Amazon Fire TV – Testbericht – Erfahrungen – Tipps und Tricks zu XBMC Kodi mit vielen Bildern

Seit wenigen Tagen darf ich das neue und heiß begehrte Fire TV von Amazon mein Eigen nennen. Ich hatte das Glück, als Prime Kunde, das Fire TV zum Vorzugspreis von 49 EUR zu bekommen. Amazon scheint mit den Lieferungen nicht nachzukommen, denn wer das Fire TV jetzt bestellt, kann froh sein, die Lieferung noch vor Weihnachten 2014 zu erhalten.

Ursprünglich hatte ich das Fire TV nur deswegen bestellt, weil ich es als Prime Kunde zum Einführungspreis von 49 EUR bekam. Als Technikfreak wollte ich diese Streaming Box einfach nur mal ausprobieren und schauen, was man damit so anstellen kann. Wirklich gebraucht hatte ich sie also nicht, zudem ich auch einen Smart TV und Blu-ray Player mit Prime Instant Video besitze. Dazu kommt noch ein WD TV Live HD Media Player zum streamen von Inhalten in meinem Heimnetzwerk. Einzig die Mediatheken von ARD und ZDF hatten mich gereizt, da ich diese schon mit meinen mobilen Endgeräten häufig nutze.

Mittlerweile würde ich diese Box nie wieder hergeben und hätte sie wohl auch für den jetzigen Preis von 99 EUR gekauft. Aber der Reihe nach.

Lieferumfang

Geliefert wird die Box ein einem kleinen Karton

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und nach dem Öffnen war ich doch ziemlich überrascht, wie klein diese Box doch ist.

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Weniger dick als eine Zigarettenschachtel und genauso quadratisch wie eine Tafel Schokolade eines großen Schokoladenherstellers, der mit dem von mir in der Überschrift genannten Slogan wirbt.

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Daneben gibt es noch eine kleine Fernbedienung, das Netzteil und eine Kurzanleitung. Ein HDMI-Kabel fehlt, ist aber zu verschmerzen.

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Technische Daten

Das Wichtigste für mich waren folgende Punkte:

  • Quad-Core-Prozessor mit bis zu 1,7 GHz
  • Auflösung bis hin zu FullHD mit 1080p mit 60 fps
  • HDMI-Tonübertragung bis hin zu 7.1
  • 2 GB RAM
  • 8 GB für Apps
  • Dualband WLAN mit 2 Antennen (802.11a/b/g/n)
  • Ethernet-Anschluss

Die unterstützten Video- und Audioformate lesen sich auf dem ersten Blick nicht sehr überzeugend. Dazu später mehr.

Design und Verarbeitung

Das Design des Fire TV empfinde ich als sehr gelungen. Die Box selber ist nicht viel größer und dicker als eine Tafel quadratischer Schokolade.

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Die Unterseite ist komplett mit einer rutschhemmenden Gummierung versehen,

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der Rest des Gehäuses ist in glänzendem Klavierlackdesign gehalten. Obwohl die Anschlüsse nur an einer Seite angeordnet sind, bietet die Box genug Platz, um die Kabel ohne Fummelei an ihren Platz zu bringen.

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Die Fernbedienung besteht ebenfalls aus einer matten, griffigen Beschichtung. Die Tasten selbst sind glänzend.

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Sogar beim Netzteil, wo andere Hersteller keinen großen Wert auf Design legen, hat Amazon sich Gedanken gemacht. Es sieht recht edel aus, da es auch schwarz glänzend ausgeführt ist.

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An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Alles macht einen stabilen und wertigen Eindruck, wie man es auch von anderen Produkten wie z.B. dem Kindle gewohnt ist.

Einrichtung

Noch nie empfand ich die Einrichtung eines elektronischen Gerätes so einfach wie bei dem Fire TV: Nach Anschluss an AV-Receiver, Ethernet und Stromnetz fährt die Box hoch und führt ein Softwareupdate durch.

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Das kann einige Zeit dauern und benötigt eine performante Bandbreite. Ich besitze derzeit nur 6 Mbit und nach 15 Minuten bekam ich eine Warnmeldung, dass meine Internetanbindung langsamer als üblich sei. Nach insgesamt 30 Minuten war der Download fertig und die Software wurde installiert, was wesentlich schneller von statten ging.

Im Anschluss musste ich noch bestätigen, dass ich das vorkonfigurierte Amazon Konto verwenden möchte.

Hiernach startet ein kurzes Video, indem eine animierte Zeichentrickfigur die Möglichkeiten und die Bedienung der Box erklärt. Dieses Video und weitere Hilfen kann man später auch in den Hilfe-Einstellungen im Systemmenü finden.

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WICHTIG: Bitte unbedingt an das Kennwort für die Kindersicherung denken! Wenn man das nicht aktiviert, kann jedes Familienmitglied kostenpflichtige Filme ohne weitere Bestätigung ansehen. Amazon storniert bei Kontaktaufnahme zum Kundenservice versehentlich getätigte Bestellung lediglich auf Kulanz und nicht beliebig oft! S. auch meinen Artikel zum Schutz vor versehentlichen Einkäufen.

Bedienung

Da dies kein Erfahrungsbericht zu Prime Instant Video sein soll, gehe ich nur auf die Neuerungen ein. Die Prime-Oberfläche sieht mit dem Fire TV deutlich besser aus als auf meinem Sony LCD TV oder Blu-ray Player. Besonders hervorzuheben ist die Schnelligkeit, mit der man durch die Menüs navigieren kann. So etwas bin ich weder von meinem bisherigen TV, noch von meinem Mediaplayer gewohnt. Keine Ruckler oder Wartezeiten nach Tastendruck!

Die Strukturierung ist recht gut gelungen. Auf der linken Seite des Startbildschirms befindet sich eine schmale Menüleiste mit den jeweiligen Menüpunkten wie z.B. „Prime Video“, „Spiele“, „Apps“ oder das Einstellungsmenü:

Amazon Fire TV

Die Sprachsteuerung funktioniert einwandfrei. Suche ich z.B. nach Filmen eines bestimmten Schauspielers, hält man die Mikrofontaste gedrückt und sagt den Namen und nach Loslassen der Taste bekommt man eine Vorschlagsliste mit Filmen dieses Schauspielers. Amazon Fire TV

Amazon Fire TV Genauso verhält es sich mit Filmen oder Kategorien (Action, Komödie etc.). Die Erkennung arbeitet fehlerfrei und schnell. Einziges Manko: Die Sprachsuche funktioniert nur mit Prime Instant Video. Ich hätte mir die Sprachsuche auch in anderen Apps, wie z.B. den Mediatheken gewünscht. Leider kann man trotz vorhandenem Bluetooth 4.0 keine gängige Bluetooth-Tastatur anschließen. Das hätte das Manko der fehlenden Sprachsuche in anderen Apps etwas erträglicher gemacht.

Letzteres findet sich dann auch unter Apps: Die Mediatheken von ARD und ZDF, wo man sich dann den letzten Tatort, die Nachrichten oder seine verpasste Lieblingssoap-Folge anschauen kann. Der Aufbau ist sehr praktisch und auch hier gelingt die Navigation flüssig.

Da die Fernbedienung mittels Bluetooth arbeitet kann man das Fire TV auch hinter dem Fernseher verstecken. Man braucht keinen Sichtkontakt. Ich finde das praktisch, da sich die Leinwand für meinen Beamer direkt vor dem Fernseher befindet und ich so meine Streaming-Box endlich auch bedienen kann, ohne hinter die Leinwand zu klettern.

Viele bemängeln den fehlenden Ausschalter. Das sehe ich mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite ist das gut, denn das Fire TV schaltet sich nach 30 Minuten automatisch in den Ruhemodus mit ca. 2 Watt Stromverbrauch. Stehen Updates an, schaltet sich die Box wieder ein, auch in der Nacht, und so muss man bei Nutzung nicht erst noch ein Update abwarten. In den ersten 30 Minuten vor dem Ausschalten braucht das Fire TV dennoch Strom, wenn auch nicht mehr die volle Leistung, so dass ein Ausschalter wünschenswert gewesen wäre. Da ich eine fernbedienbare Steckerleiste nutze, schalte ich das Fire TV und alle anderen Verbraucher damit aus.

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Apps, wie z.B. Spotify, Youtube, etc., die ich mir noch näher ansehen und ggf. darüber berichten werde.

Amazon Fire-Gamecontroller

Preis: EUR 39,99

3.5 von 5 Sternen (18 Kundenrezensionen)

1 gebraucht & neu schon ab EUR 39,99

Dafür habe ich meine Xbox mit kompletter Ausstattung. Nichtsdestotrotz werde ich sicher mal probieren, meinen XBOX-Controller mit dem Fire TV zu verbinden und ggf. darüber berichten. Dazu benötigt man für den Wireless Controller lediglich einen USB-Adapter für den PC:

PC – Xbox 360 Wireless Adapter für Windows

Preis: EUR 14,02

4.6 von 5 Sternen (443 Kundenrezensionen)

11 gebraucht & neu schon ab EUR 14,02

Bild- und Tonqualität

Die Bildqualität habe ich mit meinem 47“ Sony LCD TV und einem BenQ W1080ST-Beamer getestet. Bei Amazon Prime Instant Video schaffte ich mit meinem langsamen Internetzugang leider nur die 720p-Auflösung, die aber selbst auf dem Beamer bei ausreichend Sitzabstand noch recht gut aussieht.

Wirklich interessant wurde es erst nach Installation des XBMC bzw. Kodi, da ich hier die volle FullHD-Auflösung nutzen kann und da hat mich die Bildqualität absolut überzeugt und steht der meiner WD TV Live HD in nichts nach.

Die Tonausgabe funktioniert ebenfalls perfekt, so dass auch der DTS-Ton per HDMI sauber zu meinem AV-Receiver und den daran angeschlossenem Dolby Surround Boxen durchgeschleift wird.

XBMC – Kodi – Aller Anfang ist kinderleicht

Bis hierher war ich noch unsicher, ob ich die Box nicht doch zurückschicke. Alleine wegen der Mediatheken hätte ich sie nicht behalten wollen, zudem ich ja einen Media Player besitze. Solange ich diesen nicht ersetzen kann, macht eine Streaming Box für mich keinen Sinn.

Hier kommt XBMC bzw. Kodi ins Spiel. XBMC steht für Xbox Media Center, welches ursprünglich für die Xbox entwickelt wurde. Bisher hatte ich mich dazu nur oberflächlich informiert und es war hängen geblieben, dass man dazu das Fire TV rooten müsse, was aber mit der aktuellen Firmware nicht funktioniere.

Muss man aber nicht, sofern man die Fire TV Oberfläche behalten möchte und nur die XBMC App installiert. Zudem benötigt man so auch keine zusätzliche Software auf dem heimmischen NAS-Server. Das ist in wenigen Minuten erledigt und erfordert nur wenige Schritte.

  1. Unter Einstellungen -> System -> Entwickleroptionen die beiden Optionen „ADB-Debugging“ und „Apps unbekannter Herkunft verwenden“ aktivieren. Danach die IP-Adresse der Box anzeigen lassen und notieren. Wenn man schon dabei ist, kann man auch unter „Anwendungen“-> „Nutzungsdaten sammeln“ ausschalten, sofern man Amazon nicht über sein Nutzungsverhalten informieren möchte
  2. Amazon FireTV Utility App herunterladen und auf dem PC starten und dort die IP-Adresse eintragen (File->Settings) und „Normal Debug Mode“ auswählen.  firetv1firetv2.jpg
  3. XBMC bzw. Kodi in der aktuellen Version 14 alpha 3 herunterladen. Das ist eine APK-Datei für Android (ARM-Version)Auswahl der APK-Datei für XBMC/Kodi mit Select und dann Side Load firetv3.jpgund schon wird XBMC auf dem Fire TV installiert. firetv4.jpg

Das ganze dauerte bei mir weniger als 10 Minuten und ist wirklich ganz einfach. Man findet das XBMC nicht im Startbildschirm unter Apps, sondern man muss sie unter Einstellungen->Anwendungen->“Alle installierten Apps verwalten“ auswählen. Wem das zu kompliziert ist kann auf die gleiche Weise noch die App FiredTVLauncher installieren.

Amazon Fire TV

Nun steht einem nahezu ALLES offen:

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Zugriff auf ein NAS-Laufwerk mit beliebigen Protokollen wie SMB, NFS, FTP, UPnP, etc. Dabei werden auf meiner Buffalo Link Station Duo wirklich alle Video- und Tonformate abgespielt bis hin zu MKV/MTS, DTS-Ton, etc. Meine WD TV Live hing sich bei MTS-Dateien, das sind Videoaufnahmen in 1080p von meiner Digitalkamera, regelmäßig nach 10 Sekunden auf. Nicht so das Fire TV mit XBMC.

Amazon Fire TV

Daneben kann man zusätzliche Video- und Audio-AddIns installieren. Das sind keine Android Apps, sondern Erweiterungen für XBMC mit zusätzlichen Video- und Audiokanälen.

Amazon Fire TV

Außerdem kann man auch Program-AddIns installieren, wobei nicht alle davon auf dem Fire TV lauffähig sind.

Ausführlich zu beschreiben, was mit XBMC alles möglich ist, würde den Rahmen hier sprengen. Dazu gibt es eine ausführliche Webseite von den Entwicklern.

Was nicht funktioniert, ist die Ansteuerung des USB-Anschlusses und Zugriff auf eine externe Festplatte. Das vermisse ich aber nicht mehr, seitdem ich die Festplatte an meine FritzBox angeschlossen habe, auf die mit XBMC natürlich ebenso zugegriffen werden kann.

Fazit

Anfänglich nur aus Neugier bestellt, gebe ich das Fire TV keinesfalls wieder her. Meinen bisherigen Streaming Client, die WD TV HD Live, habe ich erst einmal ausgemustert. Mit XBMC bekommt man mit wenig Aufwand ein umfangreiches Media-Center zur Ergänzung der Fire TV-Oberfläche und das ganz ohne Root.

Amazon Fire TV

Preis: EUR 99,00

4.0 von 5 Sternen (287 Kundenrezensionen)

1 gebraucht & neu schon ab EUR 99,00

Die Bedienung funktioniert sehr flüssig, egal in welcher Oberfläche man sich befindet. Mit der überraschend zuverlässigen Sprachsuche findet man innerhalb Prime Instant Video alle Inhalte viel schneller als bisher.

Nicht so gut finde ich die eingeschränkte Suchfunktion, die fehlende Anschlussmöglichkeit einer Bluetooth-Tastatur und den fehlenden Ausschalter. Ich hoffe, dass es hier künftig noch Möglichkeiten gibt, diese Funktionen zu integrieren.

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