London in 6 Tagen – Ein Reisetagebuch mit vielen Tipps und Bildern

1989, mit gerade einmal 22 Jahren besuchte ich das erste und einzige Mal die Hauptstadt Großbritanniens und Nordirlands im Rahmen einer Klassenfahrt der Fachoberschule. Die Anreise bestand aus einem langen Tagesausflug, da wir mehrere Stunden mit dem Bus aus der Eifel in die Niederlande fuhren, von dort wieder zahlreiche Stunden mit der Fähre unterwegs waren und im Anschluss noch den weiten Weg von der Küste nach London vor uns hatten. Wir waren nur wenige Tage dort, so dass es gerade für die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Tower Bridge oder das damals fast noch einzigartige Madame Tussauds gereicht hatte. „Damals“ durfte man in der Tube noch Alkohol trinken, in den Pubs rauchen und in den Hotels wurde noch ein richtiges, englisches Frühstück mit Ham & Eggs serviert.

Mittlerweile bin ich 25 Jahre älter und meine Tochter genauso alt wie ich während meiner Klassenfahrt. Nachdem ich mit meinem Sohn schon eine Städtereise nach Berlin unternommen hatte und meine jüngste Tochter mit mir alleine nach Teneriffa durfte, war es an der Zeit, auch mit meiner Großen etwas zu unternehmen. Da sie schon länger davon träumte, einmal London zu besuchen, entschieden wir, die erste Woche nach den Osterferien in London zu verbringen.

Vorbetrachtung:

Mit mehr als 8 Millionen Einwohnern ist London die bevölkerungsreichste Stadt Europas. Zum Vergleich: Berlin besitzt gerade einmal etwas mehr als 3,5 Millionen Einwohner. London verläuft auf einer Länge von fast 45 km entlang der Themse und liegt auf dem Nullmeridian als Ausgangspunkt der Längengrade und damit auch der Zeitzonen. Die Hauptstadt Großbritanniens und Nordirlands ist seit 1965 in 33 Stadtbezirke und 2 Bereiche aufgeteilt. Einmal das Zentrum, genannt „Inner London“ und alles drum herum im Bereich „Greater London“. Nicht umsonst finden mehr als 16 Millionen Touristen jährlich ihren Weg nach London. Die Stadt hat viel zu bieten und viele Kenner sehen in London die Welt in einer Stadt vereint. Dem ist tatsächlich so, denn jeder Stadtbezirk hat eine eigene Prägung, von der City of London mit bunten Treiben bis hin zu Hampstead mit dörflichem Charakter und wunderschönen Heidelandschaften oder dem durch Jack the Ripper bekannt gewordene Stadtbezirk Tower Hamlets, der stark durch Einwanderer geprägt ist. Eine bunte Stadt in jeder Hinsicht, wie die ganze Welt. Sogar der Paddington Bär aus Peru sagt von London, dass hier jeder hineinpasst, auch ein Bär.

Tatsächlich gehört Regen zu London wie Schnee zur Antarktis. Fast jedenfalls, denn im Schnitt regnet es mindestens 10 Tage pro Monat und fast 150 Tage im Jahr bei Temperaturen knapp über 0° bis hin zu maximal 22° Durchschnittstemperatur im Juli. Badewetter sieht anders aus. Warum ist London also bei Touristen so beliebt?

London glänzt als Theater- und Musical-Metropole, bietet Shoppingerlebnisse auf höchstem Niveau, Sehenswürdigkeiten, Bauwerke, Parks und Museen, für die man wohl Monate bräuchte, um sie alle zu besuchen und anzuschauen.

Vorbereitung:

Reiseführer:

Wem das als Begründung nicht reicht, sollte sich einmal die 111 Gründe, London zu lieben durchlesen

111 Gründe, London zu lieben: Eine Liebeserklärung an die großartigste Stadt der Welt

Preis:

4.7 von 5 Sternen (25 Kundenrezensionen)

0 gebraucht & neu schon ab

Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Reiseführer, sondern eher eine Liebeserklärung an London, nach deren Lektüre man sich am liebsten gleich in den Flieger setzen möchte.

Apropos Reiseführer. Hier ist die Qual der Wahl sehr hoch, denn es gibt zahllose Reiseführer und ich habe mir auch gleich mehrere besorgt.

111 London, Geheimtipps und Top-Ziele war der erste, um mich auf London einzustimmen. Er ist sehr informativ und bietet neben den bekannten Zielen und Sehenswürdigkeiten auch zahlreiche Informationen, die man in keinem anderen Reiseführer findet. Als Harry-Potter Fan fand meine Tochter darin z.B. einige Orte, an denen verschiedene Szenen aus den Filmen gedreht wurden und die man auch sofort wieder erkennt.

101 London – Reiseführer von Iwanowski: Geheimtipps und Top-Ziele

Preis: EUR 14,00

4.8 von 5 Sternen (16 Kundenrezensionen)

76 gebraucht & neu schon ab EUR 10,64

Warum nicht den Marco Polo Reiseführer? Nun, mir erscheint der Marco Polo Reiseführer ehrlich gesagt zu chaotisch und auch zu knapp. Der Baedeker SMART Reiseführer London besitzt eine Aufteilung nach Stadtteilen, was ich praktischer finde. So muss man nicht ständig blättern, sondern kann sich von morgens bis abends einen Stadtteil vornehmen, die Sehenswürdigkeiten dort anschauen, sein Essen zu sich nehmen und den Abend verbringen.

Baedeker SMART Reiseführer London: Perfekte Tage in der Trend-City an der Themse

Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen (2 Kundenrezensionen)

70 gebraucht & neu schon ab EUR 9,00

So lernt man meiner Meinung nach eine Stadt besser und stressfreier kennen. Zudem handelt es sich um eine brandneue Auflage aus Januar 2015 und Kartenmaterial ist auch ausreichend vorhanden, inkl. einer guten Tubemap. Die Spiralbindung ist unglaublich hilfreich, da man den Reiseführer unterwegs nicht zuklappen muss, sondern einfach mit der aufgeschlagenen Seite wieder wegpacken kann.

Offline Apps fürs Smartphone:

Es gibt auch einige interessante, kostenlose Apps, Hier möchte ich einige erwähnen, besonders, weil sie teilweise Offline arbeiten und so eine Navigation innerhalb Londons Sehenswürdigkeiten ermöglichen, ohne Kosten durch Verbrauch des Datenvolumens zu verursachen.

London Reiseführer (Ulmon GmbH)

London Offline Stadtplan (Ulmon GmbH)

London Offline-Karte, Führer (offguidenet)

London City Guide (von Tripadvisor)

Tube Map London Underground

Einfach im Google Play Store danach suchen und installieren.

Anreise und Hotel:

Ich hatte wirklich zahllose Portale nach günstigen Angeboten durchsucht. Hotel und Flug alleine oder Pauschal. Bei bekannten Hotels kann eine Pauschalbuchung günstiger sein, als wenn man beides getrennt bucht. Am Ende wurde es eine Pauschalbuchung, weil Flug und Hotel bei getrennter Buchung deutlich teurer geworden wären.

Dabei hat man aber immer noch genug Auswahl, was die Fluglinien angeht, wo wir bei den Alternativen wie z.B. Ryan Air aus Frankfurt Hahn wären. Ja, Ryan Air ist günstiger als jede andere Linie die vom Frankfurter Stadtflughafen startet, aber es gab zahlreiche Gründe, die mich den Aufpreis von 80 EUR pro Person zur Lufthansa zahlen ließen:

  1. Die Anfahrt beträgt bei mir von Groß-Zimmern ca. 140 km und dauert mindestens 1 ½ Stunden
  2. Die Nebenkosten wie Gebühren und zusätzliches Gepäck sind nicht im Preis inbegriffen
  3. Das Abstellen des Pkws ist zwar günstiger als am Frankfurter Flughafen, aber nicht kostenlos.

Da ich nur 15 km bis nach Darmstadt habe und dort eine kostenlose Parkmöglichkeit vorhanden ist, war das für mich die bessere Lösung. Der Airliner benötigt knapp 20 Minuten zum Flughafen und kostet 8,15 EUR pro Person. Als Anschlussfahrkarte zur Zeitkarte (Jobticket) habe ich sogar nur 3,80 EUR bezahlt. Zusätzlich kann ich bei der Lufthansa ergänzend zum Handgepäck einen 23 kg schweren Koffer mitnehmen. Bei fast 6 Tagen ist das schon ein Vorteil. Dazwischen fungierte mit 56 EUR Aufpreis noch British Airways. Hier ist die Gepäckregelung jedoch ungünstig. Man kann zwar auch schweres Gepäck mitnehmen, jedoch nur in der Kabine, so dass nur ein kleiner Board Trolley mitgenommen werden darf. Wie man da über 20 kg hineinbekommen soll, erschließt sich mir nicht.

In London:

In London sollte man sich auf jeden Fall überlegen, ob man die Oyster Card oder eine Travelcard nutzt. Bei der Travelcard handelt es sich um ein 1 oder 7 Tagesticket für bestimmte Zonen (Meist reicht Zone 1 bis 2 und das separate Erwerben von Anschlussfahrkarten bei einzelnen und weiteren Fahrten). Die Oyster Card ist eine PrePaid-Karte mit der man aber nie mehr zahlt, als mit einer Tageskarte. Genau da kommt die Frage auf, was denn nun günstiger ist: Das hängt davon ab, wie lange man bleibt, in welchen Zonen man unterwegs ist und wie oft man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt.

Fahre ich täglich weniger als für den Preis einer Tageskarte, lohnt sich die Oyster Card.

Fahre ich jeden Tag mindestens so viel, wie eine Tageskarte kostet, vergleicht man einfach, ab wie vielen Oyster Cards die Travelcard günstiger ist.

Beispiel : Travelcard: -Zone 1-2 und 7 Tage kostet ca. 40 EUR. Fahre ich an 4 Tagen intensiv mit der Oyster Card, kostet sie mich 4 * 11.50 EUR = 46 EUR und ist somit teurer. D.h. wer viel unterwegs ist, zahlt in Zone 1-2 selbst bei einer 7 Tages Travelcard weniger. Bei weniger als 4 Tagen lohnt sich die Travelcard auch für Vielfahrer nicht mehr. Hier stellt sich nur die Frage, ob man das Volumen einer Tageskarte überhaupt nutzt.

Ein weiteres, wichtiges Argument für die Travelcard ist die 2 for 1 Aktion von National Rail. Kauft man die Travelcard vor Ort an einem National Rail Schalter wie z.B. Paddington, ist auf der Karte das National Rail Logo versehen. Zusätzlich gibt es ein Gutscheinheft für zahlreiche Attraktion sogar. inkl. Madame Tussauds oder das London Eye, mit dem von 2 Personen nur eine den Eintritt zahlen muss!!! Dies gilt NUR, wenn man das Ticket vor Ort kauft und an manchen Schaltern braucht man ein Passbild. Am Airport Heathrow gibt es den Schalter nicht.

Was genau alles enthalten ist, kann man hier nachlesen.

Wer Zeit hat, spart sich die hohen Kosten für den Transfer von Heathrow mit der Schnellbahn Heathrow Express. Das kostet immerhin fast 35 EUR für die einfache 15-minütige Fahrt. Deutlich günstiger ist es mit der Piccadilly Underground Line für ca. 7,50 EUR. Man ist zwar fast 60 Minuten unterwegs, aber mir waren 55 EUR Aufpreis für den vielleicht 40 Minuten schnelleren Transfer nicht wert.

Buchung von Events:

Viele Events kann man direkt vor Ort buchen, da sie nicht so extrem gefragt sind. Wir wollten in 2 Musicals: Les Miserables und Cats. Da hier schon Anfang Januar nur noch wenig gute Plätze im April verfügbar waren, buchte ich diese schon im Januar aus Deutschland. Da die Plätze im Theater starke Unterschiede in Preis UND Sicht aufweisen, empfehle ich die Seite von „theatremonkey“. Dort kann man Erfahrungsberichte und Einschätzungen zu den „billigen“ Plätzen lesen, da in London jede noch so geringe Einschränkung eines Platzes dokumentiert werden muss. Wenn aber nur 2 Minuten eines fast dreistündigen Musicals problematisch sind, weil dann gerade der Scheinwerfer ungünstig steht, macht es Sinn, die preiswerten Tickets zu kaufen, die meist schon bei 26 EUR beginnen.

Erste Reihe ist oft gut, aber im Theater nicht unbedingt. Meist ist die Bühne erhöht und dann bekommt man eine Nackenstarre und sieht oft die Füße der Akteure nicht mehr, wenn sie sich weiter hinten auf der Bühne befinden.

Nachdem ich die optimalen Plätze identifiziert hatte, wurde direkt über die Webseite des Theaters gebucht und die Tickets im Box Office kostenfrei hinterlegt. Dabei handelt es sich meist um die Theaterkasse, wo man ca. 2 Stunden vor Beginn mit Kreditkarrte, Ausweis und Buchungsnummer die Tickets abholen kann.

Andere Ausflüge, wie z.B. die zu den Harry Potter Filmstudios, sind nur online buchbar. Hier muss man aber nicht so extrem früh buchen, es reicht 1-2 Wochen vor Abreise. Wer hierher möchte, sollte sich überlegen, ob er den teuren Bustranfer von Golden Tours in Anspruch nimmt, der mit knapp über 50 EUR pro Person zusätzlich, recht teuer zu Buche schlägt.

Wir entschieden uns für die Zugfahrt mit National Rail für ca. 15 EUR pro Person für Hin- und Rückfahrt, was einer Ersparnis von ca. 70 EUR entspricht.

Finanzen und Bargeld:

Das leidige Thema Bargeld ist in London noch ein Thema. Es gibt – noch – keinen Euro. Deswegen muss man sich vorher Gedanken machen, um den Tausch in Britische Pfund möglichst günstig zu realisieren. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und je nach Wechselkurs und Gebühren für dessen Umrechnung und Bankgebühren, kann so ein Umtausch kostentechnisch ganz schön ins Geld gehen. Die für mich beste Variante ist einfach: Ich habe mir schon vor langem eine Postbank SparCard Direkt besorgt. Der Vorteil liegt auf der Hand. Man kann damit an allen Automaten im Ausland mit VISA-Symbol nicht nur kostenfrei Geld abheben, sondern bekommt auch noch einen sehr günstigen Umrechnungskurs. Alles ohne Extragebühren! Zudem wird das Guthaben auf der SparCard verzinst. Warum sich also Stress mit dem Umtauschen in Deutschland oder vor Ort machen?

So…bisher war es das zu den Vorüberlegungen. Ab jetzt beginnt das Reisetagebuch…

12.04.2015: Packen

So langsam geht es ans Packen. Immerhin geht es morgen schon los. Packliste schreiben, abhaken, ggf. noch fehlende Dinge einkaufen, Geld auf die SparCard überweisen. Geplant ist ansonsten nichts, dafür haben wir unseren Baedeker SMART Reiseführer. Ein bisschen unwohl ist mir vor dem Hintergrund der vergangenen Ereignisse mit dem Germanwings-Absturz schon.

GD Star Rating
loading...
GD Star Rating
loading...

Test- und Erfahrungsberichte zu Multimedia, RC-Hubschrauber, Schnäppchen, Haus und Garten