXL, XXXL. Die voreingestellte Größe M empfinde ich als optimal für mich. Nur ist es dabei so, dass man mitunter 3 Mal Blättern muss, um eine Seite weiter zu kommen. Bei der Einstellung S wird bei meinen Taschenbüchern eine komplette Seite auf dem Display angezeigt. Da die physikalische Seite des Buches größer ist, sind die Buchstaben auf dem Display schon sehr klein und mühsam zu lesen. Da die Schriftgrößen nicht immer gleich sind, macht es Sinn, diese buchbezogen konfigurieren zu können, da man so für jedes Buch die optimale Schriftgröße einstellen kann, ohne sie damit für ein anderes Buch zu verändern.
    • Seitenrand: Wer einen Seitenrand braucht, bekommt hier die Möglichkeit, zwischen Klein, Mittel und Groß auszuwählen. Ein praktischer Nutzen erschließt sich mir hierbei nicht, da dadurch weniger Inhalt angezeigt wird.
    • Bildschirm drehen: Eine praktische Funktion, um den Pyrus in verschiedenen Positionen, wie z.B. auch dem Querformat, nutzen zu können. Es gibt hier die Möglichkeit, die Anzeige in 90 Grad Schritten zu drehen.
    • Automatisches Blättern: Auch hier kann man sich über den Sinn der Funktion streiten. Aktiviert man diese Funktion wird nach 1, 2, 3, 4 oder 5 Minuten die Seite automatisch umgeblättert. Für mich war dies nur zur Bestimmung der Akkulaufzeit interessant. Der kleinste Wert ist bei der von mir bevorzugten Schriftgröße M viel zu lange, da ich für eine Seite dann ca. 30 Sekunden brauche. Außerdem lese ich nicht immer gleich schnell und so wird entweder mal zu früh umgeblättert oder ich muss auf den Ablauf des Intervalls warten. Wenn eine solche Funktion schon sein muss, hätte man besser auch Intervalle von z.B. 20, 30 oder 45 Sekunden implementiert.
    • Anzeige aktualisieren: Diese, auch global konfigurierbare, Einstellung gibt vor, ob die Anzeige nach jeder, nach 3 oder nach 5 Seiten aktualisiert werden soll. Hintergrund ist, dass bei einer Aktualisierung die Seite komplett neu aufgebaut wird, was entsprechend viel Energie benötigt. Bei größeren Intervallen tritt das sog. Ghosting zum Vorschein, da Reste der vorherigen Seiten noch sichtbar sein können. Mich stört das nicht und es spart Strom.

Hier noch ein kleines Video, dass ich mit meiner Panasonic DMC-FZ150 aufgenommen habe:

  • Zu Favoriten hinzufügen: Fügt das aktuelle Buch zu den Favoriten hinzu
  • Buchinfo: Zeigt Titel, Autor, Herausgeber und Format des Buches an
  • Verlassen: Auch hier gilt: Dafür gibt es die “Zurück-Taste”, das geht schneller.

Die vorgestellte Menüstruktur gilt für ePub Dokumente. Bei anderen Dokumentenformaten können zusätzliche Menüpunkte sichtbar sein. Bei Dokumenten vom Typ TXT sind beispielsweise Schriftart (Serif oder Standard) oder der Zeilenabstand (Klein, Mittel, Groß) veränderbar. Manche würden sich das auch für PDF und ePUB Dokumente wünschen. Mich persönlich stört diese Beschränkung nicht, da ich bei meinen bisherigen Büchern nie den Wunsch verspürte daran etwas zu ändern.

Zum Ausschalten betätigt man für 2-3 Sekunden die “Power-Taste”. Drückt man die Taste nur ganz kurz, schaltet der Pyrus in den Standby und zeigt den Pyrus Schriftzug an mit einem Bücherregal im Hintergrund. Längeres Drücken um ca. 8 Sekunden führt einen Reset aus.

Anschlüsse:

Es gibt einen USB-Anschluss nach dem Standard 2.0 zum Anschluss an den PC und einen microSD/microSDHC-Kartenslot. Das wars. Bei einem Preis von 69 EUR ist ein microSD/microSDHC-Kartenslot dennoch positiv zu bewerten, da viele, teurere Konkurrenzprodukte diesen nicht besitzen. WLAN fehlt leider, was einige Käufer sicher abschrecken wird. So kann man neue Bücher nicht von überall aus über den nächsten Hotspot auf den Reader bringen. Dennoch: WLAN verringert wiederum die Akkulaufzeit und der microSD/microSDHC-Kartenslot bringt einige Vorteile die man auf dem ersten Blick nicht sieht. Dass man damit den Reader um 32 GB erweitern kann, sehe ich nicht  unbedingt als Vorteil, da man solche Mengen an Büchern in einem Leben gar nicht lesen kann. Aber der microSD/microSDHC-Kartenslot hat andere Vorteile: Z.B. benötigt man nicht zwingend einen PC zum Laden neuer Bücher. Es ist auch denkbar, eine microSD-Karte ins Smartphone zu stecken und die Bücher damit herunterzuladen. Legt man die Bücher auf einer microSD-Karte ab, kann man sie zudem überall hin mitnehmen und an jedem PC oder Smartphone lesen, ohne den Reader dabei haben zu müssen.

Darstellungsqualität:

Da bei den Gratisdownloads auch ein Marco Polo Reiseführer enthalten war, habe ich mir neben dem Schriftbild natürlich auch die Darstellung von Bildern angeschaut. Das Display hat aus meiner Sicht eine sehr gute Darstellungsqualität. Bereits im Media Markt hatte ich die Möglichkeit, einen Vergleich mit anderen Readern durchzuführen, die ein E Ink Display besitzen. Gleich im Auto, habe ich die Verpackung geöffnet und mich ein wenig mit dem Pyrus vertraut gemacht. Dabei schien die Sonne und das Display war genauso gut ablesbar wie eine Tageszeitung oder ein Buch. Nichts spiegelt oder stört. Die Buchstaben sind deutlich lesbar und werden scharf abgebildet. Selbst der Marco Polo Reiseführer liest sich trotz vieler eingebundener Grafiken und Bilder gut. Lediglich die Darstellungsqualität der Bilder ist bei 16 Graustufen sehr schlecht und erinnert an die Anfangstage des PCs. Aber das können andere Reader in dieser Kategorie vermutlich auch nicht besser. Gerne würde ich den Pyrus auch mit dem Kindle vergleichen, den ich bisher noch nicht Live erleben konnte. Vergleiche ich aber mit dem, worauf es mir ankommt, nämlich mit meinen hier physikalisch, vorhandenen Büchern, kommt der Pyrus sehr gut weg und ich behaupte, nahezu keine Abstriche hinnehmen zu müssen. Einziger Kritikpunkt, der aber für alle Reader mit 6″-Display gilt, ist, dass eine Buchseite meist nicht in ausreichend großer Schrift dargestellt werden kann und man so gezwungen ist, deutlich häufiger umzublättern.

Akkulaufzeit:

Bei TREKSTOR selbst findet man seltsamerweise keine konkreten Angaben zur Akkulaufzeit. Im Media Markt Prospekt wird mit einer Laufzeit von 8 Wochen geworben, bei einer täglichen, halbstündigen Lesedauer. Das wollte ich genau wissen und habe mir überlegt, wie ich das relativ schnell herausfinden kann. Nach einigen Minuten bin ich auf die Funktion “Automatisches Umblättern” gestoßen, die ich für den Alltagsbetrieb eher wenig nützlich finde, jedoch ein optimales Mittel zur Bestimmung der Akkulaufzeit ist. Nun musste nur noch der Energiesparmodus ausgeschaltet und abgewartet werden. Die automatische Aktualisierung hatte ich auf “Nach jeder Seite” eingestellt. Der Akku müsste demnach ca. 28 Stunden ohne erneute Aufladung auskommen, ggf. etwas weniger, wenn man berücksichtigt, dass die maximale Kapazität erst nach einigen Lade- und Entladezyklen erreicht wird. Fakt ist, dass der Akku bei mir ganze 29 Stunden geschafft hat, bis die erste Warnmeldung erschien. Dabei habe ich mich zwischendurch immer wieder mal durch die Menüs geklickt, um die verschiedenen Einstellungen auszuprobieren. Die letzten Stunden hatte ich den Marco Polo Reiseführer mit vielen Bildern gelesen, was mit Sicherheit sehr akkuzehrend ist. Die versprochene Laufzeit wird damit also mehr als eingehalten. Dennoch: Nachdem die Warnmeldung erschien, verabschiedete sich der Pyrus auch sofort. Schöner wäre es, wenn man hier noch etwas Zeit hätte, bevor sich das Gerät ausschaltet.

Sicherheit:

Einen Passwortschutz konnte ich nicht finden. Daher stellt sich natürlich die Frage nach den Konsequenzen eines Diebstahls. Nicht kopiergeschützte Bücher können natürlich auf jedem Gerät gelesen werden. Sind die Inhalte kopiergeschützt, ist die Anzeige nur auf einem mit Adobe Digital Edition autorisierten Computer möglich, der mit einer Adobe-ID registriert wurde. Somit können die Bücher zumindest nicht auf einem anderen Gerät als dem Pyrus angezeigt werden. Für den Bestohlenen ist das sicher nur ein schwacher Trost. Daher habe ich beschlossen, meine Bücher auf einer microSD-Karte abzulegen. So kann ich diese zumindest in diebstahlgefährdeten Situationen herausnehmen und habe zudem noch die Möglichkeit, die Bücher ohne den eBook Reader an jedem PC zu lesen.

Vergleich mit dem eBook Reader Kindle:

Ich hatte am vergangenen Freitag nahezu meinen ganzen Kollegen- und Freundeskreis befragt, wer bereits einen eBook Reader besitzt. Obwohl die meisten der Befragten beruflich in der IT unterwegs und in dieser Hinsicht immer auf dem neusten Stand sind, war nur ein Kollege dabei, der den Kindle in der ersten Generation besitzt. Daher kann ich die beiden Geräte nur theoretisch vergleichen, wie ich es schon in meiner Bewertung des Media Markt Prospekts getan habe. Aus diesem Vergleich geht für mich der Pyrus als Gewinner hervor. Wem ein WLAN-Anschluss extrem wichtig ist, kann das mit Recht anders sehen. Jeder der beiden Reader hat seine Vor- und Nachteile und die Entscheidung für oder gegen einen der beiden Reader (oder eines gänzlich anderen Gerätes) hängt von den eigenen Anforderungen ab. Was mich persönlich beim Kindle besonders abschreckt ist, neben dem Preis, die Amazon Bindung. Es ist zwar möglich selbst kopiergeschützte Bücher aus anderen Medien auf den Kindle zu übertragen, jedoch ist dies eben mit Zusatzaufwand verbunden und nicht wirklich legal. Mit dem Pyrus hat man Zugriff auf zahllose Medien, wie Onlinebibliotheken und nahezu alle Shops außer Amazon.

Amazon scheint den Pyrus jedenfalls nicht als Konkurrenz anzusehen und hat den
TrekStor eBook Reader Pyrus schwarz seit kurzem ebenfalls ins Angebot aufgenommen. Mit ca. 77 EUR ist er zwar teurer als im Media Markt, dafür aber auch versandkostenfrei.

Nützliches Zubehör:

Weder im Media Markt noch im Netz, konnte ich bisher eine Schutzhülle für den Pyrus bekommen. Dabei ist das eine der wichtigsten Anschaffungen und die Schutzhüllen anderer Modelle können nicht verwendet werden, da die Aussparungen für die Tasten nicht passen. Bei Amazon findet man lediglich eine Tasche mit Universalmaßen, die lt. Anbieter auch für den Pyrus geeignet ist. Das reicht mir aber nicht aus und so habe ich mich bei Amazon nach Alternativen umgesehen und gefragt, ob eine Tasche für den Kindle nicht auch passen könnte, da die Maße und Tastenanordnung schon sehr ähnlich sind, wie z.B. die Marware Eco-Vue Hülle für Kindle und Kindle Touch, schwarz. Der Preis ist mit 32,99 EUR jedoch sehr hoch. Nach weiterer Recherche bin ich dann auf die mit 5 Sternen bewertete GeckoCovers Schutzhülle black/black für 21,90 EUR gestoßen. Hier stimmt der Preis in Relation zum Kaufpreis des Pyrus und so habe ich mir diese Tasche bestellt. Nach Lieferung werde ich sie in Hinblick auf Passgenauigkeit testen und entsprechende Bilder hier einstellen. Die Originalhülle von Amazon dürfte jedoch nicht passen, da es sich um eine Klickhülle handelt, die exakt auf den Kindle abgestimmt ist.

Die Verwendung einer microSD-Karte macht aus den bereits genannten Gründen Sinn. Meist hat man ja noch eine Karte mit kleinerer Kapazität herumliegen oder bestellt sich für kleines Geld eine SanDisk Micro SDHC 16GB Class 4 Speicherkarte.

Nachtrag vom 14.05.2012:

Nach dem Akkutest hatte ich den Energiesparmodus nicht gleich wieder aktiviert, sondern erst einige Tage später. Ich stellte jedoch fest, dass bei mir der Energiesparmodus nicht funktioniert und das Gerät sich nach der vorgegebenen Zeit nicht ausschaltet. Mittlerweile gibt es auch eine interessante Diskussion im bekannten “ebook Reader Forum”, an der sich auch ein Vertreter der Firma TREKSTOR beteiligt. Er kündigte an, dass in den nächsten 7-10 Tagen ein Firmware Update bereitgestellt wird, dass die bekannten Mängel beseitigen und neue Features zur Verfügung stellen soll. Man darf gespannt sein.

Fazit:

Ich habe einmal die Pros und Kontras kurz zusammengefasst, jedoch bezogen auf Digital Ink Reader, damit die Bewertung fair bleibt. D.h. fehlende MP3-Funktion oder nicht vorhandenes Farbdisplay habe ich nicht berücksichtigt.

Pro

  • Günstiger Preis
  • microSD-Kartenslot
  • Lange Akkulaufzeit
  • Alle freien Formate lesbar (Stichwort: Onlinebibliothek)

Kontra:

  • Kein WLAN und damit nur Aufspielen über PC möglich
  • Keine Wörterbuchfunktion
  • Schriftarten oder Wortsuche nur in TXT-Dateien möglich (ggf. Firmwareupgrade zur Behebung denkbar)
  • Etwas billige Verarbeitung
  • Derzeit noch keine passende Schutzhülle erhältlich
  • Keine Sicherheitsfunktionen wie z.B. Passwortschutz
  • Nachtrag vom 14.05.2012: Energiesparmodus funktioniert noch nicht

Als Ergänzung zu meinen Büchern ist der TrekStor eBook Reader Pyrus schwarz für mich die optimale Wahl. Es ist einfach nur ein preiswerter Reader ohne viele Extras, den ich sicher gerne in den Urlaub mitnehmen werde, um Gepäck einzusparen. Auch auf dem Hometrainer ist er für mich von Vorteil, da ich hier das geringe Gewicht im Vergleich zu einem gebundenen Buch schätze. Daneben werde ich ihn sicher auch im Sommer auf die Terrasse oder an den Badesee mitnehmen.

Wer nicht viel und nur in geschlossenen Räumen liest, zudem mit einer kurzen Akkulaufzeit leben kann, wird vielleicht sogar mit einem gewöhnlichen LCD-Display glücklich, wie man es im TREKSTOR eBook Reader 3.0 findet. Da ich zum Musik hören einen kleinen MP3-Player vorziehe und meine Fotos lieber am Fernseher oder PC ansehe, kommen solche Modelle für mich nicht in Frage.

In Relation zu dem sehr günstigen Preis, halte ich den TREKSTOR eBook Reader Pyrus für eine sehr gute Wahl zum Einstieg in die Welt der elektronischen Bücher. Meine Anforderung, ein Buch in bestimmen Situationen zu ersetzen, erfüllt er voll und ganz.

 

 

GD Star Rating
loading...
GD Star Rating
loading...